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Mythologie


Die Mythologie – auch als Mythenlehre, Sagenlehre oder Sagenkunde bezeichnet – ist die Gesamtheit aller mythischen Erzählungen innerhalb einer Kultur, eines Volkes, einer ethnischen Gruppe oder einer Sprachgemeinschaft. Allgemein kann man Mythologie als regional unterschiedlich erzählte Göttergeschichten und Heldensagen bezeichnen.

Die Mythenerzählungen innerhalb einer Mythologie erklären das Pantheon der jeweiligen Kultur. Manchmal steht ein Hauptgott an der Spitze des Pantheons, wodurch der Polytheismus mitunter monotheistische Tendenzen erhält.

Was bedeutet Mythologie?

Mythologie ist die Zusammenfassung einzelner Sagen und Legenden zu einem Gesamtkonstrukt. Die einzelnen Erzählungen weisen dabei Querverbindungen untereinander auf, so dass sich ein plausibles Erzählgerüst ergibt.

Der Mythologie-Begriff wurde im antiken Griechenland geprägt und setzt sich aus zwei Wörtern zusammen. Das altgriechische Wort Mythos bedeutet Erzählung oder Rede und Logie bedeutet Wissenschaften bzw. Lehren.

Wovon berichten Mythologien?

Oftmals stehen Göttererzählungen im Mittelpunkt der Mythologie, bei denen einzelne Götter als Protagonisten auftreten und Beziehungen zu anderen Göttern unterhalten. Durch diese zwischengöttlichen Beziehung entsteht ein Götterbild (Pantheon), welches eine Hierarchie erkennen lässt.

Da die Göttergeschichten von Menschen erzählt werden, bestehen in jeder Mythologie auch Querverbindungen zwischen der Menschen- und der Götterwelt. So wird bspw. beschrieben, wie die Götter die Menschheit erschaffen hat und wieso. Auch Kriegshandlungen innerhalb der Menschheit, welche durch das Einmischen der Götter zustande kamen, sind Teil mythologischer Erzählung. Oftmals treten Helden in den Geschichten auf, welche von den Göttern berufen wurden oder die sich gegen die Götter stellten.

Mythologie ist demnach eine Gesamterzählung über das Zusammenwirken der Götter, anderer übernatürlichen Wesen und des Menschen. Da diese Erzählungen entweder auf Sagen oder Legenden beruhen, kann Mythologie auch als Sagenwelt oder Legendenwelt übersetzt werden.

Welchen Zweck hatte die Mythologie?

Diverse kulturelle Errungenschaften der Menschheit, wie die Olympiade, lassen sich auf Mythologien zurückführen. Man geht deshalb davon aus, dass die Mythologie einen starken Einfluss auf die Menschen ausübte, deren Alltag mitbestimmte, sich Brauchtum und Sitten durch Mythologie ergaben und die Weltanschauung der verschiedenen Kulturen sich durch unterschiedliche mythologische Ansätze formte.

Steht ein blitzschleudernder Zeus an der Spitze einer Götterwelt, welcher seinen Blitz als Waffe einsetzt, sich immer wieder gegen die Menschen richtet und Prometheus bestraft, weil er den Menschen das Feuer brachte – dann sagt dies viel über die Gesellschaft und dem Menschenbild der alten Griechen aus.

Genauso liefert ein Pantheon mit einer Großen Mutter an der Spitze eine Aussage über die jeweilige Kultur. Demnach können die Götter als ein Spiegelbild der jeweiligen Gesellschaft gesehen werden und die Erzählungen einer Mythologie liefern die entsprechenden Glaubensvorstellungen über die Welt und die Rolle des Menschen darin.

Welche Mythologien prägten Europa?

Die wichtigsten Mythen in Europa lieferten die Griechen und die Römer. Deshalb werden beide Mythologien in den Kanon der klassischen Mythologie zusammengefasst.

Doch zunächst übten verschiedene regionale Mythologien und Vorzeitsagas einen erheblichen Einfluss auf die Glaubenswelt der Menschen aus. Zu den wichtigsten und einflussreichsten zählte die keltische Mythologie auf der Iberischen Halbinsel, in Mitteleuropa und auf den britischen Inseln. Die Kelten hatten ihre Blüte zur Eisenzeit.

Bereits zur Bronzezeit entstand im Mittelmeerraum die griechische Mythologie. Die Glaubenswelt der Griechen ging aus der minoischen und der mykenischen Kultur hervor. Die minoische Mythenwelt wurde wohlmöglich vom ugaritischen Götterbild aus dem Nahen Osten und von der mesopotamischen Religion geprägt.

