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Pax Romana


Die Pax Romana war eine 250 Jahre andauernde Friedens- und Blütezeit in der Geschichte des Römischen Reiches. Diese Friedenszeit begann mit dem Ende der Römischen Bürgerkriege im Jahr 27 v. Chr. und endete spätestens im Jahr 235 n. Chr..

Da mit dem Ende der Römischen Bürgerkriege auch die Römische Republik abgeschafft und in ein Prinzipat überführt wurde, sollte die Pax auch die Wirksamkeit der Römischen Kaiserzeit bestätigen. Ihre Hochphase hatte die Pax Romana in den Regierungszeiten der sogenannten Fünf Guten Kaiser (96 n. Chr. bis 180 n. Chr.).

Da das Römische Reich im Todesjahr Kaiser Trajans (117 n. Chr.) seine größte Ausdehnung hatte, wird dieses Jahr oft als Höhepunkt der Pax bezeichnet. Im Computerspiel Anno 117 wird das Jahr 117 und die Pax Romana mittels einer Kampagne nachgespielt.

Steckbrief

Das Römische Reich zum Zeitpunkt seiner größten Ausdehnung (117 n. Chr.)

Das Römische Reich zum Zeitpunkt seiner größten Ausdehnung (117 n. Chr.)


Pax Romana
Bedeutung:römische Friedenszeit, römische Blütezeit (Goldenes Zeitalter), verwendet auch als Synonym für Römisches Reich und Römische Kaiserzeit
Gebiet:etwa 5.000.000 km² (117 n. Chr.)
Bevölkerungszahl:70 Millionen Menschen, etwa ein Drittel der damaligen Weltbevölkerung
Hoheitszeichen:S.P.Q.R.
Beginn:27 v. Chr. nach Beendigung der Römischen Bürgerkriege
Ende:235 n. Chr. mit dem Tod von Severus Alexander
Geschichtsepoche:Antike als Großepoche (800 v. Chr. - 476 n. Chr.), Römische Kaiserzeit (27 v. Chr. - 284 n. Chr.) als Teilepoche der Antike
Vorher:Römische Republik (509 v. Chr. – 27 v. Chr.)
Danach:römische Reichskrise des 3. Jahrhunderts (235 - 285) und Herrschaft der sogenannten Soldatenkaiser
Phasen:-Aufbauphase: 27 v. Chr. bis 14 n. Chr. (Prinzipat wird durch Kaiser Augustus eingeführt, Stabilisierung der Macht)
-Blütephase: 14 n. Chr. bis 180 n. Chr. (Hochphase der Pax bis zum Tod von Kaiser Marc Aurel)
-Erosionsphase: ab 180 bis 235 n. Chr. (Instabilität nimmt zu, Ende der Pax bahnt sich an)
Merkmale der Pax Romana
Stabilität:-Etablierung des Prinzipats (Kaisertum) und klare Machtstrukturen (Kaiser an der Spitze, Senat mit begrenzter Mach)
-in der Hochphase bestand das Adoptivkaisertum anstelle einer dynastischen Erbfolge
Sicherheit:-Militärische Sicherheit durch stehendes Heer,
-Sicherung der Grenzen (Rhein-Donau-Grenze und Limes),
-wenige Bürgerkriege im Inneren,
-Militärische Expansion nur punktuell (innere Stabilität statt Expansion)
Wirtschaft:-Wirtschaftlicher Aufschwung durch intensiven Handel im ganzen Mittelmeerraum
-Denar als einheitliche Währung für alle römischen Provinzen
-Ausbau von Straßen, Häfen und anderer Infrastruktur
-Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität
Kultur:-Kulturelle Blüte durch Förderung von Kunst, Architektur und Literatur
-Romanisierung der römischen Provinzen, indem gezielt die lateinische Sprache verbreitet wurde
-gezielte Ausbreitung der römischen Lebensweise
-Städtebau nach Vorbild von römischen Musterstädten mit Tempeln, Theater, Cardo Maximus (Kolonnenstraße), Nymphäum (Brunnenanlage), Amphitheatern, Hippodromen
Rechtssystem:-Verbreitung des römischen Rechts,
-Entwicklung eines einheitlichen Rechtssystems für alle römischen Provinzen
-Verwaltungsreformen in der Provinzen
-Schutz der Bürgerrechte für alle römischen Bürger in den Provinzen
Sozialsystem:-Schaffung von relativ stabilen Gesellschaftsstrukturen
-Integration fremder Völker ins Römische Reich
-Städtebau, Urbanisierung und gezieltes Bevölkerungswachstum in Städten - welche als Handelsmetropolen und Kulturzentren fungieren sollten
Bedeutende Kaiser während der Pax Romana
Kaiser AugustusErster Kaiser des römischen Reichs und Begründer der Pax (reg. 27 v. Chr. - 14 n. Chr.)
Kaiser TiberiusZweiter Kaiser der Pax (reg. 14-37), stabilisierte das Reich weiter
Kaiser ClaudiusVierter Kaiser der Pax (reg. 41-54), Ausbau der Verwaltung, Eroberung Britanniens
Kaiser VespasianBeendete das Vierkaiserjahr 69 und sorgte damit für eine weitere Phase der Stabilität (reg. 69-79)
Kaiser TrajanDas Römische Reich erreichte während seiner Herrschaft seine größte territoriale Ausdehnung (reg. 98-117)
Kaiser HadrianStoppte die Expansion seines Vorgängers Trajan und setzte auf innere Stabilität in den Provinzen (reg. 117-138)
Antoninus PiusWährend seiner Regierungszeit (138-161) erlebte das Römische Reich seine friedlichste Zeit.
Marc AurelLetzter Kaiser in der Hochphase der Pax, regierte als Philosoph auf dem Kaiserthron (reg. 161–180)
Severus AlexanderLetzter Kaiser der Pax (reg. 222-235)

Was bedeutet Pax Romana?

Die Pax Romana (deutsch: Römischer Frieden) war die ruhigste und wohlhabendste Zeit der römischen Geschichte. Da diese Zeit mit der Machtübernahme von Kaiser Augustus begann, wird diese Epoche auch als Pax Augusta (deutsch: Frieden des Augustus) bezeichnet.

Die wirkliche Hochphase der Pax erstreckte sich zwischen 27 v. Chr. und 180 n. Chr.. Dieser Zeitabschnitt gilt als eine der längsten Friedensperioden der Geschichte. In dieser Zeit bauten die Römer einen gewissen Wohlstand auf, exportierten ihre Kultur und Sprache in sämtliche römischen Provinzen – wodurch die Geschichte Europas nachhaltig geprägt wurde.

Was machte die Pax Romana möglich?

