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Griechische Mythologie


Die griechische Mythologie ist die Gesamtheit aller Erzählungen, Sagen, Legenden und Mythen der alten Griechen. Sie ist ein wesentlicher Aspekt der griechischen Kultur seit der Antike. Viele Mythen wurden zum Erzählstoff des griechischen Theaters oder zu einer Diskussionsgrundlage der griechischen Philosophie.

Zusammen mit der römischen Mythologie wurden die Erzählungen der griechischen Mythologie in den Kanon der Klassischen Mythologie aufgenommen. Die Geschichten beider Mythologien beschreiben den Ursprung der Welt, das Wirken der Götter, die Taten von Heroen und das Leben der Menschen in dieser Welt.

Zunächst wurden die griechischen Mythen nur mündlich überliefert. Höchstwahrscheinlich fand die Verbreitung durch minoische und mykenische Sänger seit dem 18. Jahrhundert v. Chr. statt. Erst im 8. Jahrhundert v. Chr. wurde der Gesang durch Homer in Gedichtform niedergeschrieben und somit für die Ewigkeit bewahrt.

Zu den homerischen Epen gehören die Ilias und die Odyssee. Erstere behandelt einen Ausschnitt aus der Schlacht um Troja und die Odyssee beschreibt die Heimfahrt des Odysseus nach dem Krieg. Mit dem Krieg endet die mythologische Ära der griechischen Heldenzeit.

Weitere Heldenzyklen sind der Perseus-Zyklus in Argos, die Legende von Herakles, der Argonautenzug, der Thebanische Zyklus um Ödipus, der Kretische Zyklus um Minos und Theseus, der Bellerophon-Zyklus, die Kalydonische Wildschweinjagd und der Epische Zyklus um Troja.

Zu Lebzeiten Homers lebte auch Hesiod, welcher ebenfalls einen bedeutenden Beitrag zur griechischen Mythenwelt schuf. Dieser veröffentlichte die Theogonie, ein Gedichtswerk – welches die griechischen Schöpfungsmythen und die Abstammung der Götter beschreibt.

Das griechische Pantheon umfasste bereits mehrere Götter, welches aber erst durch Hesiods Werk eine systematische Ordnung bekam.

Die griechische Mythologie hat bis heute großen Einfluss auf Kultur, Kunst und Literatur in der westliche Welt. Schon in der Antike haben sich Künstler und Dichter vom mythischen Erzählstoff inspirieren lassen. Diese Inspiration hält bis heute an, weshalb die Taten der griechischen Helden und Götter in Büchern, Film und Fernsehen immer wieder neu aufbereitet werden.

Steckbrief

Szene aus der Griechischen Mythologie während des Trojanischen Krieges, Achilles und Ajax der Große beim Brettspiel; Schwarzfigurige Vasenmalerei; ca. 510 v. Chr.; Rom, Latium, Italien; Bildnachweis: Francisco Javier Diaz / Shutterstock.com

Szene aus der Griechischen Mythologie während des Trojanischen Krieges, Achill und Aias der Telamonier beim Brettspiel, Beispiel der Schwarzfigurigen Vasenmalerei, ca. 510 v. Chr.;


