Skip to main content

Mesopotamien


Mesopotamien bzw. auch Zweistromland genannt, ist ein historischer Kulturraum in Vorderasien, welcher sich in der menschlichen Frühgeschichte zwischen den Flüssen Euphrat und Tigris entwickelte.

In diesem Gebiet entstanden die ersten Hochkulturen der Menschheitsgeschichte – wie die Sumerer, Akkader, Babylonier, Assyrer, Meder und die Königreiche der Guti und Mittani. Zusammengefasst werden diese Völker als Mesopotamier.

Mit der Levante, dem Mittelmeerraum östlich des heutigen Italiens, bildet Mesopotamien das Gebiet des Fruchtbaren Halbmondes, welcher als Ursprungsregion der Neolithischen Revolution gilt (Übergang von Jäger und Sammler zu Ackerbau und Viehzucht).

Jene kulturelle Revolution geschah während der Jungsteinzeit. In der Bronzezeit entwickelten sich in Mesopotamien die ersten Hochkulturen – weshalb das Gebiet – neben dem Alten Ägypten, China und dem Industal – als eine Wiege der Zivilisation gilt.

Steckbrief

Mesopotamien (Zweistromland)
Karte der mediterranen Welt mit Anatolien, Mesopotamien, der Levante und Ägypten

Karte der mediterranen Welt mit Anatolien, Mesopotamien, der Levante und Ägypten

Lage:heutige Irak, Südwesten des Irans, Südosten der Türkei, Nordosten Syriens und Kuwaits
Obermesopotamien:Wird auch als Dschasira bezeichnet. Es beginnt von der Quelle des Chabur in der Türkei, geht über den Nordrand der Syrischen Wüste bis zur Mündung in den Euphrat.
Untermesopotamien:Entspricht der historischen Landschaft Sumer. Dort fand die erste Urbanisierung der Menschheitsgeschichte statt. Es bildeten sich erste Stadtstaaten.

Ahwar = Land der Marsch-Araber oder Ahwaris im Süden des Iraks
Völker, Reiche und Kulturen (Auswahl)
siehe auch Abschnitt: Zeittafel Mesopotamien
Vorgeschichte:Obed-Zeit, Uruk-Zeit, Frühdynastische Zeit Mesopotamiens
Bronzezeit:Reich von Akkad (erster Zentralstaat) und Babylonien
Eisenzeit:Assyrisches Reich
Antike:Perserreich bzw. Achämenidenreich, Partherreich
Mittelalter:Islamische Eroberung seit 637
Neuzeit:seit 1932: Entstehung des Iraks

Was ist Mesopotamien?

Mesopotamien ist der Name einer Kulturlandschaft. Sie liegt im Bereich des Fruchtbaren Halbmondes und zeichnet sich durch verzweigte, große Flusssysteme, der Flüsse Euphrat und Tigris aus.

Der Name „Mesopotamien“ kommt aus dem Altgriechischen. „Mesopotamía“ lässt sich mit „zwischen den Flüssen“ übersetzen. Der Name spielt auf die Lage inmitten der Flüsse Euphrat und Tigris sowie ihrer diversen Ausläufer an. Eine andere, gängigere Übersetzung für „Mesopotamien“ lautet „Zweistromland“.

Mesopotamien ist die Wiege vieler Erfindungen und Errungenschaften der Menschheit. Hier bildeten sich die ersten Hochkulturen. Völker, die auf sehr unterschiedliche Weise lebten, existierten dort zeitgleich.

Woher stammt der Begriff „Mesopotamien“?

Der Begriff geht möglicherweise auf Alexander den Großen zurück. Er soll damit das Gebiet zwischen den Flüssen Euphrat und Tigris bezeichnet haben. Allerdings umfasste er damit nur den nördlichen Teil der Region. Außerdem gibt es nur eine antike Quelle, in der der Begriff vorkommt. Ob Alexander der Große also tatsächlich der Schöpfer des Namens für Mesopotamien ist, ist fraglich.

Ein anderer möglicher Ursprung hängt mit den Akkadern zusammen. Akkad war eine wichtige Stadt des 3. Jahrtausends v. Chr. in Mesopotamien. Ihre Bezeichnung für das Gebiet lautete „mātum birit idiglat u purratim“. Das lässt sich mit „Land zwischen Tigris und Euphrat“ übersetzen. Es könnte also auch sein, dass der Name für Mesopotamien bereits existierte. Dann hätte Alexander der Große nur eine griechische Übersetzung genutzt.

Wo liegt Mesopotamien?

Als Kulturlandschaft hat Mesopotamien keine genauen Grenzen. Das Gebiet liegt größtenteils im heutigen Irak. Im Norden reicht Mesopotamien bis nach Syrien und in die Türkei. Der Iran und Kuwait liegen ebenfalls zu sehr geringen Teilen in Mesopotamien.

Je nach Definition verschieben sich jedoch die Grenzen des Gebiets. Geographisch lässt sich Mesopotamien durch die östlichen Tal-Randlagen zweier Gebirge (Zagros- und Taurusgebirge) sowie die syrisch-arabische Wüste begrenzen. Nach dieser Definition gehören die Quellregionen der Flüsse nicht zu Mesopotamien.

