Achilles
Achilleus (deutsch: Achill oder Achilles) war ein Held der griechischen Mythologie, welcher im Trojanischen Krieg kämpfte und als unbesiegbar galt. Die Ilias – ein Epos von Homer, welches vom Kampf der Griechen gegen Troja erzählt – stellt Achilles als großen griechischen Krieger dar. Der Zorn des Achilles ist das Leitmotiv der Ilias.
In der griechischen Mythologie ist Achilleus ein Heros, welcher von der Meeresnymphe Thetis geboren wurde. Er ist kein Halbgott, sondern wird als gottähnlich beschrieben. Nach den Umständen von Achilles Tod ist die Achillessehne und die Achillesferse benannt.
In der Ilias ist Achilles eine Hauptfigur. Weitere Figuren der Ilias sind Hektor, Agamemnon, der große Ajax, Odysseus, Nestor, Patroklos, Paris und Helena. Die Ilias ist nur eine von vielen Überlieferungen über Achilles Leben. Tatsächlich existieren zahlreiche Texte aus unterschiedlicher Zeiten, welche über die Taten des Heros erzählen und sich dabei teils widersprechen.
Im antiken Griechenland wurde Achill als gottgleicher Heros verehrt. Durch seine Schönheit und durch seinen Großmut im Betragen wurde er von den Griechen zu einem vollendeten homerischen Edlen idealisiert.
Wer war Achilles?
Achilles oder Achilleus (neugriechisch Achilléa) ist ein Held der griechischen Mythologie. Weltweit bekannt wurde er durch die Ilias, eine Schrift des Dichters Homer. Als fast unverwundbarer Superheld der Griechen kämpfte Achilles mehr als zehn Jahre im Krieg um Troja.
Er starb, weil ein von der Gottheit Apollon gelenkter Pfeil, seine einzige Schwachstelle traf: die Ferse beziehungsweise den Bereich, unter dem die nach dem Helden benannte Achillessehne verläuft.
Wann lebte Achilles?
Wenn es Achilles wirklich gab und der Trojanische Krieg wirklich stattfand – dann lebte der Held in der Bronzezeit. Der mögliche Untergang Trojas wird von den meisten Autoren zwischen 1334 und 1135 v. Chr. verordnet.
In der Antike erlebte Achilles seine große Bedeutung, als der Dichter Homer den Heros als literarische Figur wiedererweckte. Dies geschah aber erst im 8. Jahrhundert v. Chr. – also rund dreihundert bis fünfhundert Jahre später.
Wer waren Achilles Eltern?
Der sagenhafte Held tauchte schon in vielen griechischen Sagen und Märchen auf, bevor er zu einer der Hauptfiguren der Ilias wurde. Wie fast alle Märchen und Sagengestalten der Welt wandelte sich auch die Figur des Achilles mit der Zeit. In der heute am meisten anerkannten Überlieferung ist er der Sohn der Nereide Thetis (Meeresgöttin) und des menschlichen Königs Peleus von Phthia.
Der Großvater des Achilleus war Aiakos, der als ein Urenkel des Gottes Zeus galt. Nereiden sind in der Mystik Griechenlands Meeresnymphen, die mal freundlich und mal in unfreundlicher Weise erscheinen können.
In einem Volksmärchen wurde Achilles gezeugt, indem sein Vater Peleus die Nereide im Ringkampf überwältigte und sich ein einziges Mal mit ihr verband. Die Mutter ist dann ins Meer zurückgekehrt und Achilles wuchs ohne die wärmende Liebe einer Mutter auf. Noch ältere Geschichten machen Achilles zu einem direkten Sohn des Zeus. Die Mutter bleibt aber auch in diesem Fall die Meeresnymphe Thetis.
Um den frühen Tod ihres Sohnes zu verhindern, versucht Thetis, den jungen Achilles vor der Welt zu verstecken. Auch hier existieren unterschiedliche Überlieferungen. Gemäß einiger Berichte wächst Achilles als Mädchen verkleidet auf der abgelegenen Insel Skyros auf und wird dort von der Königsfamilie des Lykomedes aufgezogen. In anderen Versionen legt Thetis die Erziehung und Ausbildung ihres Sohnes in die Hände des Zentauren Cheiron.
Was bedeutet der Name „Achilleus“?