Griechische Mythologie
Griechische Mythologie ist die Gesamtheit aller Legenden, Mythen und Sagen der alten Griechen.
Der Sagenstoff stammt aus der Vorantike (Bronzezeit, Eisenzeit). In der griechischen Geschichte betrifft dies die minoische Zeit auf Kreta und die mykenische Zeit auf der Peloponnes.
Aufgeschrieben wurden die Mythen und Sagen erstmals in der Antike (archaische Zeit). Im 8. Jahrhundert v. Chr. waren es Dichter, wie Homer und Hesiod - welche den Sagenstoff in Schriftform kondensierten. (Ilias, Odyssee, Theogonie)
Urgötter der griechischen Schöpfungsmythen
Chaos, Gaia, Eros, Erebus, Nyx, Tartarus, Hemera, Aither, Uranos, Ourea, Pontus, Erinnyen, Meliaden, Giganten
Titanen (frühes Göttergeschlecht)
Asteria, Astraios, Atlas, Epimetheus, Hyperion, Iapetos, Koios, Kreios, Kronos, Leto, Metis, Menoitios, Mnemosyne, Okeanos, Pallas, Perses, Phoibe, Prometheus, Rhea, Themis, Tethys, Theia,
Olympier (Hauptgötter)
Aphrodite (Liebesgöttin, Schönheitsgöttin),
Apollon (Lichtgott, Gott des Frühlings und der Künste),
Ares (Kriegsgott),
Artemis (Jagdgöttin),
Athene (Göttin der Weisheit, Schutzgöttin),
Demeter (Fruchtbarkeitsgöttin),
Hephaistos (Feuergott, Schmiedegott),
Hera (Schutzgöttin der Ehefrauen und der Familie),
Hermes (Götterbote, Schutzgott der Reisenden und Händler),
Hestia (Schutzgöttin des Herdfeuers),
Poseidon (Herrscher über die Meere),
Zeus (Herrscher auf dem Olymp)
Nebengötter
Acheloos, Aletheia, Anemoi, Asklepios, Apate, Charon, Dryaden, Efris, Hekate, Hesperiden, Himeros, Horen, Hyaden, Hymenaios, Hypnos, Iris, Moiren, Morpheus, Musen, Najaden, Napaien, Nereiden, Nymphen, Oreaden, Oneiroi, Pan, Plejaden, Plutos, Pothos, Thanatos, Tyche, Zelos
Griechische Helden der ersten Generationen
Kadmos, Perseus, Aiakos, Bellerophon, Oinomaos, Elektryon

Helden des Argonautenzugs: Aithalides, Atalanta, Autolykos, Kalais, Kastor, Echion, Euphemos, Euryalus, Herakles, Hylas, Idas, Idmon, Jason, Laertes, Lynkeus, Meleagros, Nestor, Oileus, Orpheus, Peleus, Periklymenos, Poias, Polydeukes, Polyphemos, Telamon, Theseus, Tiphys

Helden der Kalydonischen Eberjagd: Atalante, Jason, Kastor, Laertes, Lynkeus, Meleager, Nestor, Peleus, Phoinix, Theseus
Helden und Personen im Thebanischen Zyklus
Atreus, Chrysippos, Hippodamia, Kreon, Laios, Minos, Ödipus, Pelops, Pleisthenes, Rhadamanthys, Thyestes

Helden und Personen in Sieben gegen Theben: Adrastos, Actor, Amphiaraos, Antigone, Hippomedon, Hyperbius, Ismene, Kapaneus, Kreon, Megareus, Mekisteus, Melanippus, Parthenopaios, Periklymenos, Polyneikes, Polyphontes, Tydeus
Griechische Helden und Personen im Trojanischen Zyklus
Achilles, Andromache, Agamemnon, Ajax der Große, Ajax der Kleine, Astyanax, Dardanos, Deiphobos, Diomedes, Elektra, Ganymed, Hekabe, Hektor, Helena, Helenos, Hesione, Hyllos, Idomeneus, Ilos, Iphigenie, Kassandra, Laomedon, Menelaos, Odysseus, Paris, Patroklos, Philoktetes, Priamos, Tros
Tiere, Ungeheuer und Monster
Aithon, Androgynes, Areion, Argos Panoptes, Argos der Hund, Basilisk, Charybdis, Chimaira, Echidna, Erymanthischer Eber, Geryon, Gorgonen, Gryphos, Harpyien, Hekatoncheiren, Herakleische Schlangen, Hydra, Kalydonischer Eber, Kentauren, Kerberos, Kerynitische Hirschkuh, Kithäronischer Löwe, Kretischer Stier, Krommyonische Sau Phaia, Kyklopen, Ladon, Lailaps, Lernäische Schlange, Marathonischer Stier, Medusa, Minotauros, Nemeischer Löwe, Orthos, Pegasos, Phoinix, Rosse des Diomedes, Satyrn, Sirenen, Skylla, Sphinx, Stymphalische Vögel, Talos, Teumessischer Fuchs, Tityos, Triton, Typhon
Mythologische Gegenstände
Aigis, Ambrosia, Argo, Ariadnefaden, Äskulapstab, Büchse der Pandora, Bätylos, Dreizack, Flügelschuhe, Füllhorn, Goldene Äpfel der Hesperiden, Goldenes Vlies, Gorgoneion, Götternektar, Halsband der Harmonia, Helm des Hades, Hermesstab, Klapper der Athene, Nepenthes, Omphalos, Palladion, Thyrsos, Trojanische Pferd

