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Trojanische Krieg


Der Trojanische Krieg war ein bewaffneter Konflikt zwischen Griechen und Trojanern, welcher wohlmöglich im 13. oder 12. Jahrhundert v. Chr. stattfand. Jener Krieg gilt als zentrales Ereignis der griechischen Mythologie, in welchem sich auch die Götter einmischten.

Beschrieben ist der Krieg unter Anderem in der Ilias von Homer. Dort werden die Griechen als Achäer, Danaer oder Argiver bezeichnet. Ob die Ilias eine Tatsachenerzählung mit historischen Kern oder nur eine Erzählung mit rein mythischen Gehalt ist, wird von der Forschung immer noch diskutiert.

Andere Werke des sogenannten Epischen Zyklus, welche den Untergang Trojas behandeln, sind die Kypria, die Aithiopis, die Kleine Ilias und die Iliu persis.

Der Trojanische Krieg dauerte zehn Jahre und endete mit einem Sieg der Griechen. Eingeleitet wurde der Fall Trojas durch eine List des Odysseus, welcher die Idee zum Trojanischen Pferd lieferte, wodurch die griechischen Soldaten hinter die Stadtmauern Trojas gelangten.

In der Antike verordneten Autoren den Untergang der Stadt Troja in einen Zeitraum zwischen 1334 und 1135 v. Chr.. Laut klassischer Geschichtseinteilung fällt diese Zeitspanne in die Bronzezeit bzw. Eisenzeit. In der griechischen Geschichte entspricht dieser Zeitraum der mykenischen Zeit, der Vorantike oder ägäischen Bronzezeit.

Steckbrief

Trojanischer Krieg
Szene aus dem Trojanischen Krieg: Zweikampf zwischen Achilles und Hektor

Szene aus dem Trojanischen Krieg: Zweikampf zwischen Achilles und Hektor

Bedeutung:Mythologischer Krieg zwischen Griechen und Trojanern
Casus Belli:Raub der Helena von Sparta durch Paris
Ausgang:griechischer Sieg
Dauer:zehn Jahre
Zeit:zwischen 1334 und 1135 v. Chr.
Ära:Bronzezeit, mykenische Zeit, mythologische Heldenzeitalter der Griechen
Oberbefehlshaber:Hektor von Troja vs. Agamemnon von Mykene
Ausschnitt einer Balkan-Karte von heute mit der ungefähren Lage von Troja und Mykene

Ausschnitt einer Balkan-Karte von heute mit der ungefähren Lage von Troja und Mykene

Warum begann der Trojanische Krieg?

Der mythologische Auslöser des Trojanischen Krieges war das Urteil des Paris. Jener Paris war ein Sohn des trojanischen Herrschers Priamos. Dieser soll entscheiden, welche der drei Göttinnen Aphrodite, Athene und Hera die Schönste ist.

Der trojanische Prinz entscheidet sich für Aphrodite – die Göttin der Liebe – weil sie ihm die Liebe der Helena von Sparta verspricht. Und jene Helena gilt als schönste Frau der Welt, ist aber schon mit Menelaos – dem König von Sparta – verheiratet. Paris reist nach Sparta, besucht Menelaos, missbraucht dessen Gastfreundschaft und raubt Helena.

Nachdem alle Versuche, die Entführte zurückzuerhalten, scheitern – rüsten die Griechen auf. An der Spitze einer riesigen Flotte gegen Troja steht Agamemnon – der König von Mykene und Bruder von Menelaos – welcher durch die Eroberung Trojas, die Ehre seines Bruders und der Atriden (Herrschergeschlecht) wieder herstellen will.

Gab es einen historischen Grund für den Trojanischen Krieg?

Homer beschreibt Troja als einen windigen Ort, bepflanzt mit Eichenbäumen. Jene Stadt soll am Hellespont gelegen haben. Und diese Meerenge ist heute als die Dardanellen bekannt und eine wichtige Durchfahrtsstraße zwischen dem Schwarzen Meer und der Ägäis.

Schon zu mykenischer Zeit gab es Handel zwischen Griechenland, Troja und dem Hethiterreich. In Griechenland war Mykene zum bedeutendsten Stadtstaat aufgestiegen, deren Stellung auf Seemacht und marinen Handelswegen beruhte.

Und Troja spielte – aufgrund seiner Lage am Hellespont – für den bronzezeitlichen Seehandel eine herausragende Rolle. Denn mitunter standen die Winde am Hellespont ungünstig, weshalb Schiffe oft tagelang im Hafen von Troja blieben. Der trojanische König erhob dann Steuern auf die Handelsschiffe.

Es wird angenommen, dass Mykene reich wurde durch den Handel. Und Trojas Reichtum basierte auf die Besteuerung des Handels. Vielleicht war die Konkurrenz zwischen Griechen und Trojanern der tieferliegende Grund für den Ausbruch des Trojanischen Krieges.