Möglich war die Pax Romana durch:

  • die Machtkonzentration, welche unter Augustus begann
  • der Ausbau und die Professionalisierung des Militärs
  • eine effiziente Verwaltung und Rechtssicherheit
  • Wirtschaftliche Stabilität, Logistik und Infrastruktur
  • Ideologie

Machtkonzentration des Augustus

Die Römischen Bürgerkriege endeten 27 v. Chr.. Danach schuf Augustus ein neues Regierungssystem, das Prinzipat. Dies machte ihn zum Alleinherrscher (Kaiser). Fortan war die militärische, politische und religiöse Macht in seiner Person vereint. Und diese Einheit am Kopf des Staates wurde bis in seine Glieder durchgedrückt. Fortan entfielen Machtkämpfe zwischen rivalisierenden Politikern.

Ausbau und die Professionalisierung des Militärs

Die Berufsarmee wurde durchorganisiert und an Außengrenzen sowie an militärisch wichtigen Punkten stationiert. Die eingesetzten Soldaten erhielten eine regelmäßige Bezahlung (Sold) und eine gute Versorgung. Dadurch wurde die Moral in der Truppe erhöht und die Loyalität gegenüber dem Kaiser gestärkt. Diese andauernde militärische Präsenz sicherte die Außengrenzen und sorgte dafür, dass Unruhen im Inneren unterbunden wurden.

effiziente Verwaltung und Rechtssicherheit

Die Verwaltung wurde zentral gesteuert und mit Statthaltern versehen, welche die römische Verwaltung in den Provinzen durchsetzen. Dort wurden Steuern, Gesetze und die Infrastruktur vereinheitlicht. Diese Vereinheitlichung hob Barrieren und Handelsschranken auf, wodurch die Wirtschaft florieren und Wohlstand erwirtschaftet werden konnte. Die Rechtssicherheit schützte Eigentum und somit Wohlstand, wodurch weitere Beschränkungen wegfielen.

Logistik und Infrastruktur

In sämtlichen römischen Provinzen entstanden Städte nach römischen Vorbild. Verbunden wurden diese Städte über Straßen. Häfen und Umschlagsplätze erleichterten den Handel. Gleichzeitig waren diese Orte auch Gegenden, an denen Informationen ausgetauscht wurden. So breitet sich Kultur und Glaube in die Kultur von ganz allein aus. Eine einheitliche Währung (Denar) führte zu einer stabilen Wirtschaft, zu einem Vertrauen ins Geld und zur Stabilisierung der Handelswege. Der dadurch erwirtschaftete Wohlstand reduzierte soziale Spannungen.

Ideologie

Augustus seine Nachfolger präsentierten sich als Friedensbringer. Demnach entstand ein Narrativ, wonach die Römer zu einer Friedens- oder Schutzmacht in den Provinzen erklärt wurden. Sämtliche Kunst, Religion, Erzählungen und Feste unterstützten das Bild des Friedensbringers. Die Pax Romana wurde somit zu einer Rechtfertigung für die Kaiserherrschaft (Friedensherrschaft).

Wie sicherte Rom den Frieden während der Pax Romana?

Frieden während der Pax Romana war möglich, weil die Mehrheit an die Überlegenheit dieses Systems glaubte. Und dieser Glaube wurde genährt durch Wohlstand, ein gewisses Maß an Freiheit bei gleichzeitiger Sicherheit. Der daraus entstandene soziale Frieden führte zu einer lang anhaltenden Friedenszeit. Die Menschen glaubten demnach an Rom und den Kaiser, weil sie gewisse Vorteile hatten. (siehe folgende Abschnitte)

Wann begann und endete die Pax Romana?

Die Pax Romana begann mit dem Ende der Römischen Bürgerkriege im Jahr 27 v. Chr. und endete spätestens mit der Ermordung von Kaiser Severus Alexander (235 n. Chr.). Dessen Tod markiert das Ende der Severer-Dynastie, welche seit 193 n. Chr. für eine relative Stabilität gesorgt hatten. Mit dem Tod des Kaisers brach die letzte kaiserliche Dynastie des Prinzipats weg und das Römische Reich rutschte in die Epoche der Soldatenkaiser.

Gleich nach dem Tod von Severus Alexander wurde Maximinus Thrax vom römischen Herr als Kaiser ausgerufen. Fortan hatte das Militär die politische Macht, welche zuvor noch das Prinzipat innehatte. In der Folge verlor der Senat immer mehr an Bedeutung und die Legitimation des Kaisers beruhte auf militärische Stärke.

Da es keinen rechtmäßigen Kaiser, sondern nur noch militärisch überlegene Kaiser gab, wurden Usurpationen zur Regel. Demnach war der Tod von Severus Alexander der Startpunkt der römischen Reichskrise im 3. Jahrhundert.

Warum endet die Hochphase der Pax Romana mit dem Tod von Marc Aurel?

Die römischen Kaiser des 2. Jahrhunderts wurden nach ihren Fähigkeiten bestimmt und eingesetzt. Demnach wurde der Kaisertitel nicht an den Sohn vererbt, sondern an den fähigsten Staatsmann übergeben. Diese Übergabe war durch Adoption möglich. Dadurch war es möglich, dass nur außergewöhnlich kompetente Herrscher zum Kaiser wurden.

Jene Adoptivkaiserzeit begann unter Kaiser Nerva als er Trajan adoptierte und so zu seinem Nachfolger bestimmte. Mit dem Tod Nervas im Jahr 98 n. Chr. begann dann offiziell die Zeit der Adoptivkaiser. Und diese dauerte bis zum Tod von Marc Aurel an (180 n. Chr.).

In dieser Periode waren die römischen Herrscher ausschließlich durch Adoption ins Amt bestimmt wurden. Kaiser Marc Aurel setzte stattdessen seinen eigenen Sohn Commodus als Kaiser ein, wodurch die Zeit der Adoptivkaiser endete.

Dass Marc Aurel seinen Sohn anstatt einen Adoptivsohn einsetzte, hat politische Gründe. Denn Marc Aurel war der erste Kaiser seit Domitian (Nervas Vater), welcher einen leiblichen und erbfähigen Sohn hatte.

Und das dynastische Denken wurde im Römischen Reich nie wirklich aufgegeben. Stattdessen war der Adoptivkaiser immer nur ein Notbehelf gewesen, weil der leibliche Nachfolger fehlte.

Und da nun Marc Aurel einen erblichen Sohn hatte, konnte er eine starke dynastische Legitimation für seine Nachfolge nutzen. Schließlich hatte die eigene Dynastie (Antoninische Dynastie) immer Vorrang, weshalb es selbstverständlich war, Commodus zum Kaiser zu machen. Alles andere hätte eine Reichskrise bedeutet.

Mit Commodus kam allerdings eine Zeit der Instabilität auf. Er erwies sich als unfähiger als seine Vorgänger und hinterließ eine Ungewissheit in der Nachfolger.

Als dann Commodus im Dezember 192 starb, kam es im Römischen Reich zu einer kleineren Reichskrise. Im Jahr danach kämpften vier Kaiser um die Nachfolge. Das Vierkaiserjahr 193 endete mit dem Kaisertitel des Septimius Severus, welcher das Reich wieder stabilisieren konnten, allerdings nie an die Hochphase seiner Vorgänger heranreichte.