Wann entstand der Kulturraum Mesopotamiens?

Die Kulturlandschaft Mesopotamien ist bereits seit etwa 12.000 Jahren bewohnt. Die frühesten Hinweise auf landwirtschaftliche Siedlungen im Umland lassen sich auf etwa 10000 v. Chr. datieren.

Eine bedeutende Ausgrabungsstätte in Mesopotamien ist Tell al-‚Ubaid. Sie liegt im Südirak und gab der Obed-Periode (auch Ubaid-Periode genannt) ihren Namen. Weitere Städte, die in diese Zeit fallen, sind Ur und Eridu.

Die Obed-Periode begann um 6500 v. Chr. Aus den einstigen Dörfern werden langsam größere Siedlungen. Erste Bewässerungssysteme entstehen. Die Ernten fallen ertragreicher aus, sodass Handelsbeziehungen zu Nachbarsiedlungen aufgebaut werden.

Die Obed-Periode belegt gleichzeitig, dass schon vorher Menschen in Mesopotamien sesshaft waren. Ausgrabungsstätten im Umland zeigen landwirtschaftliche Nutzung und die Haltung von Nutztieren. Allerdings waren diese Ortschaften noch deutlicher kleiner als die Siedlungen der Obed-Periode.

Zu ersten Hochkulturen kam es in der anschließenden Uruk-Periode. Sie begann um 3800 v. Chr. In diese Periode fallen erste größere Städte, das Aufkommen der Schrift sowie Verwaltungssysteme und der Bau bis heute erhaltener Tempelanlagen.

Wie heißt Mesopotamien heute?

Mesopotamien bezeichnete nie ein Land oder einen Staat, sondern immer nur ein Gebiet. Der Begriff wurde in der Antike häufiger als Bezeichnung für dieses Gebiet verwendet. Er hat sich aber bis heute nicht verändert. Hauptsächlich wird er mittlerweile im historischen Kontext genutzt, wenn man sich thematisch in der Antike bewegt.

Außerdem spricht man manchmal von Mesopotamien, wenn man die Kulturlandschaft im Irak meint. Das hängt damit zusammen, dass der Irak mit Abstand den größten Teil Mesopotamiens enthält.

Mesopotamien heißt heute also immer noch Mesopotamien.

Wie begann die Geschichte in Mesopotamien?

Die Geschichte Mesopotamiens begann im Norden der Region. Dort nutzten die Menschen den natürlichen Regenfall als Bewässerung ihrer Ackerflächen. Eine frühe Domestikation von Getreide und Nutztieren war somit recht einfach.

Erst später wurde der Süden besiedelt und erste Siedlungsversuche wurden immer wieder abgebrochen. Der Grund war, dass der Süden reines Schwemmland von Euphrat und Tigris darstellt, wodurch ein technologischer Grad an Bewässerungstechnik nötig war.

Erst zur Obed-Zeit, also etwa 4000 Jahre, nachdem sich die ersten Menschen im Norden dauerhaft niederließen, wurden künstliche Kanäle im Süden gebaut. Schon bald wurde die Landwirtschaft abhängig von der Flusskontrolle. Im Süden entstanden dann aber die ersten Hochkulturen, da Staaten und deren Instanzen das zwischenmenschliche Miteinander regeln mussten.

Warum begann die Siedlungsgeschichte in Obermesopotamien?

Als Obermesopotamien wird ein Gebiet bezeichnet, welches sich zwischen den Oberläufen von Euphrat und Tigris erstreckt. Deren Quellen befinden sich im Taurusgebirge. Von dort reicht Obermesopotamien bis etwa nach Bagdad.

Beim heutigen Bagdad befindet sich der sogenannte Flaschenhals beider Flüsse – also der Bereich – wo sich Euphrat und Tigris ziemlich nahe kommen, bevor sie bei Al-Qurna zum Strom Schatt al-Arab bzw. Arvandrud zusammenfließen. Das Gebiet südlich des Zusammenflusses beider Flüsse bis zur Mündung in den Persischen Golf wird als Untermesopotamien bezeichnet.

Zahlreiche Siedlungshügel zeigen, dass das Gebiet in Obermesopotamien während des Neolithikums und der Kupfersteinzeit dicht besiedelt gewesen war.

Heute existiert vielerorts nur Steppe und Halbwüste. Doch in der Jungsteinzeit war Obermesopotamien das Siedlungsgebiet der ersten Ackerbaugesellschaften. Denn in diesem Gebiet fielen zahlreiche Niederschläge, aufgrund des angrenzenden Taurusgebirges, was dazu führte, dass Regenfeldbau nur im Norden möglich war.

Es gab vielerlei natürliche Ressourcen, wie Wildgetreide, Stein, Holz und auch Wildtiere – was den Übergang zur Sesshaftigkeit begünstigte.

In Göbekli Tepe entstand etwa 10.000 v. Chr. die erste Kultstätte. Doch viele Orte im Norden blieben zunächst deutlich bevölkerungsarm. Denn es fehlte noch an Arbeitsteilung, was erst durch Überschüsse an Agrarprodukten möglich wurde.