Einige Forscher nehmen an, dass der Trojanische Krieg kein einzelnes Ereignis war – sondern ein langwieriger Prozess. Demnach wurde Troja ein Jahrzehnt lang immer wieder umkämpft, bevor es die Griechen eroberten. Die Kämpfe um Troja wurden demnach von den Griechen, aber auch von den Hethitern, den Assyrern und von den Seevölkern geführt. Viele Kulturen hatten ein Interesse, das bronzezeitliche Troja zu kontrollieren, um so die Handelsschifffahrt zu kontrollieren.

Warum dauerte der Trojanische Krieg zehn Jahre?

Der Trojanische Krieg dauerte zehn Jahre. Die lange Kriegsdauer wird mythologisch begründet. Denn bei der Überfahrt nach Troja rastete die griechische Kriegsflotte vor der Insel Chryse. Auf der Insel wurde Philoktetes, ein Flottenführer von sieben Schiffen, von einer Schlange gebissen.

Die Bisswunde stank fürchterlich und Philoktetes Schmerzensschreie waren für die Griechen unerträglich. Dem listenreichen Odysseus gelang es, die anderen Griechen davon zu überzeugen, den Philoktetes auf der Insel Lemnos auszusetzen. Deshalb fehlte der Flottenführer zunächst noch beim Krieg gegen Troja. Aber Philoktetes führte den Bogen des Herakles.

Erst im zehnten Kriegsjahr holten die Griechen den Ausgesetzten zurück, nachdem der trojanische Seher Helenos prophezeite, dass Troja nur durch die Pfeile des Herakles erobert werden könne. Bei seiner Ankunft in Troja wurde der dahinsiechende Philoktetes von Machaon geheilt. Mit den Pfeilen des Herakles erschoss er dann den trojanischen Prinzen Paris, was den prophezeiten Fall Trojas einläutete.

Wer kämpfte im Trojanischen Krieg?

Im Trojanischen Krieg kämpften Griechen gegen Trojaner. Bei Homer werden die Griechen als Achäer, Danaer oder Argiver bezeichnet. Angeführt wurden die Griechen von Agamemnon – dem König von Mykene. Sein Bruder war Menelaos, der König von Sparta, dem die schöne Helena geraubt wurde.

Bevor Menelaos die schöne Helena geheiratet hatte, gab es ein Brautwerben um die schönste Frau der Welt. Die Freier der Helena kamen aus ganz Griechenland. Unter ihnen waren Könige und Fürsten. Da Helenas Ziehvater Tyndareus einen Konflikt mit den Freiern befürchtete, empfahl Odysseus einen Treueschwur. Alle Freier mussten dem Auserwählten die Treue schwören, bevor Tyndareus einen geeigneten Gatten für seine Ziehtochter aussuchte. Dieser Treueschwur wurde beim Brautraub aktiviert, weshalb die ganze griechische Staatenwelt in den Trojanischen Krieg einbezogen wurde.

Auf Seiten von Mykene und Sparta kämpften Ätolien, Arkadien, Argissa, Argos, Aspledon, Athen, Böotien, Busprasios, Kalydnai, Kreta, Kyphos, Dulichion, Euboä, Ithaka, Lokris, Magnesia, Methone, Ormenios, Pherai, Phokis, Phthia, Phylake, Pylos, Rhodos, Salamis, Syme, Thessalien, Tiryns und Trikke.

Auf Seiten Trojas kämpften Abydos, Alybe, Askanien, Karien, Kromna, Dardanien, Zeleia am Ida, Larissa, Lykien, Mäonien, Milet, Mysien, Päonien, Paphlagonien, Perkote, Phrygien, Pityeia, Sestos und Thrakien.

Warum galt Troja als uneinnehmbar?

Die Stadt Troja lag auf einem Hügel, also höhergelegenen als das Umland. Dies machte es für Bogenschützen leichter, mögliche Angreifer frühzeitig zu identifizieren und zu beschießen. Weiterhin war die Zitadelle der Stadt von einer riesigen Stadtmauer umgeben. Etwa 400 Meter um diese Stadtmauer wurde ein Graben gezogen.

Falls nun Invasoren die Stadt einnehmen wollten, mussten sie durch den Graben. Dazu mussten die Angreifer mit ihren Streitwagen bis zum Graben fahren, dort aussteigen und dann die 400 Meter durch die Unterstadt durchqueren – bis sie zur Stadtmauer kamen. Während dieses Ansturms wurden sie permanent mit Pfeilen beschossen.

