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Renaissance


Anatomiekunst des 14. Jahrhunderts von Leonardo Da Vinci, Bildnachweis: Wirestock Creators / Shutterstock.com

Anatomiekunst des 14. Jahrhunderts von Leonardo Da Vinci, Bildnachweis: Wirestock Creators / Shutterstock.com

Die Renaissance (französisch: Wiedergeburt) ist eine kulturelle Zwischenzeit, welche am Ende des 15. Jahrhunderts begann und weit ins 16. Jahrhundert reicht. Dieser Zeitabschnitt ist keine Geschichtsepoche. Stattdessen handelt es sich um eine Epoche des kulturellen Umbruchs, welche sich vom Mittelalter abgrenzen sollte. Die Wiedergeburt der Antike wurde angestrebt.

Steckbrief

Name:Renaissance
Bedeutung:Wiederbelebung, Wiederkehr, Wiederentdeckung der Antike
Vorgänger:Mittelalter (Geschichtsepoche), Gotik (Kulturepoche)
Nachfolger:Neuzeit (Geschichtsepoche), Barock (Kulturepoche)
Beginn:etwa 1350 in Italien
Ende: 1600, Ablösung durch die Barock-Zeit
Vertreter:Literatur:
Dante Alighieris, Shakespeare

Bildhauer:
Donatello, Michelangelo und Tilman Riemenschneider

Maler:
Botticelli, Leonardo da Vinci, Raffael, Tizian und Albrecht Dürer

Architektur:
Filippo Brunelleschi, Leon Battista Alberti und Andrea Palladio

Philosophie und Theologie:
Erasmus von Rotterdam, Nikolaus Kopernikus
Merkmale:Neue Gestaltungsformen in Kunst und Literatur, Aufkommen der letzten Universalgelehrten (Erasmus, Leonardo da Vinci),
Epochen:Quattrocento (Frührenaissance) in Italien: ab etwa 1350

Hochrenaissance (1500 bis 1530): wichtigster Abschnitt, da hier das Abendmahl von Da Vinci, die Mona-Lisa oder die Sixtinische Madonna von Raffael entstanden

Spätrenaissance (Manierismus): ab etwa 1520 (Tod Raffaels) bis etwa 1600

Was bedeutet Renaissance

Renaissance ist eine französisches Wort und bedeutet übersetzt: Wiedergeburt. Gemeint war die Wiedergeburt der Antike. Zur damaligen Zeit war Französisch die Bildungssprache, welche die geistige Elite in Europa sprach.

Der Grund für die Verbreitung des Französischen geht auch auf die Expansionen von Wilhelm dem Eroberer zurück, welcher als Normanne (Normandie) im Jahr 1066 den englischen Thron bestieg. Während seiner Regierungsjahre und der französischen Epoche Englands wurde Französisch zur Bildungssprache und zur Sprache der englischen Oberschicht. Auch die Justiz verwendete Latein und Französisch als Gerichtssprache, während der englische Klerus weiterhin lateinisch sprach und die große Mehrheit der englischen Bevölkerung beim Angelsächsischen blieb.

Wie kam es zur Renaissance

Am Ende des Mittelalters besannen sich Kulturschaffende zurück an die ruhmreichen Zeiten des antiken Griechenlands oder des römischen Reiches. Diese historische Epoche galt bis dahin als philosophischer, naturwissenschaftlicher und kultureller Höhepunkt der Menschheitsgeschichte. Und im Gegensatz dazu erschien den Intellektuellen das Mittelalter als von Kriegen durchtränkt, moralisch verwerflich und es fehlten die großen geistigen Errungenschaften.

Renaissance ist demnach ein Begriff, welchen die Humanisten im 14. und 15. Jahrhundert wählten – um die Mittelalter-Zeit, welche sie als barbarisch und kulturell ungenügend empfanden, zu überwinden. Neue Entdeckungen, wie der Buchdruck, ließen einen neuen Zugang zur Literatur zu, wodurch sich die Eliten in ihrem Bestreben bestätigt sahen.

Warum begann die Renaissance in Italien

Die Renaissance setzte in Italien ab etwa 1350 ein. Von dort ausgehend, verbreitete sie sich im 14. bis ins 16. Jahrhundert über weite Teile Europas und prägte dessen Kunst-, Bildungs- und Kulturwelt. Dass die Renaissance sich von Italien ausbreitete, hat etwas mit dem Aufkommen des Buchdrucks zu tun.

In der Antike stieg das Römische Reich zur Hegemonialmacht Europas auf. Mit dem Ende des Weströmischen Reiches (476 n.Chr.) endete auch die Antike und es begann das Mittelalter. Auf geistiger Grundlage des Römischen Reiches entstanden in Europa zwei neue Großreiche, das Frankenreich und später das Heilige Römische Reich. Beide Reiche traten die Nachfolge des antiken Roms an. Der Sitz des christlichen Oberhauptes (Papst) blieb außerdem in Rom.

Im Jahr 1450 entwickelte Johannes Gutenberg den Buchdruck mit beweglichen Lettern in Mainz (Deutschland). Zwischen 1452 und 1453 entstand in Mainz die erste Druckerpresse, welche das neue Druckverfahren anwandte. Prägendstes Buch war die Gutenberg-Bibel in lateinischer Sprache, welche im Heiligen Römischen Reich die Amtssprache blieb.

In Italien breitete sich der Buchdruck extrem schnell aus. So entstand 1465 die erste Druckerpresse in Subiaco, nahe Roms. Kurze Zeit später zog Rom direkt nach und errichtete 1467 seine erste Druckerpresse. In Venedig, Neapel und Florenz entstanden zwischen 1469 und 1470 weitere Druckerpressen. Der Buchdruck war die entscheidende Schlüsseltechnologie für den Ausbruch und die Verbreitung der Renaissance und Italien war hierbei Pionier.

Warum ist die Renaissance keine Geschichtsepoche

Die Renaissance, als Wiedergeburt der Antike, sollte das Mittelalter überwinden und das antike Zeitalter der Philosophie, Kunst und Wissenschaft wieder aufleben lassen. Aber trotz der Bestrebungen wurde in der Renaissance keine hinreichende Entdeckung gemacht, welche die Lebensumstände der Menschheit dermaßen änderte, dass Historiker eine neue historische Epoche einführten.

Stattdessen sorgte die Entdeckung Amerikas im Jahr 1492 für diesen Zeitenwandel. Denn durch diese Entdeckung wurden die mittelamerikanischen Hochkulturen entdeckt, der neue Kontinent besiedelt und die Sklavenmärkte in Afrika erschlossen. Der Wandel geschah somit nicht durch eine kulturelle oder intellektuelle Errungenschaft. Stattdessen markiert die Entdeckung eines neuen Kontinents das Ende des Mittelalters und den Beginn der Neuzeit.


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