Dem mystischen Hintergrund des Achill kann man sich über diverse Deutungen des Namens nähern: Eine mögliche Übersetzung und Herleitung ist „der keine Lippen hat“. In diesem Zusammenhang erwähnen Quellen den Umstand, dass Achilleus niemals an einer (menschlichen) Mutterbrust gesaugt habe und ihm daher gewisse menschliche Qualitäten fehlten.
Andere Quellen sagen, dass Achilleus nach seiner Geburt durch Feuer eine Lippe verloren habe. Eine andere Hypothese aus der Antike übersetzt den Namen mit „der, dessen Heer betrübt ist“. Das altgriechische Wort „áchos“ kann „Kummer und Leid“ bedeuten „laós“ war ein Wort für „Menge der Krieger“.
Eine andere Wortverwandtschaft zeigt eine Verbindung zum Begriff „Achilógonos“, was zu Deutsch „Schlangensohn“ bedeutet. Die Meeresnymphen zeigten sich den Menschen manchmal auch in der Form von Seeschlangen.
Warum galt Achilles als unverwundbar?
In allen Sagen und Märchen wird Achilles als ein ungewöhnlich großer, tapferer, aber auch tragischer Held dargestellt. Der Aspekt der Unverwundbarkeit taucht erst sehr spät in der Sagenwelt auf. Belegt ist der Umstand erst ab dem Dichter Statius, der im 1. Jhd. n. Chr. lebte.
Ihm zufolge tauchte Thetis ihren Sohn Achilleus ins Wasser des Unterweltflusses Styx, um ihn körperlich unverwundbar zu machen. Dabei hielt sie ihn mit einer Hand an der Ferse fest, wodurch das Wasser der Unterwelt diese eine Stelle nicht versiegeln konnten. Ob Achilles um diese Verletzlichkeit wusste, ist nicht überliefert.
In einer anderen Version hielt Thetis ihren Sohn ins Feuer, um ihn unverwundbar zu machen. Dabei kommt Peleus hinzu und missversteht die Szene. Er zieht seinen Sohn an der Ferse aus dem Feuer, weshalb auch in dieser Version dies die verletzbare Stelle von Achilles bleibt.
In einigen Schriften wird erwähnt, dass Thetis ihrem Sohn den Tod in Troja vorausgesagt haben soll. Doch der Heros wollte lieber ein kurzes und heldenhaftes Leben führen, als bedeutungslos zu bleiben.
Warum nahm Achilles am Trojanischen Krieg teil?
Achilleus wird zunächst von Odysseus, dem König von Ithaka, dazu überredet, auf Seiten der Griechen am Krieg gegen Troja teilzunehmen. Daraufhin segelt Achilles mit einer Flotte von 50 Schiffen und 2500 Kriegern, den Myrmidonen, nach Troja.
Welche Bedeutung hatte Achilles im Trojanischen Krieg?
Achilles Teilnahme am Trojanischen Krieg verläuft zunächst äußerst erfolgreich. Er erweist sich in der Kriegskunst als sehr geschickt. Es gelingt ihm nicht nur, 23 Städte in der Umgebung Trojas auszurauben, sondern auch, den trojanischen Prinzen Troilus zu töten. Da ein Orakel den Sieg der Griechen prophezeit hatte, wenn Troilus vor seinem zwanzigsten Geburtstag verstirbt, ist dessen Tötung von immenser Bedeutung.
Warum zog sich Achilles aus der Schlacht um Troja zurück?
Das Blatt für die Griechen wendet sich allerdings, als es zwischen Achilles und Agamemnon, dem Anführer des griechischen Heeres, zu einem Zerwürfnis kommt: Bei einem seiner Überfälle hat Achilles zwei junge Frauen entführt, von denen er eine, Briseis, zu seiner eigenen Geliebten macht, während er die andere, Chryseis, Agamemnon übergibt.
Da aber Chryseis eine Priesterin des Gottes Apollo, des Verteidigers der Trojaner, gewesen ist, sendet Apollo eine Pest in das griechische Lager und veranlasst Agamemnon dazu, Chryseis in ihre Stadt zurückkehren zu lassen. Nun entscheidet sich Agamemnon dafür, Chryseis durch Briseis zu ersetzen und beleidigt Achilles damit so schwer, dass dieser sich zusammen mit seinen 2500 Kriegern aus der Schlacht zurückzieht.
Warum kehrt Achilles doch noch zur Schlacht um Troja zurück?