Während der mykenischen Zeit kam es zum Handel mit Phrygien und Anatolien, wodurch sich auch die Mythenwelten jener Regionen mischten. Am Ende der Bronzezeit gingen sämtliche Hochkulturen unter, so auch die Minoer und Mykener.

In der archaischen Zeit entstanden auf dem Gebiet des heutigen Griechenlands erfolgreiche Stadtstaaten (Polis). Neben den Griechen prägten die Etrusker den Kulturraum in Norditalien, wurden dann aber von Römern verdrängt. Letztere übernahmen Teile des etruskischen Götterbildes, integrierten aber auch Götter aus anderen Kulturen.

So übernahmen die Römer im Zuge der römischen Expansion diverse Mythen und Götter der Griechen, der Ägypter, der Kelten, der Germanen und der Etrusker. Bedeutend in der ägyptischen Mythologie war der Totenkult, welcher von vielen anderen europäischen Mythologien in Teilen übernommen wurde.

Die nordische Mythologie war die Mythenwelt der Wikinger und Germanen. Da während der Völkerwanderung sich die Siedlungsgebiete der Germanen und Slawen überschnitten, kam es zu einem Kulturaustausch. In beiden Mythologien findet man daher Parallelen, ein ähnliches Götterbild, ähnliches Brauchtum und ein ähnlichen Heldenepos. Deshalb wird die slawische Mythologie als ein Teil der nordischen Mythologie eingeordnet.

Wie und warum entstand die Mythologie?

Mythologien entstanden im Zuge der Entstehung von Staaten und Zivilisationen während Bronzezeit. Als Wiege der Zivilisation werden das Alte Ägypten und Sumer in Mesopotamien genannt.

Die hierarchischen Götterbilder waren ein Spiegelbild der jeweiligen Gesellschaften und dienten dem Staatsapparat. Denn durch einen formulierten Götterwillen ließen sich Regeln für die Gemeinschaft definieren. Gleichzeitig konnten überirdische Wesen angerufen werden, um Beistand zu erbitten. Deshalb nimmt man an, dass die ersten Gottheiten immer etwas mit Fruchtbarkeit und Ernte zu tun hatten.

Mythische Erzählungen dienten ursprünglich dazu, Naturphänomene mit göttlichen oder übernatürlichen Kräften zu erklären. In den einzelnen Mythologien werden mehrere Götter erwähnt, welche jeweils für ein bestimmtes Naturereignis verantwortlich gemacht wurden. So gab es Gewittergötter, Götter des Frühlings, des Ackerbaus oder der Fruchtbarkeit. Einige Götter waren gleichzeitig eine Personifizierung von Himmelskörpern (Mond, Sonne) oder Herrscher über bestimmte Reiche (Totenreich, Meere).

Die mythologischen Erzählungen der jeweiligen Völker umfassen dann sämtliche Geschichten über das Entstehen der Welt (Schöpfungsgeschichten), der Götter und ihrem Einfluss auf das Leben der Menschen.

Mit Zunahme von Staatlichkeit wurden die ursprünglichen Naturgottheiten durch zusätzliche Götter, welche für soziale Aspekte und Ereignisse verantwortlichgemacht wurden, erweitert. So wurden neben den Naturgöttern auch Kriegsgötter, Schutzgötter, Götter der Rechtsprechung oder der Ehe verehrt. Diese hoben sich von den ursprünglichen Naturgöttern ab, dienten nicht weiter zur Erklärung von Naturphänomen, sondern garantierten Ordnung, zwischenmenschliche Verhaltensweisen und Regeln.

Neben den Göttersagen umfasst die Mythologie auch Geschichten von Helden, welche mit den Göttern in Verbindung stehen, diesen begegneten oder von ihnen abstammten. Durch das Erzählen der Heldengeschichte stieg die Menschheit hierarchisch zu den Göttern auf, wurde ihr ebenbürtiger. Dadurch verblasste das Götterdasein allmählich, was Stoff verschiedener mythologischer Erzählungen ist.

Warum ist Mythologie heute noch wichtig?

Anhand von Sagen und Legenden erklärten sich die Menschen in der Vergangenheit einzelne Naturerscheinungen. Da in vielen Erzählungen von überirdischen Wesen berichtet wird, lässt sich daraus die damalige Weltanschauung ableiten. Auch das Entstehen von Sitten und Gebräuchen, von Glauben und Aberglauben – lässt sich durch Mythologie ergründen.

Eingebettet waren mythologische Erzählungen in einen historischen Kontext. So liefern Helden- und Göttersagen immer auch einen Hinweis auf das Leben der Menschen in der Vergangenheit, die Beziehung zwischen den einzelnen Völkern und verweisen auf historische Ereignisse (z.B. Kriege) und Personen (z.B. Könige). Außerdem lässt sich die Stellung des Menschen gegenüber den Göttern herleiten, wodurch sich ein Menschenbild der damaligen Zeit ergibt.