Stattdessen gab es viele kleine Tells. Aber die Siedlungsdichte im Gesamtgebiet des 8. bis zum 6. Jahrtausend v. Chr. war bedeutend hoch. Der Grund dafür war einzig und allein der Regenguss der Region. Eine zusätzliche Bewässerung war nicht nötig und damals auch noch nicht möglich. Diese wurde erst zur Obed-Zeit, also etwa 4000 Jahre, nach Göbekli Tepe erfunden.

Frühe Siedlungsstätten in Obermesopotamien waren Çayönü (Anatolien) oder Mureybet am westlichen Euphrat in Nordsyrien.

Warum entstanden die Hochkulturen zuerst in Untermesopotamien?

Der Nordmesopotamiens hatte zwar eine Schlüsselrolle beim Übergang von der Wildbeuter- zur Agrarkultur. Aber im Süden entstanden die ersten Hochkulturen. Und dort liegt auch die Wiege der Zivilisation. Denn der Süden musste erst noch urbar gemacht werden, was die Menschen dazu zwang, sich zusammenzuschließen und gemeinsam zu arbeiten.

Wohlmöglich gingen die ersten Siedler während der Frühen Bronzezeit in den Süden, da Obermesopotamien bereits zu dicht besiedelt war. Doch anders als der Norden war das Gebiet keineswegs durch Niederschlag allein zu bewirtschaften. Dies zwang die ersten Siedler dazu, Bewässerungsanlagen zu bauen. Denn Euphrat und Tigris brachten zwar ständig neues Wasser, aber ziemlich unkontrolliert.

Es war also ein hohes Maß an Organisation und Arbeitsteilung nötig, um die Gegebenheiten in Untermesopotamien, wirklich nutzen zu können. Die Folge war Innovationsdruck, Zwang zur Kooperation – woraus dann Verwaltung und Staatwesen erwuchsen.

In der Folge entstand im Süden ein noch höherer Ertrag, da die Flüsse nicht nur Regenwasser liefern, sondern auch Sedimente (Nährsalze) mitspülen. So wurde der Süden bald bedeutend ertragreicher als der Norden.

Der Überschuss an Agrarprodukte wurde als Vorrat gesammelt. Dies machte möglich, dass nicht jedermann als Ackerbauer arbeiten musste – sondern eine andere Leistung für die Gesellschaft erbringen konnte. So wurde Arbeitsteilung möglich. Es entstanden Handwerksberufe und Spezialisten, was zur Grundlage einer hierarchischen Gesellschaft wurde.

Diese Spezialisten konnten dann als Priester, staatliche Beamte oder Erbauer monumentaler Architektur arbeiten. In Untermesopotamien wurde schließlich die Keilschrift, also die erste Schrift, erfunden, was den Übergang zur Hochkultur möglich machte.

Welche Völker lebten in Mesopotamien?

Mesopotamien war die Heimat vieler Völker, die sich zur Hochkultur entwickelten. Die wichtigsten werden im Folgenden näher beschrieben

Sumerer

Die Sumerer gehören zu den ältesten Völkern Mesopotamiens. Sie lebten im 3. Jahrtausend v. Chr. im südlichen Mesopotamien. Zu ihren wichtigsten Städten gehören Ur, Eridu, Uruk, Lagash und Nippur. Die Sumerer gelten als die Erfinder des ersten Alphabets.

Akkadier

Als Akkadier werden die Bewohner der mesopotamischen Stadt Akkad bezeichnet. Diese Stadt stieg um 2400 v. Chr. zum ersten Flächenstaat der Menschheitsgeschichte auf. Er hielt allerdings nicht lange und bracht schon 100 bis 200 Jahre später wieder zusammen.

Ein berühmter Akkadier ist Sargon von Akkad. Er war König und Reichsgründer des Reichs von Akkad, wofür er die sumerischen Städte einnahm. Akkad selbst lag vermutlich etwas nördlich der sumerischen Städte.

Babylonier

Die Babylonier folgten auf die Akkadier. Ihre Hauptstadt war Babylon, die noch weiter nördlich als Akkad lag. Babylon befand sich am Ufer des Euphrats und lag etwa 90 km südlich vom heutigen Bagdad entfernt.

Babylon existierte bereits zur Zeit der Akkadier und Sumerer. Zu einem wichtigen politischen und kulturellen Zentrum wurde die Stadt aber erst, als das Reich der Akkadier unterging. König Hammurapi I. verhalf Babylon zur ersten Blütezeit. Die Stadt erlebte in den folgenden Jahrhunderten mehrere heftige Zerstörungen und Wiederaufbauten.

Assyrer

Die Assyrer lebten im nördlichen Mesopotamien. Sie sind ab dem 2. Jahrtausend v. Chr. belegt und erlebten mehrere Blütezeiten. Unter anderem eroberten sie Babylon.

Die Assyrer zeichnen sich durch kriegerische Aktivitäten aus. Sie führten viele Kriege und Eroberungszüge durch. Erst 612 v. Chr. wurde das Reich von den Medern und Babyloniern zerschlagen.