Votivrelief mit Darstellung von Kriegsgott Ares und der Liebesgöttin Aphrodite; (attische Schule, 450–400 v. Chr.); ausgestellt im  Nationalen Archäologischen Museum in Venedig, Italien; Bildnachweis: Dima Moroz / Shutterstock.com

Votivrelief mit Darstellung von Ares und Aphrodite; (attische Schule, 450–400 v. Chr.); ausgestellt im Nationalen Archäologischen Museum in Venedig, Italien

Welche Quellen existieren zur griechischen Mythologie?

Heute ist die Mythologie der alten Griechen hauptsächlich durch Malerei auf Vasen im geometrischen Stil und durch antike griechische Literatur bekannt. Die Vasenmalerei des geometrischen Kunststils fand etwa zwischen 900 v. Chr. und 700 v. Chr. statt.

Die literarischen und archäologischen Quellen überschneiden sich häufig, aber nicht immer. Mitunter gibt es auch Widersprüche zwischen der Literatur als Schriftquelle und der Kunst als Sachquelle. Dennoch sind sowohl Literatur als auch Kunst ein Beleg, für die historischen Wurzeln der griechischen Mythologie.

Wann spielen die Erzählungen der griechischen Mythologie?

Die Mythen und Sagen der griechischen Mythologie spielen zur Vorzeit. Gemeint ist damit die Zeit vor der Antike, also die Bronzezeit und Eisenzeit.

Es ist die Zeit als in Europa die ersten Hochkulturen auf Kreta und in Mykene entstanden. Man spricht deshalb auch von der minoischen Zeit, der mykenischen Zeit bzw. der ägäischen Bronzezeit. Letzterer Begriff soll diese kulturelle Entwicklung von der Bronzezeit in Mesopotamien abgrenzen.

Die ägäische Bronzezeit begann um 1800 v. Chr. mit der minoischen Kultur auf Kreta. Geistiger Nachfolger der Minoer waren die Mykener auf dem griechischen Festland. Und die mykenische Hochkultur ging etwa 1100 v. Chr. unter, was dann dem Ende der ägäischen Bronzezeit gleichkommt. Sowohl die Minoer als auch die Mykener gelten als Vorkulturen des antiken Griechenlands.

Die eigentliche Antike begann erst 800 v. Chr., also etwa 300 Jahre später. Die Zeit vom Zusammenbruch der Bronzezeit bis zum Beginn der Antike wird in der griechischen Geschichte auch als Dark Ages bezeichnet. Der Name rührt daher, da aufgrund verschollener Schriftlichkeit und schlechter Überlieferungslage die Erkenntnislage äußerst schlecht ist. Man tappt also im Dunkeln.

Wann endet die mythische Zeit der Griechen?

Der Trojanische Krieg wird allgemein als Ende des griechischen Heldenzeitalters gesehen. Auch die mythischen Geschichten der mykenischen Griechen enden hier weitestgehend. Je nach Literatur und Quellenlage wird der Untergang Trojas in einen Zeitraum zwischen 1334 und 1135 v. Chr. verordnet.