Warum gilt die Pax Romana als Höhepunkt des Römischen Reiches?

Kennzeichnend für die Pax Romana waren politische Stabilität, innere und äußere Sicherheit, ein sozialer Zusammenhalt, sowie wirtschaftlicher Aufschwung und eine kulturelle Hochphase. All dies bewirkte, dass die Pax als Höhepunkt der römischen Geschichte bezeichnet wird. Gleichzeitig diente die Pax den römischen Herrschern auch als Beweis für die Legitimation des Kaisers. Im Folgenden werden die Merkmale der Pax Romana einzeln erklärt:

Politische Stabilität

Während der Pax Romana war das politische System stabil und wurde nicht infrage gestellt. Dies lag daran, dass das Prinzipat – welches Kaiser Augustus schuf, ein Mischsystem war.

Der Kaiser hatte in diesem System zwar die tatsächliche Kontrolle, aber ein Senat und die Magistrate blieben dennoch bestehen. So bestand zwar eine Monarchie, doch die politischen Strukturen der Römischen Republik wurden übernommen. Dadurch konnte der Alleinherrscher gewisse Reformen schnell entscheiden und einleiten. Gleichzeitig wirkte seine Herrschaft, aufgrund der republikanischen Institutionen, legitim und war für alle gesellschaftlichen Gruppen akzeptabel.

Besonders in der Hochphase der Pax (Nerva bis Marc Aurel) wurde die Nachfolge des Kaisertitels durch Adoption bestimmt. Damit wurde erreicht, dass immer nur der fähigste Staatsmann zum Kaiser wurde. Und genau das führte zu außergewöhnlich stabilen und kompetenten Regierungen. Gleichzeitig blieben Bürgerkriege um die Nachfolge aus. Erst als der Kaisertitel wieder dynastisch vererbt wurde, kamen die Erbfolgekriege zurück.

Wichtig für eine Stabilität im römischen Großreich war eine funktionstüchtige Verwaltung. Und deshalb exportierten die Römer den Staatsapparat, dessen Verwaltung, Rechtssystem und hierarchischen Strukturen in alle Provinzen. Dort gab es klare Zuständigkeiten, viele Städte wurde teilautonom (z.B. Dekapolis) oder die Eliten wurden ins römische System eingebunden und profitierten davon. Das Prinzip von Teile und Herrsche wurde außerhalb der Kriegszeiten angewandt, um für Stabilität zu sorgen.

Militärische Stärke und Sicherheit

Das Militär wurde gut bezahlt, weshalb sich der Kaiser die Loyalität sicherte. Innere und äußere Sicherheit wurden zu Leitplanken der Kaiser. Dadurch wurde der römische Kaiser in allen Provinzen als Garant für Ordnung und Sicherheit verstanden.

Man setzte auf Konsolidierung anstelle von Expansion. Und indem man nicht immer neue Gebiete eroberte und die Bürger ins Reich integrieren musste, konnte man seine Ressourcen auf die Innere Sicherheit lenken. So kam es zu festen Stationierungen an den Grenzen, anstelle von Eroberungszügen im Umland.

Das Römische Reich unterhielt zwischen 300.000 und 400.000 Soldaten in den Legionen und Auxiliartruppen. Man setzte auf Disziplin, klar vordefinierte Karrierewege mit Aufstiegsmöglichkeiten und gute Versorgung bzw. Bezahlung.

Die äußeren Grenzen wurden ausgebaut, wie bspw. am Obergermanisch-Raetischen Limes oder am Hadrianswall in Britannien zu sehen ist. Mit diesen Grenzen wollte man sich nicht gegen Germanen oder Kelten abschotten, sondern Kontrolle zeigen. Die Grenzen waren mit einem Frühwarnsystem ausgestattet – welches aus Wachtürmen, Grenzwällen und Palisaden bestand.

Für die römische Bevölkerung waren die Grenzanlagen das Symbol der inneren Sicherheit und für die Nachbarn ein Symbol der römischen Macht.

Die Provinzen wurden strategisch aufgebaut, indem Logistikwege und Straßen etabliert wurden. Dadurch war eine schnelle Truppenbewegung im Landesinneren möglich. Gleichzeitig wurden die Militärlager zu wirtschaftlichen Umschlagsplätzen, administrativen Zentren und Handelsposten ausgebaut.

Im Umland des Römischen Reichs setzte man auf Verbündete anstelle von Feinden. So gab es Bündnispartner oder Klientelstaaten als Pufferzonen.

Wirtschaftliche Hochphase

Das Mittelmeer wurde zum römischen Binnenmeer (Mare Nostrum), in welchem Handel zwischen den Provinzen jederzeit möglich sein sollte. Dazu wurde Piraterie bekämpf, indem man eine Küstenwache um wichtige Hafenstädte etablierte. Der Handel auf dem Mittelmeer florierte zwischen den römischen Provinzen in Europa, im Nahen Osten und in Nordafrika.

Währungsstabilität

Um den Handel zu erleichtern, wurde der römische Denar zur Einheitswährung. Dies wurde erreicht, indem man den Silberanteil in den Münzen gesetzlich festschrieb, wodurch das Münzgeld immer einen gewissen Metallwert hatte.

Die Festschreibung des Silberanteils sorgte dafür, dass das Vertrauen in den Denar stieg – wodurch sich auch der Nominalwert erhöhte und stabil blieb. Das System des Denar wurde durch Gold- und Bronzemünzen ergänzt.

Sowohl Denar (Silbermünzen) als auch Aureus (Goldmünzen) wurden zentral geprägt. Nur der Kaiser durfte über das Münzsystem bestimmen. Weiterhin dienten Münzen nicht nur als Zahlungsmittel, sondern auch als Propaganda (Kaiserporträts, Siege, Reformen). Demnach war das Kaiserporträt auf der Münze gleichzeitig ein Vertrauensbeweis für den Wert der Münze. Der Kaiser verbürgte sich mit seinem Bild für den Wert dieser Münze.

Mehr als ein Jahrhundert lang blieb der Silbergehalt des Denars gleich, was das Vertrauen in die Währung bei Händlern, Soldaten und Provinzbewohnern bewirkte. Außerdem förderte diese Währungsstabilität eine Preisstabilität, ermöglichte langfristige Investitionen und Handel.

Aufgrund der Friedenszeit wurden Gelder nicht dafür genutzt, um eine Kriegskasse zu finanzieren. Erst unter Marc Aurel begann eine schleichende Geldentwertung, aufgrund von Kriegskosten (Markomannenkriege) und sinkende Silbervorkommen. In der Folge wurde der Silbergalt des Denars reduziert, wodurch sich erste Inflationstendenzen einstellten.

Landwirtschaft als Hauptwirtschaftszweig

Der Hauptwirtschaftszweig des Reiches war die Landwirtschaft. Die Römer vergaben Großgrundstücke (Latifundium) und schufen so ein System von Großgrundbesitzern. Ziel war eine gewisse Versorgungssicherheit zu erreichen und die Landwirtschaft zu schützen.