Und falls die Angreifer das Prozedere überlebt hatten, mussten sie immer noch die riesige Steinmauer überwinden. Wenn sie dies mit Belagerungsgeräten oder Leitern machen wollten, hätten sie diese durch den Graben, durch das Beschussfeld bis zur Mauer transportieren müssen. All diese Umstände machten Troja zu einer nahezu unannehmbaren Stadt.

Gab es den Trojanischen Krieg wirklich?

Der Trojanische Krieg ist in den Epen des Homers (Ilias, Odyssee) überliefert. Diese entstanden erst rund fünfhundert Jahre nach dem Krieg und sind deshalb mehr eine Abenteuergeschichte als ein historischer Tatsachenbericht.

Die Ilias von Homer endet auch nicht mit dem Fall Trojas, sondern deutlich früher – als Hektor (Held von Troja) stirbt. Weitere Epen des sogenannten Epischen Zyklus beschreiben dann den Untergang Trojas. Aber auch diese entstanden erst Jahrhunderte nach dem Fall Trojas.

Bereits in der Antike hielt man die Ilias für übertrieben. Der griechische Dichter Thukydides (4. Jhd. v. Chr.) hielt den Krieg zwar für historisch, aber bezweifelte, dass über tausend Schiffe nach Troja geschickt wurden.

Im 1. Jahrhundert n. Chr. argumentierte Dion von Prusa, dass der Krieg zwar stattgefunden habe – aber die Trojaner gesiegt hätten und die Griechen die Erzählung zu ihren Gunsten verfälscht hatten.

Um 1870 war man sich in Westeuropa völlig einig darüber, dass es den Trojanischen Krieg niemals gab und dass selbst die Stadt Troja frei erfunden war. Doch dann kam Heinrich Schliemann.

Nachweis von Troja

Im 19. Jahrhundert war Heinrich Schliemann besessen von Homers Ilias. Er las die Erzählung wie eine Schatzkarte, wollte das legendäre Gold von Troja finden und glaubte jedes Wort der Ilias.

Seine Nachforschungen brachten ihn nach Kleinasien. Dort erzählte ihm Frank Calvert, dass die sagenumworbene Stadt sich unter einem Hügel befinden könne. Jener Hügel ist heute als Hisarlık Tepe (‚Palasthügel‘) bekannt und befindet sich in der türkischen Provinz Canakkale.

Besessen von der Vorstellung das Gold von Troja zu finden, begann Schliemann zu graben. Und tatsächlich legte er eine kleine Stadt frei, welche als das bronzezeitliche Troja identifiziert wurde.

Am 31. Mai 1873 gab Schliemann bekannt, Troja gefunden zu haben. Aber die kleine Stadt hätte sich niemals zehn Jahre lang verteidigen können. Somit hatte Schliemann zwar den Beweis für die Existenz von Troja erbracht, aber der Beweis für die Historizität des Trojanischen Krieges fehlte weiterhin.

Außerdem gab es nicht ein Troja, sondern insgesamt neun Siedlungsreste zu verschiedenen Zeitpunkten. Das Gold, welches Schliemann fand, war etwa dreitausend Jahre alt und somit etwa tausendfünfhundert Jahre älter als das homerische Troja.

Heute weiß man, dass die Siedlungsreste des homerischen Trojas sich auf einem mittleren Niveau befanden. Man spricht von Troja sechs und sieben.

Nachweis der kriegerischen Auseinandersetzungen

Zwischen 1932 und 1938 führte Carl Blegen dann weitere Ausgrabungen in Hisarlık Tepe (Troja) durch. Seine Ausgrabungen ergaben, dass es kriegerische Auseinandersetzungen um Troja gegeben haben muss.

Die Reste von Troja sechs und sieben zeichnen ein höchst eigenartiges Siedlungsbild. Es existierten große Vorratskrüge und die freigelegten Häuser waren beengt. Wohlmöglich musste eine große Masse Menschen in der Stadt untergebracht werden, was für eine jahrelange Belagerung spricht.

Aber auch bei Blegen fehlte der Beweis, dass Troja groß genug gewesen sein könnte, um sich zehn Jahre lang gegen eine Belagerung zu wehren.

Nachweis der erforderlichen Größe

Ab 1988 führte die Universität Tübingen, unter Führung von Manfred Korfmann, weitere Ausgrabungen durch. Dieses Archäologenteam entdeckte den Graben, welcher etwa 400 Meter um die Stadtmauern Trojas gezogen wurden.

Mit der nun freigelegten Unterstadt hatte Troja die entsprechende Größe und der Graben war das letzte Puzzlestück, welcher einen möglichen Trojanischen Krieg plausibel machte.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Schliemann die Existenz von Troja nachgewiesen hat. Blegen hat nachgewiesen, dass Troja sechs und sieben durch einen Krieg fiel und das Tübinger Team hat nachgewiesen, dass Troja so groß war, dass es als uneinnehmbar galt.