Historisch reiht sich der Fall Trojas in einen kollektiven Zusammenbruch sämtlicher Hochkulturen am Ende der Bronzezeit ein. Denn neben der Stadt Troja ging auch die mykenische Hochkultur unter. Das hethitische Großreich in Anatolien brach um 1190 v. Chr. zusammen. Auch das Assyrerreich stieg ab 1200 v. Chr. deutlich ab und das Alte Ägypten wurde nach dem Tod Ramses II. (1213 v. Chr.) ebenfalls deutlich schwächer. Alle Großreiche der Bronzezeit gerieten unter Druck oder zerfielen gänzlich.

Die darauffolgende Epoche bezeichnen die Altertumsforscher als Dark Ages (Dunkle Jahrhunderte), da wenig aus Griechenland bekannt ist. Um etwa 800 v. Chr. existierten an der Küste der Ägäis neue florierende Stadtstaaten. Dies ist der Beginn der griechischen Antike. Die mythischen Geschichten der minoisch-mykenischen Zeit wurden nun in den griechischen Stadtstaaten (Polis) neu erzählt.

Wann wurden die Geschichten erstmals niedergeschrieben?

Die beiden frühesten Autoren, welche die Mythen der Griechen niedergeschrieben hatten, waren Hesiod und Homer. Beide lebten im 8. Jahrhundert v. Chr., also zu Beginn der Antike im sogenannten archaischen Griechenland.

Zu deren Lebzeiten war das mykenische Zeitalter, in welchem die Geschichten und Mythen spielen, bereits mehr als fünfhundert Jahre vorbei. Doch die Legenden von Göttern und Helden überdauerten und wurden mündlich weiter getragen. Beiden Autoren gelang es, jene Mythen aufzugreifen und in Schriftform zu kondensieren, wodurch verschiedenste Erzählstoffe vereinheitlicht wurden.

Welche literarisch-schriftlichen Quellen existieren?

Theogonie

Die Theogonie von Hesiod liefert die umfassendste Darstellung der griechischen Mythen, beginnend bei der Entstehung der Welt. Hesiod liefert damit das Standardmodell der griechischen Schöpfungsgeschichte, das Modell von der Entstehung der Götter und deren Abstammungslinien.

Homers Epen

Homers Epen sind die Ilias und die Odyssee. Beide entstanden im 8. Jahrhundert v. Chr. und werden einem Dichter zugeordnet, den man heute als Homer bezeichnet. Ob Homer wirklich lebte, tatsächlich nur eine Person war oder sich dahinter eine ganze Autorenschaft verbirgt, ist ungewiss.

Es ist auch möglich, dass Homer eine Berufsbezeichnung und kein Name ist. All diese Ungewissheiten werden in der Homerischen Frage zusammengefasst und diskutiert.

Die Ilias beschreibt einen einundfünfzigtätigen Auszug aus dem Trojanischen Krieg. Der Autor beschreibt, wie Achilles – der größte Krieger der Griechen – nicht mehr am Kampf um Troja teilnehmen will. Der Grund für diese Enthaltsamkeit ist, dass ihn König Agamemnon gedemütigt hatte.

Erst nachdem Achilles Freund und Waffenbruder Patroklos im Kampf fällt, führt er die Myrmidonen zurück in die Schlacht. Er nimmt dann Rache am trojanischen Prinzen Hektor, welcher seinen Freund getötet hatte. Mit Hektors Tod endet die Iliashandlung.

Die Odyssee erzählt die Geschichten nach dem Krieg. Der griechische Kämpfer Odysseus, welcher sich vor Troja als listenreicher Stratege ausgezeichnet hatte, versucht seine Heimat Ithaka zu erreichen. Dabei begeht er sich auf eine Irrfahrt, muss diverse Abenteuer bestehen und landet letztlich in seiner Heimat.

Auf Ithaka angekommen, muss er feststellen, dass seine Heimat durch sogenannte Freier besetzt ist. Diese Freier wollen seine Frau Penelope zur Heirat zwingen und sein Königreich beanspruchen. Zusammen mit seinem Sohn Telemachos tötet er die Freier.

