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Aphrodite (griechische Mythologie)


Aphrodite ist in der griechischen Mythologie die Göttin der Schönheit, der Liebe und sie zählt zu den zwölf olympischen Göttern. In der Kunst wurde Aphrodite schon in der Antike meistens nackt dargestellt. Im antiken Griechenland war die Aphrodisia das bedeutendste Fest zu Ehren der Aphrodite. Das römische Pendant zur griechischen Aphrodite ist die Venus.

Als eine herausragende Göttin des griechischen Pantheons spielte Aphrodite eine bedeutende Rolle in der Literatur. Bei Homer ist sie die Tochter von Zeus und Dione, genauso bei Sappho. In Hesiods Theogonie wird Aphrodite an der Küste von Cythera aus Schaum geboren, welchen Uranos dort hinterließ. Deshalb unterschied Platon zwischen der Aphrodite Urania und der Aphrodite Pandemos.

In der Ilias von Homer spielt Aphrodite eine bedeutende Rolle im Trojanischen Krieg. Neben Athene und Hera war Aphrodite eine der Göttinnen, deren Streit zum Urteil des Paris führte – woraufhin der Raub der Helena folgte, was letztlich der Auslöser des Trojanischen Krieges war.

Steckbrief

Aphrodite
Aphrodite Statue im Nationalen Archäologischen Museum von Athen, Bildnachweis: Giorgos Arapoglou / Shutterstock.com

Aphrodite Statue im Nationalen Archäologischen Museum von Athen

Bedeutung: griechische Liebesgöttin und Göttin der Schönheit
Status:Mitglied der Zwölf Olympioniken
Wohnsitz:Olymp
Hauptkultorte:Kythera, Zypern, Korinth und Athen
Beinamen:Aphrodite Areia, Aphrodite Urania, Aphrodite Pandemos, Aphrodite Dionea, Aphrodite Paphian, Aphrodite Philomeides, Aphrodite Cythereia, Aphrodite Cypris, Aphrodite der Gärten, Aphrodite Hera, Aphrodite Epitragia, Aphrodite Argynnis bzw. Aphrodite Argounís,

Als Meeresgöttin: Aphrodite Thalassía, Aphrodite Euploia, Aphrodite Limenía
Aphrodite Tempel in Aphrodisias, Türkei; Bildnachweis: puyalroyo / Shutterstock.com

Aphrodite Tempel in Aphrodisias, Türkei

Familiäre Beziehungen
Vater:Zeus bei Homer und Sappho, Uranos bei Hesiod
Mutter:Dione
Ehepartner:Hephaistos, Ares
Kinder:Eros, Phobos, Deimos, Harmonia, Pothos, Anteros, Himeros, Hermaphroditus, Rhode, Beroe, Golgos, Priapos, Aeneas
Aphrodite-Skulptur mit Eros im Nationalen Archäologischen Museum in Athen, Bildnachweis: Ivan Moreno sl / Shutterstock.com

Aphrodite-Skulptur mit Eros im Nationalen Archäologischen Museum in Athen

Begleiter und Symbole
Begleittiere:Delfin, Spatz, Taube, Schwan, Hase, Gans, Biene, Fisch, Schmetterling
Symbole:Rose, Muschel, Perle, Spiegel, Gürtel, Anemone
Äquivalente
Römisch:Venus
Ägyptisch:Hathor, Isis
Der Felsen der Aphrodite (heute: Petra tou Romiou) vor der Küste Zyperns ist der mythologische Geburtsort der  Aphrodite, Bildnachweis: DaLiu/shutterstock.com

Der Felsen der Aphrodite (heute: Petra tou Romiou) vor der Küste Zyperns ist der mythologische Geburtsort der Aphrodite

Wer war Aphrodite?

Aphrodite war die griechische Göttin der Liebe, der Leidenschaft und Schönheit. Bei Homer wird sie als lächelnd und leichtsinnig beschrieben. Sie gewann den Schönheitswettbewerb unter den Göttinnen, weshalb der trojanische Prinz Paris ihr den Erisapfel überreichte, auf welchem stand: „Für die Schönste“.

In Laconia wurde Aphrodite außerdem als Kriegergöttin verehrt. Sie galt zudem als Schutzgöttin der Prostituierten. Seit der Renaissance wird Aphrodite in der westlichen Welt als Symbol der weiblichen Schönheit gezeigt.