Weiterhin finden sich Spuren von kriegerischen Angriffen rundum das eigentliche Troja, welche bis ins 15. Jahrhundert v. Chr. reichen. Man nimmt deshalb an, dass Mykener und Hethiter dieses Gebiet immer wieder umkämpften. Dies spricht dann für die These, dass der Trojanische Krieg kein Großereignis, sondern ein langwieriger Prozess war.

Wie endete der Trojanische Krieg?

Nach dem Tod von Paris hätte Priamos die schöne Helena ohne Gesichtsverlust freigeben können. Doch laut Homer verhinderte sein Stolz den Frieden. Deshalb griffen die Griechen zu einer List und planten die größte militärische Täuschungsaktion der Geschichte: das Trojanische Pferd.

Trojanische Pferd

Jenes Pferd war ein Holzgerät, welches die Griechen vor den Toren Trojas stehenließen. Laut der Legende sollen sich im Inneren des Holzpferdes einige Griechen versteckt haben, bevor die restlichen Griechen mit ihrer Flotte abzogen.

Die Trojaner sahen das Pferd und begriffen es als Geschenk für ihren Sieg. Ob die Trojaner glaubten, dass das Geschenk von den Göttern kam, ist ungewiss. Dennoch brachten sie das Holzpferd hinter die Stadtmauer und feierten ihren Sieg. In der Nacht als die betrunkenen Trojaner schliefen, stiegen die Griechen aus dem Inneren des Holzpferdes heraus und öffneten die Stadttore.

Die griechische Flotte versteckte sich unterdessen hinter der Insel Tenedos und fuhr nachts in die Bucht von Troja. Durch die geöffneten Stadttore konnten die griechischen Soldaten ungehindert in Troja eindringen, die Wachen und den König töten und letztlich Troja niederbrennen.

Erdbeben

In dem Gebiet um Troja sind mehrfach Erdbeben nachgewiesen wurden. So ist Troja neun durch ein Erdbeben im 5. Jahrhundert zerstört wurden. Zur damaligen Zeit war Troja eine Römerstadt, häufig durch römische Kaiser besucht – da die Römer ihren Ursprung auf den trojanischen Prinzen Aeneas zurückführten, welcher beim Untergang der Stadt ins Latium floh, um dort die römische Mutterstadt Alba Longa zu gründen.

Ob Troja VI, also das homerische Troja, ebenfalls durch ein Erdbeben zerstört wurde – wird diskutiert. Möglich wäre, dass die Stadtmauern durch das Beben zerstört wurden, weshalb die Griechen die Stadt einnehmen konnten. Anhaltspunkte dafür finden sich in den griechischen Mythen. Denn laut trojanischen Sagenkreis war Poseidon der Erbauer der Stadtmauern. Und Poseidon war nicht nur der Gott des Meeres, sondern auch der Gott des Erdbebens. Mittels seines Dreizacks konnte er solche Beben erzeugen und so Überschwemmungen verursachen. Sein Begleittier war das Pferd.

Folgt man dieser Ausführung war das Trojanische Pferd vielleicht nur eine Metapher. Demnach könnte das symbolische Pferd für Poseidon stehen. Und der Untergang des bronzezeitlichen Trojas wäre durch Poseidon (also einem Erdbeben) geschehen.

Welche Rolle spielten die Götter im Trojanischen Krieg?

Der Trojanische Krieg gilt als Ende des griechischen Heldenzeitalters. Laut Mythologie der Griechen plante Zeus den Untergang der Menschen und insbesondere die Auslöschung der griechischen Helden. Denn Zeus war seiner Gattin Hera stets untreu gewesen und hatte jede Menge Kinder mit Sterblichen gezeugt.

Nun war die Erde überbevölkert und insbesondere die Halbgötter störten Zeus. Laut dem verlorenen Kypria von Stasinus von Zypern planten Themis und Zeus gemeinsam den Beginn des Trojanischen Krieges.

Doch im Krieg haben sämtliche Götter eine bevorzugte Seite gewählt und unterstützen diese. So wurde Athene, welche eigentlich die Göttin der Weisheit war, zur Schutzpatronin der Griechen und der Polis (Athene Polias). Hera wollte die trojanische Seite komplett auslöschen und Afrodite wurde eine Unterstützerin von Paris und den Trojanern.

Wie die mythologische Bedeutung des Trojanischen Krieges in die tatsächlichen Ereignisse der Weltgeschichte passt, steht im nächsten Abschnitt.

Wie passt der Trojanische Krieg in die Weltgeschichte?

Der Untergang Trojas ist in der griechischen Mythenwelt gleichzusetzen mit dem Ende des griechischen Heldenzeitalters. Denn sämtliche große Helden, wie Achilleus oder Ajax der Große, starben im Krieg.

