Weltkriege
Ein Weltkrieg ist ein Krieg von globalen Ausmaß, deren Kriegsschauplätze sich auf mehrere Kontinenten erstrecken. Heute wird der Weltkriegsbegriff für den Ersten Weltkrieg (1914-1918) und den Zweiten Weltkrieg (1939-1945) verwendet. Beide Weltkriege wurden industriell geführt und sämtliche Ressourcen wurden dem Konflikt untergeordnet, weshalb sie auch als „Totale Kriege“ bezeichnet werden.
Neben den beiden genannten werden auch der Dreißigjährigen Krieg (1618-1648), der Spanische Erbfolgekrieg (1701–1714), der Österreichische Erbfolgekrieg (1740–1748), der Siebenjährigen Krieg (1756–1763) und die Koalitionskriege gegen Napoleon (1792-1815) von einigen Historikern als Weltkriege bezeichnet.
Der Kalte Krieg (1945-1989) mit seinen Stellvertreterkriegen kostete ähnlich viele Menschenleben wie die echten Weltkriege und fand ebenfalls auf diversen Kontinenten statt. Dennoch wird der Kalte Krieg nicht als Dritter Weltkrieg bezeichnet. Stattdessen werden die Stellvertreterkriege der USA und Sowjetunion als eine Verhinderung des Dritten Weltkriegs bewertet.
Inhalt
- 1 Steckbrief
- 2 Was bedeutet Weltkrieg?
- 3 Seit wann gibt es den Weltkriegs-Begriff?
- 4 Ab wann gilt ein Krieg als Weltkrieg?
- 5 Welche Kriege werden noch als Weltkriege bezeichnet?
- 6 Warum sind die beiden Weltkriege so bedeutsam?
- 7 Gab es in der Antike schon Weltkriege?
Steckbrief
| Bedeutung: | Globaler Konflikt auf mehreren Kontinenten geführt |
| Merkmale: | -Kriegsschauplätze auf mehreren Kontinenten -Beteiligung mehrerer Staaten und Bündnisse -Einsatz großer Ressourcen (Menschen, Waffen, Wirtschaft) -globale Auswirkungen (Nachkriegsordnung) |
| Folgen: | -globale Auswirkungen (Nachkriegsordnung) -Zusammenbruch von Imperien und Staaten -Grenzverschiebungen -Neue internationale Ordnung mit neuen Institutionen -Aufstieg neuer Großmächte -wirtschaftliche Folgen (Staatsverschuldung, Reparationen) -Neue Bündnisse und Feindbilder -Globale Machtverschiebungen -Neue Sicherheitsarchitekturen (Warschauer Pakt, NATO) -Untergang alter Ideologien (Militarismus, Imperialismus, Kolonialismus, Faschismus, Nationalsozialismus) -Neue Kunst- und Literaturströmungen (Trümmerliteratur, Expressionismus, Dadaismus) |
| Neunjährige Krieg bzw. Pfälzische Erbfolgekrieg (1688–1697): Verluste: etwa 680.000 Menschen, Orte: Europa, Nordamerika, Südamerika und Asien | |
| Spanischer Erbfolgekrieg (1701-1714), Verluste: mehr als 700.000 Menschen, Orte: Europa, Nordamerika, Südamerika und Afrika | |
| Österreichischer Erbfolgekrieg (1740-1748), Verluste: etwa 360.000 Menschen, Orte: Europa, Nordamerika, Südamerika und Asien | |
| Siebenjährigen Krieg (1756-1763), Verluste: mindestens 992.000 Menschen, Orte: Europa, Nordamerika, Südamerika, Afrika und Asien | |
| Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg (1775-1783), Verluste: etwa 217.000 Menschen, Orte: Nordamerika, Gibraltar, Balearische Inseln, Asien, Afrika, Karibisches Meer, Atlantischer Ozean und Indischer Ozean | |
| Französische Revolutionskriege (1792-1802), Verluste: etwa 663.000, Orte: Europa, Ägypten, Naher Osten, Atlantischer Ozean, Karibik und Indischer Ozean | |
| Napoleonische Kriege (1803-1815), Verluste: mindestens 1,8 Mio. Menschen, Orte: Europa, Atlantischer Ozean, Mittelmeer, Nordsee, Río de la Plata, Französisch-Guayana, Westindien, Indischer Ozean, Nordamerika und Südkaukasus | |
| Erster Weltkrieg (1914-1918), Verluste: mindestens 15 Mio. Menschen, Orte: global auf vier Kontinenten (Europa, Amerika, Asien, Afrika) | |
| Zweiter Weltkrieg (1939-1945), Verluste: mindestens 40 Mio. Menschen, Orte: global auf fünf Kontinenten (Europa, Amerika, Asien, Afrika, Australien) | |
| Kalter Krieg (1947-1991), Verluste: unbekannt, Orte: global | |
| Krieg gegen den Terror (2001-2021), Verluste: mindestens 4,5 Mio., Orte: global | |
Was bedeutet Weltkrieg?
