Antike Griechenland
Das antike Griechenland bzw. die Zeit der griechischen Antike beginnt, je nach Auffassung, mit der ägäischen Bronzezeit (2500 v.Chr. bis 1050 v.Chr.) oder mit dem Ende der Dark Ages (1050 v.Chr. bis 800 v.Chr.) und endet im Jahr 27 v.Chr. mit der Eingliederung ins römische Reich (Eroberung: 30 v.Chr.).
Inhalt
- 1 Steckbrief
- 2 Was war das Antike Griechenland
- 3 Was geschah im Antiken Griechenland
- 4 Warum ist das antike Griechenland untergegangen
- 5 Welche Epochen hatte das Antike Griechenland
- 6 Wofür war das Antike Griechenland bekannt und warum ist es heute noch bedeutend
- 7 Was ist der Unterschied zwischen dem antiken Griechenland und antiken Ägypten
- 8 Zeittafel und Chronologie
- 9 Literatur
Steckbrief
| Name: | Antike Griechenland, Griechische Antike |
| Historische Epoche: | Antike, Altertum |
| Beginn: | 2500 v.Chr. |
| Ende: | 30 v. Chr. |
| Blütezeit: | 480 v. Chr. bis 404 v. Chr. |
| Vorkulturen: | Minoer auf Kreta (2600-1450 v.Chr.) und die Mykener auf dem Festland (Stadt Mykene) etwa 1680 v. Chr. bis 1200 v.Chr. |
| Untergang: | Eroberung durch Rom, 30 v.Chr. fiel das letzte griechische Reich der Ptolemäer (Ägypten) an Rom |
| Epochen: | -Ägäische Bronzezeit: 2500 - 1050 v.Chr. -Dark Ages: 1050 - 800 v.Chr. -Archaik: 800 - 508/7 v.Chr. -Klassische Zeit: 508/7 - 338 v.Chr. -Hellenismus: 338 - 30 v.Chr. -Griechisch-römische Zeit: 30 v.Chr. - 330 n.Chr. |
| Merkmale: | Loser Staatenbund, bestehend aus Stadtstaaten mit gleicher Sprache, Kultur, Brauchtum und in ihrer Blütezeit mit der Demokratie als Herrschaftsform, welche vom Volk ausgeht (Gegensatz: Tyrannis als Alleinherrscher) |
| Bedeutung: | -Errungenschaften in Politik, Wissenschaft, Ethik, Philosophie, Naturwissenschaften, Kunst und Kultur -Demokratie als Herrschaftsform blieb erhalten -Olympia als Sportfest des Friedens und als Symbol für den Austausch der Kulturen blieb erhalten -Griechisch wurde Bildungssprache, griechische Begriffe sind heute als Fachbegriffe erhalten (z.B. Politik abgleitet vom griechischen Wort politiká) |
Was war das Antike Griechenland
Im 2. Jahrtausend v. Chr. wanderten verschiedene Volksstämme – wie die Äoler, die Archäer, Ionier oder Dorer – nach Griechenland ein. Dort gründeten sie unabhängige Städte mit eigenständiger Regierung. Die einzelnen Stadtstaaten werden Poleis (Mehrzahl: Polis) genannt. Geführt werden diese anfangs von einem König und einer Adelsschicht.
Aufgrund geografischer Bedingungen etablierte sich kein großer Staat mit vielen kleinen Städten, sondern Griechenland blieb ein Gefüge aus Stadtstaaten – deren Bevölkerung durch die Schrift, Kultur, Sprache, den Götterglauben, großen Festspielen, den Epen vom Homer (Kampf um Troja, die Odyssee) vereint werden und sich als Gemeinschaft fühlen. Sich selbst bezeichneten die Griechen als Hellenen.
Was geschah im Antiken Griechenland
Im 1. Jahrtausend v.Chr. stellten sich zwei Stadtstaaten heraus, welche ihre Kultur auf andere griechische Stadtstaaten ausbreiten wollten. Solch ein Führungsprinzip wird in der Politik als Hegemonie bezeichnet. Die Hegemonialmächte, welche diese Führungsrolle für alle Griechen einnehmen wollten, waren Sparta und Athen.
Sparta vs. Athen
In Sparta entstand ein Militärstaat mit einer Militärregierung an der Spitze. Alle Macht in Sparta ging von der kriegerischen Oberschicht, den Spartanern, aus. In Athen entwickelte sich ein Gegenstück dazu. Dort entstand einer Volksherrschaft (Demokratie) als Regierungsform, welche allerdings Frauen, Sklaven und Nicht-Griechen ausschloss.
Zwischen Sparta und Athen kam es zu einem Machtkampf um die Vormachtstellung im antiken Griechenland. So begriffen sich beide als Schutzmacht über alle Griechen und bewegten andere griechische Stadtstaaten dazu, mit ihnen ein Bündnis einzugehen.
Bündniskriege
Durch die Perserkriege (490-479 v.Chr.) konnte Athen seine Vormachtstellung ausbauen und erreichte seinen kulturellen Höhepunkt. Sie gingen den Attischen Seebund mit anderen griechischen Stadtstaaten, sowie mit nicht-griechischen Stadtstaaten im Mittelmeerraum ein und erlangten so die Seemacht.
Sparta organisierte den Peloponnesischer Bund, in welchem sich ebenfalls griechische Stadtstaaten anschlossen. Zwischen beiden Bündnissystemen kam es zum Krieg, welcher als Peloponnesische Krieg oder Innergriechischer Krieg bezeichnet wird. Dieser begann 431 v.Chr. und endete 404 v.Chr. mit einem Sieg für Sparta.