Anhand von Mythologie lässt sich aber nicht nur die Alltagsgeschichte rekonstruieren, sondern Herrschergeschlechter und Königslisten ableiten. Viele Gründungsgeschichten über einzelne Königreiche und andere Staaten lassen sich herstellen, indem man unterschiedliche mythologische Berichte vergleicht und analysiert, die Geschehnisse dann in einen größeren Zusammenhang betrachtet und so Erkenntnisse zur Historie gewinnt.

Mythologie ist demnach eine Methode zur Rekonstruktion der Vergangenheit.

Welche Bedeutung haben Götter in der Mythologie?

Götter hatten innerhalb jeder Mythologie eine bestimmte Stellung, teilweise auch bestimmte Aufgabe. Aufgrund der Stellung und Aufgabe wurde vielen Göttern diverse Charaktereigenschaften zugeordnet.

Die Entstehung der Gottesidee begann wohlmöglich bereits in der Steinzeit, als Jäger und Sammlerkulturen begannen, ihre Toten zu bestatten. Dies könnte ein Indiz dafür sein, dass bei den Steinzeitmenschen bereits eine Vorstellung von einem Jenseits – als Gegenstück zum Diesseits – existierte. Folgt man dieser Vorstellung, wird die Ahnenverehrung bzw. der Ahnenkult als ein Vorläufer der Gottesidee gedacht.

Urgötter

Einige Historiker nehmen an, dass bereits in der Mittel- oder Jungsteinzeit eine Muttergöttin verehrt wurde. So wird der Bau von Göbekli Tepe – dem wohl ältesten Tempel – mit der Verehrung einer Großen Mutter bzw. Muttergöttin assoziiert. Vermutlich waren mit der Personifizierung einer Muttergöttin die Geburt und das Leben verknüpft.

In der klassischen Mythologie entspräche die Muttergöttin der Magna Mater (lateinisch: Große Mutter) oder der Erdmutter Gaia. Acuh die nordische Götterwelt kannte ein Urwesen, namens Audhumla. Diese wird als Urkuh dargestellt. Laut den nordischen Schöpfungsmythen soll sie die ersten Götter und Riesen aus einem Salzstein geleckt und somit geboren.

Weiterhin wird angenommen, dass in der steinzeitlichen Mythologie – neben der Urmutter- auch ein Herr bzw. Herrin über das Tierreich präsent war. Vermutlich konnten diese Tier-Herrscher prognostizieren, welche Wanderrouten das Jagdwild nimmt. Da dieses Wissen in einer Jägerkultur über Leben und Tod entscheidet, konnten Tierkundige als Überwesen erklärt worden sein. Deshalb erhielten sie einen Sonderstatus, welcher gottähnlich gewesen sein könnte.

Mischwesen

Einige Historiker nehmen an, dass die Felsbilder (Höhlenmalerei) gemalt wurden, um mit dem Jagdwild in Kontakt zu treten. Demnach malten die Tierkundigen diese Bilder, um sich mit der Tierwelt zu verbinden, also mit ihr eins zu werden. So sollte das Wesen und die Verhaltensweise des Tieres erkundet werden.

Dies suggeriert, dass steinzeitliche Schamanen existiert haben müssen, welche sich in Trance versetzen konnten und dadurch in einer Zwischenwelt die tierische Verbindung aufbauten. Wohlmöglich trugen die Schamanen dafür Tierköpfe, Hörner oder Ähnliches – welche die Verbindung ermöglichten. Dass in vielen Mythologien die ersten Götter (Urgötter) als Mischwesen dargestellt werden, untermauert diese Theorie.

Allerdings ist steinzeitlicher Schamanismus nicht archäologisch belegbar. Auch die Hypothese von steinzeitlichen Jagdzauber ist umstritten. Und dass die Höhlenmalerei als metaphysisches Tor zur Tierwelt diente, ist ebenso umstritten. Dennoch waren die ersten Götter aller Mythologien reine Naturgötter – wohlmöglich deshalb, weil der Mensch als Naturmensch (Jäger und Sammler) entstand und sich erst zum Kulturmensch (Ackerbau und Viehzucht) entwickeln musste.

Landwirtschaft

Im Zuge der Neolithischen Revolution ging die Menschheit zu Ackerbau und Viehzucht über. Demnach wurden die Naturgötter durch Fruchtbarkeitsgötter ersetzt.