Ein Weltkrieg ist ein globaler Konflikt, welcher sich auf mehreren Kontinenten erstreckt. Am Ende des Weltkriegs verändert sich außerdem die globale Weltordnung. So stieg Europa als Anführer der globalen Weltordnung am Ende des Ersten Weltkriegs ab. An seiner Stelle trat die USA. Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die globale Weltordnung durch die beiden Supermächte USA und Sowjetunion bestimmt.
Seit wann gibt es den Weltkriegs-Begriff?
1599 tauchte der Begriff erstmalig auf. Damals wurde er im Sinne von „weltlicher Streit“ verwendet. Während der Napoleonischen Kriege wurde der Begriff dann häufiger verwendet. Im Duden steht der Begriff seit 1929.
Ab wann gilt ein Krieg als Weltkrieg?
Insgesamt gibt es vier Merkmale, welche einen Weltkrieg beschreiben:
- globaler Konflikt auf mehreren Kontinenten
- viele Staaten beteiligen sich am Konflikt
- Aufbringung großer Ressourcen für den Krieg (Waffen, Menschen, Kriegswirtschaft)
- Globale Auswirkungen auf bestehende Machtverhältnisse
Welche Kriege werden noch als Weltkriege bezeichnet?
Vor den beiden eigentlichen Weltkriegen gab es allerdings fünf globale Konflikte, welche von einigen Historikern ebenfalls als Weltkrieg bezeichnet werden.
Dreißigjähriger Krieg
Der erste Krieg, welche gelegentlich als Weltkrieg bezeichnet wird, war der Dreißigjährige Krieg (1618-1648). Dieser Konflikt wurde zwar nur in Europa ausgetragen, war aber ein gesamteuropäischer Machtkampf. Und zur damaligen Zeit kamen die Großmächte der Welt aus Europa, weshalb die Weltkriegsbezeichnung für den Dreißigjährigen Krieg bei einigen Historikern durchaus Anwendung findet.
Außerdem veränderte sich die Nachkriegsordnung nach dem Dreißigjährigen Krieg. Das Heilige Römische Reich, welches vor dem Krieg ein Machtblock in Europa war – begann zu bröckeln. Denn der Westfälischen Frieden (1648) garantierte den Einzelstaaten mehr Souveränität in der Religionsfrage, aber auch in der politischen Ausrichtung. So wurde die Souveränität der Fürsten bestätigt, wodurch diese eine eigene außenpolitische Agenda verfolgen konnten. In der Folge kam es zu Bündnissen, welche gegen den römisch-deutschen Kaiser gerichtet waren.
Pfälzische Erbfolgekrieg
Auch der Pfälzische Erbfolgekrieg (1688-1697) fand weitestgehend in Europa statt, hatte aber eine atlantische Dimension. Im Zentrum des europäischen Konflikts standen die Franzosen und die Augsburger Allianz (Heiliges Römisches Reich, England, Niederlande, Spanien, Savoyen). In Nordamerika war der Krieg ein Teil der kolonialen Rivalität zwischen England und Frankreich. Er gilt daher als früher Kolonialkrieg, an welchem europäische Kolonialstaaten (Großbritannien, Spanien, Niederlande, Frankreich) beteiligt waren.
Spanische Erbfolgekrieg
Andere Historiker bezeichnen den Spanischen Erbfolgekrieg (1701-1714) ebenfalls als Weltkrieg, da der Konflikt in Europa, der Karibik und in Nordamerika ausgetragen wurde.