Aufstieg Makedoniens
Fortan war Griechenland gespalten. Da Sparta die Seemacht fehlte, konnte es die ausländischen Überseeländereien nicht dauerhaft befrieden und verlor auch im griechischen Kerngebiet an Macht. In Makedonien erhob sich Philipp II. zum König und unterwarf ganz Griechenland. Nach seinem Tod übernahm sein Sohn Alexander den Thron und wurde zum neuen König von Makedonien. Doch Alexanders Bestrebungen gingen weit über Griechenland hinaus und so begann er im Frühjahr 334 v.Chr. einen Feldzug gegen das Perserreich.
Alexanderfeldzug
Alexander konnte das Perserreich erobern und wurde zu Alexander dem Großen erklärt. Er trug die griechische Kultur in den Orient, was als Hellenismus bezeichnet wird. Alexander starb unerwartet 323 v.Chr. in Babylon, nachdem er Vorderasien, Zentralasien, Ägypten und Teile Südasiens erobert hatte. Sein riesiges Weltreich (Alexanderreich) wurde unter seinen Generälen aufgeteilt und es entstanden hellenistische Reiche.
Warum ist das antike Griechenland untergegangen
Im Mittelmeerraum stieg während der Antike eine zweite Supermacht auf, welche als Römische Republik bezeichnet wird. Diese eroberten die Griechen. Als letztes hellenistisches Reich fiel den Römern das Ptolemäerreich in Ägypten zu. (etwa 30 v.Chr. ). Nach der Eroberung wurde Alexandria (Ägypten) zur zweiten Hauptstadt neben Rom erklärt. Nach Ende der römischen Bürgerkrieg wurde aus der Römischen Republik ein Kaiserreich. Und Gaius Octavius wird als Kaiser Augustus ihr erster Prinzipat (Kaiser).
Welche Epochen hatte das Antike Griechenland
- Ägäische Bronzezeit: etwa 2500 bis 1050 v.Chr.
- Dark Ages: 1050 bis 800 v.Chr.
- Archaische Zeit: etwa 800 bis 508/7 v.Chr.
- Klassische Zeit: 508/7 bis 338 v.Chr.
- Hellenismus: 338 v.Chr. bis 30 v.Chr.
- griechisch-römische Zeit: bis etwa 300 n.Chr.
Die Unterteilung nach griechischen Epoche ist eine Konvention der modernen Forschung. Demnach hat keine Grieche jemals gesagt, dass er in der Antike lebt und sich gerade in der Klassischen Zeit befindet. Stattdessen haben Forscher der letzten Jahrhunderte festgelegt, wie man die antike Geschichte Griechenlands am besten einteilen könnte. Und deshalb nahm man sich gewisse Ereignisse heraus, betrachte diese als Wendepunkt und somit als Anfang oder Ende einer Epoche.
Wofür war das Antike Griechenland bekannt und warum ist es heute noch bedeutend
In Griechenland entstanden die Grundzüge moderner Stadtverwaltung, der Politik und Demokratie. Sämtliche Naturwissenschaften, Mathematik und Philosophie wurden entweder im antiken Griechenland entwickelt oder fundamental weiterentwickelt.
Denkansätze zur Ethik, Moral und Rechtsfragen wurde von antiken Philosophen aufgegriffen, diskutiert und entwickelt. Die griechische Mythologie überdauerte die römische Expansion, wurde dort integriert und schließlich bis in die Neuzeit bewahrt.
Neben der Religion und Kultur überdauerte auch die griechische Sprache bis in die Neuzeit. Sämtliche Fremdwörter in Wissenschaften sind altgriechisch. Weitere Relikte des antiken Griechenlands sind die Olympiade, das Theater und die großen Dramen.
Was ist der Unterschied zwischen dem antiken Griechenland und antiken Ägypten
Das antike Ägypten wurde durch die Griechen geprägt, welche seit dem Feldzug Alexanders den Staat gestalteten. Da Ägypten eine Hochkultur war, waren den Ägyptern viele Errungenschaften in Kultur, Religion und Staatsaufbau gelungen – weshalb die Griechen auch von ihnen lernten.
Große Unterschied gab es im Staatsaufbau, in der Götterwelt und Verwaltung. Denn das Alte Ägypten war durch sein Beamtentum eine Verwaltungsmacht, wodurch die Menschen in der Lage waren – den Leuchtturm von Alexandria, die Pyramiden und die Sphinx von Gizeh zu erschaffen.