Achilles Mutter ist über den Verlauf besorgt und sucht den Göttervater Zeus auf. Sie bittet ihn darum, dass die Trojaner mehrere Schlachten gewinnen sollen – so dass die Griechen die Rückkehr ihres Sohnes herbeisehnen.
Und ohne Achilles lässt die Schlagkraft des griechischen Heeres spürbar nach. Die Trojaner gewinnen mehr und mehr an Boden und kommen dem griechischen Lager immer näher. Es gelingt ihnen sogar, einige griechische Schiffe in Brand zu stecken.
Agamemnon, über diese Entwicklung in großer Sorge, bittet Achilles um dessen Rückkehr. Aber obwohl er von Agamemnon großartige Geschenke und die Rückgabe der Briseis angeboten bekommt, weigert sich Achilles weiterhin standhaft, in das Kriegsgeschehen zurückzukehren. An dieser Stelle tritt Achilles enger Freund Patroklos auf den Plan, der die Bitten des Agamemnon wiederholt.
Achilles weist auch seinen Freund Patroklos ab, erlaubt diesem aber, die 2500 Myrmidonen zurückzuholen. Patroklos gibt Achilles das Versprechen, die Armee der Myrmidonen ausschließlich im Rahmen der Verteidigung einzusetzen, nicht aber, um Troja aktiv anzugreifen. Als Patroklos die Myrmidonen zurück in den Kampf führt, geraten die Trojaner in Panik und ziehen sich nach Troja zurück.
Von diesem Erfolg berauscht, vergisst Patroklos sein Versprechen an Achilles, und greift die trojanischen Truppen an. Er schafft es zwar, bis zu den trojanischen Festungsmauern vorzudringen, wird dort aber durch das Eingreifen Apollos gestoppt. Apollo sorgt dafür, dass Patroklos seinen Helm und seine Rüstung verliert und von einem Speer getroffen wird.
Schwer verwundet, kann sich Patroklos weder verteidigen noch flüchten, und wird schließlich vom trojanischen Prinzen Hector ermordet. Sein Tod führt dazu, dass Achill seinen Groll nun gegen Hektor richtet.
Was ist der Zorn des Achills?
Hauptthema der Ilias ist der Zorn des Achills. Und mit Zorn meinte Homer keinen spontanen Wutausbruch, sondern einen schwelenden Groll. Achills Zorn richtet sich zuerst gegen Agamemnon, dem mykenischen König – auf dessen Seite Achill kämpft. Dieser beansprucht Achills Sklavin Briseis für sich, was der Krieger als Schmach empfindet.
Diese Schmach ist so groß, dass Achill sofort den König sein Schwert in den Leib rammen will. Doch die Göttin Athene beschwichtigt ihn und verspricht ihm große Reichtümer, wenn er sich beherrschen würde.
Da Achill sich fortan in der Gunst von Athene sieht, hält er von seinen Mordvorhaben ab, nimmt aber nicht mehr aktiv am Kampf gegen Troja teil. Doch nachdem Achills bester Freund Patroklos vom trojanischen Prinzen und Heerführer Hektor getötet wurde, richtet sich Achills Groll fortan gegen den Freundesmörder.
Vor den Toren Trojas besiegt Achill seinen Widersacher, nahm seine Leiche in sein Lager, um diese dort zu schänden. Dies erzürnte die Götter, weshalb diese eingriffen. So wird Hektors Leiche den Hunden vorgeworfen, doch die Göttin Aphrodite hält diese fern. Dies erzürnt Achill wiederum. Die missglückte Rache am Leichnam des Freundesmörder schenkt ihm keine Ruhe. Er will die Leiche schänden, um seine Zorn zu befriedigen.
Nachdem Achills Versuche, den Leichnams zu schänden, allesamt fehlschlugen – lässt er sich darauf ein, die Leiche an den trojanischen König auszuhändigen. Gegen Lösegeld bekommt König Priamos den Leichnam seines Sohnes und kehrt nach Troja zurück. Die Ilias endet mit der Verbrennung von Hektors Leichnam und der anschließenden Beisetzung seiner Gebeine im goldenen Sarg.
Warum sollte Achilles sterben?
Achilles Rachegefühle verleiten ihn dazu, alle Regeln der Kriegsführung zu brechen und seinen Gegner zu demütigen. So bindet er den Leichnam Hectors an einen Streitwagen und bringt den toten Körper vor den Augen von Hektors Familie in das griechische Lager.