In der Weltgeschichte passt der Fall Trojas und das Ende der Heldenära, also die Zeit zwischen 1334 und 1135 v. Chr., zum Zusammenbruch der Bronzezeit. In dieser Zeitspanne ging die Palastkultur in Griechenland (Mykene) unter. Das hethitische Großreich in Anatolien brach um 1190 v. Chr. zusammen. Auch das Assyrerreich stieg ab 1200 v. Chr. deutlich ab und das Alte Ägypten wurde nach dem Tod Ramses II. (1213 v. Chr.) ebenfalls deutlich schwächer.

Alle Großreiche der Bronzezeit gerieten unter Druck oder zerfielen gänzlich.

Gründe für diesen Zusammenbruch sehen Forscher in einer klimabedingten Nahrungsmittelknappheit. Dies führte zu Hungersnöten und Migrationsbewegungen. Der Fernhandel und die Transportketten wurden gestört, was die Migration beschleunigte. Die sogenannten Seevölker bedrohten die Küsten des Schwarzmeer- und des Mittelmeerraums, was die Krisendynamik noch weiter beschleunigte.

Als mögliche Ursache für die Klimaveränderung wird ein Vulkanausbruch des Hekla diskutiert. Dieser ereignete sich um 1159 v. Chr.. Auch Erdbeben entlang der Plattengrenzen oder veränderte Sonnenaktivitäten werden als Ursache für die Klimaveränderung diskutiert.

Welche Ereignisse aus dem Trojanischen Krieg sind überliefert?

Sämtliche geschilderten Ereignisse des Trojanischen Krieges sind den Werken aus dem Epischen Zyklus entnommen. Diese entsprechen keinem Tatsachenbericht, sondern gehören in den Sagenkreis und in die Mythologie. Die heutige Forschung sucht Hinweise darüber, ob diese mythologischen Überbleibsel in irgendeiner Weise in eine belegbare Rekonstruktion der Vergangenheit passen können.

Rekrutierung

Der Raub der Helena brachte Schande über Menelaos und dem Geschlecht der Atriden. Um seine Würde und die seiner Sippe wiederherzustellen, rekrutiert der König von Sparta ein riesiges Heer.

Sein Bruder ist Agamemnon, der König von Mykene. Er sieht in diesem Vorfall eine Chance, das reiche Troja mit seinen Goldschätzen und seiner günstigen Lage zu erobern. Die Freier der Helena werden an ihren Treueschwur erinnert und angeblich soll eine Kriegsflotte mit mehr als tausend Schiffen von Griechenland nach Troja gefahren sein.

Die Archäer belagerten Troja über neun Jahre, bevor der Erzählstoff der Ilias einsetzt. Der Seher Kalchas sagte voraus, dass die Griechen ohne die Teilnahme von Achill den Krieg nicht gewinnen können. Deshalb suchen sie ihn und finden diesen am Hof von Lykomedes auf der Insel Skyros.

Dort hatte ihn seine Mutter Thetis untergebracht und als Mädchen verkleidet, um der Rekrutierung zu entkommen. Odysseus und Diomedes entlarven Achill und bringen ihn dazu, für die Griechen am Trojanischen Krieg teilzunehmen.

Überfahrt

Die Strecke zwischen Mykene und Troja beträgt etwa 450 km. Bei etwa acht Seemeilen pro Stunde hätte die Flotte etwa drei Tage für die Überfahrt gebraucht. Doch eine Windstille verhinderte die Weiterfahrt bei Aulis in Böotien.

Angeblich soll die ungünstige Wetterlage von der Jagdgöttin Artemis erschaffen worden sein, um Agamemnon zu bestrafen. Dieser hatte eine Hirschkuh der Göttin erlegt. Laut dem Seher Kalchas müsse Agamemnon seine Tochter Iphigenie der Artemis opfern, um Sühne für seine Tat zu begehen.

Um Iphigenie opfern zu können, lockt Agamemnon sie nach Aulis. Angeblich solle Iphigenie in Aulis den Achill heiraten. Bei Homer bietet Agamemnon seine drei Töchter dem Achill an, um ihn in den Kampf zu holen.

In den meisten Berichten opferte Agamemnon seine Tochter tatsächlich. Andere Berichte beschreiben, wie Iphigenie von Artemis nach Tauris auf die Halbinsel Krim gelangte. Dort wurde sie zu Hekate, die Göttin der Hexerei und Totenbeschwörung. Doch in allen Fällen zeigt das Opfer seine Wirkung und die Götter bescheren günstige Winde, so dass die tausend Schiffe in See stechen können.

Schlangenbiss

Unterwegs möchte Agamemnon auf der Insel Chryse dem Gott Apollon opfern. Dort wird Philoktetes von einer Schlange gebissen. Die Griechen lassen den Schwerkranken dann auf der Insel Lemnos zurück.