Zeittafel und Chronologie
| Kalenderjahr | Ereignis |
|---|---|
| um 2000 v. Chr. | Einwanderer aus dem Nordosten lassen sich auf dem griechischen Festland nieder. |
| um 1600 v. Chr. | Die Einwanderer siedeln auf der Peloponnes. Verschiedene Bevölkerungsgruppen mischen sich. Es entsteht die mykenische Kultur mit der Stadt Mykene als Zentrum. |
| um 1450 v. Chr. | Zwischen 1450 und 1200 v. Chr. erlebte die mykenische Kultur ihren Höhepunkt. Der Einfluss der Mykener reicht bis nach Kreta, auf die Kykladen und nach Kleinasien. Es entstehen die Paläste von Pylos, Mykene und Tiryns. |
| um 1150 v. Chr. | Die Palastkultur von Mykene geht unter. Grund sind unbekannte Aggressoren, welche die Paläste zerstören. Laut einigen Legenden und Sagen sollen die Thessalier in die Doris eingefallen sein und die Dorische Wanderung ausgelöst haben. Die Dorer drangen dann auf die Peloponnes vor und zerstörten dort die Paläste. |
| um 1000 v. Chr. | Zwischen 1150 und 750 v.Chr. war das sogenannte Dunkle Zeitalter, in welcher sich die Grundlagen der griechischen Kultur herausbilden konnte. Um 1000 v. Chr. besiedeln die Ionier die kleinasiatische Küsten. Die Ionier waren neben den den Aiolern, Dorern und den Achaiern einer der Stämme des alten Griechenlands. |
| um 850 v. Chr. | Auf dem griechischen Festland schließen sich kleinere Dörfer zu Stadtgemeinschaften zusammen. Gründe für den Zusammenschluss waren wohlmöglich besserer Schutz, besserer Handel und Informationsaustausch. Aus diesen Stadtgemeinschaften entstehen Stadtstaaten, die sogenannten Poleis. |
| 776 v. Chr. | Wohlmöglich fanden in diesem Jahr die ersten Olympischen Spiele statt. Austragungsort der Spiele war der Heilige Hain von Olympia in der Landschaft Elis auf der Halbinsel Peloponnes. Angeblich entstanden die Spiele durch ein Abkommen zwischen den Königen Iphitos von Elis, Kleosthenes von Pisa und Lykurgos von Sparta. Diese handelten eine Waffenruhe aus, welche während der Spiele eingehalten werden musste. |
| um 750 v. Chr. | Die Griechen siedeln im westlichen Mittelmeerraum, am Schwarzen Meer und in Nordafrika. Es entstehen so unabhängige Städte, welche aber mit den Mutterstädten weiterhin eng verbunden sind. Diese Pflanzstädte übernehmen die griechische Kultur aus der Mutterstadt und tragen diese nach Osteuropa, Nordafrika und Westasien. |
| 735 v. Chr. | Der griechische Stadtstaat Sparta unterwirft das westlich gelegene Messenien. Die messenische Bevölkerung wird versklavt. Es entsteht eine Sklavenhaltergesellschaft mit spartanischen Staatsklaven, den sogenannten Heloten. Der erste Messenische Krieg endet 715 v. Chr.. |
| um 700 v. Chr. | Von den Phöniziern übernehmen die Griechen das Alphabet und bilden daraus eine eigene Schrift. Die Werke von Homer (Odyssee, Ilias), welche bis dahin nur mündlich überliefert waren, werden nun niedergeschrieben. Die griechische Schrift wird später zur Grundlage des lateinischen Alphabets der Römer, welche wiederum die Grundlage für sämtliche Schriften Europas wird. |
| 668 v. Chr. | In der Schlacht von Hysiai unterliegt Sparta den griechischen Nachbarn von Argos. In der Folge entwerfen die Spartaner ein militärisches System, welches ihr ganzer Staatsapparat unterworfen wird. Es steht der erste Militärstaat in Europa. |
| um 650 v. Chr. | Wohlmöglich führen die Spartaner als erster griechischer Stadtstaat die Phalanx als Kampfformation ein. Zwar deuten archäologische Hinweise an, dass die Phalanx bereits in der Vorantike bekannt war, aber die Spartiaten machen die Schlachtordnung zum Standard. Die vorderste Reihe dieser Formation waren gepanzerten Hopliten, die mit einer ursprünglich etwa zwei Meter langen, später immer längeren (bis zu 7 Meter) Lanze bewaffnet waren. |
| um 650 v. Chr. | Die Tyrannis wird zur gängigen Staatsform in Korinth, Sikyon und Megara. |
| 620 v. Chr. | In Athen verfasst Drakon ein neues Gesetz. Fortan findet eine Unterscheidung von vorsätzlicher und unbeabsichtigter Tötung statt. Außerdem werden Straffälle an Gerichtshöfe übergeben. Dieses Gesetz löst die bis dahin vorgeschriebene Blutrache ab. |
| 594 v. Chr. | In Athen wird Solon zum Archon (hohe Beamter) gewählt. Er ordnet den athenischen Staat neu, reformiert das Finanzwesen, setzt einen Schuldenerlass durch und vereinheitlich Maß- und Gewichtseinheiten. Seine wichtigste Maßnahme war die Seisachtheia, also die Abschaffung der Schuldsklaverei. Um 600 v. Chr. stand Athen kurz vor einem Bürgerkrieg. Denn die Gesellschaft war zwischen Adel und verarmter Bevölkerung gespalten. Mit seinen Schiedsrichterrolle stabilisierte er die Polis und verhinderte eine Eskalation der Gewalt. Solon schuf eine timokratische Verfassung, wonach er die Bevölkerung in vier Vermögensklassen (Pentakosiomedimnoi, Hippeis, Zeugiten, Theten) einteilte. Ein Rat der Vierhundert entstand als Gegengewicht zum aristokratischen Areopag. Damit war der Grundstein für die spätere Demokratie und deren Institutionen gelegt worden. |