Die Nachkriegsordnung des Spanischen Erbfolgekriegs wurde im Frieden von Utrecht (1714) festgelegt. Diese gilt als Geburtsstunde des europäischen Gleichgewichtssystems. So wurde Frankreich politisch und auch wirtschaftlich eingedämmt, während die Habsburger und Großbritannien mehr Territorien zugesprochen bekamen, um ein Gleichgewicht herzustellen bzw. zu stabilisieren.
Siebenjährige Krieg
siehe auch Hauptartikel: Fragen und Antworten zum Siebenjährigen Krieg
Relative Einigkeit besteht darüber, dass der Siebenjährige Krieg (1756-1763) der erste richtige Weltkrieg gewesen war. Denn dieser fand auf vier Kontinenten (Nordamerika, Europa, Asien, Afrika) statt. Nach dem Siebenjährigen Krieg veränderte sich die globale Weltordnung grundlegend, da Großbritannien zur Weltmacht aufstieg und Frankreich im globalen Ranking der Kolonialmächte weiter abstieg. So wurde im Siebenjährige Krieg der Grundstein für das britische Weltreich (British Empire) gelegt und für Frankreich der Weg zur französischen Revolution geebnet.
Österreichische Erbfolgekrieg
Eingebettet war der Siebenjährige Krieg in die Schlesienkriege (1740-1763) und in den Österreichischen Erbfolgekrieg (1740-1748). Bei Letzterem kam es zu einer Blockbildung, da sich Großbritannien der Habsburger-Allianz und Frankreich der Anti-Habsburger-Allianz anschloss. Dadurch verschob sich bereits der Österreichische Erbfolgekrieg in die Kolonialreiche und wurde zur Vorkriegsphase des Siebenjährigen Krieges.
Koalitionskriege
Die Napoleonischen Kriege (1792–1815) fanden ebenfalls in Europa, Asien, Nordamerika und Asien statt, weshalb auch diese einen Weltkriegscharakter hatten. Auf dem Wiener Kongress wurde das Mächtegleichgewicht (seit Utrecht) neu diskutiert. Dabei wurde Frankreich eingebunden, die Monarchien in Europa wurden wiederhergestellt und ein neues Gleichgewicht wurde beschlossen. Dieses sah vor, dass kein Staat in Europa dominieren sollte. Zu den Gewinnern des Wiener Kongresses zählte das russische Zarenreich, welches neue Gebiete zugesprochen bekam und seine größte territoriale Ausdehnung erreichte.
Die Heilige Allianz (Russland, Österreich, Preußen) war nach dem Wiener Kongress bestrebt, Revolutionen in ganz Europa zu verhindern. Währenddessen etablierte sich die Pentarchie (Fünfmächteordnung), welche bis 1914 Bestand hatte. Zu den fünf Großmächten gehörten Großbritannien, Russland, Preußen, Österreich und Frankreich.
Warum sind die beiden Weltkriege so bedeutsam?
Beide Weltkriege sind bedeutend, da diese zu den grausamsten Kapiteln der Menschheitsgeschichte gehören. In beiden Weltkriegen wurden Staaten, Institutionen und ganze Imperien zerstört, um neue Strukturen nach den Weltkriegsjahren aufzubauen.
Langfristige Folgen beider Kriege waren neue Nachkriegsordnungen und langfristige politische Entwicklungen (Kalte Krieg). Außerdem erkannte die Menschheit im Angesicht beider Weltkriege, dass ein Dritter Weltkrieg unbedingt verhindert werden müsse, weshalb Institutionen zur Friedenssicherung geschaffen wurden.
Sterblichkeit
Im Ersten Weltkrieg starben 15 bis 22 Mio. Menschen an den Folgen des Krieges oder durch Völkermord. Die Mobilität der Soldaten aber auch der Flüchtlinge bewirkte, dass sich die Spanische Grippe über ganz Europa verbreiten konnte. An den Folgen der Grippekrankheit starben mindestens 20 Mio. weitere Menschen. Dunkelziffern der Grippewelle gehen in Höhen von 100 Mio. Todesopfern.