Professionelle Verwalter (vilici) sollten den Anbau organisieren. Dies geschah, indem Fruchtwechsel und Bodenpflege gezielt dokumentiert und eingesetzt wurden. So wurden in bestimmten Intervallen nur Getreide, dann Hülsenfrüchte angebaut und dann als Brachland zurück gelassen. Dadurch sollte die Fruchtbarkeit des Bodens erhalten bleiben bzw. die Regeneration gefördert werden.

Eine weitere Möglichkeit, die Fruchtbarkeit zu erhöhen, boten Düngemethoden (Mist, Asche, Kompost). In den unterschiedlichen Provinzen wurde sich auf den Anbau ganz bestimmter Kulturpflanzen spezialisiert. So kam Wein aus Gallien, während der Olivenanbau im Nahen Osten forciert wurde.

Technische Verbesserungen, wie verbesserte Pflüge mit Eisenkufen, sorgten für mehr Effizienz. Bessere Wasser- und Handmühlen sorgten für eine leichtere Verarbeitung und eine kontrollierte Wasserzufuhr über künstlich angelegte Kanäle, Aquädukte und Zisternen ermöglichten den Anbau von Kulturpflanzen in trockenen Gebieten.

Urbanisierung und Römischer Städtebau

Eine Möglichkeit den Handel und die Romanisierung voranzutreiben, war der Städtebau. Überall wurden römische Städte nach einem ganz bestimmten Stadtbild erbaut. So hatte eine römische Musterstadt immer ein rechteckiges Straßennetz im Schachbrettmuster.

Oftmals war die Stadt durchzogen von einer Hauptstraße in Nord-Süd-Richtung. Jene Straße wurde als Cardo Maximus bezeichnet. Diese durchdrang die Stadt nicht nur in seiner Gänze, sondern verband Städte untereinander. Am Straßenrand wurden riesige Säulen (Kolonnade) aufgestellt, welche als Symbol römischer Pracht und Herrlichkeit dienen sollten.

Direkt an den Hauptstraße wurden öffentliche Gebäude errichtet (Thermen, Theater, Tempel, Basiliken und Nymphäum). In den Städten wurden Mehrfamilienhäuser (Insulae) für die breite Öffentlichkeit und ein Einfamilienhäuser (Domus) für Wohlhabende errichtet.

In diesen Städten siedelten sich Handwerk, Handel und Dienstleistungen an. Und die Städte wurden zu Konsummärkten für landwirtschaftliche Produkte. Viele Militärlager entwickelten sich zu Städten weiter. So wurde bspw. aus dem Militärlager Vindobona die Stadt Wien.

Durch den Städtebau erlebten Provinzen wie Gallien, Hispanien, Nordafrika und der Nahe Osten einen regelrechten Urbanisierungsschub. Es entstanden überall erste Großstädte.

Spezialisierung und frühe Globalisierung

Städte wie Rom, Alexandria (Ägypten), Antiochia (Naher Osten) und Karthago (Nordafrika) wurden zu Handelszentren. In den Regionen um diese Städte wurden Spezialisten eingesetzt. So kamen aus Ägypten das Getreide, Metalle kamen von der Iberischen Halbinsel, Luxuswaren kamen aus Syrien und aus Gallien kamen Weine oder Keramik. Mit diesen Spezialisierungen erreichten die Römer, dass die Produktionskosten sanken und gleichzeitig die Warenqualität stieg. Das Römische Reich etablierte eine Frühform der Globalisierung im Mittelmeerraum.

Kulturelle Blütezeit

Der römische Städtebau brachte monumentale Bauwerke, wie das Kolosseum, Triumphbögen, Pantheon und Thermen hervor. Die Römer perfektionierten den Kuppelbau mit großen Gewölben aus Beton.

Die schnell wachsenden Städte mussten mit Trinkwasser versorgt werden. Neben öffentlichen Brunnen entstanden Aquädukte, welche das Trinkwasser zur Stadt transportierten.

Vergil, Ovid, Horaz und Livius schufen literarische Werke der Weltliteratur. Geschichtsschreiber, wie Tacitus, Sueton, Plinius der Jüngere und Florus hielten historische Ereignisse schriftlich fest und vermitteln uns heute ein Geschichtsverständnis von damals.

Rhetorik und Bildung wurden zu einem zentralen Wert einer Gesellschaft. Öffentliche Redner und Gelehrte wurden verehrt. Kaiser Marc Aurel war selbst Philosoph, verfasste Selbstbetrachtungen und wurde zu einem wichtigen Vertreter der Stoa.

Kunst diente als Selbstdarstellung des Kaisers und der Elite. Viele Kunstwerke und Mosaike entstanden an den Mauern bedeutender Bauwerke. Das Römisches Recht wurde zu einem Rechtsystem ausgebaut, welches in sich schlüssig ist. Dieses System gilt bis heute als Vorbild europäischer Rechtssysteme.

In den Ostprovinzen blieb die griechische Sprache erhalten. Denn die Römer verehrten die Griechen als große Gelehrten. So übernahmen die Römer von den Griechen das Griechische als Bildungssprache, die Kunst und Architektur, das Götterbild und die Philosophie. Beide Kulturen mischten sich, woraus die griechisch-römische Kultur entstand. Neben Griechisch blieb Latein die vornehmliche Sprache in Westeuropa.

In allen Provinzen wurde die römisch-griechische Kultur vorangetrieben. Demnach war die Romanisierung eigentlich auch eine Hellenisierung. Die römische Städte hatten ihr Vorbild im griechischen Stadtbild. Skulpturen der Römer waren zunächst Kopien griechischer Kunst – weshalb die Kultur der Griechen in der Pax Romana überleben konnte.

Sozialer Zusammenhalt

Der soziale Zusammenhalt der römischen Gesellschaft und den Bevölkerungsgruppen in den Provinzen war eine Folge der bereits vorangestellten Punkte. So sorgte der wirtschaftliche Wohlstand, das Sicherheitsgefühl und die gemeinsame Rechtsordnung dafür, dass sich die Bevölkerung in den Provinzen friedlich ins römische System einordnen ließen.

Die Römer versprachen Wohlstand, Recht und Ordnung, sowie kulturelle Freizügigkeit und bewiesen es in den Provinzen durch ihr Handeln. Der Glaube an die Überlegenheit des Römischen Reichs wurde auch in den entlegensten Provinzen angenommen, wodurch sich der griechische-römische Kulturraum friedlich expandieren ließ.

In vielen Provinzen erhielten die Bürger immer mehr Rechte, in einzelnen Städte (z.B. Dekapolisstädten) sogar die römischen Bürgerrechte. Dadurch verstanden sich die Einwohner als akzeptierten Teil der römischen Welt und nicht als Unterworfene.

Soldaten aus allen Teilen des Reiches dienten gemeinsam. Für viele Menschen aus den Provinzen war das Militär ein Pfad des sozialen Aufstiegs mit klar definierten Karriereweg. So wurde das Militär zu einem echten Integrationsfaktor.