| 582 v. Chr. | Die Panhellenischen Spiele als gesamtgriechische Wettkämpfe entstehen. Diese Sportwettkämpfe fanden zu Ehren der griechischen Götter statt und wurden an religiösen Stätten abgehalten. Die vier Kultstätten waren Olympia, Delphi, Korinth und Nemea. In Olympia fanden alle vier Jahre die Olympischen Spiele zu Ehren von Zeus statt. Dies waren die bedeutendsten Panhellenischen Spiele. Die zweitbedeutendsten Spiele waren die Pythischen Spiele in Delphi, welche ebenfalls alle vier Jahre zu Ehren Apollons stattfanden. Alle zwei Jahre fanden die Nemeischen Spiele in Nemea zu Ehren von Zeus statt. Und in Korinth fanden alle zwei Jahre die Isthmischen Spiele zu Ehren von Poseidon statt. |
| um 550 v. Chr. | Auf der griechischen Insel Ägina werden erstmals griechische Silbermünzen geprägt. Bis etwa 400 v. Chr. setzt sich die Münze in ganz Griechenland durch und verdrängt den Tauschhandel. Allerdings gab es keine einheitliche Münzprägung. Stattdessen gab es verschiedene Münzsysteme. Jeder Stadtstaat nutzte spezifische Münzen, welche unterschiedlich geprägt waren. Oftmals wurden die Köpfe von Herrschern oder von lokalen Göttern auf den Münzen gestanzt. |
| 561 v. Chr. | Peisistratos wird durch einen Staatstreich zum Herrscher von Athen. Er begründet die Peisistratiden-Tyrannis in Athen. |
| 546 v. Chr. | Sparta besiegt seinen Erzrivalen Argos in der Schlacht in der Thyreatis. Im neu gegründeten Peloponnesischen Bund wird Sparta zur Hegemonialmacht. |
| 541 v. Chr. | Der Perserkönig Kyros II. erobert Lydien und stürzt den lydischen König Krösus. In der Folge geraten die griechischen Gebiete in Kleinasien unter persischer Kontrolle. |
| 527 v. Chr. | Peisistratos, der Tyrann von Athen, stirbt. Auf ihn folgen seine Söhne Hippias und Hipparchos als Tyrannen von Athen. |
| 514 v. Chr. | Der Peisistratiden-Tyrann Hipparchos wird von Harmodios und Aristogeiton ermordet. Dieses Ereignis geht in die Geschichte der Demokratie ein. Die beiden Tyrannenmörder werden später in Kunst und Literatur immer wieder erwähnt. Trotz des Mordes regiert Hipparchos Bruder fortan allein weiter in Athen. |
| 510 v. Chr. | In Athen verschärft sich die Lage ab 514 v. Chr. deutlich. Denn seit der Ermordung seines Bruder wird Hippias zunehmend repressiv. Die Alkmaioniden, eine einflussreiche Adelsfamilie aus Athen, bittet Sparta um Hilfe bei der Beseitigung des Tyrannen. Hinzu kam, dass die Alkmaioniden den Wiederaufbau des Apollon-Tempels in Delphi finanzierten. Dadurch beeinflussten sie das Orakel von Delphi, welche den Spartanern wiederholt dazu riet, Athen zu befreien. Letztlich folgte König Kleomenes I. von Sparta dem Rat des Orakels und marschierte in Athen ein. Der Tyrann Hippias wurde vertrieben und die Verfassung des Solon wurde wieder wirksam. |
| 508 v. Chr. | In Athen bricht ein Bürgerkrieg (Stasis) aus. Der spartanische König Kleomenes I. interveniert zu Gunsten des Archon Isagoras. Nach einer kurzen Ruhephase stellte sich die Bürgerschaft Athens erneut gegen Isagoras und sein spartanisches Unterstützerkorps. Als Anführer der athenischen Bürger etabliert sich Kleisthenes, einer Adliger aus der Familie der Alkmeoniden. Jene Adelsfamilie bat 510 v. Chr. um Spartas Mithilfe bei der Absetzung des Tyrannen Hippias. Die Gruppe um Kleisthenes gewinnt politische Oberhand und setzt politische Reformen gegen den Willen von Sparta um. Dies ist die Geburtsstunde der athenischen Demokratie. |
| 501 v. Chr. | In Athen werden zehn Strategos (Heerführer) aus jeder der zehn Phylen (Sippen) gewählt. Die Wahl geschah bei einer Volksversammlung. Das neue Amt des Strategos ersetzt das Amt des Archon polemarchos. Anders als andere Beamten Athens können Strategos beliebig oft wiedergewählt werden. Dadurch setzte der attische Staat auf militärische Erfahrung, bewährte Führungsstärke und den Rückhalt in der Truppe. Die Strategen waren nicht nur einfache Kommandeure, sondern politische Entscheidungsträger. Einige von ihnen, wie bspw. Perikles, wurden faktisch zu politischen Führern. |
| 499 v. Chr. | In Kleinasien beginnt der Ionische Aufstand gegen die persische Vorherrschaft. Der Aufstand endet 494 v. Chr. mit einem Sieg der Perser in der Seeschlacht bei Lade. |
| 490 v. Chr. | Die Perser führen einen Feldzug gegen alle griechischen Stadtstaaten, welche den Aufstand der Ionier unterstützt haben. In der Schlacht bei Marathon kann Athen die Perser schlagen, weshalb ein Großteil der griechischen Staatenwelt nicht in die Einflusssphäre des persischen Achämenidenreichs geriet. |
| 487 v. Chr. | In Athen wird das Scherbengericht (Ostrakismos) eingeführt. Dadurch können einflussreiche und mächtige Bürger, welche der Polis schaden wollen, aus der Stadt verbannt werden. |
| 483 v. Chr. | Der attische Heerführer Themistokles setzt durch, dass in Athen eine mächtige Kriegsflotte gebaut wird. Gleichzeitig entsteht der Hafen von Piräus, welche als Hauptkriegshafen in den Perserkriegen genutzt. Beides war ein strategischer Geniestreich. Denn Athen wurde von einer Landmacht zu einer maritimen Großmacht. Und dass Athen zur Seemacht aufstieg, bedeutete den Wendepunkt der Perserkriege. |