Kassiten

Die Kassiten waren ein eigenes Volk in Mesopotamien. Bekannt sind sie dafür, um 1475 v. Chr. die Herrschaft über Babylonien zu übernehmen, nachdem das Reich durch die Hethiter überfallen worden war. Sie herrschten über Babylonien, bis sie durch die Elamiten 1155 v. Chr. abgelöst wurden.

Die Kassiten selbst stammen vermutlich aus dem Zagros-Gebirge im Iran. Über ihre Kultur ist vor ihrer Übernahme von Babylon nicht viel bekannt.

Chaldäer

Die Chaldäer waren ein Volk aus Südmesopotamien. Sie lebten im 1. Jahrtausend v. Chr. und gehören zum babylonischen Volk. Sie gründeten das Neubabylonische Reich und bauten Babylon erneut auf.

Nachfahren dieser Chaldäer leben bis heute im Irak. Sie gehören mehrheitlich der chaldäischen Kirche an und sind die drittgrößte Volksgruppe des Iraks (nach Arabern und Kurden).

Aramäer

Die Aramäer sind ein Volk aus Nordsyrien, das auch in Mesopotamien siedelte. Sie errichteten Königreiche, die allerdings nicht in Mesopotamien lagen. Dennoch beeinflussten sie das Gebiet kulturell. Ihre Sprache wurde zeitweise zu einer wichtigen Verkehrssprache Nordmesopotamiens.

Gutäer

Die Gutäer stammen aus dem Zagros-Gebirge. Nach dem Fall des Reiches von Akkad übernahmen sie zeitweise die Kontrolle in Mesopotamien. Sie wurden von den Kassiten vertrieben. Anschließend ist nichts mehr über sie bekannt.

Die Gutäer werden von den mesopotamischen Kulturen als sehr negativ dargestellt. Sie kamen als Fremde in das von Flüssen geprägte Gebiet. Aufgrund ihrer Herkunft fiel es ihnen schwer, sich mit der Landwirtschaft dort vertraut zu machen. Überlieferte Texte sagen aus, dass die Fehlentscheidungen der Gutäer zu Hungersnöten und Leid führten. Sie Gutäer werden daher als Strafe angesehen, von denen die Mesopotamier befreit werden mussten.

Elamiten

Die Elamiten gründeten das Reich Elam, das sich größtenteils außerhalb von Mesopotamien befand. Das Volk lebte ab 2900 v. Chr. nordöstlich des Persischen Golfes. Es handelt sich bei ihnen nicht um ein mesopotamisches Volk. Allerdings bestehen enge Verbindungen zwischen den Sumerern und Akkadern zu den Elamiten. Die Völker griffen sich immer wieder gegenseitig an.

Was wurde in Mesopotamien erfunden?

Die Kulturen Mesopotamiens erfanden eine Reihe von Geräten und Verfahren oder entwickelten diese stark weiter. Zu den wichtigsten Errungenschaften, die aus Mesopotamien kommen, gehören die Schrift und das Rad.

Keilschrift

Die erste Keilschrift stammt aus Mesopotamien. Früheste Funde datieren die Keilschrift auf um 3300 v. Chr. Sie wurde von den Sumerern entwickelt und weiterentwickelt. Aus der Keilschrift entstand ein Alphabet. Dieses Alphabet ist der Vorfahre des Alphabets, welches wir heute verwenden.

Ob die Schrift allgemein aus Mesopotamien stammt, ist allerdings nicht genau belegt. Es gibt Hinweise auf frühere Hieroglyphen aus Ägypten. Allerdings könnte es auch sein, dass sich die Ägypter bei ihren Hieroglyphen an denen der Sumerer orientiert haben. Dann wäre Mesopotamien die Wiege der Schrift im Allgemeinen.

Rad und Wagen

Das Rad wurde als Folge der Töpferscheibe erfunden. Es stammt ebenfalls aus Mesopotamien. Anfangs waren die Räder sehr massiv und einfach gebaut. Durch ein Loch in der Mitte steckte man die Achse, sodass sich einfache Wägen bauen ließen. Diese Wägen wurden von Menschen oder Tieren gezogen.

Dass sich schwere Gegenstände einfacher bewegen lassen, wenn man sie rollt, wissen die Menschen jedoch schon lange. Funde aus der Altsteinzeit, die um die 750.000 Jahre alt sind, deuten darauf hin. Offenbar rundeten die Menschen schon damals schwere Objekte ab, um sie besser transportieren zu können. Bis das Rad erfunden wurde, dauerte es jedoch bis etwa 3200 v. Chr.

Rechtssysteme

In mesopotamischen Stadtstaaten gab es umfangreiche Rechtssysteme und Gesetze. Einige Texte sind bis heute überliefert. Dazu gehört auch der Codex Hammurapi.

Hammurapi I. war ein König von Babylon. Er saß 42 Jahre auf dem Thron und starb 1750 v. Chr. Seine Rechtssammlung ist der Codex Hammurapi. Die 282 Paragraphen stehen auf einer 2,25 m hohen Stele aus Diorit. Prolog und Epilog sind darauf ebenfalls enthalten. Damit ist der Codex vollständig überliefert.