Der Zweite Weltkrieg übertraf den Ersten Weltkrieg nochmals in seiner Tödlichkeit. Es starben etwa 60 bis 75 Mio. Menschen direkt durch Krieg, weshalb der Zweite Weltkrieg als tödlichster Krieg der Geschichte bezeichnet wird.
Untergang von Imperien und Entstehung neuer Staaten
Im Ersten Weltkrieg gingen vier große Imperien unter, welche teilweise seit dem Mittelalter existierten.
Untergang des Deutschen Kaiserreichs
Das jüngste Imperium war das Deutsche Kaiserreich, welches erst 1871 gegründet wurde – aber bereits eine Großmacht in Europa war. Der preußische König Wilhelm II., welcher zugleich deutscher Kaiser war, musste abdanken. Die Monarchie wurde im Deutschen Kaiserreich und im Königreich Preußen abgeschafft und es entstand die Weimarer Republik. Dies war die erste Demokratie auf deutschem Boden.
Untergang des Russischen Reichs
Das zweite Imperium, welches am Ende des Ersten Weltkriegs unterging, war das Russische Zarenreich (1721-1917). Im Zuge der Februarrevolution von 1917 wurde die Monarchie abgeschafft und Zar Nikolaus II. abgesetzt.
Im Oktober 1917 wurde die Übergangsregierung durch bolschewistische Kommunisten angegriffen, welche von Wladimir Iljitsch Lenin angeführt wurden. Daraufhin kam es im Russischen Reich zu einem Bürgerkrieg, welcher bis 1925 andauerte. In diesem Bürgerkrieg starben 8 bis 10 Millionen Menschen.
Am Ende des Russischen Bürgerkriegs siegten die Bolschewisten und es entstand die Sowjetunion als föderativer Vielvölkerstaat mit Sowjetrussland als Hegemonialmacht.
Untergang der Habsburgermonarchie
Das dritte Imperium, welches im Zuge des Ersten Weltkriegs zerfiel, war Österreich Ungarn. Das sogenannte Habsburgerreich existierte seit 1282, etablierte sich als Union verschiedener Teilstaaten unter einem österreichische Herrscher aus dem Haus Habsburg. Zur Union gehörten Österreich, Böhmen, Ungarn, Mähren, Kroatien und sämtliche Staaten auf dem Balkan.
Nach dem Ersten Weltkrieg entstanden auf dem Balkan die Staaten der Slowenen, Kroaten und Serben. In Mitteleuropa entstanden die Tschechoslowakei, Ungarn und Deutsch-Österreich.
Untergang des Osmanischen Reichs
Das vierte Imperium, welches durch den Ersten Weltkrieg unterging, war das Osmanische Reich. Dieses existierte seit 1299, bewirkte 1453 den Untergang des Byzantinischen Reichs und etablierte sich in der Neuzeit als Großmacht in Kleinasien. Durch die militärische Niederlage im Ersten Weltkrieg wurde das Osmanische Reich durch die Alliierten besetzt, was zum türkischen Unabhängigkeitskrieg führte. Letztlich wurde das Reich 1922 aufgelöst und durch die Republik Türkei (seit 1923) ersetzt.
Zusammenbrüche nach dem Zweiten Weltkrieg
Nach dem Zweiten Weltkrieg zerbrach das Deutsche Reich (Drittes Reich) vollständig und die NS-Diktatur wurde vollständig zerstört. Es entstand ein zweigeteiltes Deutschland mit BRD und DDR als separate Staaten. Das Japanische Kaiserreich zerfiel ebenfalls und das Italienische Kolonialreich verlor direkt nach dem Krieg alle Besitztümer in Übersee.
Untergang des Kolonialismus
Im Ersten Weltkrieg gingen die Monarchien unter (Russische Kaiserreich, Deutsches Kaiserreich, Habsburgermonarchie, Osmanisches Kalifat). Eine Folge des Zweiten Weltkriegs war, dass die alte Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung (Imperialismus, Kolonialismus) unterging. So zerfielen alle Kolonialmächte nach dem Krieg.
Das British Empire ging nicht sofort unter, doch war der Zerfall bereits eingeleitet. So wurde 1947 Indien unabhängig. Danach folgte die Dekolonialisierung Afrikas und die Entkolonisierung Asiens. Bis 1981 war der Dekolonialisierungsprozess weitestgehend abgeschlossen.