| 481 v. Chr. | Auf dem Isthmus von Korinth, einer Landenge bei Korinth, gründen die griechischen Städte ein Militärbündnis gegen das Perserreich. Die sogenannte Hellenische Symmachie (symmachía =Kampfgemeinschaft) wird von Sparta angeführt. |
| 480 v. Chr. | Das persische Heer des Großkönigs Xerxes I. marschiert in Griechenland ein. Gleichzeitig dringt die persische Flotte ins Ägäische Meer vor. An den Thermopylen kämpft der Spartakönig Leonidas I. mit 300 Spartiaten gegen die Perser. Zwar kann er die persische Übermacht bremsen und kurzzeitig aufhalten, wird aber dann überrollt. Leonidas und alle 300 Spartaner sterben in der Schlacht bei den Thermopylen. |
| 480 v. Chr. | Nachdem die Perser von den Spartanern nicht gestoppt werden konnten, wird Athen evakuiert. Die Perser verwüsten die Stadt. Doch am 29. September kommt es zur Seeschlacht von Salamis, welche die Athener gewinnen können. Kriegsentscheidend war die griechische Flotte vor Piräus, welche 483 v. Chr. auf Betreiben des Themistokles entstand. Die Perser können Griechenland nicht einnehmen und das persische Heer überwintert in Thessalien. |
| 479 v. Chr. | Bei Plataiai in Südboiotien, Nahe der Grenze zu Attika, kann ein vereintes Heer der Griechen die Perser im Sommer 479 v. Chr. schlagen. Daraufhin ziehen sich die Perser aus Griechenland zurück. Etwa zeitgleich wurden auch die ionischen Gebiete in Kleinasien von den Persern befreit (Schlacht von Mykale). Die Schlacht bei Plataiai wurde zum Symbol griechischer Freiheit und der Überlegenheit der griechischen Phalanx. Fortan stellte man die Wehrhaftigkeit freier Bürger und die Stärke einer politisch selbstbestimmten Gesellschaft heraus. Das Überlegenheitsgefühl und Selbstverständnis der Griechen wuchs. Gleichzeitig wusste man, dass der Sieg über die Perser nur möglich war, weil alle griechischen Stadtstaaten als Einheit auftraten. Das Konzept des Panhellenismus (griechische Einigkeit) erhielt Auftrieb. |
| 477 v. Chr. | Über 200 griechische Städte schließen sich zum Delisch-Attischen Seebund zusammen. Führungsmacht des Bündnisses ist Athen, welche Seemacht besitzt. Das Bündnis führt zu Spannungen zwischen Athen und Sparta, welche sich ebenfalls als Schutzmacht (Hegemonialmacht) über alle Griechen sehen. |
| 471 v. Chr. | Das Scherbengericht in Athen schickt Themistokles in die Verbannung. Denn dieser hatte vor der Seeschlacht von Salamis die Stadt evakuieren lassen. Gegner von Themistokles nutzen diese Tatsache und legen es so aus, dass der Stratege die Stadt aufgegeben und im Stich gelassen hatte. |
| 465 v. Chr. | Der Attische Seebund siegt in der Schlacht am Eurymedon gegen die Perser. Dies ist die letzte nennenswerte Schlacht der Perserkriege. Fortan dominieren die Griechen, unter Führung Athens, die Ägäis. Und Athen wurde zu einer echten Großmacht im Mittelmeerraum, weshalb sich weitere Städte Kariens und Lykiens unter den Schutz des Seebundes stellten. |
| 464 v. Chr. | Durch ein Erdbeben wurde Sparta geschwächt. Daraufhin rebellierten die Heloten gegen die Herrschaft der Spartaner. Dem Helotenaufstand schlossen sich noch die Periökenstädte an, welche gegen die Vorherrschaft Spartas auf der Peloponnes-Halbinsel aufbegehrten. Die Lage für Sparta war kurzzeitig ausweglos, weshalb König Archidamos II. die Athener um Hilfe bat. |
| 462 v. Chr. | Der Athener Politiker Kimon führt ein Heer zur Unterstützung Spartas nach Messenien. Während seiner Abwesenheit entmachtet Ephialtes den Adelsrat (Areopag). Denn die attischen Politiker sahen längst nicht mehr in Persien ihren großen Rivalen, sondern in Sparta. Hinzu kam, dass als Kimon in Sparta ankam, sich die Lage entspannt hatte. Die Spartaner schickten die Athener zurück, was einem Affront glich. |
| 461 v. Chr. | In Athen muss sich Kimon als "Spartanerfreund" vor dem Scherbengericht verantworten und wird verbannt. Zunächst hatte er vergeblich versucht, die Reformen des Ephialtes zurückzusetzen. Dieser hatte die Befugnisse des Adelsrates auf die Volksversammlung, den Rat der 500 und die Heliaia verteilt. Der Kurs des Ephialtes war eine radikalere Form der Demokratie als unter Kimon. |
| 458 v. Chr. | Als Kimon 462 v. Chr. mit seinen Truppen nach Sparta zog, durchquerte er das Gebiet von Korinth ohne Erlaubnis. Dadurch kam es zum Zerwürfnis mit Athen. Als Megara sich dem Attischen Seebund anschloss, kam es zum Krieg zwischen Athen auf der einen Seite und Korinth, Epidauros und Ägina auf der anderen Seite. Die Athener gewinnen zur See, schlagen Korinth und unterwerfen Ägina. |
| 457 v. Chr. | Die Spartaner mischen im Krieg zwischen Korinth und Athen ein und schlagen die Athener in der Schlacht von Tanagra. |
| 457 v. Chr. | Der Athener Politiker Ephialtes wird - vermutlich durch einen Auftragsmörder - ermordet. Ihm folgt Perikles als politischer Führer Athens. |
