Skip to main content

Sargon von Akkad


Sargon von Akkad bzw. Sargon der Große (akkadisch: Sharrum-Kin oder Šarru-kīnu) war ein Herrscher in Mesopotamien im 23. und 24. Jahrhundert v. Chr.. Mitunter wird er als erster Herrscher der Geschichte bezeichnet, welcher über ein zusammenhängendes Großreich herrschte. Jenes Reich wird als Akkadisches Reich bezeichnet. Dieses entstand, indem Sargon die sumerischen Stadtstaaten eroberte, unterwarf und in sein Reich integrierte. Die Stadt Akkad wurde zum Zentrum des Akkadischen Großreiches.

Sargons Tochter Enheduanna setzte der Herrscher als Hohepriesterin in der Stadt Ur ein. Diese Stadt war eine sumerische. Dort schuf Enheduanna eine religiös-kulturelle Verbindung zwischen der sumerischen und akkadischen Kultur. Ziel dieser Verschmelzung war es, dass Sargon als legitimer Herrscher über Sumer galt und eine sakrale Grundlage seiner Herrschaft geschaffen wurde. Die Herrschaftszeit Sargons und seiner dynastischen Nachfolger wird als Akkadzeit bezeichnet. Im Reich von Akkad galt Akkadisch als Verwaltungssprache.

Weiterhin gilt Sargon von Akkad als Begründer der mesopotamischen Militärtradition und als „Patronheiliger“ späterer Großreiche. Das Reich von Akkad wurde zum Modellstaat späterer Entwicklungen und prägte die Idee einer zentralisierten Machtstruktur über Jahrtausende.

Steckbrief

Sargon von Akkad
Kupferkopf eines Königs, gefunden in  Ninive (Irak) - der entweder Sargon von Akkad oder dessen Enkel Naram-Sin darstellt

Sargon von Akkad oder Naram-Sin

Namen:Šarru-kīnu, Sharrum-Kin
Bedeutung:Gründer des Akkadischen Reiches, dem ersten Flächenstaat bzw. Großreich der Geschichte
Titel:König von Sumer, König des Universums (Šar kiššatim)
Dynastie:Akkadisch bzw. sargonisch
Herrschaftszeit:2356 bis 2300 v. Chr. (mittlere Chronologie) bzw. 2292 bis 2236 v. Chr. (kurze Chronologie)
Geschichtsepoche:Bronzezeit
Ehefrau:Tashlultum
Nachkommen:Söhne: Manishtushu, Rimush, Shu-Enlil

Tochter: Enheduanna
Nachfolger:Manishtushu
Karte der sumerischen Stadtstaaten, Ciudades_de_Sumeria.svg: Cratesderivative work: Timk70 - Cities of Sumer (en).svg, <a rel="nofollow noopener" target="_blank" href="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/">CC BY 3.0</a>

Karte der sumerischen Stadtstaaten

Reich des Sargon von Akkad, Bildnachweis: Von Jolle in der Wikipedia auf Katalanisch - Not provided, but presumably an original work, <a rel="nofollow noopener" target="_blank" href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/">CC BY-SA 3.0</a>, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1668431

Reich des Sargon von Akkad

Wer war Sargon von Akkad?

Sargon von Akkad war ein Herrscher Mesopotamiens, welcher im 23. und 24. Jahrhundert v. Chr. lebte. Je nach Chronologie wird seine Herrschaftszeit auf 2356 bis 2300 v. Chr. oder auf 2292 bis 2236 v. Chr. datiert. In dieser Zeitspanne war er König von Sumer, König von Akkad und trug den Titel Šar kiššatim (König des Universums). Er wird als erster Herrscher eines Flächenreiches bezeichnet. Zuvor herrschten Könige nur über einen Stadtstaat.

Warum wird Sargon auch als Sargon der Große bezeichnet?

Sargon gilt als erster Herrscher der Geschichte, welcher ein Großreich schuf. Das Akkadische Reich wurde durch die Unterwerfung und Vereinigung sumerischer Stadtstaaten erschaffen. Dadurch wurde die Macht in den verschiedenen Stadtstaaten, wie Elam, Uruk oder Ur – begrenzt und durch eine Zentralmacht ersetzt.

