Troja
Troja bzw. Troia war eine altertümliche Stadt in der Landschaft Troas im Nordwesten der heutigen Türkei. Die Stadt war der Schauplatz des Trojanischen Krieges zwischen Griechen und Trojanern.
In der Ilias von Homer, welches die letzten Kriegstage beschreibt, wird die Stadt als Ilios bezeichnet. Und der Name Troja bezieht sich bei Homer lediglich auf die umliegende Landschaft von Ilios (deutsch: Ilias = zu Troja gehörend).
Durch die Epen des Homers wurde der Ort weltweit bekannt und die Geschichten zum Fall Trojas gehören zur Weltliteratur. Eine dieser Geschichten beschreibt, wie die Griechen mit Hilfe des Trojanischen Pferdes die Stadt einnehmen konnten. Diese Erzählung ist aber nicht Bestandteil der Ilias, sondern der Iliu persis – welche ebenfalls zum Epischen Zyklus gehört.
Heute werden die Überreste Trojas in der türkischen Provinz Çanakkale vermutet. Dort gibt es den Historische Nationalpark Troja (Truva), in welchem sich die Ausgrabungsstätte des historischen Trojas befindet. Die Stätte wird als Hisarlık Tepe (Palasthügel) bezeichnet. Entdeckt wurde die Stätte am 31. Mai 1873 durch den deutschen Archäologen Heinrich Schliemann.
Was ist der Trojanische Zyklus?
Der Trojanische bzw. Epische Zyklus betrifft das Geschehen rundum dem Trojanischen Krieg. Es wird darüber berichtet, wie der trojanische Prinz Paris die schöne Helena aus Sparta entführt. Der Brautraub löst den Trojanischen Krieg aus, bei dem sämtliche Helden sterben.
Der Trojanische Krieg ist ein Zentralereignis der griechischen Mythologie. Mit dem Fall Trojas endet auch das griechische Heldenzeitalter.
Doch zunächst kommt es nach dem Krieg zur Beuteteilung der Griechen und zu deren Heimreise. Die Odyssee von Homer beschreibt die Irrfahrten des Odysseus nach dem Krieg und erwähnt, wie es den anderen Helden nach dem Krieg ergangen ist.
Die Ilias, das wohlmöglich frühere Werk von Homer, beschreibt einen 51-tägigen Auszug aus dem Krieg der Griechen gegen Troja. Weitere Werke des Epischen Zyklus sind die Kypria, Aithiopis, Kleine Ilias, Iliu Persis, Nostoi („Heimkehrerepen“) und Telegonie.
Gab es Troja wirklich?
Homer beschreibt Troja als windigen Ort, bepflanzt mit kräftigen Eichen und am Hellespont gelegen. Der Hellespont ist eine Meerenge, welche das Schwarze Meer mit der Ägäis (Mittelmeer) verbindet. In der Antike war diese Meerenge eine vielbefahrende Handelsstraße.
Wenn das homerische Troja an dieser Meerenge lag, hatte es eine mächtige Stellung. Und der Wind, welchen Homer beschreibt, hatte Troja zu einer äußerst reichen Stadt gemacht. Denn mitunter waren die Winde äußerst ungünstig, weshalb die Schiffe mitunter sechs Wochen im Hafen warten mussten. Und die Herrscher von Troja kassierten dann Steuern für diese Schiffe.
So wurde Troja in der Bronzezeit zu einen wichtigen Umschlagsplatz auf den antiken Seewegen. Außerhalb der Mauern beschreibt Homer, dass dort Schafshirten ihre Schafen weiden ließen. Innerhalb der Mauern ist die Stadt von fürstlicher Pracht.
Zu dieser Zeit war Troja eine internationale Stadt mit kosmopolitischen Flair. Sicherlich delegierten dort Botschafter aus anderen Ländern.
Waren die Trojaner auch Griechen?
Nein, die Trojaner waren keine Griechen. Zur Zeit des Trojanischen Krieges und zu Zeiten davor, war der griechische Kulturraum durch den Stadtstaat Mykene geprägt. Man spricht deshalb auch von der mykenischen Zeit in der griechischen Geschichte.
Den Kulturraum, welchen Mykene kontrollierte, reichte von der Peloponnes-Halbinsel über Mittelgriechenland (Athen, Theben) bis nach Thessalien (Iolkos). Zwar entstanden mykenisch-griechische Städte auch an der Südwestküste Kleinasiens, aber Troja gehörte nicht dazu.
Nicht wenige Historiker nehmen heute an, dass der Krieg zwischen Griechen und Troja deshalb zustande kam, da der mykenische König das geopolitisch wichtige Troja kontrollieren wollte.