In modernen heidnischen Religionen – wie in der Wicca oder dem Hellenismos – steht Aphrodite im Mittelpunkt. Und die Kirche der Aphrodite ist eine religiöse Bewegung innerhalb des Neuheidentums, welche 1938 in den USA gegründet wurde.

Wer waren die Eltern von Aphrodite?

Bei Homer sind Zeus und Dione die Eltern von Aphrodite. In der Bibliotheke des Apollodor ist Dione eine der dreizehn Titanen, ein Kind von Gaia (Erde) und Uranos (Himmel). Über die Beziehung zwischen Dione und Zeus erwähnt Homer nichts. In der Ilias flüchtet Aphrodite zu ihrer Mutter, nachdem Diomedes sie verwundet hatte.

Was ist der Felsen der Aphrodite?

Der Felsen der Aphrodite befindet sich an der Küste Zyperns, in der Nähe des Örtchens Kouklia. Laut einer Version ihrer Geburtsgeschichte soll Aphrodite dort aus Meeresschaum geboren worden sein. Diesen Geburtsmythos erzählt die Theogonie, ein Gedicht von Hesiod aus dem 8. oder 7. Jahrhundert v. Chr..

Laut dieser Version war Aphrodite nicht die Tochter von Zeus und Dione, sondern entstand aus den abgetrennten Geschlechtsteil von Uranus. Zuvor hatte der Urgott Uranus seine Kinder (zwölf Titanen, drei Kyklopen, drei Hekatoncheiren) in den Tartaros gesperrt. Doch der Titan Kronos erhob sich gegen den Vater und entmannte ihn mit einer Sichel, welche seine Mutter Gaia hervorbrachte.

Das abgetrennte Geschlechtsteil des Uranus fiel ins Meer. Aus dem Samen des Geschlechtsteils entstand Aphrodite. Nachdem Aphrodite aus dem Meeresschaum geboren wurde, wird sie an Anwesenheit der anderen Götter ans Land gespült. Sie stieg dann vor der Insel Zypern aus dem Meer. In einer anderen Version stieg Aphrodite zuerst vor der Küste der Insel Kythira aus dem Meer.

Die Vorlage von Hesiods Geburtsmythos stammt wahrscheinlich aus dem Lied von Kumarbi. Dies ist ein Epos der Hethiter, bei dem Kumarbi seinen Vater Anum stürzt und ihm die Genitalien abbeißt. Durch die abgebissenen Genitalien wird Kumarbi schwanger und bringt mehrere Kinder hervor. Eines der Kinder war Tessub, einer der Hauptgötter der Hethiter und Hurriter.

Was bedeutet der Name Aphrodite?

Hesiod leitete den Namen Aphrodite von aphros (Meeresschaum) ab. Er interpretierte den Namen als „die aus Schaum entstandene“.

Seit dem 19. Jahrhundert wird diese Herleitung von vielen Indogermanisten angezweifelt, welche die Namensherkunft aus dem Orientalischen vermuten. Laut diesen Sprachwissenschaftler ist der Name Aphrodite eine Ableitung der semitischen Liebesgöttin Astarte, welche weitaus älter war und aus welcher der Götterkult um Aphrodite entstanden sein könnte.

Der britische Philologe Martin West lehnt diese Herleitung ab und rekonstruiert eine zyprianische Form des Namens als Aprodît. Dies bedeutet übersetzt „Sie der Dörfer“.

Gelehrte, welche der Hesiod-Schaum-Etymologie folgen, leiten den zweiten Teil ihres Namens (odite) vom Griechischen ab – wodurch dieser Teil als „Wanderer“ (odite) oder „hell“ bzw. „strahlend“ (dite) übersetzt wird. Demnach würde der Name der Göttin „die im Schaum des Meeres erstrahlende“ bedeuten.

Wie entstand der Aphrodite-Kult?

Aphrodite wurde wahrscheinlich vom Kult der Astarte, einer semitischen Liebesgöttin, hergeleitet. Diese wurde in Phönizien verehrt und hatte wiederum ihren Ursprung in der sumerischen Religion. Die Sumerer in Mesopotamien verehrten die Göttin Inanna bzw. Ishtar, aus welcher dann wohlmöglich Astarte und schließlich auch Aphrodite hergeleitet wurden.