Fortan war die Menschheit sesshaft und somit abhängig vom Regen, vom fruchtbaren Boden und von günstigen Umweltbedingungen. Deshalb wurden mächtige Wesen mit übermenschlichen Fähigkeiten erdacht, welche den Bauern dabei helfen sollten, eine sichere Ernte zu ermöglichen.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt wurden die Gottheiten menschlich gedacht. Somit wurden den Göttern eigene Bedürfnisse und Gefühle zugeschrieben. Und um die Bedürfnisse der Götter zu stillen, entrichteten die Bauern diverse Opfergaben an ihre Gottheiten.

In vielen Mythologien erscheinen nun Erntegötter, Vegetationsgötter und Himmelsgötter – welche mit Fruchtbarkeit assoziiert werden. Auch Donnergötter – welche mit Regen und Blitz assoziiert wurden, gehören in die Gruppe der Fruchtbarkeitsgötter. Um die Himmelsgötter drehen sich die Schöpfungsmythen der klassischen Mythologie. So gab es einen Himmelsvater (Uranus, Caelus) und eine Erdmutter (Gaia, Tellus), welche die ersten Götter zeugten.

Metallverarbeitung

Mit der Kupferzeit begann das metallische Zeitalter. Die Menschen stellten aus Kupfer bessere Werkzeuge her, welche wiederum für den Ackerbau nützlich waren. Demnach wurden mächtige Wesen, wie die Schmiedegötter erdacht, welche dieses Handwerk schützen sollten.

Das Schmiedehandwerk galt kulturschaffend. Denn Werkzeuge ermöglichten der Menschheit seine eigentliche Naturwelt zu verlassen und zum Kulturmenschen zu werden. Deshalb wurden Schmiedegötter, wie Hephaistos oder Vulcanus, als Kulturbringer gedacht. Die Schmieden dieser Götter wurden in den Bergen oder Vulkanen vermutet, weshalb diese auch als Vulkangötter gedacht wurden.

Krieg

Zur Bronzezeit stieg der Handel mit Metallen und mit metallischen Werkzeugen oder Waffen. Gleichzeitig nahm auch die Konkurrenz zwischen den Kulturen zu. Konfliktursachen waren oftmals Ressourcen und der Zugang zu Erzmienen. Dadurch nahm die Tendenz zu kollektiver Gewalt zu.

Neu war, dass es nun staatliche Gebilde gab, welche die Gewalt gegen andere Staaten organisierten. In diesem Zusammenhang erfand die Menschheit eine neue Götterkategorie, welche sich ausschließlich mit dem Thema der staatlichen Gewalt befasste. Dies waren die Kriegsgötter.

In der Bronzezeit war der Krieg sinnstiftend, bot Aufstiegschancen und die Möglichkeit, sich bewähren zu können. Da für Kriege metallische Waffen und Rüstungen benötigt wurden, stieg der Status der Schmiedegötter weiter an. Gleichzeitig opferten die Krieger ihren Kriegsgötter, um für einen erfolgreichen Schlachtverlauf zu sorgen.

Neben den Götter wurden auch Helden verehrt. Das Geschlecht der Helden war in vielen Mythologien gottähnlich gedacht, stammte wohlmöglich direkt von den Göttern ab und hatte übermenschliche Fähigkeiten. Regional wählten einige Dörfer einen Helden als Schutzpatron der Gemeinschaft, wodurch die Gottesverehrung ins Hintertreffen geriet.

Die Heldenzeit findet in vielen Mythologien zeitlich parallel zur Götterzeit statt. Einige Helden wandten sich gegen die Götter, andere galten als göttliche Gehilfen.

Welche Bedeutung haben Tiere in der Mythologie?

Die Menschen in der Altsteinzeit waren zuerst Sammler, wurden später zu Jägern. Die ursprünglichste Jagdmethode war wohlmöglich die Ausdauerjagd, welche seit Homo erectus besteht.

Für eine solche Jagdweise war es wichtig, die Tierwelt zu kennen und zu verstehen. Demnach gab es wohlmöglich Tierkundige, welche eine gottähnliche Stellung innehatten. Solche tierkundigen Schamanen wurden als Mischwesen gedacht. Darstellungen von steinzeitlichen Mischwesen finden sich bspw. im Löwenmenschen von Hohenstein-Stadel.

Die Darstellungen eines Mischwesens aus Löwe und Mensch zogen auch in die ägyptische Götterwelt (Sphinx) oder in die klassische Mythologie ein. Diese Schutzsymbolik wurde im Judentum und Christentum übernommen, weshalb das Löwensymbol zum Königs- oder Kaisersymbol wurde. Gleichzeitig wurde der Löwenatem ein Symbol der Wiedergeburt, wodurch Jesus Christus als König der Juden den Löwenstatus erhielt.