Zwar lässt er sich später von Priamos, dem König der Trojaner, und seiner Mutter Thetis dazu bewegen, den Leichnam Hectors zurückzugeben, dennoch leitet Achilles durch dieses Verhalten seinen eigenen Tod ein. Denn die Götter erzürnte dieses Verhalten.
Wie erfährt Achilles von seinem Tod?
Die Pferd des Achilles waren Xanthos und Balios. Beide waren unsterbliche Tiere und Söhne des Zephyr und der Harpyie Podarge. Von Hera wurden sie mit der Fähigkeit der menschlichen Sprache ausgestattet. Und Poseidon schenkte die Tiere dem Peleus – welcher wiederum die Geschenke seinem Sohn Achill vererbte.
Im Trojanischen Krieg kümmerte sich Patroklos um die Pferde und zog auch in seine letzte Schlacht mit ihnen. Die Pferde verrieten Achill dann die Umstände von Patroklos Tod. So verriet Xanthos, dass Apollon Patroklos tötete bzw. die Umstände seines Todes herbeiführte. Weiterhin prophezeite das Pferd, dass Achilleus durch einen Gott und einen Mann sterben werde.
Wie starb Achilles?
Es existieren mehrere Versionen von Achilles‘ beziehungsweise Achilleus’ Tod. Allen ist gemeinsam, dass Achilles im Zuge des Trojanischen Krieges durch einen Pfeil getötet wurde.
Abgegeben wird der Pfeil entweder von Paris, dem Prinzen von Troja und dem Sohn von König Priamos oder von der Gottheit Apollon (Gott des Lichts, des Frühlings und der Künste). In manchen Sagen ist es Apollon, der sich in Paris verwandelt oder der den Pfeil lenkte, damit er die einzig verwundbare Stelle träfe, die nur der Gott kannte.
In Homers Ilias (6. bis 7. Jhd. v. Chr.) ist Achilleus zwar ein mutiger und extrem starker Kämpfer, von einer Unverwundbarkeit oder Unsterblichkeit ist aber keine Rede.
Die wird erstmals durch den 40 v. Chr. geborenen Dichter Gaius Iulius Hyginus erwähnt. Er berichtete von Thetis, dem Unterweltfluss Styx und dem Knöchel beziehungsweise der Ferse als einzig verwundbare Stelle.
In der Ilias wird Achilles von einem Pfeil in eine nicht näher bezeichnete „niedere“ oder „untere“ Körperregion getroffen. Dies wäre normalerweise nicht tödlich, doch in Achilles Fall aus einem nicht näher genannten Grund schon. Dennoch lebt Achilles am Ende der Ilias noch, weiß aber – dass er bald sterben wird.
Erst in späteren Dichtungen wird davon berichtet, wie der Held durch einen Pfeil in die Achillesferse starb. In vielen Darstellungen wurde der vom trojanischen Prinzen Paris abgegeben. In anderen Varianten der Geschichte war es der Gott Apollon (oder Apollon, der sich in Paris verwandelte), der sich durch die Tat am Frevel seiner Tempel durch die Griechen rächte.
Warum wollte Apollon den Tod des Achilles?
Apollon ist der Sage nach wütend auf Achilles gewesen. Denn bei ihrer Landung vor der Küste Trojas haben die Griechen einen Apollon-Tempel geplündert und etliche der Priesterinnen getötet.
In einigen Geschichten rund um Achilles verliebt sich der Held in Polyxena, einer Tochter des Priamos und Priesterin im Tempel. Achilles nahm sich die Frau gewaltsam als Sklavin und erliegt schließlich ihrer Reinheit und ihrem Liebreiz.
In anderen Versionen, wie bei Homers Ilias, raubt Achilles die Chryseis. Dies ist eine Tochter des Apollon-Priesters Chryses. Dann schenkte er die Priestertochter dem mykenischen König Agamemnon. Der Vater der Chryseis fleht den mykenischen König an, seine Tochter freizulassen – doch ohne Erfolg. Nun schießt Apollon vergiftete Pfeile auf das Lager der Griechen. Durch die Seuche sterben die Griechen, wie die Fliegen.
Aufgrund der Pest, welche Apollon über die Griechen brachte, muss Agamemnon die Priestertochter freigeben. Da dies einer Schmach gleicht, muss er dies ausgleichen – um seine Autorität zu bewahren. Deshalb fordert er die Sklavin des Achilles (Briseis), was Achilles in Schmach versetzt. Der Groll des Achilles auf Agamemnon ist das Leitmotiv der Ilias bis zum Mord an Patroklos. Danach richtet sich Achills Zorn auf Hektor, dem Mörder seines Freundes.