| 451 v. Chr. | Der als Spartanerfreund verbannte Kimon organisiert einen kurzzeitigen Waffenstillstand zwischen Sparta und Athen, welcher nicht lange anhält. |
| 449 v. Chr. | Der sogenannte Kalliasfrieden besiegelt das offizielle Ende der Perserkriege. Verhandlungspartner waren der persische Großkönig Artaxerxes I. und der Athener Kallias. Die Perser garantieren die griechischen Städten Kleinasiens ihre Unabhängigkeit und die Ägäis wird zum Sperrgebiet der persischen Flotte erklärt. In der Folge wird aus dem Attischen Seebund ein Herrschaftsgebiet der Athener. So zwingen die Athener kleinere Städte im Schwarzmeerraum und in Westasien zum Beitritt. Gleichzeitig schränken sie die Befugnisse der unabhängigen Mitglieder ein. |
| 447 v. Chr. | Theben versuchte die Region Böotien zu dominieren. Dabei stellte sich der Böotische Bund gegen die Ansprüche des Attischen Bundes. In der Schlacht von Koroneia besiegen die Böotier das Bündnis der Athener. Fortan gelangte Theben über die Kontrolle von Böotien. |
| 445 v. Chr. | Der Erste Peloponnesische Krieg zwischen Athen und Sparta endet mit einem Friedensschluss. |
| 435 v. Chr. | Als es zu einem Konflikt zwischen Kerkyra und Korinth kommt, ergreift Athen Partei für Kerkyra. Da Korinth ein Bündnispartner von Sparta ist, bahnt sich fortan der Zweite Peloponnesische Krieg an. |
| 432 v. Chr. | Athen verlangt von der Stadt Potidaia, welche die Tochterstadt Korinths ist, die Ausweisung sämtlicher korinthischer Beamten. Potidaia lehnt diesen Zugriff ab und tritt aus dem Attischen Seebund aus. Daraufhin verhängt Athen eine Blockade. |
| 431 v. Chr. | Korinth erbittet für seine Tochterstadt Potidaia die Hilfe von Sparta, woraufhin der Peloponnesische Bund einen Krieg mit dem Attischen Bund beginnt. Dies ist der Beginn des Zweiten Peloponnesischen Krieges zwischen Sparta und Athen. In den ersten Kriegswochen plündert das peloponnesische Landheer die Region Attika, also das Umland von Athen. Während das Heer von Sparta die attische Ernte ruinierte, verschanzten sich die Athener hinter den Mauern der Stadt. Perikles vermied einen offenen Feldkampf gegen das spartanische Heer, was zu Kritik in den eigenen Reihen führte. |
| 430 v. Chr. | In Athen bricht eine Seuche aus, welche etwa ein Drittel der Athener dahinrafft. Hinzu kam, dass aufgrund der Verwüstungen in Attika die Nahrungsvorräte knapp wurden. Athen stellte auf Lebensmittelimporte um, was ihnen teuer zu stehen kam. Bereits im ersten Kriegsjahr waren etwa ein Viertel der verfügbaren Kriegskasse aufgebraucht. Perikles schickte Gesandte nach Sparta, welche Frieden aushandeln sollten, aber mit schlechten Bedingungen zurückkamen. Nun wurde gegen Perikles auf Prozesswegen vorgegangen. Man warf ihm Friedenshindernis vor und setzte ihn ab. |
| 429 v. Chr. | Perikles wird erneut zum Stratego gewählt, nachdem sich sein Vorgänger als schlechter General erwies. Viel bewirken konnte er aber auch nicht. Er starb im September 429 v. Chr. an der Attischen Seuche. |
| 425 v. Chr. | Die Athener siegen in der Schlacht von Sphakteria im Sommer 425 v. Chr. gegen ein Heer aus Sparta. Fortan steigt die Friedensbereitschaft Spartas. |
| 424 v. Chr. | In der Schlacht von Delion geht der Böotische Bund (Theben) als Sieger gegen Athen hervor. |
| 423 v. Chr. | Athen und Sparta schließen einen einjährigen Waffenstillstand. |
| 421 v. Chr. | Der Nikiasfrieden soll den Peloponnesischen Krieg zwischen Athen und Sparta beenden. Ausgehandelt wurde, dass der Vorkriegszustand wiederhergestellt werden und für 50 Jahre anhalten sollte. Dieser Vorkriegszustand stand aber den Interessen von Korinth und Megara im Weg, welche die Kontrolle über Nisaia (Megara) und Potidaia (Korinth) zurückhaben wollten. Dies sah der Friedensvertrag nicht vor, weshalb diese Stadtstaaten dem Friedensvertrag nicht beitraten und sich von ihrem Bündnispartner Sparta verraten fühlten. |
| 414 v. Chr. | Athen beginnt mit der Sizilienexpedition, belagert Syrakus und weitet den Peloponnesischen Krieg aus. Daraufhin erklärt Sparta, dass der Nikiasfrieden gebrochen wurde. In der Folge wechseln sämtliche Verbündete Athens die Seiten, verlassen den Attischen Seebund und wechseln auf die Seite Spartas. Sparta schließt Frieden mit Persien, wodurch sich ostgriechische Städte durch Sparta geschützt fühlen und ebenfalls das Athener Bündnis verlassen. |
| 413 v. Chr. | Die Sizilienexpedition der Athener endet in einem Desaster. Sie müssen die Belagerung von Syrakos aufgegeben und werden auf dem Rückweg vernichtend geschlagen. |
| 410 v. Chr. | In Schlacht von Kyzikos im Marmarameer in der heutigen Türkei besiegen die Athener eine Truppenallianz Spartas, des Achämenidenreich und Sykarus. |
| 406 v. Chr. | In der Schlacht bei den Arginusen besiegen die Athener erneut die Spartaner. Allerdings werden sechs attische Strategen hingerichtet, weil man ihnen vorwarf, Schiffbrüchige nicht gerettet zu haben. |
| 405 v. Chr. | Aufgrund der Hinrichtungen der Strategen im Vorjahr sind die Athener führungsschwach. Sie verlieren die Schlacht bei Aigospotamoi (Dardanellen), was entscheidend für den Ausgang des Peloponnesischen Krieges sein wird. |