Laut dem griechischen Reiseschriftsteller Pausanias (2. Jhd. n. Chr.) gründeten die Assyrer den Kult der Aphrodite zuerst. In Paphos auf Zypern wurde dieser Kult übernommen und dann von den Phöniziern in Askalon weitergeführt.

Die Phönizier lehrten diesen Kult wiederum dem Volk auf der griechischen Insel Kythira. Im Nahen Osten war die Göttin als Aphrodite Urania bekannt, was zwar von Uranus (Himmelgott) hergeleitet ist – aber den himmlischen Aspekt der sumerischen Göttin Inanna widerspiegelt.

Laut Pausanias wurde Aphrodite in Sparta als Aphrodite Areia verehrt, was einen kriegerischen Aspekt widerspiegelt – der ebenfalls von Inanna übernommen sein könnte. Er erwähnte auch, dass die ältesten Aphrodite-Statuen in Sparta und auf Cythera die Göttin mit Waffen zeigen.

Moderne Wissenschaftler stellten fest, dass die ältesten Aphrodite-Verehrung den kriegerischen Aspekt hervorheben und schließen daraus, dass der Ursprung der griechischen Liebesgöttin im Nahen Osten bzw. Mesopotamien liegt. Die Entstehung des Aphrodite Kultes wird auch geografisch erklärt. Denn das archaische Griechenland im 8. Jahrhundert v. Chr. lag Rand des Neuassyrischen Reiches.

Welche Beinamen hatte Aphrodite?

Aphrodite Urania

Aphrodite Urania ist der herkömmliche Beiname der Göttin. In dieser Version ist Aphrodite die Tochter von Uranus (Himmelsgott) und wurde unter diesen Beinamen in Athen verehrt. Sie verkörpert den himmlischen Aspekt der griechischen Göttin.

Der Kult um Aphrodite Urania entstand laut dem Reiseschriftsteller Pausanias zuerst bei den Assyrern in Nordmesopotamien. Von dort verbreitete sich der Kult bis nach Paphos auf der Insel Zypern und nach Askalon in Palästina (Phönizier). Letztere lehrten den Kult den Bewohnern der Insel Kythera.

Aphrodite Pandemos

Aphrodite Pandemos ist das Gegenstück zur Aphrodite Urania. Laut Pausanias Dialog in Platons Symposion gab es zwei Göttinnen mit dem Namen Aphrodite.

Die ältere Göttin war Aphrodite Urania, welche ohne Mutter zur Welt kam und deshalb als himmlisch oder spirituell galt. Aphrodite Pandemos war die jüngere der Beiden. Sie war die Tochter des Zeus und der Dione, weshalb hier der irdische oder gewöhnliche Aspekt zur Geltung kommt.

Laut Pausanias wurde Aphrodite Pandemos mit sexuellen Begierden geboren, während Urania mit einer edleren Anziehung zur Seele und Geist assoziiert wurde.

Die Neuplatoniker und auch spätere christliche Interpreten brachten Aphrodite Urania mit geistlicher Liebe und Aphrodite Pandemos mit körperlicher Liebe in Verbindung.

Der Beiname Pándemos (demos = Volk) stellt Aphrodite zudem mitten in die griechische Gemeinschaft. Sie fungierte hier als Ordnungshüterin der Eintracht und Harmonie.

Aphrodite Dionea

In der Moderne wurde Aphrodite Urania das Symbol der eingeschlechtlichen Liebe ohne Mutter bzw. Frau. Karl Heinrich Ulrichs, ein Vorreiter der Sexualwissenschaft, bezeichnete homosexuelle Männer als Urninge – welche ohne Frau auskommen und eingeschlechtliche Liebe praktizieren. Der Begriff „Urning“ ist von Aphrodite Urania abgeleitet.

In diesem Zusammenhang bezeichnete Ulrichs alle heterosexuellen Männer als Dioninge, abgeleitet von Aphrodite Dionea (Tochter von Zeus und Dione). Die Aphrodite Dionea war demnach eine Weiterentwicklung der Aphrodite Pandemos, welche mit allen sexuellen Begierden (Heterosexualität und Homosexualität) ausgestattet war.

Aphrodite Areia

Aphrodite Areia ist eine Version der griechischen Göttin Aphrodite, welche mit Waffen ausgestattet ist. Jene Darstellung fand sich in Sparta und in Tarent im italienischen Apulien.