Rom erlaubte eine große Bandbreite an religiösen Kulten und Götterbildern. Da Rom selbst ein polytheistisches Götterbild hatte, war die Integration von neuen Göttern kein Problem für die Römer.

Erst als das Christentum als monotheistisches Glaubenssystem in Rom zur Staatsreligion wurde, verkomplizierte sich die Lage. Denn der Gott im Christentum verspricht alle Wahrheiten zu kennen und somit alle anderen Götter neben sich abzulösen. Da dieser Gott für alle Menschen gedacht ist, entstand ein Missionierungsgedanke – welcher zu Zwangsmissionierung führte.

Doch während der Pax Romana war Rom noch polytheistisch. Die Götter der Griechen, verschmolzen mit den Göttern der Römer, der Ägypter, der Phönizier und anderen lokalen Gottheiten.

Welche Gebiete gehörten dem Römischen Reich während der Pax Romana?

Bereits vor der Römischen Kaiserzeit wurden die griechisch-hellenistischen Gebiete von den Römern erobert. Dazu zählten vor allem das Königreich Makedonien (erobert 146 v. Chr.), das Seleukidenreich in Vorderasien (erobert 63 v. Chr.) und das Ptolemäerreich in Ägypten und im Nahen Osten (erobert 30 v.Chr.).

Und bereits die Römische Republik kontrollierte Nordafrika von Numidien und Mauretanien (Marokko, Algerien) bis nach Ägypten. Ein wichtiges Gebiet lag im heutigen Tunesien, welches dem damaligen Karthagische Reich entsprach. Deren Hauptstadt war Karthago, welche in den Punischen Kriegen an die Römer ging (146 v. Chr.).

In Mittel- und Westeuropa reichte die Pax Romana von Italien, über Frankreich bis zur Iberischen Halbinsel. Die Region Gallien im heutigen Frankreich, Belgien und der Schweiz wurde bereits durch Julius Caesar erobert (Gallischer Krieg: 58–51 v. Chr.).

Unter Kaiser Augustus führten die Römer dann den letzten Eroberungskrieg auf Hispania (29-19 v. Chr.) und kontrollierten danach auch Spanien und Portugal. Nördlich reichte das Römische Reich bis Britannia (Südengland), welches durch Kaiser Claudius im Jahr 43 n. Chr. erobert wurde.

Nur die Germanenfeldzüge des Augustus (12 v. Chr. – 16 n. Chr.) endeten für die Römer mit einer Niederlage (Varusschlacht: 9 n. Chr.). Deshalb wurde das Römische Reich gegen das Germanenland (Germanien) mit einem Grenzwall (Limes) abgesichert. Die Gebiete rechts des Rheins im heutigen Deutschland, Polen und der dazugehörige Ostseeraum standen demnach nicht unter römischer Kontrolle.

Europa, Nordafrika und Vorderasien im 1. Jahrhundert, Bildnachweis: Von Javierfv1212 - Eigenes Werk, gemeinfrei - Bildausschnitt

Europa, Nordafrika und Vorderasien im 1. Jahrhundert

Unter Kaiser Domitian kam es zum Dakerkrieg (85-89). Die Daker waren eine Volksgruppe im heutigen Rumänien (Region Dakien). Kaiser Trajan führte weitere Dakerkriege (101-105) und unterwarf Teile Dakiens, wodurch das Römische Reich bis zum Schwarzmeerraum ausgedehnt werden konnte.

Ein weiterer Krieg des Trajan war gegen die Parther (Dynastie im Perserreich). Im Jahr 117 n. Chr. konnte Trajan das Gebiet Mesopotamien von den Parthern erobern, wodurch das Römische Reich seine größte Ausdehnung erreichte.

Das Römische Reich im Jahre 117 n. Chr. zu der Zeit von Trajan, sowie die wichtigsten Provinzen

Das Römische Reich im Jahre 117 n. Chr. zu der Zeit von Trajan, sowie die wichtigsten Provinzen


Das Gebiet umfasste in Südeuropa:

  • Italien
  • Griechenland
  • Balkanhalbinsel (Illyrien, Makedonien, Thrakien)
  • Dalmatien
  • die Mittelmeerinseln Kreta, Sizilien, Sardinien, Korsika, Zypern und die Balearen

In Westeuropa gehörte dem Römischen Reich:

  • Gallien (heutiges Frankreich, Belgien, Teile der Schweiz)
  • Hispania (Spanien und Portugal)
  • Britannien (Südengland)
  • Teile der heutigen Niederlande und Deutschlands (bis zum Rhein)

Die Römer unterwarfen in Nordafrika:

  • Ägypten
  • Kyrenaika (Libyen)
  • Tunesien (Karthago)
  • Numidien und Mauretanien (Algerien, Marokko)
  • und die Küstenregionen bis nach Mauretanien Tingitana

Im westlichen Mittelmeerraum kontrollierten die Römer:

  • Judäa bzw. Palästina
  • Syrien
  • Arabia Petraea (Jordanien, Teile Saudi-Arabiens)
  • und Kleinasien in der heutigen Türkei

Und im Osten erstreckte sich die Pax Romana im Todesjahr Kaiser Trajans (117 n. Chr.):

  • bis zum Schwarzen Meer (Region Dakien, heutige Rumänien)
  • und bis nach Mesopotamien (ehemaliger Teil des Partherreichs)

Welche Bedeutung hatten Expansion und Grenzen während der Pax Romana?

Während der Pax Romana war die Grenzsicherung eines der höchsten Ziele des Kaisers. Nur mit stabilen Außengrenzen, lässt sich innere Sicherheit erzeugen. Und diese innere Sicherheit war die Grundlage für Wirtschaft, kulturelle Blüte und Wohlstand. Mit diesem Wohlstand wurde dann wiederum die Sicherung der Außengrenze finanziert usw.

Expansion war für die Römer ein Teil dieser Sicherheitsstrategie. So entstanden an den Außengrenzen immer wieder Unruhen, welche die Römer befrieden mussten. Demnach wurden neue Gebiete erobert, um diese in die Pax Romana einzugliedern. In dieser Logik wurde Expansion ein Mittel zur Friedenssicherung.

Irgendwann hatten die Römer so viele Gebiete erobert, dass ganz natürliche Grenzen das Reich absicherten. Diese natürlichen Grenzverläufe waren die Sahara in Afrika, der Rhein gegen die Germanen, der Atlantik und die Donau gegen die Steppenvölker im Osten.

Zwar sorgten Expansion und militärische Erfolge immer auch für ein Prestige des Kaisers, aber hatten keinen Selbstzweck. Die Befriedung an den Außengrenzen führte unweigerlich zu Expansion und Vergrößerung des römischen Einflussgebietes. Doch dies diente allein der inneren Sicherheit, für welche der Kaiser stand.