Das Französische Kolonialreich verlor nach 1945 ebenfalls wichtige Kolonien. So beendete der Indochina-Krieg (1945-1954) die Vormachtstellung der Franzosen in Vietnam. Der Algerienkrieg (1954-1962) sorgte für einen Rückzug der Franzosen aus Nordafrika, was dann zur vollständigen Dekolonisation in Afrika führte.
Entstehen neuer Strukturen
Nach dem Ersten Weltkrieg entstanden zunächst demokratische Strukturen in Europa (Weimarer Republik). Wirtschaftliche und politische Krisen in den Zwischenkriegsjahren sorgten dafür, dass die Demokratien nicht lange überlebten.
In den 1920-er Jahren zeichnete sich diese Tendenz bereits ab, da politische Ränder immer mehr an Bedeutung zunahmen. Schließlich wurden die Demokraten in den 1930-er Jahren in mehreren Ländern besiegt und durch nationalistische oder militaristische Diktaturen ersetzt. In Russland wurde nach dem Russischen Bürgerkrieg eine kommunistische Diktatur errichtet.
Nach dem Zweiten Weltkrieg versuchte man das Rad zurückzudrehen. So wurden Diktaturen in Westeuropa durch Demokratien ersetzt. In Osteuropa geschah die Demokratisierung erst nach dem Mauerfall (1989) und den Folgen des Untergangs der Sowjetunion.
Entstehen von Institutionen
Ein wesentlicher Aspekt der Nachkriegsordnung bestand darin, dass neue Institutionen gegründet wurden – um weitere Weltkriege zu verhindern. Dazu sollten die Völker in Verbindung treten, sich annähern und Kommunikationskanäle schaffen.
So wurde bereits 1920 der Völkerbund gegründet – um alle Staaten bei einer Konfliktbeseitigung anzuhören. Und der Ständige Internationaler Gerichtshof (seit 1922) sollte als Streitschlichter auftreten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg ging aus dem Völkerbund die Vereinten Nationen (UN) hervor, deren oberstes Ziel die Sicherung des Friedens sein sollte. Zahlreiche Unterorganisationen der UN (z.B. UNESCO, UNICEF, WHO) konkretisieren einzelne Maßnahmen der Völkerverständigung, Friedenssicherung oder dem Schutz einzelner Bevölkerungsgruppen.
Nachfolger des Völkerbund-Gerichtshofs wurde der Internationale Gerichtshof. Das Völkerrecht wurde konkretisiert, indem einzelne Straftaten erstmalig benannt und mit Merkmalen beschrieben wurden. Auf den Nürnberger Prozessen wurde das Völkerrecht angewandt, um deutsche Kriegsverbrecher zu verurteilen.
Die Bretton-Woods-Institutionen (1944/45) dienten zur Stabilisierung des Welthandels. Im Rahmen dieser Institution wurden dann Entwicklungshilfen und Handelsabkommen verabredet.
Gab es in der Antike schon Weltkriege?
In der Antike gab es keine Weltkriege, welche auf mehr als zwei Kontinenten stattfanden. Aber die bekannte Welt in der Antike war deutlich kleiner. So wurde das Mittelmeer als Weltmeer bezeichnet, welches die damals bekannte Welt umschlossen haben soll.
In einer deutlich kleineren Welt hatten die Perserkriege (500-448 v.Chr.) eine größere Dimension erreicht als vorherige Kriege. Diese fanden auf zwei Kontinenten statt, genauso wie die Punischen Kriege (264-164 v.Chr.) gegen Karthago oder der Alexanderfeldzug im 4. vorchristlichen Jahrhundert. Auch die Römische Expansion und die Römischen Bürgerkriege fanden in Europa und Vorderasien statt, wodurch fast die gesamte bekannte Welt der Römer vom Krieg erfasst war.
Der Peloponnesische Krieg (431-404 v.Chr.) erfasste alle griechischen Staaten, welche sich entweder zum Attischen Seebund (Athen) oder zum Peloponnesischen Bund (Sparta) bekannten. Betrachtet man also die bekannte Welt der Griechen, war dieser Krieg für die Hellenen ebenfalls ein Weltkrieg.