Im Trojanischen Krieg blieb Apollon – aufgrund der Schändungen der Griechen – immer auf Seite der Trojaner.
Wo wurde Achilles begraben?
Sein Begräbnis wird lediglich in Homers zweiter berühmten Schrift „Odyssee“ erwähnt. Demnach wurde Achilles Leichnam gemeinsam mit dem seines besten Freundes Patroklos verbrannt. In einer goldenen Urne wurden die beiden den „Fluten des Hellespont“ übergeben, was den heutigen Dardanellen entsprechen dürfte. Laut der Odyssee hat Achilles den Sieg der Griechen über die Trojaner nicht mehr erlebt.
Wie kam Odysseus an Achills Rüstung?
Nach dem Tod des Achilles soll Ajax der Große dazu beigetragen haben, dass Achilles Leichnam geborgen und bestattet werden konnte. Dieser Aias stritt sich nach dem Ende des Krieges in einem Wortgefecht mit Odysseus um die Rüstung des Achilles. Der für seine List und Intelligenz bekannte Odysseus gewann das Wortduell und Aias soll beleidigt in der Dunkelheit verschwunden sein.
Achills Rüstung wurde Hephaistos, dem griechischen Gott des Feuers und der Schmiedekunst hergestellt. In Auftrag gegeben wurde diese von Thetis (Achills Mutter), während des Trojanischen Krieges. Achills ursprüngliche Rüstung ging im Krieg verloren. Denn als Achill sich dazu entschied, nicht mehr am Kampf teilzunehmen – gab er seinem Freund Patroklos seine Rüstung. Im Schlachtgetümmel glaubte Hektor – dass Achill anwesend sei und tötete Patroklos. Die ursprüngliche Rüstung des Achills nahm Hektor mit nach Troja.
Wie beeinflusste die Legende von Achilles spätere Epen?
In der nordischen Mythologie wird der fast unverwundbare Superheld durch den Sigur und später Siegfried verkörpert. Dieser hünenhafte (sehr große) Mann taucht in vielen nordischen Sagen auf. Bekannt wurde der Held vor allem durch die Nibelungensaga, die ungefähr im 8. Jhd. n. Chr. entstand.
In der Schrift wird Siegfried als Sohn von König Siegmund und dessen Gemahlin Sieglinde in Xanten geboren. Er ist sich seiner königlichen Herkunft aber nicht bewusst und wächst bei einem Schmied namens Mime am Rhein auf. Später tötet er den Drachen Fafner und badet in dessen Blut. Durch das Drachenblut wird Siegfrieds Haut zu einem Schutzpanzer, dem nicht einmal ein Schwertstreich etwas anhaben kann.
Allerdings wird auch Siegfried eine Schwachstelle zum Verhängnis. Während des Blutbades war ein Lindenblatt auf die Stelle zwischen seinen Schulterblättern gefallen. Auch er blieb an einer Stelle verwundbar. Als blinder Kämpfer und alle Warnungen ignorierend riss Siegfried den Drachenschatz (Nibelungenschatz) an sich. Diese Tat rächte sich bald für ihn. Durch ein Komplott wurde er auf der Jagd getötet.
Siegfried starb durch die Hand des düsteren Hagen von Tronje, einem Ritter und Gefolgsmann des burgundischen Königshauses. Hagen rammt einen Speer durch Siegfried und der durchbohrt ihn ausgerechnet an der verwundbaren Stelle. Erwähnt wird Sigurd schon in viel älteren Schriften: Unter anderem in der altnorwegischen Thidreks saga, in der isländischen Völsunga saga und in der Edda.
Hat es Achilles wirklich gegeben?
Bis heute ist nicht ganz klar, wie authentisch die Sage rund um die Ilias ist. Die Stadt Troja hat es tatsächlich gegeben. Sie liegt auf dem Gebiet der heutigen Türkei.
Reste der Stadt sind von Archäologen ausgegraben worden und können besichtigt werden. Fakt ist auch, dass es um Troja viele Kriege gegeben hat. Die Lage im äußersten Nordwesten der Türkei, nahe der Küste zur Ägäis und dem Bosporus machte die Stadt für Seefahrer-Völker sehr interessant.
Ein großer Krieg um Troja, an dem viele Seefahrervölker beteiligt waren, wird von manchen Historikern etwa in die Zeit um 1.200 v. Chr. datiert.