Diese Großreich-Ideologie wurde zum Modell späterer Großreiche in Mesopotamien (Babylonische Reich, Perserreich, Assyrische Reich) und in der Levante (Alte Reich in Ägypten). Aufgrund seiner Eroberungen und der daraus resultierenden Reichseinigung wird Sargon von Akkad auch von einigen Historikern als Sargon der Große bezeichnet.

Der Titel hat nichts mit der Körpergröße zu tun, sondern mit der politischen und sakralen Überhöhung dieser Persönlichkeit. Sargon gilt als erster Herrscher, welcher den Titel „der Große“ verliehen bekam.

Woher stammte Sargon?

Als Herkunftsort Sargons wird Azupiranu genannt. Jene Stadt lag möglichweise in der historischen Landschaft Sumer und befand sich am Ufer des Euphrats. Die Lage von Azupiranu gilt als unbekannt. Wohlmöglich ist mit Azupiranu die Stadt Sippar in Sumer gemeint.

Geburts- und Herkunftslegende Sargons

Ein neuassyrischer Text aus dem 7. Jahrhundert v. Chr. beschreibt Sargons Autobiografie. Laut diesem Text soll Sargon der Sohn einer Hohepriesterin in Azupiranu gewesen. Seinen Vater kannte er nicht.

Die Hohepriesterin hat ihn heimlich geboren und dann am Ufer des Euphrats in einen Korb mit Binsen gelegt und ins Wasser gesetzt. Der Fluss soll Sargon dann zu Akki dem Gärtner getragen haben. Dieser zog Sargon auf, bevor er die Gunst der mesopotamischen Göttin Inanna erlangte.

Laut der Sumerischen Sargonlegende soll Inanna beschlossen haben, dass Sargon König über Sumer werden soll. Die Erzählung, dass Sargon nicht von einer königlichen Familie abstammte, ist grundsätzlich glaubwürdig.

Die Geburtslegende Sargons reiht sich ein in andere Legendenerzählungen, wie die von Moses – der am Ufer des Nils ausgesetzt wurde und später die Israeliten ins Heilige Land führte. Oder die Geburtslegende von Karna, welcher am Ufer des Ganges ausgesetzt wurde und später zum König von Anga wird.

Diese Art von Heldengeschichten, bei dem ein Kind ungewollt ausgesetzt wird und dann später seine Bestimmung erfährt, wurden 1909 vom Psychoanalytiker Otto Rank in seinem Buch „Der Mythus von der Geburt des Helden“ analysiert. Auch die Geschichte von Ödipus ist ähnlich.

Wie gelangte Sargon an die Macht?

Sargon soll, laut Sumerischer Sargonlegende, von der Göttin Inanna auserwählt worden sein, König zu werden. Zuvor war er Diener Königs Ur-Zababa von Kisch. Die Legende erwähnt Sargon als einen Mundschenk von Ur-Zababa. Dies ist ein hoher Regierungsbeamter, welcher für die Versorgung des Königs (Essen und Trinken) verantwortlich war.

Nachdem die Göttin Inanna ihren Schützling als neuen König auserwählt hatte, ergriff Ur-Zababa diverse Gegenmaßnahmen gegen das Urteil. Aber alle Gegenmaßnahmen, welche Ur-Zababa gegen Sargon ergriff, wurden – laut der Legende – von der Göttin Inanna vereitelt.

Letztlich kann Sargon die Macht in Kisch ergreifen. Anschließend besiegte er um etwa 2334 v. Chr. König Lugalzagesi. Dieser war bereits König über mehrere sumerische Stadtstaaten, dessen Herrschaftszentrum die Stadt Uruk war.

Was bedeutet Sargon übersetzt?

Sargon von Akkadien ist der deutsche Name des Herrschers. Im akkadischen lautet sein Herrschaftsname: Sharrum-Kin. Und mit diesem Namen legitimierte Sargon seine Herrschaft, welche eigentlich auf Gewalt und Unrecht begründet war. Denn übersetzt bedeutet scharrum kin: „Der Herrscher ist legitim“ oder „wahrhaftiger Herrscher“.