Die endlose Expansion als Befriedungsstrategie hatte Grenzen. Dies zeigten bereits die Augusteischen Germanenkriege. Der Krieg gegen die Germanen war entweder aussichtslos oder einfach zu teuer. Deshalb entschieden sich die Römer für die kostengünstigere Alternative: den Bau des Limes. So sicherten sie die Grenze, sorgten für eine kostengünstigere Alternative der inneren Sicherheit.

Ähnlich war es in Mesopotamien. Zwar hatte Kaiser Trajan das Gebiet von den Parthern erobert, doch sein Nachfolger Hadrian gab es auf. Der Grund war, dass die Kontrolle dieser Provinz einfach zu teuer gewesen wäre.

Das Römische Reich konzentrierte sich auf die Stabilität im Mittelmeerraum, da dies die wichtigste Wirtschaftszone war.

Wie wirkte sich die Pax Romana auf das tägliche Leben aus?

Der Kaiser garantierte Ruhe und Sicherheit, woraufhin Wohlstand im Inneren entstehen konnte. Die oben erwähnte Hochphase in Wirtschaft und Kultur – ermöglichte den Ausbau von Städten. Sämtliche Städte erhielten Zugang zu Trinkwasser durch Brunnen und Aquädukte. Es gab öffentliche Bäder, Theater, Tempel und Märkte.

Das Straßennetz umfasste etwa 80.000 km² und wurde durch römische Soldaten gesichert. Reisen wurden sicher, weil man auf den Straßen die Handelsrouten sichern wollte. In den Städten wurden Feste und Spiele abgehalten. Innere Unruhen gab es kaum, weil die Menschen mit dem garantierten Frieden durch den Monarchen zufrieden waren.

Gab es Reisen im Römischen Reich während der Pax Romana?

Während der Pax Romana konnte man reisen und zwar so gut und sicher, wie niemals zuvor in der Antike. Da die Kaiser ihren Führungsanspruch aus innerer Sicherheit und Frieden bezogen, garantierten sie dies ihren Bürgern.

Wer ans Römische Reich, deren Wohlstand und Kultur glaubte, glaubte auch immer an den Kaiser als Friedensbringer. Demnach bestand der Glaube, dass sämtliche Römische Provinzen sicher wären.

Genau wie Händler über Handelsrouten reisten, gab es Bildungsreisen für Philosophen, Pilgerreisen und Staatsreisen durch Beamte. Häufige Reiseziele waren Ägypten, Griechenland, Rom, die Heilbäder in Gallien oder die Küstenstädte Kampaniens.

Welche Kaiser regierten während der Pax Romana und was haben sie gemacht?

Die wichtigsten Kaiser der Pax Romana waren Kaiser Augustus, welcher die Pax begründete und Claudius – welcher die Pax stabilisierte. Ihren Höhepunkt erreichte die Pax während der Adoptivkaiserzeit unter Nerva, Trajan, Hadrian, Antoninus Pius und Mark Aurel. In der Spätphase waren es Septimius Severus, Caracalla und Severus Alexander, welche das politische System wieder stabilisierten.