Die Paragraphen enthalten Vorgaben zum Umgang mit Diebstahl, Erbrecht, Körperverletzung, Sachbeschädigung und vielen anderen Themen. Diese sind in Öffentliche Ordnung und die Rechte des einzelnen Bürgers unterteilt.
Hammurapi war nicht der erste König aus Mesopotamien, der so umfassende Gesetzestexte verfasste. Aber sein Codex ist als einziger vollständig erhalten geblieben.

Bewässerungssysteme

Mesopotamien ist durch das verzweigte Flusssystem zwar insgesamt fruchtbar, aber nicht überall gleichermaßen. Entfernt man sich mancherorts nur wenige Kilometer von den Ausläufern der Flüsse, wird die Landschaft sehr karg. Die Menschen in Mesopotamien waren daher darauf angewiesen, dass die jährlichen Regenfälle ausreichend ausfallen, um ihre Felder zu bewässern.

Wasser war also kostbar. Gerade die großen Städte Mesopotamiens brauchten viel davon. Daher fingen die Menschen früh an, Rückhaltebecken zu errichten. Überschüssiges Wasser sollte so gespeichert werden.

Bald darauf zogen sie Kanäle durch ihre Städte und über ihre Felder. Durch Schleusen war es ihnen möglich, nur einzelne Felder zu bewässern. Sie konnten das Wasser auch nur in bestimmte Teile der Städte fließen lassen. So wurde nichts verschwendet.

Mathematik

Das Sexagesimalsystem stammt aus Mesopotamien. Es nimmt die Zahl 60 als Basis und wird bis heute verwendet. Wir benutzen es bei der Zeitrechnung. Deswegen hat eine Minute 60 Sekunden und eine Stunde 60 Minuten. Außerdem kommt es in der Geometrie zur Berechnung von Winkeln zum Einsatz.

Astronomie

Die Mesopotamier beobachteten den Nachthimmel genau. Sie kartierten Sternbilder und nutzten die Mondphasen, um einen Kalender anzufertigen.

Schiffe

Die Mesopotamier sind vermutlich nicht die Erfinder der Schiffe im Allgemeinen. Aber sie errangen erstaunliche Fortschritte im Schiffsbau. Der Einsatz von Segeln geht beispielsweise auf sie zurück. Außerdem fertigten sie Rammböcke an, die ihre Schiffe vor Überfällen schützen sollten.

Als der Handel immer wichtiger wurde, mussten die Schiffe mehr Ware transportieren und gleichzeitig schnell bleiben. Die Schiffe der Mesopotamier wurden dadurch größer als die anderer Völker ihrer Zeit.

Warum gilt Mesopotamien als Hochkultur?

Die Stadtstaaten und Reiche Mesopotamiens erfüllten alle Merkmale einer Hochkultur. Welche das sind, wird im Folgenden näher beschrieben.

Städte

Der Lebensmittelpunkt der Hochkultur ist die Stadt. Hier findet Handel, Politik und kulturelle Entwicklung statt. In Mesopotamien entwickelten sich sehr früh Metropolen von unfassbarem Wert für ihre Kultur. Dazu gehören Ur und Uruk, die bereits in der frühen Bronzezeit mehrere Tausend Einwohner zählten. Damit gehörten sie zu den größten Städten ihrer Zeit.

Schriftsysteme

Die Nutzung von Schrift oder Schriften ist typisch für eine Hochkultur. Im bronzezeitlichen Mesopotamien wurde, nach aktuellem wissenschaftlichem Stand, die Keilschrift sogar erfunden. Hier entwickelte sich später eine Silbenschrift und daraus wiederum das erste Alphabet.

Die Möglichkeit der schriftlichen Aufzeichnung ist sehr wichtig für eine Hochkultur. Sie ermöglicht, komplexe Verwaltungsaufgaben zu verteilen und zu erfüllen. Außerdem sorgt die Schrift dafür, dass Wissen früherer Generationen erhalten bleibt. Die Weiterentwicklung fällt dadurch leichter.

Technologische und Wissenschaftliche Fortschritte

Ihre Erfindungen und Errungenschaften machen eine Hochkultur erst zu einer Hochkultur. Die Schrift ist nur eine von vielen Erfindungen, die aus Mesopotamien stammen. Hier entstanden komplexe Bewässerungssysteme, die die Bewirtschaftung der Felder erleichterte und höhere Erträge sicherte. Außerdem stammen wichtige Errungenschaften aus der Mathematik, Astronomie und der Baukunst aus Mesopotamien.

Handel

Ein blühender Handel ist typisch für eine Hochkultur. Er kommt zustande, weil die Hochkultur mehr produzieren kann als sie benötigt. Der Überschuss wird verkauft oder für Waren eingetauscht, die sie selbst nicht herstellt.

Dadurch kommt es vor allem zwischen verschiedenen Hochkulturen zu einem regen Austausch. Man profitiert und lernt voneinander. Die besondere Lage Mesopotamiens führte dazu, dass hier viele sehr weit entwickelte Kulturen miteinander handeln konnten. Gleichzeitig unterschieden sich ihre Lebensumstände teilweise stark voneinander, sodass der Austausch noch fördernder war.