Diese Entscheidung hat schwerwiegende Folgen. Denn Philoktetes besitzt den Bogen des Herakles. Und laut einer Prophezeiung können die Griechen den Krieg nur durch die Pfeile des Herakles gewinnen. Dies erfahren sie aber erst im zehnten Kriegsjahr.

Also wird Philoktetes im letzten Kriegsjahr zurückgeholt und von Asklepios oder dessen Sohn Machaon geheilt. Mit seinen Pfeilen erschießt er Paris – den trojanischen Prinzen, welcher den Groll zwischen Griechen und Trojanern verursacht hatte.

Seuchen

Im Buch 1 der Ilias beschreibt Homer, wie Apollon seine Giftpfeile auf das Lager der Griechen schießt. Das Lager der Griechen befindet sich in einer Bucht vor Troja und dort sterben die Archäer zu Dutzenden an der Pest.

Mit seinen Giftpfeilen will der Gott die Griechen strafen, welche auf der Insel Chryse eine Tochter des Appollo-Priesters Chryses entführt hatte. Das Mädchen hieß Chryseis und Achill verschenkte sie an Agamemnon.

Der Vater des Mädchen fordert ihre Rückgabe, doch Agamemnon verweigert diesen Wunsch. Daraufhin flehte der Priester den Gott Apollon um Rache an, woraufhin dieser seine Pfeile mit Pest, Tod und Verderben ins griechische Lager schießt.

Um den Gott gnädig zu stimmen, gab Agamemnon das Mädchen zurück. Allerdings musste er sein Gesicht vor seinen Soldaten wahren, weshalb er von Achill die Herausgabe von Briseis fordert.

Kriegsdienstverweigerung

Briseis war die Lustsklavin des Achill. Laut der Ilias hatte Achill das Mädchen bei der Eroberung von Lyrnessos verschleppt. Nachdem Agamemnon seine Sklavin Chryseis herausgeben musste, um die Pestpfeile des Apollon abzuwenden, forderte er von Achill die Herausgabe der Sklavin.

Widerwillig muss Achill diese Schmach hinnehmen. Um sein Gesicht zu wahren, will er den Truppenführer niedermetzeln, wird aber von Athene gebremst. Die Göttin erscheint nur ihm und verspricht ihm große Reichtümer und Ruhm, wenn er auf seine Rache verzichtet.

Daraufhin tötet Achill tötet seinen Heerführer nicht, beschließt aber nicht mehr an den Kampfhandlungen teilzunehmen. Der Groll über diese Schmach, welche Achill zugefügt wurde, wird zum Leitthema der Ilias. Erst im Buch 18 der Ilias verschiebt sich der Groll des Achills von Agamemnon auf Hektor. Denn dann erfährt er von Antilochos, dass Hektor seinen Freund Patroklos getötet hat.

Daraufhin versöhnt sich Achill mit Agamemnon, nimmt wieder am Krieg teil und will Rache für den Tod seines Freundes nehmen.

Verwechslung

Der trojanische Prinz und Heerführer Hektor tötete Patroklos, den Freund Achills, im Buch 17 der Ilias. Allerdings hatte Hektor den Freund von Achill nur getötet, weil er ihn verwechselt hatte. Denn Patroklos trug die Rüstung des Achills im Kampf.

Im Buch 16 der Ilias bittet Patroklos darum, dass er die Myrmidonen in den Kampf führen darf. Achill gewährt ihm diesen Wunsch und gibt ihm seine Rüstung, damit er bei den Myrmidonen als Anführer erkennbar ist.

Dieser Umstand wurde für Patroklos zum Verhängnis, da Hektor glaubte, dass Achill in der Rüstung stecke. In Zusammenarbeit mit Apollon und Euphorbos kann Hektor den Patroklos töten. Die Rüstung des Achills nimmt Hektor mit nach Troja.

Von seinem sprechenden Pferd Xanthos, auf dem Patroklos im Kampf geritten war, erfährt Achill vom Komplott des Apollon und Hektors. Er schwört Rache und will Hektor im Zweikampf besiegen.

Zweikampf

Zu einem ersten Zweikampf kommt es im Buch 3 der Ilias. Bei diesem stehen sich der trojanische Prinz Paris und Menelaos, der verlassene Ehegatte der Helena, gegenüber. Paris weicht zurück und wird von seinem Bruder Hektor dafür getadelt.

Aufgrund des Gesprächs mit seinem Bruder will Paris den Krieg vorzeitig beenden, indem er einen Zweikampf mit irgendeinen Griechen vorschlägt. Zwischen den Kriegsparteien wird ein Nichtangriffspakt während des Zweikampfes vereinbart und der Sieger des Kampfes bekommt Helena.