Areia bedeutet übersetzt „kriegerisch“. Wohlmöglich ist dieser Beiname von Ares, dem Kriegsgott abgeleitet. Dieser Aspekt der Göttin steht im klaren Widerspruch zur sonstigen Rolle als Liebesgöttin oder Schönheitsgöttin.

In Homers Ilias wird Aphrodite als kampfunfähig dargestellt, welche bei der Rettung ihres Sohnes Aeneas von Diomedes an der Hand verletzt wird. Anstatt sich zu wehren, flüchtet sie zu ihrer Mutter Dione und lässt sich trösten. Dennoch gab es Kulte in Kythira, Zypern, Argos, Taras und vor allem in Sparta, welche den kriegerischen Aspekt von Aphrodite erwähnen.

Ähnliche Attribute gab es auch bei anderen Göttinnen, wie der Athena (Athene) – welche als Pallas Athena (Kriegerisch), als Athena Polias (Schutzgöttin der Polis) oder als Athena Areia verehrt wurde.

Aphrodite Hera

In Sparta wurde Aphrodite Hera verehrt. Der Beiname deutet an, dass es zu einer Verschmelzung zwischen Aphrodite und Hera – der Schutzgöttin der Ehe – kam. Zu Hochzeiten opferten Mütter der Göttin, um für das Wohl ihrer Töchter zu sorgen.

Aphrodite Paphian

Aphrodite Paphian war der Beiname der Aphrodite Pandemos in Paphos auf Zypern. Laut dem Gründungsmythos der Stadt war die namensgebende Paphos eine Tochter des Pygmalions, einem Bildhauer – der sich in eine Elfenbein-Statue der Aphrodite verliebte.

Mit der leblosen Statue zeugte Pygmalion eine Tochter, namens Paphos, welche dann zur Gründerin der zyprianischen Stadt wurde.

Aphrodite Argounís

In Böotien wurde sie als Aphrodite Argynnis bzw. Aphrodite Argounís verehrt. Laut einer Legende soll der mykenische König Agamemnon einen böotischen Geliebten, namens Argynnos, gehabt haben. Dieser ertrank im Fluss und Agamemnon errichtete seinem Geliebten zu Ehren einen Tempel für Aphrodite Argynnis.

Aphrodite Philomeides

Aphrodite Philomeides bedeutet „die lächelnde Aphrodite“. Mit diesem Beinamen wird die Göttin in den homerischen Epen erwähnt, aber auch bei Hesiod. Doch in Hesiods Theogonie wird dieser Beinamen auf Aphrodite’s Geburt bezogen, wodurch dieser dort als „genitalliebend“ anstelle von „lächelnd“ übersetzt wird.

Aphrodite Cythereia

Aphrodite Cythereia ist der Beiname von Aphrodite, welche deren Ursprung und Verbindung zur Insel Cythera widerspiegeln soll. Laut einer Version des Geburtsmythos um Aphrodite ging die Göttin zuerst auf der Insel Cythera an Land.

Aphrodite Cypris

Aphrodite Cypris ist der Beiname von Aphrodite auf Zypern. Laut einer Version des Geburtsmythos um Aphrodite verließ die Göttin zuerst bei Zypern das Meer.

Aphrodite der Gärten

Aphrodite der Gärten (Aphrodíte en kepois) war ein Beiname der Göttin in Athen. Hier wird ihre Gunst zur Vegetation und zur Fruchtbarkeit der Athener Gärten hervorgehoben.

Aphrodite Epitragia

Der Bock galt als überregionales Opfertier für Aphrodite. Laut einer Legende soll Aphrodite Pandemos auch als Aphrodite epitragía („die auf dem Bocke“) in Athen verehrt worden sein. Denn angeblich sollte bei der Abreise von Theseus nach Kreta (Kampf gegen Minotaurus) am Abreisetag eine Ziege am Hafen von Athen geopfert werden. Das Tier verwandelte sich vor der Opferung in einen Ziegenbock.

Mit wem war Aphrodite verheiratet?

Aphrodite war mit Hephaistos, dem Gott des Feuers und der Schmiedekunst, verheiratet. Auch dieser gehörte zu den Olympischen Göttern und war ein Sohn von Zeus und Hera.

Laut einem Mythos sollen Zeus und Hephaistos gestritten haben, woraufhin ihn der Göttervater packte und vom Olymp warf. Hephaistos landete bei der Insel Lemnos im Meer. Die Sintoi, ein thrakischer Volksstamm, pflegte ihn gesund – doch ein Hinken blieb.