Sowohl die Ilias und als die Odyssee geben Einblicke in den griechischen Alltag, entwerfen ein Götterbild und beschreiben geografische Orte. Demnach sind Homers Epen nicht nur Historie, sondern auch Geografie, Mythologie und ein Gesellschaftsbericht.

Entstanden sind die Werke etwa fünfhundert Jahre nach der eigentlichen Schlacht von Troja. Die dort enthaltenen Legenden und Sagen wurden bis zu Homers Zeiten mündlich überliefert, durch den Autor erstmals in Schriftform kondensiert und für die Ewigkeit bewahrt.

Homerischen Hymnen

Die Homerischen Hymnen sind Lieder, welche man in der Antike dem Homer zugeordnet hatte, deren Autorenschaft heute aber als ungewiss gilt. Stattdessen werden die Hymnen, wie viele andere Werke des Epischen Zyklus, dem Homer nahegestellt und deshalb als Homerika bezeichnet.

In den Hymnen wird über die Götter berichtet, über die Entstehung neuer Götter, deren Anerkennung durch die Olympier und vom Götterkult.

Werke und Tage

Werke und Tage ist ein zweites Werk des griechischen Dichters Hesiod. Es ist ein episches Lehrgedicht über das landwirtschaftliche Leben. Der Autor beschreibt Gefahren aus früherer Zeiten und gibt Anweisungen, wie man in so einer gefährlichen Umwelt bestehen kann.

Darüber hinaus erzählt der Autor von Prometheus und der Pandora. Außerdem wird das Modell von den fünf Zeitaltern der Menschheit entworfen, wodurch sich eine Chronologie ergibt, welche sich in die Theogonie von Hesiod einreihen lässt.

Bibliotheke des Apollodor

Die Bibliotheke ist ein Kompendium griechischer Mythen mit Abstammungstabellen und Geschichten. Man geht davon aus, dass die Sammlung im ersten oder zweiten Jahrhundert n. Chr. entstand.

Ihr Autor war nicht Apollodorus von Athen, sondern wird als Pseudo-Apollodorus genannt. Dieser stellte sämtliche Mythen von Beginn der Welt bis zum Tod von Odysseus zusammen. Am häufigsten werden Homer und Hesiod genannt.

Weitere griechische Autoren

Dichter – wie Pindar von Theben, Bakchylides von Keos, Simonides von Keos, Theokritos oder Bion von Smyrna -nahmen den Erzählstoff der griechischen Mythenwelt auf und schilderten diese in ihren Gedichten.

Das Klassische Drama bediente sich ebenfalls den Legenden und Dramatiker – wie Aischylos, Sophokles oder Euripides – setzten den Erzählstoff literarisch um. Der griechische Komödiendichter Aristophanes verwendete ebenfalls griechische Mythen in seinen Werken („Die Vögel“ und „Die Frösche“).

Geschichtsschreiber, wie Herodot und Diodorus Siculus, griffen griechische Mythen einzelner Lokalitäten auf und schrieben diese nieder. Ähnlich machten es Reiseschriftsteller, wie Pausanias und Strabon.

Herodot, welcher sich ausgiebig mit den griechisch-persischen Kriegen befasste, versuchte unterschiedliche Mythen und Kulturen miteinander zu versöhnen und gemeinsame Ursprünge deutlich zu machen.

Der Epos Argonautika, geschrieben von Apollonios von Rhodos im 3. Jahrhundert v. Chr., beschreibt die Argonauten-Expedition auf der Suche nach dem Golden Vlies. Bekannt war die Sage schon bei Homer, welcher zu einzelnen Begebenheiten bereits Bezug nahm. Bei den Römern wurde die Argonautika äußerst berühmt und beeinflusste die Werke von Gaius Valerius Flaccus, Vergil und Publius Terentius Varro.