Diesen Legitimitätsanspruch leitete Sargon dadurch ab, da ihn die Kriegsgöttin Inanna zum König auserwählte. Demnach ist es plausibel, dass Sargon kein Geburtsname ist – sondern er den Namen erst bei seinem Herrschaftsantritt aus legitimatorischen Gründen annahm. Spätere Herrscher übernahmen diesen Titel. So etwa Sargon I. von Assyrien oder Sargon II. im neuassyrischen Reich.

Warum wurde Akkad zur neuen Hauptstadt unter Sargon?

Nach der Eroberung Uruks verlegte Sargon das Herrschaftszentrum nach Akkad, welches bis dahin eine höchst unbedeutende Stadt war. Doch der Umzug nach Akkad symbolisierte einen Neuanfang in der sumerischen Geschichte.

Der Name der Stadt ist bereits vor Sargon inschriftlich bezeugt. In der altertümlich-mesopotamischen Geschichtsschreibung wird Sargon als Gründer der Stadt genannt, was historisch aber widerlegbar ist.

Möglicherweise lag Akkad im Knotenpunkt wichtiger Handelswege oder Sargon war dort herkunftsmäßig verwurzelt, so dass sich seine Regierungszentrale und Hausmacht verschmelzen ließen.

Welche Stadtstaaten eroberte Sargon?

Sargon siegte insgesamt über 34 Städte. Nachdem 2334 v. Chr. erobert wurde, ging es mit Ur und E-Ninmar weiter. Seine Truppen verwüsteten das Gebiet um Lagash bis zum Meer. Dann wurde der Stadtstaat Umma erobert und weitestgehend zerstört. Damit war die Eroberung von Sumer abgeschlossen.

Nachdem Sumer unter Sargons Kontrolle stand, widmete er sich Obermesopotamien. Dort eroberte Städte, wie Mari, Yarmuti (Jarmuth) und Ibla. Letztlich herrschte er vom „oberen Meer“ (Mittelmeer) bis zum „unteren Meer“ (Persischer Golf). Danach wurde Elam und Parahshum erobert.

Welcher Konflikt bestand zwischen Sargon seinen Lugalzagesi?

Der Konflikt zwischen Sargon und Lugalzagesi markiert den Übergang von der sumerischen Staatenwelt zum akkadischen Zentralstaat. In diesem Konflikt ging es nicht um persönliche Differenzen, sondern um machtpolitische Faktoren und die Vorherrschaft in Südmesopotamien.

Lugalzagesi hatte zuvor rivalisierende Stadtstaaten – wie Lagasch – erobert und unterworfen. Er war König von Umma und später von Uruk. Zudem beanspruchte er die Herrschaft „vom Unteren Meer bis zum Oberen Meer“, also über ganz Sumer. Und somit kam es zum Konflikt mit Sargon, welcher lokaler König von Kisch war.

In insgesamt 34 Schlachten gegen 50 Ensis (lokale Fürsten) war Sargon siegreich gegen die Bündnispartner Lugalzagesis. Um 2334 v. Chr. besiegte er auch Lugalzagisi von Uruk.

Nach der Eroberung von Uruk machte Sargon eine Fluch-formel wahr, welche auf Lugalzagesi lastete. Jene Fluchformel wurde von Urukagina formuliert, nachdem Lugalzagesi die Stadt Lagasch zerstörte. Diese lautet:

„Dieses Vergehen, was Lugal-zagesi, der En-Si von Umma, begangen hat, möge seine Göttin Nisaba auf ihrem Nacken tragen.“

Nachdem Sargon seinen Kontrahenten gefangen nehmen konnte, ließ er Lugalzagesi nackt ausziehen und mit einer Nackengabel vor dem Enlil-Tempel in Nippur zur Schau stellen. Der nun grundlegend gedemütigte Lugalzagesi wurde anschließend hingerichtet. Damit war die Fluchformel des Urukagina aus Lagaš erfüllt worden.

Warum wird Sargon als König der Vier Weltgegenden bezeichnet?

Sargon wird in der mesopotamischen Tradition auch als Herrscher oder Eroberer der vier Reiche bzw. vier Weltgegenden bezeichnet. Denn er war Eroberer und Herrscher von Sumer, Obermesopotamien, Elam und Parahshum. In der damaligen Vorstellung der Welt glich sein Herrschaftsbereich einem Weltreich.