Zur Versöhnung gab Zeus ihm Aphrodite zur Frau. Doch Aphrodite soll Hephaistos mehrfach betrogen haben. Einer ihrer Liebhaber war Ares.

Um sich an seiner Frau zu rächen, fertigte Hephaistos ein Netzapparat an, welchen er am Bett befestigte. Als Ares und Aphrodite miteinander schliefen, wurden sie in diesem Netz gefangen. Hephaistos rief die anderen Götter herbei, welche in Gelächter ausbrachen.

Jenes Lachen der Götter wird als homerisches Gelächter bezeichnet. Danach trennten sich Aphrodite und Hephaistos. Und Ares und Aphrodite heirateten.

Welche Affären hatte Aphrodite?

Die Vereinigung von Aphrodite mit Hephaistos brachte keine Kinder hervor. Dafür hatte Aphrodite viele Kinder mit Ares, aber auch mit Poseidon (Meeresgott), mit Hermes (Götterboten) oder mit Dionysos (Gott des Weines).

Doch Aphrodite hatte auch Affären mit Sterblichen, wie die mit dem Schönling Adonis oder die mit Achises, dem König von Dardanos und Bruder von Priamos.

Wer waren die Kinder von Aphrodite?

Mit Ares zeugte Aphrodite mehrere Söhne, wie Eros, Pothos oder Himeros. Genau wie Aphrodite war Eros ein Liebesgott. Pothos und Himeros waren die Personifizierung des erotischen Verlangens und der Lust.

Weitere Söhne von Aphrodite und Ares waren Phobos und Deimos, die Personifizierung von Angst und Panik. Auch Anteros gehörte zu Aphrodites Söhnen von Ares. Er war die Personifizierung der erwiderten Liebe.

Mit Hermes zeugte Aphrodite den Hermaphroditus, welcher sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsteile hatte. Auch er war ein kleiner Liebesgott.

Mit Poseidon zeugte Aphrodite die Göttin Rhode, welche die Personifizierung der Insel Rhodos war.

Golgos war ein Sohn von Aphrodite und Adonis. Er soll die griechische Stadt Golgi gegründet haben.

Mit Dionysos zeugte Aphrodite den Priapos, einen kleineren Fruchtbarkeitsgott.

Ein weiterer Sohn von Aphrodite war Aeneas, welchen Aphrodite mit Anchises, dem König von Dardanos, gezeugt haben soll. Jener Aeneas war einer der wenigen Trojaner, welcher den Trojanischen Krieg überlebte und nicht versklavt wurde. Nach dem Krieg floh er aus Troja, ging er ins Latium und gründete die Stadt Alba Longa. Er gilt als Stammvater der Römer.

Eine Tochter der Aphrodite war Harmonia, deren Vater ebenfalls Ares war. Sie wurde die Gemahlin von Kadmos, dem ersten König von Theben.

Wer waren die Begleiter von Aphrodite?

Aphrodite wurde fast immer von ihrem Sohn Eros begleitet. Als Liebesgöttin gehörten auch Himeros (Verlangen) und Peitho (Überredungskunst) zu ihrem Gefolge. In der antiken Kunst wurden Eros und Himeros immer als gutaussehende Jünglinge mit Flügeln dargestellt.

Die Macht, welche Eros und Himeros auf ihr Umfeld hatten, galt als gefährlich – da niemand ihnen widerstehen konnte. Nur Athene (Schutzgöttin), Hestia (Göttin des Herdes) und die Jagdgöttin Artemis waren jungfräuliche Göttinnen der Griechen. Über sie hatte Aphrodite keine Macht, weshalb auch die Männerwelt sie nicht besitzen konnte.

Hauptdienerinnen von Aphrodite waren die Chariten. Sie waren Töchter von Zeus und der Eurynome. Bei den Römern wurden sie als Grazien bezeichnet. Diese drei Dienerinnen hießen Euphrosyne („die Frohsinnige“), Thalia („die Blühende“) und Aglaia („die Strahlende“). Sie brachten den Menschen die Schönheit, die Anmut und Lebensfreude.