Der Handel hängt mit den Fortschritten der Hochkultur zusammen. Ohne Fortschritte beispielsweise im landwirtschaftlichen Bereich kann die Hochkultur keine Feldfrüchte verkaufen.

Aufgabenteilung

In einer Hochkultur gibt es viele spezialisierte Berufe. Das sorgt dafür, dass sich hochausgebildete Experten entwickeln. Ihre hergestellten Waren sind qualitativ hochwertiger. Außerdem ist es spezialisierten Arbeitskräften eher möglich, Herstellungsverfahren zu verbessern und weiterzuentwickeln.

Auch so eine spezialisierte Arbeitsteilung ist nur durch andere Merkmale einer Hochkultur möglich: Man braucht Nahrungsüberschuss, sodass weniger Menschen für die Nahrungsbeschaffung benötigt werden. Dafür ist es zwingend notwendig, dass viele Menschen auf einem Fleck leben.

Soziale Schichten und Ungleichheit

In Hochkulturen kommt es automatisch zu sozialen Unterschieden in der Bevölkerung einer Stadt. Die einfache Bevölkerung (Handwerker, Bauern und Sklaven) stellt dabei den größten Anteil dar. Händler, Priester und Adlige bilden einen viel schmaleren Anteil. Gleichzeitig genießt dieser Anteil Privilegien und hat viel mehr Geld zur Verfügung.

Während die einfache Bevölkerung kaum Besitz anhäufen konnte, wusste der Adel nicht, wohin mit seinem Reichtum. Das wissen wir unter anderem aus Grabbeigaben aus dieser Zeit. Waffen wurden teilweise so reich mit Edelsteinen geschmückt, dass sie sich kaum noch zum Kampf eigneten. Sie dienten nur noch zur Dekoration und zum Präsentieren des eigenen Standes. Bauern lebten mehr oder weniger von der Hand in den Mund. Sozialer Aufstieg ihnen war so gut wie unmöglich.

Diese sozialen Unterschiede sind uns durch Ausgrabungen bekannt. Paläste in den antiken Städten waren den Reichsten vorbehalten. Die arme Bevölkerung, etwa 90 % einer Stadt, lebte in kleinen, einfachen Hütten. Schmuck gab es dort nicht. Die verwendeten Materialien waren weniger langlebig, sodass oft nur noch Mauerreste und Fundamente übrig sind. Die Paläste sind hingegen häufig viel besser erhalten.

Religion

Antike Hochkulturen zeichnen sich durch eine eigene Religion aus. Auch in Mesopotamien gab es komplexe Religionen mit vielen Göttern. Je nach Stadt und genauem Zeitpunkt in der Geschichte wechselten diese völlig. Oder einzelne Götter rückten etwas in den Hintergrund, um anderen Platz zu machen.

Die Götter brachten wichtige religiöse Aufgaben mit sich. Opfergaben und das Errichten von großen Tempelanlagen sind typisch für Hochkulturen. Diese Tempel dienten aber nicht nur der Ausübung der Religion. Sie hatten auch Verwaltungsaufgaben.

In mesopotamischen Hochkulturen betrieb man immer häufiger Tempelwirtschaft. Dabei bewirtschaftet ein Bauer nicht nur sein eigenes Feld, sondern auch Felder der Allgemeinheit. Diese Felder gehören dem Tempel. Wer wann für welche Felder zuständig war, hielten die Priester schriftlich fest.

Die Erträge der Tempelwirtschaft kamen der Allgemeinheit zugute. Man verteilte die Ressourcen und beugte so Nahrungsknappheit vor. Außerdem verstärkte die Tempelwirtschaft das Zusammengehörigkeitsgefühl. Dieses Gefühl geht in Großstädten oft verloren. Tut man jedoch etwas für die Allgemeinheit, fühlt man sich stärker mit der Stadt, in der man lebt, verbunden. Ähnlich verhält es sich, wenn man etwas von dieser Allgemeinheit erhält, was bei der Tempelwirtschaft ebenfalls der Fall ist.

Monumente

Neben den komplexen Tempelanlagen ließ man in Hochkulturen in Mesopotamien auch pompöse Monumente errichten. Bis heute sind beispielsweise das Ischtar-Tor und die Zikkurat von Ur erhalten. Das Ischtar-Tor ist ein Stadttor von Babylon, das wohl um 600 v. Chr. fertiggestellt wurde. Es besteht unter anderem aus blauen Ziegeln. In die Ziegel sind Informationen über den Bau und den Herrscher eingeritzt, der ihn in Auftrag gegeben hat.

Die Zikkurat von Ur, auch als Zikkurat des Mondgottes Nanna bekannt, ist ein Stufentempel. Er entstand vor 2000 v. Chr. in Ur und wurde von den Sumerern errichtet. Das unterste Stufenstockwerk ist sehr gut erhalten, bzw. rekonstruiert worden. Die darüberliegenden Stufen sind hingegen verloren.

Darüber hinaus gibt weitere Monumente, die jedoch nicht mehr existieren. Es könnte aber auch sein, dass wir sie bisher nur noch nicht gefunden haben. Ein solches Werk sind die Hängenden Gärten von Babylon, auch als Hängende Gärten der Semiramis bekannt.