Kallimachos von Kyrene (3. Jahrhundert v. Chr.) gilt als Begründer der Philologie. Er setzte sich thematisch mit den mythologischen und legendären Ursprüngen einzelner Begriffe auseinander. Parthenios von Nikaia trug im 1. Jahrhundert v. Chr. mythologische Erzählungen zusammen, in denen von Inzest, Kannibalismus und Päderastie erzählt wird.

Überlieferungen zur Römischen Zeit

Zur römischen Zeit griffen Ovid (Publius Ovidius Naso), Statius (Publius Papinius Statius), Gaius Valerius Flaccus, Seneca der Jüngere und Vergil (Publius Vergilius Maro) die griechischen Legenden erneut auf. In den Metamorphosen von Ovid wird die Geschichte der Welt bis zu Ovids Gegenwart (8 n. Chr.) neu erzählt.

Die Gigantomachie vom griechischen Dichter Nonnos von Panopolis (5. Jahrhundert n. Chr.) beschreibt die Gigantenschlacht neu.

Der griechische Schriftsteller Antoninus Liberalis schrieb im 2. Jahrhundert n. Chr. insgesamt einundvierzig Verwandlungssagen der griechischen Mythenwelt neu auf. Und Quintus von Smyrna verarbeitete im 3. Jahrhundert den Legendenstoff zum Trojanischen Krieg neu.

In welche Abschnitte wird die griechische Mythologie unterteilt?

Schöpfung

Siehe auch: Schöpfungsmythen der alten Griechen

Laut Hesiods Theogonie begann die Entstehung der Welt im Chaos. Mit Chaos meinte Hesiod einen Urzustand, der als Leere oder als Nichts beschrieben wird. Aus dem Chaos entstanden fünf personifizierte Urelemente bzw. Urgötter.

Diese Urelemente waren Erebos (Gott der Dunkelheit), Nyx (Göttin der Nacht), Eros (Gott der Liebe), Gaia (Göttin der Erde) und Tartarus (Gott der Unterwelt).

Die Erdmutter Gaia gebar drei Söhne, den Uranos (Himmelsgott), Pontos (Meeresgott) und Ourea, den Gott der Berge und Gebirge. Mit Uranos zeugte sie die Titanen, die Kyklopen und die hundertarmigen Hekatoncheiren.

Da der Himmelsgott Uranos glaubte, dass seine Brut ihm seine Stellung streitig machen könne, schob er den Nachwuchs bei der Geburt wieder in Gaias Schoß. Die Erde bebte und bereite der Erdmutter wahnsinnige Schmerzen.

Im Inneren der Erde erzeugte Gaia eine Sichel und stachelte nun ihre Kinder an, sich gegen den Vater aufzulehnen. Doch nur der Titan Kronos war dazu bereit. Beim nächsten Beischlaf, als Uranos in Gaia eindrang, mähte Kronos seinem Vater das Geschlechtsteil ab. Die Entmannung des Uranos führte zur Herrschaft des Kronos.

Mit seiner Schwester Rhea zeugte Kronos die ersten Wesen, welche bei den Griechen als Götter bezeichnet werden. Dies waren drei Töchter – namens Hera, Demeter und Hestia und drei Söhne – namens Zeus, Hades und Poseidon.

Aber auch Kronos hatte Angst davor, dass ein Kind ihn stürzen könne. Deshalb verschlang er seinen Nachwuchs direkt nach der Geburt. Nur durch eine List konnte Zeus entkommen, wuchs in der Höhle von Psychro auf Kreta auf und wurde durch die Kureten beschützt.

Als Zeus erwachsen war, befreite er seine Geschwister und stürzte den Vater. Seitdem regieren die Olympier über die Welt.

Zeitalter der Götter

siehe auch: Griechische Götterbild und Liste der griechischen Götter

Die Herrschaft der Olympier begann nach dem Sturz der Titanen. Doch zunächst war Zeus noch auf Kreta und seine Geschwister im Schlund von Uranos gefangen.