Der Löwe als Symbol einer Schutzmacht des Tierreichs wurde in anderen Mythologien abgewandelt. So kennen auch die Griechen und Römer einige Schutzgötter über die Tierwelt. Einer dieser Schutzgötter war Pan, ein flötenspielenden Hirtengott – welcher als Schutzherr über das Tierreich verstanden wurde. Laut griechischer Vorstellung trug Pan die für ihn typische Panflöte, um damit Wilderer zu erschrecken.

Der Wolf gilt in der römischen Mythologie als ein lebenspendendes und schützendes Tier, da Romulus und Remus von einer Wölfin aufgenommen und gesäugt wurden. Dass der Wolf als Begleiter der Götter auftritt, zeigen auch die Wolfsdarstellungen der nordischen Mythologie, in welcher Odin immer von den beiden Wölfen Geri und Freki begleitet wird. Gleichzeitig wird der riesige Fenriswolf als Weltenverschlinger und Gottesfeind dargestellt.

In der Bibel wurde das Bild des gierigen Wolfes übernommen und das Sprichwort: „Der Wolf im Schafspelz“ findet dort seine Wurzel.

Welche Helden gibt es in der Mythologie?

Die Mythologie ist eine Zusammenfassung der Sagen- und Legendenwelt einer bestimmten Region bzw. eines bestimmten Kulturraumes. Demnach finden sich alle Sagengestalten des Kulturraumes auch in der Mythologie wieder. Neben den oben beschriebenen Mischwesen aus Mensch und Tier, den Göttern sind es vor allem die Heldensagas – welche vordergründlich in Erscheinung treten.

In der nordisch-germanischen Mythologie sind Siegfried (Nibelungensage), Ragnar Lodbrok oder Beowulf recht bekannte Sagengestalten. Aus der keltischen Mythologie ist die Artus-Saga recht präsent und die klassische Mythologie wird durch die Aufgaben des Herakles oder die Irrfahrten des Odysseus dominiert. Die Protagonisten treffen auf ihren Reisen auf Riesen, Feen, Zwerge oder auf sprechende Tiere – wie Drachen und Seeungeheuer.

In der klassischen Mythologie werden die Heldenepen in Zyklen unterteilt. Der chronologisch erste Heldenzyklus dreht sich um Perseus, den größten Monsterschlächter vor Herakles. Dieser tötete die Medusa, rettete die Andromeda und gründete Mykene.

Der zweite große Heldenzyklus der Griechen dreht sich um Bellerophon. Genauso wie Perseus gehörte er zur ersten Heldengeneration der Griechen.

Weitere Zyklen sind die Herakles-Legende, die Argonauten-Expedition, der Kretische Zyklus, die Kalydonische Eberjagd und der Thebanische Zyklus um Ödipus. Die Heldenzeit endet mit dem Trojanischen Krieg und dessen Folgen. Davon berichten Homers Ilias und Odyssee.

Welche Mythologie ist die älteste?

Die älteste Mythologie ist die steinzeitliche, welche spätestens in der Jungsteinzeit beim Tempelbau von Göbekli Tepe einsetzte. Diese ist allerdings nicht überliefert und wird deshalb nicht als Mythologie ausgelegt.

Zu den ältesten Mythologien, welche überliefert sind, zählen die ägyptische und mesopotamische. Denn beide Gebiete gelten als Wiege der Zivilisation. Und da Zivilisation ein hierarchisch aufgebautes Ständesystem voraussetzt, welches sich in der Mythologie und Götterwelt wiederfindet, entstanden im Zuge der Zivilisation auch die hierarchischen Götterbilder.

Bei den Sumerern in Mesopotamien der Obed-Zeit lässt sich ein Ständesystem anhand von unterschiedlichen Baustrukturen nachweisen. Die Sumerer gelten neben den Ägyptern als erste Hochkultur und die überlieferte Mythologie der beiden Hochkulturen findet dort ihre Ursprünge.

Weiterhin ist die sumerische Mythologie die erste schriftlich fixierte Mythologie in Mesopotamien und prägte die nachfolgenden Kulturen und Reiche (Akkader, Assyrer, Babylonier).

Die ägyptische Mythologie ist eng verknüpft mit den Himmelskörpern. Sowohl die astronomischen als auch die mythologischen Vorstellungen wurden im altägyptischen Nutbuch festgehalten. Insbesondere der Sonnenaufgang als mythologisches Symbol der Wiedergeburt ist ein vorherrschendes Thema.

Was ist der Unterschied zwischen Mythologie und Mythen?