Damit kann Paris das Verderben, welches er über Troja brachte – doch noch abwenden. Für den Zweikampf meldet sich Menelaos, welcher viel stärker als sein Kontrahent ist. Doch kurz vor Paris Niederlage schreitet Aphrodite ein, zieht den Prinzen vom Kampfgeschehen weg und verhindert so das vorzeitige Ende des Trojanischen Krieges.

Bei einem späteren Zweikampf stehen sich Hektor und Achilles gegenüber. Dieser Zweikampf wird im Buch 22 der Ilias beschrieben. Achill will Rache für den Tod seine Freundes Patroklos nehmen und tötet Hektor. Dann bindet er dessen Leiche an seinen Streitwagen und zieht diese dreimal um die Mauern der Stadt. Den entwürdigen Leichnam will Achill dann den Hunden zum Fressen vorwerfen, woraufhin die Götter einschreiten.

Gottgelenkter Pfeil

Kurz nach Hektors Tod besiegte Achilles noch Memnon, den Hohen König aus Aithiopia und Kyknos, den Sohn des Poseidon. Im Kampf mit der Penthesilea, einer Tochter des Ares, tötete Achill auch die Amazone. Als er ihren Helm vom Haupt nahm, verliebte es sich angeblich in sie.

Aber auch Achill fand sein Ende, zwar nicht in der Ilias – sondern in der Aithiopis. In dieser Dichtung wird Achill vor den Toren des Skäischen Toren von Paris getötet. Der trojanische Prinz schießt einen Pfeil, welcher von Apollo zur Ferse des Achills gelenkt wird. Denn die Ferse ist die einzig verwundbare Stelle des Kriegers.

In einer anderen Version starb Achill durch einen Messerstich, als er den Waffenstillstand mit der trojanischen Königstochter Polyxena aushandelte.

Seine Gebeine wurden angeblich in Beşiktepe, einem kleinen Hafenstädtchen in der Nähe von Troja, verscharrt. In der Antike war dieser Ort für Griechen heilig und wurde zur Pilgerstätte. Angeblich soll Alexander der Große den Ort aufgesucht haben, bevor er das Perserreich eroberte. Und auch der römische Kaiser Caracalla war in Beşiktepe.

Selbstmord

Nach Achills Tod stritten Ajax der Große und Odysseus um dessen Waffen und Rüstung. Ersterer war fortan der größte Held der Griechen und hätte demnach auch die Waffen des Achills tragen müssen.

Doch ein Rededuell sollte entscheiden, wer von beiden die Rüstung bekommt. Mit Hilfe der Göttin Athene kann Odysseus das Rededuell für sich entscheiden, woraufhin Ajax rasend vor Wut wird. Nach seinem Wutanfall stürzte er sich beschämt und entehrt in sein eigenes Schwert.

Prophezeiter Tod der Trojaner

Nach zehnjähriger Belagerung vor Troja und den Verlust ihrer größten Helden, nahmen die Griechen den trojanischen Seher Helenos gefangen. Sie folterten ihn, woraufhin er ihnen verriet, wie Troja einzunehmen wäre. Die Griechen müssten im Besitz der Pfeile des Herakles sein, das heilige Götterbild der Pallas Athene (Palladion) stehlen und den Sohn des Achills (Neoptolemos) in ihren Reihen haben.

Neoptolemos, welcher auf der Insel Skyros am Hof seines Großvaters Lykomedes lebte, wird von den Griechen vor die Tore Trojas geholt. Dieser sollte später Priamos, den greisen König von Troja, töten.

Dann machen sich Neoptolemos und Odysseus auf, den kranken Philoktetes von der Insel Lemnos zu holen. Da Odysseus die Schuld daran trug, dass Philoktetes – während der Überfahrt nach Troja – auf Lemnos ausgesetzt wurde – weiß er auch, dass dieser ihm nicht nach Troja folgen wird. Deshalb stiehlt Odysseus dessen Waffen und begibt sich nach Troja. Der Bestohlene folgt wütend dem Dieb und landet so ebenfalls vor den Stadtmauern Trojas.

Vor den Toren Trojas wird Philoktetes geheilt und erschießt schließlich den trojanischen Prinzen Paris. Helena, die Witwe des Prinzen, wird daraufhin mit dessen Bruder Deiphobos verheiratet – weshalb der Trojanische Krieg immer noch kein Ende fand.

Diebstahl des Palladions

Die schwierigste Mission war der Diebstahl des Palladions. Es war ein hölzernes Abbild der Pallas Athene und diente den Trojanern als Schutzsymbol. Als Bettler verkleidet gelangte Odysseus zum Heiligtum, wurde dort von Helena erkannt. Sie sehnte sich nach Sparta zurück und wollte zum Ende des Krieges beitragen. Deshalb beschrieb sie Odysseus den Weg zum Heiligtum und verriet auch, wie viele Soldaten es bewachten.