Altgriechischen Berichten zufolge gab es in Babylon eine sehr aufwendige Gartenanlage mit mehreren Stufen. Sie soll 120 m lang gewesen und an höchster Stelle um die 30 m hoch gewesen sein. Auf diesen gestuften Terrassen war Humus verteilt worden, sodass man dort Bäume anpflanzen konnte. Die nötige Bewässerung erfolgte über den nahegelegenen Euphrat.

Bisher haben wir keine Überreste dieser Gärten gefunden. Manche Wissenschaftler vermuten aber, dass sich die Gärten nicht in Babylon, sondern in Ninive befinden. Dort gab es ebenfalls sehr beeindruckende Palastgärten.

Warum ist Mesopotamien untergegangen?

Die Kulturen Mesopotamiens lösten sich ständig voneinander ab. Verantwortlich dafür sind ganz unterschiedliche Umstände. Beispielsweise führten Kriege und Eroberungen zu Wechseln an der Spitze. Ein großes Reich Mesopotamiens fiel wohl einer anhaltenden Dürre zum Opfer.

Akkad war zunächst nur eine Stadt von vielen in Mesopotamien. Sie entwickelte sich jedoch bald zum ersten Flächenstaat der Menschheitsgeschichte. Akkads Einflussgebiet reichte über die Grenzen Mesopotamiens hinaus. Zwischen 2400 und 2200 v. Chr. war Akkad ein wichtiger Staat. Dann verschwand er plötzlich.

Neuere Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass es in dieser Zeit zu einer langen und heftigen Dürreperiode kam. Wissenschaftler untersuchten dafür Tropfsteine in einer Höhle. Die Ablagerungen zeigen, dass es vor 4260 bis 3970 Jahren zu deutlich weniger Regen in dem Gebiet kam. Zunächst konnte Akkad die Ernteausfälle durch Handel mit dem Norden wohl ausgleichen. Aber als das nicht mehr gelang, migrierten die Menschen weg aus Akkad. Vermutlich kam es auch zu kriegerischen Konflikten.

Mesopotamien selbst ist hingegen nicht untergegangen. Die vorherrschende Kultur Akkad wurde lediglich wieder durch eine neue ersetzt. Mesopotamien ist seit mindestens 8.000 Jahren, vermutlich eher 12.000 Jahren, dauerhaft besiedelt. Natürlich gibt es Gebiete, die zeitweise menschenleer waren. Aber auch nach Akkad gab es dort wieder eine Hochkultur.

Zeittafel und Überblick zu Kulturen, Reichen und Völker in Mesopotamien

Zeitraumangaben (~ = etwa)
Kulturen der Vorgeschichte
~7500–5000 v. Chr.Jarmo-Kultur im Nordirak
~6000 v. Chr.Hassuna-Kultur in Nordmesopotamien (Irak, Syrien)
~5500-4800 v. Chr.Samarra-Kultur im Mittelmesopotamien
~5500-3500 v. Chr.Obed-Kultur in Südmesopotamien (Sumer), Beginn der Oberflächenbewässerung
~4000–3100 v. Chr.Uruk-Kultur bzw. Uruk-Zeit (benannt nach der Stadt Uruk im Südirak, historische Landschaft Sumer), In der Spät-Uruk entstand die Schrift
~3100-2900 v. Chr.Dschemdet-Nasr-Zeit in Sumer
Kulturen und Reiche zur Bronzezeit
~2900–2350 v. Chr.Frühdynastikum mit Zentren in Uruk, Ur, Lagasch und Kisch (in Sumer).

In Ur entstehen die ersten Verwaltungstexte und überlieferten Herrscherlisten, Königsgräber und Weihinschriften. Und in Lagasch entsteht die erste dynastische Herrschaftsform (Lagasch I. Dynastie) mit Ur-Nansche als Staatsgründer.