Mythologie ist die Zusammenfassung aller Sagen und Legenden in einem Kulturraum. Eine einzelne Erzählung wird als Mythos bezeichnet. Fasst man mehrere dieser Erzählungen zusammen, entstehen Mythen. Erst durch die Verstrickung der Mythen untereinander, ergibt sich eine regionale Mythologie. Ohne diese erzählerischen Verstrickungen bleiben es lediglich alleinstehende Mythen.

Was ist der Unterschied zwischen Mythologie und polytheistischer Religion?

Die Religion verknüpft Mythen mit dem Götterwirken. Demnach haben die Götter in Religionen immer ein Motiv für ihr Handeln. Und die Folgen ihres Handelns haben Auswirkung auf die Menschheit. Somit sind sämtliche Mythologien in ihrer Auslegung auch immer Religionen, welche auf eine Vielgötterei (Polytheismus) beruhen.

Allerdings gibt es einen wichtigen Unterschied zwischen polytheistischen Religionen und Mythologien. Und dies ist die Schriftlichkeit. Denn eine Religion ist schriftlich fixiert und Mythologie wurde erst im Nachgang schriftlich niedergeschrieben.

Streng genommen ist demnach die ägyptische Mythologie in ihrer Entstehung als Mythologie zu werten. Aber mit der Entstehung der Hieroglyphenschrift wurde die ägyptische Mythologie zur ägyptischen Religion mit vielen Göttern. Ebenso ist die sumerische Mythologie mit dem Aufkommen der Keilschrift als Religion zu werten.

Da die griechische Mythologie erst mit Homers Epen und Hesiods Theogonie niedergeschrieben wurde, aber in ihrer Entstehung rund fünfhundert Jahre früher zurückreicht, bleibt es bei der Mythologie. Die römische Mythologie wurde auch erst mit Einführung der Schrift kondensiert und somit für die Ewigkeit fixiert, weshalb auch hier der Religionsbegriff unzutreffend wäre.

Die jüdische Mythologie beginnt in ihrer Entstehung bei Abraham und seinen Nachkommen. Von Gott erhielt Abraham die Verheißung auf das Gelobte Land, weshalb er nach Kanaan zog. Seine Nachkommen bilden dann die zwölf Stämme Israels, welche während einer Dürre nach Ägypten auswandern mussten. Dort geraten sie in die Sklaverei und werden schließlich von Moses wieder zurück ins Gelobte Land geführt.

Während des Exodus erhielt Moses auf dem Berg Sinai die Tora mit den Zehn Geboten von Gott. Hier beginnt die Schriftlichkeit und der Übergang von der jüdischen Mythologie zur abrahamitischen Religion – aus welcher das Christentum, das Judentum und der Islam entstehen werden (monotheistisch).

Was ist der Unterschied zwischen Mythologie und Mystik?

Mystik beschreibt überirdische Erfahrungen – welche entweder auf einen Gott oder auf ein anderes übersinnliches Wesen zurückzuführen sind. Weiterhin ist Mystik auch das Streben nach dieser Erfahrung.

Die Mystik erklärt demnach nicht die Welt auf Grundlage von Religion oder Mythologie. Denn die Grundlage für Mystik wurde bereits durch Mythologie oder Religion erschaffen. Stattdessen wird lediglich die religiöse oder mythologische Erfahrung mittels Mythologie bzw. Religion erläutert.

Welche Mythologien sind reine Geschichtsdarstellung?

Eine Ausnahme in den Mythologien bilden die nordische und die keltische Mythologie, welche erst im Mittelalter niedergeschrieben wurden. Zu dieser Zeit war die keltische und die nordisch-germanische Kultur bereits christianisiert. Das Aufschreiben war demnach ein Festhalten an der Vergangenheit und ein Akt von Geschichtsdarstellung. Somit fand bei beiden Mythologien niemals der Übergang zur Religion statt.

Was ist der Unterschied zwischen Mythologie und Geschichte?

Mythologie und Geschichte sollen beide eine Rekonstruktion der Vergangenheit herstellen. Aber anders als die Mythologie beruft sich die Geschichtswissenschaft dabei auf Quellen.

Solche Geschichtsquellen sind bspw. Schriftstücke, Urkunden – aber auch archäologische Funde. Diese Quellen werden analysiert und interpretiert. Dabei muss die Quellenanalyse gewisse Standards erfüllen, wodurch sich ein historisch gesicherter Forschungsstand ergibt.

Da sich die Mythologie, wie bereits oben geschildert, lediglich auf mündliche Überlieferungen (Sagen, Legenden) beruft, gelten mythologische Sachverhalte als nicht historisch gesichert. Werden die mythologischen Überlieferungen archäologisch nachgewiesen, entsteht aus einem einzelnen Mythos ein Ausschnitt der Vergangenheit, welcher teilweise rekonstruiert wurde. Die restliche Mythenwelt bleibt dennoch mythisch und wird nicht historisch.