Was war so besonders an Sargons Reich?

Das Besondere an Sargons Reich war der Beginn der semitischen Sprache und Kultur in Sumer bzw. Südmesopotamien.

Die semitische Sprache taucht fortan in Inschriften, Briefen und Urkunden in großer Zahl auf. Zuvor gab es zwar auch bei den Sumerern semitische Wörter. Aber diese beschränkten sich auf Eigennamen und Lehnworte.

Mit Sargons Herrschaftsantritt begann der Übergang von der sumerischen zur semitischen Kultur zuerst im Süden Mesopotamiens und später auch in Obermesopotamien. Die Reiche späterer Dynastien – wie die Babylonier und Assyrer – übernahmen die semitische Kultur und Sprache. Und dass obwohl nach dem Ende der Akkadischen Dynastie erst einmal eine sumerische Renaissance folgte.

Welche Rolle spielte seine Tochter Enheduanna?

siehe auch Hauptartikel: En-hedu-anna

Sargon von Akkad setzte seine Tochter Enheduanna als En Priesterin des Mondgottes Nanna in Ur ein. Die Stadt Ur war ein wichtiges Machtzentrum der sumerischen Kultur gewesen. Demnach sollte Enheduanna die sumerischen religiösen Traditionen in Ur mit dem akkadischen Machtanspruch verbinden. Dies sollte eine Synthese von sumerischen und akkadischen Weltbild schaffen (Synkretismus). Somit wurde Prinzessin Enheduanna zu einem Instrument der imperialen Integrationspolitik ihres Vaters.

Als Hohepriesterin in Ur war sie die Gemahlin des Gottes Nanna und somit eine menschliche Verkörperung der Göttin Ningal. Und diese Vergöttlichung verlieh Enheduanna eine sakrale Autorität und politisches Gewicht. Demnach war sie so etwas wie eine sakrale Königin im Süden des Akkadischen Reiches. In diesem Amt ernannte und bestätigte sie diverse Würdenträger.

Wer gehörte noch zu Sargons Familie?

Sargons Gemahlin war Taslultum. Außer ihrem Namen ist wenig über sie bekannt. Übersetzt bedeutet der Name: „Ich nahm sie zur Beute“. Möglicherweise war Taslultum einst die Gemahlin von Lugalzagesi und wurde nach der Eroberung von Uruk die Kriegsbeute von Sargon. Allerdings ist diese Theorie nicht bewiesen und umstritten.

Sargons Söhne waren Rimus und Manistusu. Letzterer wurde Sargons direkter Nachfolger als König von Akkad. Aber durch Aufstände fand Maništušus Herrschaft ein gewaltsames Ende, weshalb sein Bruder Rimus neuer König von Akkad wurde.

Zur akkadischen Dynastie gehört auch Naram-Sin, der Sohn Maništušus und Enkel Sargons. Während seiner Regierungszeit erreichte das Akkadische Reich seine größte territoriale Ausdehnung.

Der Sohn von Naram-Sin und somit Urenkel Sargons war Sar-kali-sarri. Dieser war der letzte König von Akkad, bevor etwa 2191 v. Chr. die Könige der Gutäer die Herrschaft über Akkad übernahmen.

Welches Verwaltungssystem etablierte Sargon?

Sargon etablierte eine Zentralverwaltung, welche von Akkad ausging. Damit wurden die sumerischen Lokalherrscher abgelöst. Insgesamt waren dafür vierunddreißig Schlachten nötig und fünfzig Ensis (lokale Fürsten) wurden gestürzt.

Das Akkadische Reich wurde so zum ersten zentral verwaltete Großreich der Geschichte. Anstelle der sumerischen Traditionen entstand eine akkadische Herrscherelite, angeführt von der akkadisch-sargonischen Dynastie.

In den ehemaligen Stadtstaaten wurden einheitliche Maßeinheiten für Gewichte und Längenmaße eingeführt. Auch ein frühes Postsystem mit versiegelten Tontafeln wurde eingeführt.