So konnte Odysseus das Palladion stehlen und die Trojaner mussten sich zukünftig ohne ihr Heiligtum wehren.

Eroberung

Nach zehn Jahren Krieg brachte Odysseus die Idee vom Trojanischen Pferd hervor. Diese List sollte kriegsentscheidend sein. Also bauten die Griechen als riesiges Holzpferd, taten so – als wenn sie sich zurückziehen würden und stellte das Pferd an den Strand vor Troja.

Unter dem Kommando von Odysseus versteckten sich einige Trojaner im Inneren des Pferdes. Die restliche Flotte versteckte sich hinter der Insel Tenedos und wartete.

Die Griechen ließen Sinon zurück, welcher das Pferd den Trojanern als Siegesgeschenk und als Ausgleich für das gestohlene Palladion überreichte. Als Gefangener kam Sinon nach Troja, konnte aber Priamos davon überzeugen, dass die Griechen abgezogen waren.

Daraufhin nahmen die Trojaner das Siegesgeschenk an und brachten das Pferd hinter ihre Mauern. Am Abend feierten sie ihren Sieg und als dann alle Trojaner schliefen, schlichen die Griechen aus dem Pferd. Sie öffneten die Tore für ihre Landsmänner und so konnte Troja erobert werden.

Tötungen und Versklavungen

Neoptolemos tötete Priamos, den König von Troja. Danach erschien ihm der Geist seines Vaters, welcher die Opferung von Polyxena verlangte. Die Königstochter wurde von den Griechen zum Altar getrieben, wo sie sich selbst umbrachte. In einer anderen Version wird Polyxena an das Grab des Achilles gebracht und dort geopfert.

Hekabe, die Ehefrau von Priamos, wurde versklavt. Bei der Beuteverteilung wurde sie dem Odysseus zugesprochen.

Lykaon, ein weiterer Sohn des Priamos, wurde bereits durch Achill versklavt und später durch den Griechen getötet.

Kassandra, die hellseherische Tochter des trojanischen Königs, wurde von dem Kleinen Ajax im Tempel der Athene vergewaltigt. Danach beanspruchte Agamemnon sie und nahm sie mit nach Mykene.

Doch auch Agamemnon fand einen gewaltsamen Tod. Diesen bescherte ihn seine Frau Klytaimnestra und deren Geliebter Aigisthos. Sie ermordeten ihn im Bad. Kassandra sah das Unheil voraus und auch ihren eigenen Tod. Und auch sie wurde von Klytaimnestra ermordet.

Andromache, die Witwe von Hektor, wurde versklavt und an Neoptolemos vergeben. Ihr Sohn Astyanax wurde, auf Empfehlung von Odysseus, von der Mauer Trojas gestürzt. Die Mutter musste den Mord an ihren Sohn mitansehen. Als Sklavin des Neoptolemos gebar sie ihm drei Kinder: Molossos, Pielos und Pergamos.

Helenos war Zwillingsbruder von Kassandra und hatte ebenfalls hellseherische Fähigkeiten. Ihn hatten die Griechen bereits vor dem Fall Trojas gefangen genommen. Er fiel ebenfalls Neoptolemos zu und begleitete ihn nach Epirus.

Die trojanische Prinzessin Krëusa wurde beim Fluchtversuch getötet. Ihr Ehemann Aeneas konnte entkommen. Das Palladium kann er bei seiner Flucht mitnehmen.

Bei der Eroberung Trojas war Menelaos fest entschlossen, Helena zu töten. Doch als er ihre Schönheit erblickt, wurde er schwach und verschonte sie. Beide gingen zurück nach Sparta und herrschten noch lange Zeit.

Was geschah nach dem Trojanischen Krieg?

Bei der Eroberung Trojas war Menelaos fest entschlossen, Helena zu töten. Doch als er ihre Schönheit erblickt, wurde er schwach und verschonte sie. Beide gingen zurück nach Sparta und herrschten noch lange Zeit. Sämtliche anderen griechischen Fürsten und Kleinkönige fanden nach dem Trojanischen Krieg einen gewaltsamen Tod oder durchlebten schwere Schicksalsschläge.

So wurde Agamemnon von seiner Ehefrau Klytaimestra ermordet. Der kleine Ajax ertrank auf der Rückreise im Meer. Diomedes Rückreise war eine Irrfahrt. Laut einer Sage soll er in einen Vogel verwandelt worden sein. Eine Gattung der Albatrosse (Diomedea) ist nach ihm benannt.

Eurypylos, der König von Ormenion, wurde wahnsinnig. Und Odysseus begab sich auf eine zehnjährige Rückfahrt nach Ithaka.


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