RegierungszeitKaiser
31 v. Chr. - 14Augustus: Erster Kaiser der Pax, schuf die Strukturen für inneren Frieden
14 - 37Tiberius: Schuf ein System einer professionellen Bürokratie, betrieb eine sparsame Finanzpolitik, der Staatshaushalt war im Plus,
37 - 41Caligula: wurde mit nur 24 Jahren Kaiser, war zunächst Hoffnungsträger und äußerst beliebt, zeigte sich großzügig gegenüber dem Volk und Soldaten, wurde aber krank und vollzog einen drastischen Persönlichkeitswandel (Verschwendungssucht, Exzentrisch), Finanzkrise am Ende seiner Herrschaft
41 - 54Claudius: Wurde nach der Ermordung Caligulas von der Prätorianergarde zum Kaiser ausgerufen. Stärkte die Rolle der Freigelassenen (libertini) in der Verwaltung, Ausbau der Rechtsprechung, Eroberung Britanniens, stärkte die römische Präsenz in Nordafrika und im Osten, öffnete den Senat für Männer aus den Provinzen (insbesondere aus Gallien), Maßnahmen führten zu einer besseren Romanisierung und Integration des Reiches
54 - 68Nero: in der ersten Regierungsphase äußerst moderat (Steuererleichterungen, Kunstförderer, Förderer der Spiele), in der zweiten Phase (nach Roms Brand von 64 n. Chr.) machte er die Christen zu Sündenböcken und leitete die Neronische Christenverfolgung ein
68 - 69Galba: Erster Kaiser des Ersten Vierkaiserjahres, sparte beim Militär und wurde im Jahr seines Regierungsantritts von Prätorianern ermordet
69 - 69Otho: Wurde nach der Ermordung Galbas von der Prätorianergarde zum Kaiser erhoben. Knüpfte an die Politik Neros an. Als sich Aulus Vitellius in Germanien zum Gegenkaiser erhob, kam es zur Schlacht von Bedriacum. Nach der verlorenen Schlacht beging er einen Suizid (Selbstmord).
69 - 69Vitellius: Erhob sich zum Gegenkaiser gegen Otho, Siegte in der Schlacht von Bedriacum gegen Othos Armee. Wurde von Günstlingen gelenkt, welche Entscheidungen für ihn trafen. Wollte selbst abdanken, wurde aber von seinen Anhängern daran gehindert. Wurde von Vespasians Soldaten gefasst und getötet.
69 - 79Vespasian: Stabilisierte das Römische Reich nach dem Vierkaiserjahr. Schuf neues Vertrauen in die kaiserliche Autorität. Stellte Ordnung in der Verwaltung und beim Militär wieder her. Führte die Urinalsteuer als neue Einnahmequelle ein, um den Haushalt des Bürgerkriegsjahres (69) zu sanieren. Bau des Kolosseum, Förderte den Zuwachs von Provinzbewohnern im Senat
79 - 81Titus: äußerst populär - aufgrund seines Einsatzes im Jüdischen Krieg, Zeitgenossen bezeichnen ihn als Liebling der Menschheit, vollendete das Kolosseum, als der Vesuv ausbrach (79 n. Chr.) und Pompeji zerstört wurde- leitete er Hilfsmaßnahmen ein,
81 - 96Domitian: Reformierte das Münzwesen und stabilisierte den Denar, Bau des Obergermanisch‑Raetischen Limes, Feldzüge gegen die Chatten und andere germanische Stämme, Krieg gegen die Daker unter Decebalus, Stabilisierung der Donaugrenze, wurde bei einer Palastverschwörung ermordet
96 - 98Nerva: stellte politische Gefangene frei, brachte den Senat hinter sich, adoptierte Trajan und leitete die Reihe der Adoptivkaiser ein
98 - 117Trajan: einer der bedeutendsten Herrscher der römischen Geschichte, unter ihm erreichte das Römische Reich seine größte territoriale Ausdehnung, führte zwei Dakerkriege und eroberte das Dakerreich (heutige Rumänien), eroberte Großarmenien und Mesopotamien von den Parthern, Vorstoß bis zum Persischen Golf, auf dem Totenbett soll er Hadrian adoptiert haben
117 - 138Hadrian: setzte auf Grenzsicherung und innere Stabilität anstelle von Expansion, Ausbau des Limes-Systems, gab Mesopotamien ans Partherreich zurück, wurde als reisender Kaiser bezeichnet - da er fast alle Provinzen des Reiches besuchte, Erbauer des Pantheons, der Villa Adriana in Tivoli, des Hadriansmausoleums und der Hadriansbibliothek in Athen, der Hadrianswall schützt das Reich im Norden gegen Britannien, Niederschlagung des Bar‑Kochba‑Aufstands in Judäa (132-135) und Beginn der jüdischen Diaspora ab 135 n. Chr.
138 - 161Antoninus Pius: keine großen Kriege, Fokus auf Diplomatie und Grenzsicherung, wirtschaftliche Blüte und soziale Ruhe, Sklavengesetze schützen Sklaven vor Misshandlung, Errichtung des Antoninus-und-Faustina-Tempels in Rom, Bau des Antoninuswalls in Britannien
161 - 180Mark Aurel: Philosophenkaiser, Vertreter der Stoa und deren Werten (Pflichtbewusstsein, Disziplin, Bescheidenheit), Förderer der Bildung und Philosophie, reformierte das Rechtssystem, Einfälle germanischer Stämme (Markomannen, Quaden) markieren das Ende der Friedenszeiten seiner Vorgänger, Krieg gegen die Parther im Osten, heimkehrende Soldaten bringen die Antoninische Pest nach Rom,
180 - 192Commodus: Sohn von Mark Aurel (Ende der Adoptivkaiserzeit), mit 18 Jahren zum Alleinherrscher geworden, Abkehr vom stoischen Ideal seines Vaters, überließ die Regierung seinen Günstlingen und Prätorianerpräfekten, dies führte zu Intrigen, Machtverlust und Korruption, nachdem mehrere Attentate gegen ihn verübt wurden - folgten Hinrichtungen, wurde am 31. Dezember 192 ermordet
193 - 193Pertinax: erster Kaiser des Fünfkaiserjahres 193 n. Chr., als Sohn eines freigelassenen Sklaven zum Kaiser aufgestiegen, wurde von den Verschwörern der Commodus-Ermordung zum Kaiser ausgerufen, wollte das Reich nach den Commodus-Exzessen sanieren, Sparmaßnahmen geschahen zu abrupt - weshalb er den Rückhalt verlor, wurde von Prätorianergarde ermordet, anschließend verkauften die Soldaten den Kaisertitel an den Höchstbietenden
193 - 193Didius Julianus: kaufte den Kaisertitel nach der Ermordung des Pertinax per Kaiserauktion, hatte keine Unterstützung im Volk, es folgten Unruhen und Proteste, Septimius Severus organisierte Gegenwehr in der Truppe, diese stürmten den Palast und Didius Julianus wurde ermordet
193 - 194Pescennius Niger: Gegenkaiser zu Septimius Severus (Pannonien) und Didius Julianus, seine Truppen verloren mehrere Schlachten, wurde nach den verlorenen Schlachten gefasst und getötet
193 - 211Septimius Severus: Ging als Sieger des Fünfkaiserjahres hervor, nach den Bürgerkriegen machte er das Militär zur zentralen Machtbasis, führte Schlachten gegen die Gegenkaiser und gegen die Parther, Feldzug gegen die Kaledonier in Britannien,
211 - 217Caracalla: verlieh vielen freien Bewohnern des Reiches das römische Bürgerrecht, dadurch erhöhten sich die Steuereinnahmen, dies war notwendig nach den Kriegsjahren seiner Vorgänger, Reform war ein Wendepunkt in der römischen Gesellschaft, präsentierte sich als Soldatenkaiser, kämpfte gegen die Germanen am Rhein und Donau, großer Feldzug gegen die Parther, wurde in Mesopotamien (Partherreich) von einem Soldaten ermordet
217 - 218Macrinus: war wohlmöglich Drahtzieher um die Verschwörung gegen Caracalla, wurde, Er war der erste Kaiser, der nicht aus der senatorischen Elite stammte. Blieb fast seine gesamte Regierungszeit im Osten. Dadurch hatte er wenig Rückhalt im Senat. Er suchte Frieden mit den Parthern. In Syrien erhob sich Elagabal (angeblicher Verwandter Caracallas) zum Gegenkaiser. In der Schlacht bei Antiochia wurde Macrinus von Elagabal besiegt. Er und sein Sohn wurden getötet.
218 - 222Elagabal: Erhob sich in Syrien zum Gegenkaiser gegen Macrinus. Siegte in der Schlacht bei Antiochia gegen seinen Vorgänger. Führte als Kaiser den syrischen Sonnengott Elagabal als oberste Gottheit ein. Missachtete römische Traditionen. Verlor immer mehr Rückhalt und ernannte seinen Cousin Severus Alexander zum Caesar. Wurde im Lage der Prätorianer ermordet.
222 - 235Severus Alexander: Wurde von seinem Vorgänger zum Mitkaiser (Caesar) ernannt und nach dessen Tod zum Alleinherrscher (Augustus). Bekämpfte die Korruption, Wiederherstellung von Ordnung nach Elagabals chaotischer Herrschaft, führte Krieg gegen die Perser (Sassaniden‑Dynastie) mit wenig Erfolg, In Galliern brachen germanische Stämme durch, Wurde von Soldaten als Schwächling empfunden, Meuterei des Heeres und Ermordung im Jahr 235 n. Chr., Danach begann die Zeit der Soldatenkaiser (römische Krise des 3. Jahrhunderts)

Warum spricht man von den fünf guten Kaisern während der Pax Romana?

Mit den fünf guten Kaisern meint man die Herrscher der Adoptivkaiserzeit: Nerva (96-98), Trajan (98-117), Hadrian (117-138), Antonius Pius (138-161), Marcus Aurelius (161-180).

Der Begriff stammt von Niccolo Machiavelli, einen der bedeutendsten Staatsphilosophen der Renaissance. Sein Werk Il Principe (Der Fürst) beschreibt den Idealtypus eines Herrschers. Machiavelli beschreibt dort, welchen Herrschertypus die Welt in Krisenzeiten braucht.

Das republikanische Gegenstück zu Il Principe ist das Werk „Abhandlung über Livius“ („Discorsi sopra la prima deca di Tito Livio“). In diesem Werk beschreibt Machiavelli den idealen Herrscher in Friedenszeiten.

Nicht wenige sehen im Discorsi das eigentliche Hauptwerk Machiavellis. Im Werk beschreibt der Autor, anhand der römischen Geschichte, wie politische Stabilität erhalten wird. Er leitet daraus gewisse Regeln ab. Laut Machiavelli braucht ein guter Herrscher immer Tatkraft und Mut. Der Autor beschreibt beides mit dem Begriff „Virtu“.