Um das ganze Reich kulturell homogener zu machen, setzte Sargon auf eine Verschmelzung der sumerischen und akkadischen Kultur. Dafür wurden Hohepriester ernannt, welche die Riten, Götterbilder und Traditionen in den jeweiligen Städten verschmelzen und so vereinheitlichen sollten.

Welche Quellen gibt es zu Sargons Herrschaft?

Erhalten sind Königsinschriften zu Sargons Herrschaftszeit, welche als Primärquellen genutzt werden. Allerdings sind diese historische Quellen mit Vorsicht zu gebrauchen. Denn diese wurden unter propagandistischen Motiven geschrieben und sollten den König von Akkad aufwerten.

So wird Sargons Herrschaft als ein Ideal dargestellt, welches möglicherweise niemals so war. Es gilt deshalb zu prüfen, ob die von Sargon eroberten Gebiete wirklich politisch stabil waren oder es dort zu wiederkehrenden Aufständen kam.

Chronologie

Ein großes Problem bei der Aufarbeitung von Sargons Biografie ist, dass die Inschriften nur Informationsfetzen darstellen, keine chronologische Ordnung bieten und demnach kein Gesamteindruck rekonstruiert werden kann.

Beamtenstaat

Laut diesen Inschriften soll Sargon einen Beamtenstaat unterhalten haben, der 5.400 Mann umfasste. Und diese sollen täglich ihr Brot vor ihm gegessen haben. Wie bei allen orientalischen Texten dieser Zeit muss die Zahl 5400 keine absolute Menge darstellen, sondern nur darauf hindeuten, dass die Zahl seiner Staatsdiener enorm groß war. Denn tausend bedeutete oftmals nur viel und fünftausend bedeutete mehr als viel.

Herrschaftsbereich

Weiterhin soll Sargon, laut den Inschriften, vom oberen Meer zum unteren Meer regiert haben. Das obere Meer entspräche dem Mittelmeer und das untere Meer dem Persischen Golf. Gleiche Angaben über sein Reich machte bereits Lugalzagisi, weshalb diese Aussage allgemein als wahr angenommen wird.

Dennoch gibt es nicht wenige Historiker, welche den Herrschaftsbereich Sargons und Lugalzagisis anzweifeln und glauben, dass keiner der beiden Herrscher diese Gebiete dauerhaft unterworfen haben kann. Wohlmöglich gab es nur Raubzüge nach Syrien (Ebla) und keine dauerhafte Truppenpräsenz am Mittelmeer.

Akkads Stellung

Ebenfalls fraglich ist die Stellung der Stadt Akkad. Laut den Inschriften soll Sargon sämtliche Handelsrouten nach Akkad umgeleitet haben, um die Zentrale zu stärken und den sumerischen Hafenstädten im Süden, ihre Bedeutung zu entziehen. Ob Akkad den sumerischen Hafenstädten des Südens wirklich den Rang ablief, wird angezweifelt.

Warum ist Sargon heute bedeutend?

In den nächsten Jahrhunderten wurde Sargon in Westasien verehrt und galt als Vorbild späterer Könige. So etwa im Assyrischen Reich und im Hethiterreich.

Die beiden assyrischen Könige Šarru-kīn I. und Šarru-kīn II. nahmen sogar seinen Namen an und nannten sich Sargon (rechtmäßiger Herrscher). Die Hochachtung Sargons und seiner Taten (Reichseinigung) wurde zum Ideal vieler Herrscher und das Modell des Einheitsstaates mit Zentralgewalt blieb für Jahrhunderte bestehen.

In Mesopotamien huldigte man Sargon von Akkad, indem man diverse Legenden um seine Person erzählte und niederschrieb. Eine dieser Legenden stammt von den Hethitern und wurde mehrere Jahrhunderte nach Sargons Tod niedergeschrieben. Dieses Dokument wird heute als „König der Schlacht“ zitiert und beschreibt Sargons Kriegszug nach Anatolien, um dort Kaufleuten zu helfen.

In der Bibelwissenschaft wird die Geburtslegende Sargons immer mal wieder neu belebt und diskutiert. Denn einige Bibelexperten gehen davon aus, dass die Geburtsgeschichte von Moses seine Vorlage in der Aussetzungsgeschichte Sargons fand.


Ähnliche Beiträge