| 404 v. Chr. | Das belagerte Athen kapituliert. Sparta und seine Verbündeten gehen als Sieger aus dem Peloponnesischen Krieg hervor. Athen muss seine Besitzungen außerhalb Attikas abtreten und wird gezwungen einem Bündnis mit Sparta beizutreten. |
| 395 v. Chr. | Nachdem ihre Interessen am Ende des Peloponnesischen Krieges nicht beachtet wurden, ziehen Argos, Athen, Theben und Korinth gegen Sparta erneut in den Krieg. Der sogenannte Korinthischen Krieg dauert bis 387 v. Chr. und endet mit keinem eindeutigen Sieger. |
| 387 v. Chr. | Der sogenannte Königsfrieden soll den Korinthischen Krieg beenden. Vermittelt wurde der Frieden vom persischen Großkönig Artaxerxes II., welcher zugunsten Spartas ins Kriegsgeschehen eingegriffen hatte. Die Perser verleiben sich die Insel Zypern, die griechischen Städte im Westen von Kleinasien und Klazomenai ein. |
| 379 v. Chr. | Der Attische Seebund wird neu gegründet. Denn viele Polis litten unter Sparta als Hegemonialmacht. Diese hatten demokratische Strukturen abgeschafft und durch oligarchische Regierungen ersetzt. Für die Griechen war Spartas Führungsrolle mit einem massiven Eingriff in ihre Autonomie verbunden und unerträglich geworden. |
| 371 v. Chr. | Am 5. August 371 v. Chr. besiegt Theben das spartanische Heer in der Schlacht bei Leuktra. Dieser Sieg ist entscheidend für die griechische Geschichte, denn Sparta verliert seine Vorherrschaft in Griechenland. |
| 359 v. Chr. | Nachdem der makedonische König Perdikkas III. im Kampf gegen die Illyrer gefallen ist, wird Philipp II. zum König von Makedonien. |
| 357 v. Chr. | Die Makedonen unterwerfen Athen. |
| 348 v. Chr. | Der makedonische König Philipps II. dehnt in Kriegen gegen Olynth und den Chalkidischen Bund seinen Machtbereich weiter aus. In der griechischen Staatenwelt steigt das Königreich Makedonien in den Rang der stärksten Landmacht auf. |
| 341 v. Chr. | Die Makedonen kapern eine Getreideflotte, woraufhin ihnen Athen erneut den Krieg erklärt. Theben und Korinth werden zu Verbündeten Athens. |
| 338 v. Chr. | Philipp II. besiegt in der Schlacht von Chaironeia das vereinte Heer von Athen und Theben. Der Attische Seebund löst sich wieder auf und Makedonien besiegelt endgültig seine Rolle als Hegemonialmacht über Griechenland. |
| 336 v. Chr. | Philipp II. wird ermordet. Auf den Thron Makedoniens folgt ihm sein 20-jähriger Sohn Alexander. |
| 334 v. Chr. | Beginn des Alexanderzuges nach Persien. Er erobert Kleinasien und dringt bis Milet vor. Viele Städte ergeben sich kampflos, wohlmöglich auch weil Alexander als Befreier auftritt. |
| 333 v. Chr. | In der Schlacht von Issos besiegt Alexander den Perserkönig Dareios III.. Danach erobert er Phönizien, Syrien, Palästina und Ägypten. |
| 331 v. Chr. | Im Nildelta gründet Alexander die Stadt Alexandria. Danach marschiert er tief ins Innere des Perserreichs, um den Perserkönig Dareios zu verfolgen. |
| 330 v. Chr. | Der Perserkönig Dareios III. wird von seinen Gefolgsleuten ermordet. Auf der Suche nach seinen Mördern dringt Alexander bis nach Baktrien und Sogdien vor. |
| 326 v. Chr. | Alexander überquert mit seinen Truppen den Hindukusch und siegt in der Schlacht am Hydaspes gegen den indischen König Poros. |
| 323 v. Chr. | Alexander der Große stirbt in Babylon. Sein geistig behinderter Halbbruder und sein neugeborener Sohn werden Nachfolger Alexanders. Der oberste General der Makedonen, namens Perdikkas, wird Reichsverwalter. Die Verwaltung einzelner Provinzen übernehmen Alexanders Generäle (Diadochen). Zu den wichtigsten gehörten Ptolemaios (Begründer der Ptolemäerdynastie in Ägypten), Eumenes von Kardia (Herrscher von Kappadokien, Zentralasien), Antigonos I. Monophthalmos (Begründer der Antigoniden-Dynastie in Makedonien), Kassander, Lysimachos (König von Thrakien), Seleukos (Begründer der Seleukiden-Dynastie im Vorderen Orient). |
| 321 v. Chr. | Im ersten Diadochenkrieg verbünden sich Antipatros, Krateros, Ptolemaios gegen Perdikkas. Die Verbündeten werfen Perdikkas vor, Alleinherrschaft anzustreben. Letztlich wird Perdikkas ermordet und Antipatros wird neuer Reichsverweser. |
| 319 v. Chr. | Nach dem Tod von Antipatros wird Polyperchon der Verwalter des Alexanderreichs. Kassander und Antigonos erkennen diesen nicht an, wodurch der Zweite Diadochenkrieg ausbricht. Kassander erobert Makedonien und Antigonos wird neuer Herrscher von Vorderasien. |
| 301 v. Chr. | Der vierte und letzte Diadochenkrieg endet. Nach den Diadochenkriegen wird das Alexanderreich in drei hellenistische Großreiche aufgeteilt. Das Ptolemäerreich in Ägypten, das Seleukidenreich in Vorderasien und Antigonidenreich in Griechenland und Makedonien. |
| um 288 v. Chr. | Während der Herrschaft von Ptolemaios II. Philadelphos wird die Bibliothek von Alexandria gebaut. Aufgrund dieser Bibliothek wurde Alexandria zur wichtigsten Forschungsstätte der Welt. |