Weitere Begleiter der Aphrodite waren die drei Horen, ebenfalls Untergöttinnen – die das geregelte Leben überwachten. Bei Hesiod werden die Horen als Töchter von Zeus und Themis identifiziert. Ihre Namen sind Eunomia („Gute Ordnung“), Dike („Gerechtigkeit“) und Eirene („Frieden“).

Weitere Begleiterin der Aphrodite war manchmal ihre Tochter Harmonia und Hebe, die Tochter von Zeus und Hera.

Welche Begleittiere zählten zur Aphrodite?

Die Taube wird oftmals mit Aphrodite in Verbindung gebracht. Der Grund dafür war, dass Tauben keine Gallenblase haben und somit frei von Bitteren und Bösen galten. So wurde die Taube das Symbol für Frieden (Friedenstaube), für Liebe (Turteltaube) und für Treue (Hochzeitstaube).

Der Schwan galt in der griechischen Mythenwelt als anmutiges Tier. Der Mythos, dass sich Zeus der Leda als Schwan näherte und dann mit ihr die schöne Helena zeugte, ist nur eine Erzählung, welche die Schönheit der Schwäne zeigt. In diesem Zusammenhang wird der Schwan auch als Begleittier von Aphrodite erwähnt.

Weitere Begleiter der Aphrodite waren Delfine, Hasen, Gänse, Bienen, Schmetterlinge, Tauben, Ziegenböcke (Aphrodite Epitragia) und Spatzen.

Was war der Gürtel der Aphrodite?

Der Gürtel der Aphrodite ist ein Zaubergürtel, welcher den unwiderstehlichen Liebreiz der Liebesgöttin entfacht. Gefertigt hatte den Gürtel ihr Ehemann, der Schmiedegott Hephaistos. Der Gürtel war mit Gold und Edelsteinen bestückt und wird als kestòs himàs poikílos (deutsch: = buntbestickter Gürtel) erwähnt.

Welche Bedeutung hatte Aphrodite im Trojanischen Krieg?

Parisurteil

Aphrodite stand im Trojanischen Krieg auf der Seite der Trojaner. Denn sie war von Paris – dem Prinzen Trojas – als schönste unter den Göttinnen erwählt wurden und bekam den goldenen Apfel vom Prinzen überreicht (Parisurteil).

Komplizin des Brautraubs

Fortan beriet sie den Prinzen dabei, die Gunst der Helena aus Sparta zu gewinnen. So flüsterte sie ihm ins Ohr, dass Paris sich für eine diplomatische Aktion nach Sparta stark machen sollte, bei welcher Hesione (Schwester von Priamos) aus Griechenland zurückgeführt werden könne.

In Sparta konnte Paris dann die Helena entführen. Einige Autoren sprechen davon, dass Helena freiwillig nach Troja ging, da sie unter den Liebeszauber von Aphrodite stand. Andere Autoren sprechen von Brautraub und Entführung.

Verbindung zu Anchises, dem Bruder des trojanischen Königs

Mit Anchises zeugte Aphrodite einen Sohn, namens Aeneas. Sowohl Vater als auch Sohn nahmen am Trojanischen Krieg auf Seiten Trojas teil.

Rettung des Aeneas

Auf dem Schlachtfeld trafen der griechische Held Diomedes und Aeneas aufeinander. Dem Griechen gelang es fast, den Sohn von Aphrodite zu töten. Doch Aphrodite schritt ein, zog ihren Sohn aus dem Schlachtgetümmel und wurde dabei von Diomedes an der Hand verletzt.

Beschützerin von Hektors Leichnam

Die Iliashandlung endet mit dem Tod von Hektor, dem großen Helden von Troja. Dieser starb im Zweikampf mit Achilleus. Letzterer band Hektors Leiche an einen Wagen und zog diese dreimal um die Mauern Trojas. Die geschändete Leiche wollte Achilleus dann den Hunden zum Fraß vorwerfen, doch Aphrodite schützte den Leichnam Hektors.

Wie wurde Aphrodite in der Antike verehrt?

Aphrodisia-Fest

Das Hauptfest zu Ehren der Aphrodite war die Aphrodisia. Dieses wurde in ganz Griechenland, aber hauptschlich in Athen und Korinth, gefeiert. Bei den Feierlichkeiten wurden die Tempel der Aphrodite mit dem Blut einer geopferten Taube gereinigt. Jener Vogel stand für Liebe und Frieden und war eines der heiligen Tiere der Aphrodite.