Mit Hilfe von Metis, die für Zeus einem Zaubertrank herstellte, gelang es diesen, dass Uranos die verschlungenen Göttergeschwister wieder ausspuckte. Nun befreite Zeus die Hekatoncheiren und Kyklopen, welche Kronos in den Tartarus gefangen hielt. Von ihnen bekam er Blitz und Donner, welchen er im Kampf gegen die Titanen einsetzen konnte.

Die Titanomachie (Titatenkrieg) endete siegreich für die Götter. Fortan teilten sich Poseidon, Hades und Zeus die Welt auf. Letzterer wurde Herrscher über den Himmel. Poseidon wurde Herrscher über die Meere und Hades wurde Herrscher des Totenreichs.

Jene Titanen, welche sich bei der Titanomachie beteiligt hatten, wurden in die Unterwelt (Tartarus) gesteckt und dort gefangen gehalten.

Nach dem Sturz der Titanen zogen die Götter auf den Olymp, den höchsten Berg Griechenlands. Von dort oben aus regierten sie über die Welt.

Insgesamt kannte das griechische Götterbild zwölf Olympier. Zunächst waren dies der Göttervater Zeus und vier seiner Geschwister. Nur der Totengott Hades zog nicht auf dem Olymp und herrschte mit seiner Gemahlin Persephone in der Unterwelt.

Die übrig gebliebenen Geschwister des Zeus waren die Schutzgöttin Hera, welche zu seiner Gemahlin wurde, aber auch die Muttergöttin Demeter, die Herdgöttin Hestia und der Meeresgott Poseidon.

Auf dem Olymp zeugten die Götter untereinander sechs neue Gottheiten, welche ebenfalls auf dem Olymp aufgenommen wurden. Diese waren der Kriegsgott Ares, der Lichtgott Apollon, die Jagdgöttin Artemis, der Schmiedegott Hephaistos und die Weisheitsgöttin Athene.

Die letzte Göttin, welche sich auf den Olymp gesellte war Aphrodite, welche aus dem abgeschlagenen Geschlechtsteil des Uranos entstand. Sie wurde im griechischen Pantheon zur Liebesgöttin.

Zeitalter der Helden

Siehe auch: griechische Heldenzeitalter und Liste der griechischen Helden

Die Heldenära begann mit Heroen wie Perseus und Bellerophon. Beide galten als größte Monsterschlächter vor Herakles.

Die Helden waren ein Geschlecht, welches weder menschlich noch göttlich war. Viele Helden waren von den Göttern gezeugt wurden und deshalb bei den Griechen als Halbgötter verehrt worden. Da die Menschen aber anfingen, die Helden anstelle der Götter zu verehren, brauchte Zeus einen großen Krieg – um das Geschlecht der Helden auszulöschen. Dieses Großereignis war der Trojanische Krieg.

Weitere Großereignisse der griechischen Heldenwelt waren die Kalydonische Eberjagd, bei denen alle Helden dieser Generation teilnahmen. Auch beim Argonautenzug nahmen sämtliche Helden der zweiten Generation teil. Darunter befanden sich Jason, welcher die Argonauten anführte – aber auch Herakles, der einen eigenen Heldenzyklus hatte.

Im Kretischen Zyklus kann der Athener Theseus den Minotaurus auf Kreta töten. Anschließend nahm er an einen Feldzug gegen die Amazonen teil und bestieg die Unterwelt.

Der Thebanische Zyklus besteht aus drei Teilen. Der erste Teil ist der Ödipus-Zyklus. Der Protagonist tötete versehentlich seinen Vater und heiratete dann unwissentlich seine Mutter. Dadurch wurde er König von Theben.

Der zweite Teil und dritte Teil des Thebanischen Zyklus erzählt, wie die Söhne des Ödipus gegeneinander Krieg führen und anschließend deren Söhne erneut zu den Waffen greifen. Es ging dabei ums Erbe des Vaters.