Als bspw. Heinrich Schliemann die Stadt Troja und die Stadt Mykene entdeckte, wurde beide mythologischen Stätten zu historischen Orten. Spätere Untersuchungen in Troja ergaben, dass auch der Trojanische Krieg stattgefunden hatte, weshalb dieser mythisch geglaubte Konflikt zu einem historischen wurde. Aber viele Protagonisten des Krieges, wie Odysseus oder Achilles, blieben mythologisch – da deren Existenz nicht durch schriftliche Quellen gesichert ist.

Die Bibel und andere heilige Schriften, welche aus der Mythologie eine Religion machten, können in der Geschichtswissenschaft als Quelle herangezogen werden, um eine Rekonstruktion der Vergangenheit herzustellen.

Was versteht man unter Pseudo-Mythologie?

Pseudo-Mythologie umfasst sämtliche Götter, Helden oder andere mythologische Wesen, welche in den traditionellen Mythologien nicht hinreichend belegbar sind. Möglicherweise wurden diese Wesen von Forschern in einen mythologischen Zusammenhang gesetzt, indem eine knappe Quelle großzügig interpretiert worden ist.

In der baltischen Mythologie finden sich viele Hinweise auf pseudo-mythologische Wesen. Dieser Umstand wird darauf zurückgeführt, dass ältere Autoren eine möglichst große Mythenwelt entwarfen, um eine Ursprungserzählung der baltischen Kulturen aufzubauen, welche dabei helfen sollte, eine nationale Identität zu etablieren.

Liste der Mythologien

ägyptische Götter und ägyptische Mythologie
akkadische Götter und akkadische Mythologie
armenische Götter und armenische Mythologie
arabische Götter der vorislamischen Zeit und arabische Mythologie
assyrische Götter und assyrische Mythologie
australischen Aborigines-Götter und Aborigines-Mythologie
aztekische Götter und aztekische Mythologie
babylonische Götter und babylonische Mythologie
baltische Götter und baltische Mythologie
baskische Götter und baskische Mythologie
chinesische Götter und chinesische Mythologie
dravidische Götter und dravidische Mythologie
etruskische Götter und etruskische Mythologie
finnische Götter und finnische Mythologie
germanische Götter und germanische Mythologie
georgische Götter und georgische Mythologie
griechische Götter und griechische Mythologie
hawaiianische Götter und hawaiianische Mythologie
hethitische Götter und hethitische Mythologie
hinduistische Götter und Hinduismus
Inka-Götter und Inka-Mythologie
Inuit-Götter und Inuit-Mythologie
japanische Götter und japanische-Mythologie
kanaanitische Götter und kanaanitische Mythologie
karthagische Götter und karthagische Mythologie
keltische Götter und keltische Mythologie
koreanische Götter und koreanische Mythologie
litauische Götter und litauische Mythologie
lusitanische Götter und lusitanische Mythologie
Maori-Götter und Maori-Mythologie
Maya-Götter und Maya-Mythologie
mesopotamische Götter und mesopotamische Mythologie
nabatäische Götter und nabatäische Mythologie
numidische Götter und numidische Mythologie
persische Götter und persische Mythologie
phönizische Götter und phönizische Mythologie
römische Götter und römische Mythologie
skythische Götter und skythische Mythologie
slawische Götter und slawische Mythologie
sumerische Götter und sumerische Mythologie
ugaritische Götter und ugaritische Mythologie
vedische Götter und vedische Mythologie
Voodoo-Götter und Voodoo-Mythologie
Yoruba-Götter und Yorubismus
zoroastrische Götter und Zarathustrismus
Zulu-Götter und Zulu-Mythologie