Stadt Aphrodisias

Aphrodisias ist eine Ruinenstadt im Südwesten der heutigen Türkei. Dort stand ein Aphrodite-Tempel, welcher der Stadt ihren Namen gab. Die Stadt besaß ein einzigartiges Kultbild, das der Aphrodite von Aphrodisias.

Der Tempel der Göttin Aphrodite wurde wahrscheinlich im 5. Jahrhundert n. Chr. in eine frühchristliche Basilika umgewandelt. Vor der griechischen Zeit hieß die Stadt auch Lelegon polis, Ninoe und Megali polis. Noch in der Spätantike wurde die Stadt in Stavropol unbenannt. Und während der byzantinischen Zeit war die Stadt als Karia bekannt.

Heute sind die Überreste des Tempels der Aphrodite immer noch sichtbar.

Liebesgöttin

Laut Platon existierte Aphrodite in zwei verschiedenen Entitäten: Aphrodite Uranus und Aphrodite Pandemos. Erstere war Beschützerin der platonischen-idealistischen Liebe. In dieser Version kommt der himmlische Aspekt von Aphrodite zum Tragen, die Liebe zur Seele und zum Geist.

Der Reiseschriftsteller Pausanias berichtet von einem jährlichen Festritual, bei dem die Priesterinnen (Arrephoroi) vom Tempel der Athene Polias zum Heiligtum der Aphrodite in die Gärten geschickt wurden. Die Verbindung zwischen beiden Heiligen Stätten war ein unterirdischer Gang. In den Gärten der Aphrodite erhielten sie dann Post. Nach diesem Ritual, welches als Arrephoria bezeichnet wurde, entließ man die Priesterinnen aus dem Tempeldienst.

Als Aphrodite Pandemos ist sie auch die Schutzgottheit der irdischen Liebe, des Verlangens und des erotischen Begehrens. In dieser Version treten ihre Söhnen Eros und Himeros als Begleiter von Aphrodite auf. In der Klassischen Zeit der Antike wurde Eros mit Netz und Peitsche dargestellt. Erst im Hellenismus setzten sich Pfeil und Bogen durch, mit denen Eros seine Liebespfeile abschoss.

Himeros wird als das personifizierte Verlangen erstmals bei Homer erwähnt. Oftmals tritt Himeros mit seinem Pendant Pothos in Erscheinung. Jener Pothos ist die personifizierte leidenschaftliche Sehnsucht. Im Kratylos erklärt Platon den Unterschied zwischen beiden Konzepten. So ist bei Himeros das Objekt der Begierde bereits vorhanden, während bei Pothos sich die Person nach etwas sehnt, was allerdings fehlt und unerreichbar ist.

Der Beiname Pándemos (demos = Volk) stellt Aphrodite zudem inmitten der griechischen Gemeinschaft. Sie fungierte hier als Ordnungshüterin der Eintracht und Harmonie.

Göttin der Schönheit

Aphrodite galt unter den Göttern als die Schönste. Um einen Krieg um ihre Gunst zu verhindern, arrangierte Zeus ihre Heirat mit Hephaistos. Dieser wurde aufgrund seiner Hässlichkeit und Deformationen nicht als Bedrohung wahrgenommen. Allerdings hatte Aphrodite zahlreiche Liebhaber, wie bspw. den Kriegsgott Ares.

Beim Schönheitswettbewerb zwischen Athene, Hera und Aphrodite entschied sich Paris von Troja für letztere. Er übergab Aphrodite den goldenen Apfel der Eris, welcher als Zankapfel in den griechischen Mythen einging. Als Gegenleistung versprach die Liebesgöttin ihm die Liebe der schönsten Frau der Welt. Und diese Frau war Helena von Sparta. Paris raubte die schöne Helena, was zum Krieg zwischen Griechen und Troja führte.

Meeresgöttin

Laut Hesiod stammt Aphrodite aus dem Meer und wurde dort geboren (aphros = Meeresschaum). Die Verbindung zum Meer bestand schon früh in der Antike, weshalb Aphrodite auch die Beinamen Thalassía („die vom Meer“), Euploia („die gute Seefahrt verleiht“) oder Limenía („vom sicheren Hafen“) erhielt. In diesem Zusammenhang galt sie als Schutzgöttin der Seeleute.