| 280 v. Chr. | Die Archäer, ein Volksstamm im Norden der Halbinsel Peloponnes, gründen den Achaiischen Bund. Jenem Bündnis schließen sich mehrere griechische Städte an. |
| 263 v. Chr. | Eumenes I. wird Herrscher von Pergamon in der heutigen Türkei. Er macht sich vom Seleukidenreich unabhängig. Es kommt zu Spannungen. |
| 262 v. Chr. | Eumenes I. von Pergamon siegt bei Sardes gegen das Seleukidenreich unter Antiochos I. Damit ist der Unabhängigkeitskampf von Pergamon bestätigt. |
| 246 v. Chr. | Königin Berenike II. von Ägypten opfert ihre Haare im Arsinoe-Tempel. Dies tut sie, um die sichere Rückkehr ihres Mannes Ptolemaios III. zu erbitten. Daraus entsteht die Legende vom Haar der Berenike, nach welcher ein Sternbild des Nordhimmels benannt wurde. |
| 235 v. Chr. | Kleomenes III. wird König von Sparta. Er strebt danach, Sparta wieder in eine Führungsrolle zu versetzen. Deshalb soll Sparta eine Hegemonialmacht des Archaischen Bundes werden. |
| 227 v. Chr. | Rom macht griechisch geprägte Sizilien zu seiner ersten Provinz. |
| 221 v. Chr. | Philipp V. wird König von Makedonien. Er baut seinen Herrschaftsbereich aus und gerät dadurch in Konflikt mit den Römern. |
| 214 v. Chr. | Beginn des Ersten Makedonisch-Römischen Krieges zwischen dem Königreich Makedonien und der Römischen Republik: Nachdem die Römer im Zweiten Punischen Krieg eine schwere Niederlage gegen Karthago erlitten hatten, sah Philipp V. eine günstige Gelegenheit, die römischen Ländereien llyriens zu erobern. |
| 205 v. Chr. | Der Erste Makedonisch-Römische Krieg endet, indem beide Parteien den Status quo akzeptieren. Zu diesem Zeitpunkt ist Philipp V. ein Bündnispartner von Hannibal (karthagischer General). |
| 200 v. Chr. | Athen, Rhodos und Pergamon bitten die Römer um Hilfe im Kampf gegen Philipp V. von Makedonien. Es kommt zum Zweiten Makedonisch-Römischen Krieg. |
| 197 v. Chr. | Der Zweite Makedonisch-Römische Krieg endet mit einer Niederlage der Makedonier. Philipp V. wird gezwungen seine Hegemonialansprüche über Griechenland aufzugeben. |
| 146 v. Chr. | Der Achaiische Bund will Sparta zwingen, beizutreten. Diese erbitten sich Hilfe aus Rom. Daraufhin erklärt der Achaiische Bund den Krieg an Sparta. Dies veranlasst die Römer, Griechenland endgültig zu unterwerfen. Fortan wird Makedonien und der Rest Griechenlands zur römischen Provinz. |
| 133 v. Chr. | Attalos III. stirbt und vermacht das Pergamenische Reich den Römern. Pergamon wird zur römischen Provinz Asia. |
| 63 v. Chr. | Aus dem Rest des Seleukidenreichs wird die römische Provinz Syria. |
| 30 v. Chr. | Die ägyptische Königin Kleopatra VII. nimmt sich das Leben, nachdem die römische Flotte ein Jahr zuvor einen Sieg gegen die Ptolemäer bei Actium erreicht hatten. Sie war der letzte Pharao der makedonisch-griechischen Dynastie der Ptolemäer in Ägypten. Nach ihrem Tod wird Ägypten, das letzte hellenistische Königreich, ebenfalls zur römischen Provinz. |
| 27 v. Chr. | Octavian wird erster Kaiser Roms. Er besteigt den Thron als Kaiser Augustus. Die Römische Republik wird dadurch zu einem Prinzipat (Kaiserreich). Mit dem Ende der römischen Bürgerkriege beginnt eine jahrhundelange Blüte- und Friedenszeit (Pax Romana). Die Kultur der Griechen wird im neu gegründeten Römischen Reich überleben. So bleibt der Osten griechisch, während im Westen die lateinische Sprache gesprochen wird. Nach der Teilung Roms (395 n. Chr.) entsteht das Oströmische Reich, in welchem die griechische Kultur weiterhin existiert. Im 6. Jahrhundert ging aus dem Oströmischen Reich das Byzantinische Reich hervor, welches ebenfalls griechisch geprägt war. Als 1453 das Byzantinische Reich von den Osmanen erobert wurde, flohen die griechischen Gelehrten in den Westen und beflügelten dort die Renaissance. Demnach war die Wiedergeburt der Antike auch eine Wiedergeburt der griechischen Kulturwelt in Mittel- und Westeuropa. |
Literatur
- Josiah Ober (Autor), Martin Bayer (Übersetzer), Karin Schuler (Übersetzer), Das antike Griechenland: Eine neue Geschichte, ISBN: 9783608949285*
- Michael Schaper (Herausgeber), GEO Epoche KOLLEKTION 08/2017 – Das antike Griechenland, ISBN: 3652006925*
- Hermann Bengtson (Autor), Griechische Geschichte: Von den Anfängen bis in die römische Kaiserzeit (Beck’sche Sonderausgaben), ISBN: 3406589405*
- Raimund Schulz (Autor), Geschichte des antiken Griechenland (Reclams Universal-Bibliothek), ISBN: 3150142555*
- Sebastian Schmidt-Hofner (Autor), Das klassische Griechenland: Der Krieg und die Freiheit (C.H.Beck Geschichte der Antike), ISBN: 9783406679155*
- Elke Stein-Hölkeskamp (Autor), Das archaische Griechenland: Die Stadt und das Meer (C.H.Beck Geschichte der Antike), ISBN: 3406738494*
- mehr Bücher zum antiken Griechenland*
Kinderbücher
- Tessloff Verlag Ragnar Tessloff GmbH & Co.KG (Herausgeber), WAS IST WAS Entdecke die Geschichte / Geschichtsbuch für Kinder ab 8 Jahren: Spannende Fakten zum Staunen, ISBN: 3788622814*
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