Unter Enmetena von Lagasch entsteht das Sumerische Königtum, da erstmals mehrere Stadtstaaten unter einem Herrscher kontrolliert wurden. Und unter König Lugalzagesi von Uruk entsteht ein erster kurzweilige Versuch ganz Sumer - unter einem Herrscher zu vereinen.
~2350-2110 v. Chr.Akkadische Reich als erster Flächenstaat der Geschichte, welcher zentral verwaltet wurde. Staatsgründer war Sargon der Große, welcher Sumer vereinte und Nordmesopotamien eroberte. Unter Naram-Sin größte Machtentfaltung und erste Vergöttlichung eines sumerischen Königs zu dessen Lebzeiten.
~2150-2100 v. Chr.Gudea-Zeit: kurzzeitige Eroberung Sumers durch die Gutäer, welche in Adab eine gutische Dynastie gründen.
~2112–2004 v. Chr.Dritte Dynastie von Ur, Abkehr vom Akkadischen und Rückkehr zum Sumerischen (sumerischer Renaissance), Staatsgründer war Ur-Namma (Wiederherstellung des Zentralstaates)
~2025-1800 v. Chr.Altassyrische Reich in Nordmesopotamien: Aufstieg des Stadtstaates Assur unter König Puzur-Ashur I.
~2000- 1800 v.Chr.Isin-Larsa-Zeit mit einer Dynastie der Amurriter an Herrschaftsspitze in Südmesopotamien (Sumer)
~1894–1595 v. Chr.Altbabylonisches Reich: Bedeutendster König war Hammurapi I., welcher sechster König der ersten Dynastie von Babylonien war. Er trug den Titel König von Sumer und König von Akkad. Hammurapi erschuf - nach Sargon und Ur-Namma - erneut einen Zentralstaat in Sumer und Nordmesopotamien. Hauptstadt war Babylon.
~1580–1200 v. Chr.Kassitenzeit (mittelbabylonische Zeit) in Südmesopotamien (Sumer)
~1365–1076 v. Chr.Mittelassyrische Reich im Norden Mesopotamiens
12.-11. Jhd. v. Chr.Spätbronzezeitlicher Zusammenbruch der Hochkulturen
Reiche in Mesopotamien während der Eisenzeit
11.-7. Jhd. v. Chr.Die Syro-hethitische Staaten bilden sich in Nordmesopotamien nach dem Zusammenbruch des Hethiterreichs (Anatolien, Schwarzmeerraum, nördliche Westasien).
911–612 v. Chr.Neuassyrische Reich: erste Großreich der Geschichte vereint Mesopotamien, Nordafrika, Südkaukasus, den Nahen Osten und den ganzen östlichen Mittelmeerraum
626–539 v. Chr.Neubabylonische Reich bzw. Chaldäische Reich entstand nach dem Untergang des Assyrischen Reiches. Es war die dominante Macht im Nahen Osten und in ganz Mesopotamien.
Reiche in Mesopotamien während der Antike
539-331 v. Chr.Achämenidenreich (Erstes Perserreich): 539 v. Chr. wurde Babylonien durch Kyros II. erobert und ins Perserreich integriert (Fall Babylons)
330-323 v. Chr.Alexander der Große erobert das Achämenidenreich. Mesopotamien wird Teil des Alexanderreichs. Der Hellenismus verbreitet sich im Orient.
312–141 v. Chr.Nach den Diadochenkriegen, ausgelöst durch Streitigkeiten über die Erbfolge im Alexanderreich, erbte Seleukos I. Nikator den Vorderen Orient. Mesopotamien wurde Teil des Seleukidenreichs, einem Nachfolgerreich des Alexanderreichs mit hellenistischer Ausrichtung.
141 v. Chr. – 226 n. Chr.Die iranischen Parther erobern Mesopotamien und integrieren das Gebiet in ihr Reich (Arsakidenreich, Partherreich).

In der Region Sumer (Südmesopotamien) entsteht der Staat Charakene, welcher ein Vasallenstaat der Parther ist. Währenddessen entstehen in Obermesopotamien der Staat Osroene bzw. das "Königreich Edessa" (132 v. Chr.–638 n. Chr.), welches von den Abgariden regiert wird und der Staat Adiabene, welcher ebenfalls ein Vasallenstaat der Partherkönige ist.
116–117Unter den römischen Kaisers Trajan konnte Mesopotamien kurzzeitig erobert werden. In dieser Zeit hatte das römische Reich seine größte territoriale Ausdehnung (117 n. Chr.). Nach Trajans Tod setzte sein Nachfolger (Kaiser Hadrian) auf Konsolidierung und innere Stabilität des Reiches, anstelle von Expansionsstreben. Deshalb wurde Mesopotamien wieder an die Parther abgetreten.
Herrschaft in Mesopotamien bis zur Spätantike
198–637Das Partherreich ging 224/226 n. Chr. unter. Ursache waren Bürgerkriege an deren Ende sich die persischen Sassaniden durchsetzen konnten. Zwischen 198 und 637 ging die Region Mesopotamien an das römische Reich und wurde als Provinz Mesopotamia in die Pax Romana integriert.

Aus den Partherkriegen, welche das Römische Imperium mit dem Partherreich führte, wurden nach 226 n. Chr. die Sassanidische Rückeroberungsversuche. So wurde Mesopotamia zwischenzeitlich immer wieder persisch-sassanidisch. Diese Provinzen hießen dann Asoristan, Arbāyistān.

Die Kriege mit den persischen Sassaniden wurden auch nach der Teilung des Römischen Reiches ans Oströmische Reich (später byzantinische Reich) vererbt. Diese dauerten bis zur Islamischen Expansion an.
Herrschaft in Mesopotamien seit dem Mittelalter
637-1918Letztlich wurde das Sassanidenreich 637 durch die Araber (Islamische Expansion) erobert, welche das Gebiet Mesopotamiens ins Rashidun-Kalifat integrierten. In den nächsten Jahrhunderten war Mesopotamien immer Teil eines muslimischen Reiches (Umayyadenreich, Abbasidenreich, Buyiden, Seldschuken, Ilchane, Dschalayiriden, Safawiden, Osmanen).
seit 1932Im Zuge des Ersten Weltkriegs wurde das Osmanische Reiche zerschlagen. Bis 1932 stand das ehemalige Vilâyet-System der Osmanen unter britischer Kontrolle. Dann wurde der moderne Staat Irak gegründet. Seitdem lässt sich die Geschichte Mesopotamiens als die Geschichte des Iraks erzählen.