Stichwortverzeichnis

griechisch

Griechische Mythologie
Griechische Mythologie ist die Gesamtheit aller Legenden, Mythen und Sagen der alten Griechen.
Der Sagenstoff stammt aus der Vorantike (Bronzezeit, Eisenzeit). In der griechischen Geschichte betrifft dies die minoische Zeit auf Kreta und die mykenische Zeit auf der Peloponnes.
Aufgeschrieben wurden die Mythen und Sagen erstmals in der Antike (archaische Zeit). Im 8. Jahrhundert v. Chr. waren es Dichter, wie Homer und Hesiod - welche den Sagenstoff in Schriftform kondensierten. (Ilias, Odyssee, Theogonie)
Urgötter der griechischen Schöpfungsmythen
Chaos, Gaia, Eros, Erebus, Nyx, Tartarus, Hemera, Aither, Uranos, Ourea, Pontus, Erinnyen, Meliaden, Giganten
Titanen (frühes Göttergeschlecht)
Asteria, Astraios, Atlas, Epimetheus, Hyperion, Iapetos, Koios, Kreios, Kronos, Leto, Metis, Menoitios, Mnemosyne, Okeanos, Pallas, Perses, Phoibe, Prometheus, Rhea, Themis, Tethys, Theia,
Olympier (Hauptgötter)
Aphrodite (Liebesgöttin, Schönheitsgöttin),
Apollon (Lichtgott, Gott des Frühlings und der Künste),
Ares (Kriegsgott),
Artemis (Jagdgöttin),
Athene (Wissensgöttin, Schutzgöttin),
Demeter (Fruchtbarkeitsgöttin),
Hephaistos (Feuergott, Schmiedegott),
Hera (Schutzgöttin der Ehefrauen und der Familie),
Hermes (Götterbote, Schutzgott der Reisenden und Händler),
Hestia (Schutzgöttin des Herdfeuers),
Poseidon (Herrscher über die Meere),
Zeus (Herrscher auf dem Olymp)
Nebengötter
Acheloos, Aletheia, Anemoi, Asklepios, Apate, Charon, Dryaden, Efris, Hekate, Hesperiden, Himeros, Horen, Hyaden, Hymenaios, Hypnos, Iris, Moiren, Morpheus, Musen, Najaden, Napaien, Nereiden, Nymphen, Oreaden, Oneiroi, Pan, Plejaden, Plutos, Pothos, Thanatos, Tyche, Zelos
Griechische Helden der ersten Generationen
Kadmos, Perseus, Aiakos, Bellerophon, Oinomaos, Elektryon

Helden des Argonautenzugs: Aithalides, Atalanta, Autolykos, Kalais, Kastor, Echion, Euphemos, Euryalus, Herakles, Hylas, Idas, Idmon, Jason, Laertes, Lynkeus, Meleagros, Nestor, Oileus, Orpheus, Peleus, Periklymenos, Poias, Polydeukes, Polyphemos, Telamon, Theseus, Tiphys

Helden der Kalydonischen Eberjagd: Atalante, Jason, Kastor, Laertes, Lynkeus, Meleager, Nestor, Peleus, Phoinix, Theseus
Helden und Personen im Thebanischen Zyklus
Atreus, Chrysippos, Hippodamia, Kreon, Laios, Minos, Ödipus, Pelops, Pleisthenes, Rhadamanthys, Thyestes

Helden und Personen in Sieben gegen Theben: Adrastos, Actor, Amphiaraos, Antigone, Hippomedon, Hyperbius, Ismene, Kapaneus, Kreon, Megareus, Mekisteus, Melanippus, Parthenopaios, Periklymenos, Polyneikes, Polyphontes, Tydeus
Griechische Helden und Personen im Trojanischen Zyklus
Achilles, Andromache, Agamemnon, Ajax der Große, Ajax der Kleine, Astyanax, Dardanos, Deiphobos, Diomedes, Elektra, Ganymed, Hekabe, Hektor, Helena, Helenos, Hesione, Hyllos, Idomeneus, Ilos, Iphigenie, Kassandra, Laomedon, Menelaos, Odysseus, Paris, Patroklos, Philoktetes, Priamos, Tros
Tiere, Ungeheuer und Monster
Aithon, Androgynes, Areion, Argos Panoptes, Argos der Hund, Basilisk, Charybdis, Chimaira, Echidna, Erymanthischer Eber, Geryon, Gorgonen, Gryphos, Harpyien, Hekatoncheiren, Herakleische Schlangen, Hydra, Kalydonischer Eber, Kentauren, Kerberos, Kerynitische Hirschkuh, Kithäronischer Löwe, Kretischer Stier, Krommyonische Sau Phaia, Kyklopen, Ladon, Lailaps, Lernäische Schlange, Marathonischer Stier, Medusa, Minotauros, Nemeischer Löwe, Orthos, Pegasos, Phoinix, Rosse des Diomedes, Satyrn, Sirenen, Skylla, Sphinx, Stymphalische Vögel, Talos, Teumessischer Fuchs, Tityos, Triton, Typhon
Mythologische Gegenstände
Aigis, Ambrosia, Argo, Ariadnefaden, Äskulapstab, Büchse der Pandora, Bätylos, Dreizack, Flügelschuhe, Füllhorn, Goldene Äpfel der Hesperiden, Goldenes Vlies, Gorgoneion, Götternektar, Halsband der Harmonia, Helm des Hades, Hermesstab, Klapper der Athene, Nepenthes, Omphalos, Palladion, Thyrsos, Trojanische Pferd

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