Zunächst hatten sich die Ödipus-Söhne darauf geeinigt, abwechselnd in Theben zu regieren. Doch Eteokles hielt sich nicht an die Abmachung, weshalb Polyneikes in Argos eine Armee gegen Theben aufstellte. Der anschließende Feldzug wird als „Die Sieben gegen Theben“ erzählt.

Die Heldenära endet dann mit dem Epischen Zyklus, welcher die Schlacht um Troja schildert. Während der Schlachten starben Achilleus und Ajax der Große, zwei der größten Kämpfer Griechenlands.

Auf des Gegners Seite starb der trojanische Prinz Hektor durch die Hand des Achilleus. Sein Bruder, der trojanische Prinz Paris, tötete Achilleus mit einem Pfeil durch die Achillesferse. Letztlich endete der Krieg aber erst durch die List um das Trojanische Pferd, welche von Odysseus stammte.

Welchen Zweck erfüllte die griechische Mythologie?

Die Mythenwelt der Griechen entstand zu einer Zeit als die Zivilisation und das Staatswesen aufkamen. Dies bedeutet, dass erstmals eine größere Anzahl von Menschen zusammenleben mussten. Und dieses Zusammenleben musste organisiert werden. Denn das Individuum gab seine persönliche Freiheit auf, um sich einem Staatswesen mit gemeinschaftlichen Regeln unterzuordnen. Es entstand ein Verwaltungsapparat mit Steuern und Abgaben, eine Wirtschaft – die auf Arbeitsteilung beruhte, aber auch eine Regelung von Besitztümern.

Jenes Zusammenleben ist für die Menschheit nur möglich, wenn sie sich auf bestimmte Geschichten einigt. Solche Geschichten sind eben jene, welche wir heute noch erzählen. So gibt es eben heute die Geschichten vom Rechtsstaat, welcher zwar persönliche Freiheit kostet, aber dafür Sicherheit garantiert. Damit diese Erzählung funktioniert, muss eine Gesellschaft an die Rechtsprechung und an den Staat glauben. Ansonsten würden die Bürger ihre persönliche Freiheit zurückfordern.

Im antiken Griechenland glaubten die Menschen an die Götter. Und jene Wesen wachten über die Menschheit, wie es heute ein Staat tun würde. Die Griechen waren bestrebt danach, die Gunst der Götter zu erlangen und zu behalten. Deshalb etablierte sich ein Götterkult mit Festen und Opfergaben.

Die Geschichten der Götter wurden immer wieder erzählt und durch neue Geschichten weiter ausgeschmückt. Dadurch verfestigten sich die Mythen gegenseitig. So entstand ein Mythengeflecht, welches sich gegenseitig stützt und welches irgendwann niemand mehr hinterfragt.

Hinzu kam, dass die Griechen sich durch ihre Erzählungen von anderen Völkern abgrenzen konnten. Demnach war der Mythenstoff nicht nur der soziale Kitt einer Gesellschaft, sondern bewirkte auch, dass die Griechen eine gemeinsame Identität entwickeln konnten. Und dies wiederum bewirkte, dass der soziale Kitt noch fester wurde.

Sprache und Mythos waren bei den Griechen demnach zwei Aspekte der kulturellen Evolution. Damit ist gemeint, dass die griechische Gesellschaft durch diese gemeinsamen Erzählungen kulturell wachsen und sich verfestigen konnte.

Jeder Mythos war auch immer ein Narrativ. Das bedeutet, dass mit der Mythenerzählung auch immer eine politische Absicht transportiert wurde. Die Menschen ordneten sich den Göttern unter, um sich eigentlich dem Staatsapparat unterzuordnen.

Und jener Staatsapparat – bestehend aus Verwaltung, Hierarchien und Arbeitsteilung – wird zwingend notwendig, sobald eine Menschengruppe eine gewisse Anzahl von Mitgliedern übersteigt.