Kriegsgöttin

Pausanias berichtet, dass Aphrodite in Sparta in einer kriegerischen Version verehrt wurde. Dort wurde sie als Aphrodite Areia verehrt. Der Name betont die Verschmelzung zwischen Aphrodite und dem Kriegsgott Ares. Dieser war – während der Ehe mit Hephaistos – eine von vielen Affären der Aphrodite. Später wurde Ares ihr Mann.

Laut Pausanias gab es in Sparta und auf Cythera mehrere Kultstatuen der Aphrodite, welche sie mit Rüstung und Waffen zeigen. Andere Kultstatuen zeigten sie gefesselt.

Laut Stephanie L. Budin sind Kulte um eine waffentragende Aphrodite, mit Ausnahme der in Sparta, erst im Hellenismus und während der Römischen Zeit entstanden. Denkbar sei eine Beeinflussung durch die römische Venus Victrix.

Andere Autoren verweisen darauf, dass Aphrodite Pandemos als Schutzgöttin der Polis bereits Einfluss auf Sieg oder Niederlage eines Stadtstaates hatte und der kriegerische Aspekt naturgemäß vorhanden sein musste.

Bei Homer wird Aphrodite allerdings als gänzlich friedfertig beschrieben. Beim Kampf zwischen ihrem Sohn Aeneas und Diomedes, schreitet Aphrodite ein und wird von Letzterem an der Hand verletzt. Sie kämpft nicht, sondern zieht sich zurück und sucht Trost bei ihrer Mutter Dione.

Schutzgöttin der Prostituierten

Aphrodite war die Schutzgöttin der Prostituierten, angefangen von der versklavten Straßenprostituierten (Pornai) bis hin zur gebildeten Kurtisane (Hetaira).

Insbesondere Korinth war für seine gut ausgebildeten Hetären in der ganzen griechischen Staatenwelt bekannt. Gleichzeitig war Korinth auch ein Hauptkultzentrum der Aphrodite und besaß einen Aphrodite-Tempel auf dem Akrokorinth.

Hinweise zur Verbindung zwischen Aphrodite und der Prostitution finden sich auch auf den Inseln Zypern, Kythera und Sizilien. Die sumerische Göttin Inanna, welche ein Vorläufer der Aphrodite war, wird mit Tempelprostitution in Verbindung gebracht.

Historiker lehnen aber eine Tempelprostitution im antiken Griechenland generell ab. Dennoch existieren Fragmente auf einen Skolion des Dichters Pindar, welche darauf hinweisen – dass es in Korinth eine Verbindung zwischen Aphrodite und einer religiösen Prostitution gegeben haben könnte.

Schutzgöttin der Ehe

In Hermione wurde Aphrodite als Nymphía („die Bräutliche“) verehrt. Dort opferten Jungfrauen der Liebesgöttin vor der Eheschließung. Auch Witwen opferten Aphrodite, um sich wieder vermählen zu können. Einen ähnlichen Brauch gab es in Sparta, wo die Aphrodite Hera eine ähnliche Funktion übernahm.

Schutzgöttin der Königinnen im Ptolemäerreich

Während des Hellenismus wurde Aphrodite in Ägypten als Hathor und Isis identifiziert. Die Königin Arsinoë II. Philadelphos (3. Jhd. v. Chr.) wurde als Inkarnation dieser Göttinnen verehrt. Insbesondere Alexandria war ein Zentrum des Kultes um Aphrodite Hathor.

Identifizierung als römische Venus

Die Römer identifizierten Aphrodite mit der Venus. Jene Gottheit war ursprünglich eine Fruchtbarkeitsgöttin der Landwirtschaft und des Frühlings.

Laut dem römischen Geschichtsschreiber Titus Livius wurden Aphrodite und Venus im 3. Jahrhundert v. Chr. identifiziert, als der Kult der Venus Erycina in Rom eingeführt wurde. Ungefähr zu diesem Zeitraum übernahmen die Römer den Kult und die Ikonographie der Aphrodite und wandten diese auf Venus an.

Da Aphrodite die Mutter von Aeneas war, welcher von Troja ins Latium floh und dort die Mutterstadt Alba Longa gründete, wurde Venus zur Mutter des römischen Volk erklärt. Sie wurde als Venus Genetrix verehrt. Insbesondere unter Iulius Caesar wurde dieser Kult intensiviert. Denn Caesar behauptete direkt vom Sohn des Aeneas abzustammen, welcher Ascanius oder eben Iulus genannt wurde.


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