Sicher gab es keinen Helden, der der Sohn einer Nymphe war. Nymphen sind Sagengestalten. Doch in der griechischen und der römischen Mythologie finden sich sehr oft Geschichten von menschlichen, göttlichen und sagenhaften Gestalten.
Es ist gut möglich, dass echte Helden und Krieger später Dichtern wie Homer als Vorlage gedient haben. Um die Geschichten poetischer zu gestalten und in einen mythologischen Kontext zu setzen, wurden aus Menschen Halbgötter und Mischwesen.
Allerdings fanden Historiker bisher keinen Hinweis, wer diese wichtigen Persönlichkeiten der griechischen Mythologie wirklich gewesen sein könnten. Das gilt für den sagenhaften Helden Achilles ebenso wie für den anderen griechischen Helden, den Seefahrer Odysseus.
Was ist die Achillessehne?
Die Achillessehne (Tendo Achillis oder Tendo calcaneus) verbindet die Unterschenkelmuskulatur mit dem Fußskelett. Sehnen haben im Körper von Menschen und Säugetieren immer eine Funktion als Bindeglied zwischen Muskeln und Knochen. Sie ermöglichen Flexibilität und Bewegungen.
Über den Ursprung in den Wadenmuskeln (am dreiköpfigen Wadenmuskel Triceps surae) zieht sich die bis zu 25 Zentimeter lange, 5 Zentimeter breite und 8 Millimeter dicke Sehne über die Rückseite des Unterbeines, weiter bis zur Ferse, wo sie an die Fußknochen andockt. Die Achillessehne ist eine der größten und stärksten Sehnen im menschlichen Körper.
Als Mediziner viele Jahrhunderte nach dem Trojanischen Krieg die Sehne an der Ferse benennen mussten, fiel die Wahl auf das mythologische Vorbild Achill. Man besann sich auf die mythologische Gestalt und die Umstände seines Todes.
Wir bewegen die Sehne bei jedem Schritt und insbesondere, wenn wir den Fuß abknicken, rotieren oder beugen.Die Kraftübertragung läuft von der Wadenmuskulatur über die Sehne auf das Fersenbein des Fußskeletts.
Der meiste Krafteinsatz wird durch die Fußstreckung auf die Achillessehne ausgeübt: Wenn wir den Fuß strecken wollen, zieht sich die Wadenmuskulatur zusammen, die Sehne wird nach oben gezogen, die Ferse hebt und der Fuß streckt sich.
Hauptsächlich Sportler und Menschen mit einem schlechten Gangbild (Überhang auf eine Seite oder schwankendem Gang) überreizen die Achillessehne leicht.
Kommt es beim Joggen, Skifahren, Tennis, Fußball oder anderen Ballsportarten zu einem Achillessehnenriss (Achillessehnenruptur) bestand meistens schon eine Vorschädigung. Zu Überlastungen kommt es durch fehlende Aufwärmübungen und Dehnungen oder die Gabe von Medikamenten wie Kortison.
Neben dem Riss gibt es auch die krankhafte Reizung oder Entzündung der Achillessehne, die man als Achillodynie bezeichnet.
Was ist die Achillesferse?
Durch die Sage um den griechischen Heros Achilles entwickelte sich das geflügelte Wort der Achillesferse. Denn Achilles war ja nicht nur an der Sehne, sondern an der ganzen Ferse verwundbar. Die Achillesferse wurde so zu einer Metapher und einem Synonym für die „wunde Stelle“ oder die „besonders empfindliche Stelle“ in Menschen, aber auch Systemen.
Dabei muss die Achillesferse im übertragenen Sinne nicht immer an der Ferse und am Fuß liegen. Vielmehr kann die Achillesferse eines Menschen eine Schwäche woanders im Körper, im Geist, in der Psyche sein oder auch bei einer bestimmten Tätigkeit liegen.
Hier einige Beispiele: Die rechte Vorhand ist die Achillesferse der Tennisspielerin. Gemeint ist damit, dass die Vorhand ihre Schwäche ist. Oder: Ein bestimmter Mitarbeiter gilt als die Achillesferse eines Teams. Diese Person ist die Schwächste im Team.
Oder: Die Achillesferse einer bestimmten Person ist der Umgang mit anderen Menschen. Gemeint ist, dass diese Person nicht besonders gut mit anderen klarkommt, vielleicht Probleme in der Kommunikation hat.