Die Fünf Guten Kaiser regierten, laut Machiavelli, durch „virtu“ – indem sie gerecht, maßvoll, politisch und militärisch kompetent waren. Dadurch wurden sie geliebt, anstatt gefürchtet.

Machiavelli betont, dass diese Stabilität nur durch die Adoption zustande kam. Indem man auf dynastische Erbfolge verzichtet, kann man den kompetentesten Herrscher ernennen. Demnach tritt Machiavelli den Beweis an, dass gute Institutionen (wie die Adoption) auch gute Herrscher hervorbringen. Die politische Tugend ist demnach wichtiger als Herkunft.

Wenn Stabilität das höchste Ziel eines Staates ist, dann erreichte man mit dem Adoptivkaisertum genau das. Macht und Moral müssen sich nicht immer ausschließen.

Edward Gibbon, ein britischer Philosoph und Historiker der Aufklärung, schrieb: dass die Herrschaft der Fünf Guten Kaiser eine Zeit war, in der das Römische Reich von absoluter Macht regiert wurde. Und dies war nur möglich, da die politische Elite auf Weisheit und Tugend setzte.

Warum endete die Pax Romana?

Für das Ende der Pax Romana gab es mehrere Gründe. Die Hochphase der Pax endete mit Marc Aurel (180 n. Chr.). Denn mit ihm endete die Zeit der Adoptivkaiser und somit auch die Phase der kompetentes Herrscher. Auf Marc Aurel folgte sein Sohn Commodus, welche sich weniger kompetent zeigte als seine Vorgänger.

Solche Schwächephasen bleiben nicht unbemerkt, weshalb die Unruhen an den Außengrenzen zunahmen. So wurde das Römische Reich im Osten von den Persern (Parthern, später Sassaniden) bedroht. An der Rheingrenze kam es zu Grenzüberschreitung der Germanen.

Um weiterhin inneren Frieden garantieren zu können, mussten die römischen Herrscher die Außengrenzen sichern. Dies führte unweigerlich dazu, dass die innere Ordnung weniger stark gesichert werden konnte. So wurden Handelsroute zunehmend unsicher, was zu wirtschaftlichen Problemen führte.

Die Pax Romana funktionierte auf der Grundlage von innerer Sicherheit, wirtschaftlichen Erfolg und militärischer Stärke. Alle drei Punkte wurden nach dem Jahr 180 n. Chr. vernachlässigt bzw. sich nicht dauerhaft erhalten.

Das Reich war zum Zeitpunkt des Todes von Marc Aurel militärisch überdehnt. Ein kompetenter Adoptivkaiser hätte dieses Reich vielleicht weiterführen können. Doch die Rückkehr zur dynastischen Herrschaftsfolge gilt für die meisten Historiker als Wendepunkt der Pax Romana – welche im weiteren Verlauf zu Bürgerkriegen, Aufständen, zu Kaisermorden und Revolten führte.

Zwischenzeitlich wurde der Kaisertitel von der Prätorianergarde sogar an einen Höchstbietenden verkauft. Und Didius Julianus kaufte den Kaisertitel, wurde aber schließlich – genau wie sein Vorgänger – von Soldaten ermordet.

Letztlich sollte die Schwäche des Kaisers dazu führen, dass sich irgendwann ein fähiger General selbst zum Kaiser ausrufen würde. Und nach der Ermordung von Kaiser Severus Alexander (235 n. Chr.) war es dann soweit. Maximinus Thrax wurde vom römischen Heer zum Kaiser bestimmt, wodurch die Zeit der Soldatenkaiser eingeläutet wurde.

Welche Bedeutung hat die Pax Romana heute?

Die Pax Romana war eine Paradebeispiel, wie Sicherheit, Frieden und Wohlstand in einem kulturell vielfältigen Raum entstehen kann und erhalten bleibt. Dieses Gefilde zeigte, dass politische Stabilität in einem großen geografischen Raum funktionieren kann, wenn:

  • Sicherheit gewährleistet ist
  • Wohlstand und Wertschöpfung entsteht
  • Institutionen funktionieren
  • innere Konflikte kontrollierbar bleiben

Sobald eines dieser Grundlagen wegfällt, bröckeln die anderen. Die Europäische Union griff das Modell der langfristigen Stabilität auf, um auf ähnliche Weise kulturelle Unterschiede zu überwinden. Demnach ist die EU nicht nur ein Wirtschaftsraum, sondern auch ein Sicherheitsraum, ein Werteraum, ein institutioneller und ein kultureller Raum.

Sobald eine der oben genannten Grundlagen wegbricht, wird die Stabilität des ganzen Modells riskiert. Deshalb sind innere Konflikte zwischen den Mitgliedsstaaten der EU förderlich, werden aber zum Problem – wenn diese nicht überwunden werden. Genauso ist es mit Sicherheitsproblemen an den Außengrenzen (Migration, Ukrainekrieg) – welche zu Sicherheitsproblemen im Inneren führen.

Letztlich bewirken diese Probleme, dass Wohlstand verloren geht, Reisen schwieriger wird, Gelder für Aufrüstung ausgegeben werden muss, welche nicht dem inneren Ausbau von Infrastruktur zur Verfügung stehen kann usw.. Die Gefahr, welche von einer Umwälzung und Aushöhlung der institutionellen EU ausgeht, sieht man im Untergang der Pax Romana.

Genau wie in der Pax Romana lebt die EU von starken Führungsfiguren. Jene Führungsfiguren schaffen es, alle Mitgliedsstaaten hinter sich zu bringen, die Institutionen zu stärken, wodurch nach außen eine Geschlossenheit demonstriert wird. Nur dadurch entsteht die Grundlage für innere Sicherheit und Wohlstand.

Übernommen hat die EU von der Pax Romana folgende Prinzipien:

  • gemeinsamer Wirtschaftsraum
  • gemeinsame Außengrenzen
  • gemeinsame Rechtslage
  • gemeinsame Institutionen
  • gemeinsame Währung (Euro, Denar)
  • gemeinsame Sicherheitsarchitektur
  • gemeinsame Werteraum (Kultur)

Ähnlich ist es in den USA, welche als Vereinigte Staaten aus 13 Kolonien gegründet wurden. Und deshalb wird die Pax Romana heute oft metaphorisch verwendet, um die „Pax Americana“ oder „Pax Europea“ zu beschreiben.

Weiterhin zeigt uns das Beispiel der Pax Romana, dass Sicherheit und Wohlstand nicht selbstverständlich sind und immer wieder erarbeitet werden müssen.

Politische Stabilität (Rückhalt in den Institutionen), Wohlstand und Sicherheit sind unmittelbar miteinander verknüpft. Wird das Eine geschwächt bzw. sinkt deren Akzeptanz kann dies unmittelbar zum Rückgang des Anderen führen. So dient die Pax Romana als historische Brille, wodurch wir die Bedeutung der politischen Institutionen der EU besser verstehen können.


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