Griechische Heldenzeitalter
Das griechische Heldenzeitalter ist eine mythologische Epoche, welche mit dem Einzug der Griechen in Thessalien beginnt und mit der Heimkehr der griechischen Helden aus Troja endet.
Historisch wird diese mythologische Epoche in die Bronzezeit verordnet. Der Trojanische Krieg, welcher nur mythologisch überliefert ist, endete ungefähr zwischen 1334 und 1135 v. Chr..
Insgesamt umfasste die Heldenzeit etwa sechs Generationen, deren Vertreter allesamt übermenschlich – aber nicht göttlich waren. Die Helden werden in der Literatur bei Homer, Euripides, Sophokles, Aischylos oder Sappho erwähnt. Vergöttlichte Helden wurden als Heros (Plural: Heroen) oder Heroine (weiblich, Plural: Heroinen) bezeichnet.
Der Dichter Hesiod bezeichnete die griechische Heldenzeit als eine von fünf Zeitalter des Menschen, beginnend mit dem Goldenen Zeitalter, welche zuerst vom Silbernen und dann vom Bronzenen Zeitalter abgelöst wird. Das vierte mythologische Zeitalter ist dann die Heldenzeit. Und das darauffolgende Zeitalter der Menschen ist die mythologische Eisenzeit.
Welche Merkmale hatten die griechischen Helden?
Helden waren die Protagonisten zahlreicher Geschichten der griechischen Mythologie. Gleichzeitig waren sie auch Figuren der Volksverehrung.
In den Mythen und Legenden standen die Helden nicht auf der gleichen Stufe wie die Götter, aber auch nicht auf der Stufe der Menschen. Stattdessen hatten sie eine Zwischenstellung unterhalb der Götter und oberhalb der Menschen. Letztlich vermochten alle Helden etwas Großartiges zu vollbringen. Viele hatten übermenschliche Stärke oder besaßen außerordentliche Intelligenz.
Nicht wenige Helden hatten bedeutsame Gegenstände, wie Zauberpfeile oder den Helm zur Unsichtbarkeit. Andere Helden wurden von Tieren begleitet, wie dem geflügelten Pferd. Wiederum andere überzeugten alleinig durch ihre Kriegskunst oder List.
Viele Helden stammten von den Göttern ab und waren somit Halbgötter. Mitunter lehnten sich die Helden gegen die Götter auf und wurden von ihnen bestraft. Doch anders als Götter waren Helden auch sterblich. Dennoch waren sie keine Menschen. Sie hatten keine Zauberkräfte durch ihre Geburt, sondern bekamen kamen manchmal in den Gunst solcher Kräfte durch den Gebrauch von magischen Gegenständen.
Was ist der Unterschied zwischen Helden und Heroen?
Helden mit gottähnlichen Status waren die Heroen. Deren Taten waren so bedeutend, dass sie bei den Griechen als anbetungswürdig. Sie standen im Zentrum ihrer Weltanschauung, ähnlich wie die Götter. Die Reliquien der Heroen wurden in Heiligtümer aufbewahrt. Solch Heiligtum konnte ein Grab, aber auch ein Tempel sein. Die Griechen bezeichneten diese Kultstätten als Heroon.
Wer gehörte zur ersten Heldengeneration der Griechen?
Kadmos war der legendäre Gründer von Theben und wird als erster griechischer Held erwähnt. Ein weiterer Held der Griechen aus erster Generation war Perseus. Er rettete Andromeda vor dem Seeungeheuer Ketos, enthauptete die Medusa und gilt als legendärer Gründer der Stadt Mykene. Ein weiterer Held der ersten Generation war Bellerophon, welcher die Chimaira tötete.
Was bedeutet Heldenzeitalter?
Laut Hesiod schließt sich das Heldenzeitalter an das Bronzene Zeitalter an. Im vorherigen Zeitalter wurden die Menschen durch ihre eigene Gewalttätigkeit zugrunde gerichtet. Nun soll im Zeitalter der Helden ein tugendhafteres Geschlecht entstanden sein, welches als Held bezeichnet wird.
Jene Helden kämpften zuerst in Theben, wo der Held Kadmos wirkte. Das Zeitalter der Helden endet, laut Hesiod, nach sechs Generationen mit der Heimkehr der Helden aus dem Trojanischen Krieg.
Die Seelen der gefallenen Helden werden von den Göttern auf den sogenannten Glücklichen Inseln (Inseln der Glückseligen) aufgenommen. Diese Inseln sind ein Ort des Elysiums. Doch nur die Helden, welche von den Göttern geliebt werden, wurden dorthin gebracht und mit Unsterblichkeit beschenkt.
Warum endete das griechische Heldenzeitalter?
Laut Mythologie hatte Zeus sehr viele Kinder, außerhalb seiner Ehe mit Hera, gezeugt. Die Erde war von seinen Nachkommen und den Nachkommen seiner Brüder und Schwestern überbevölkert. Deshalb fasste er den Entschluss, die Erde zu entvölkern.
Gerade die Halbgötter und Helden sollten getötet werden. Laut dem verlorenen Kypria von Stasinus von Zypern planten Themis und Zeus gemeinsam den Beginn des Trojanischen Krieges. Dieser sollte das Geschlecht der Helden vernichten.
Die Hochzeit von Menelaos und Helena wird so der Beginn vom Ende des Heldenzeitalters. Denn Helena von Sparta war so schön, dass sich mehrere Freier um ihre Hand bewarben. Ihr Ziehvater, König Tyndareus von Sparta, hatte Angst davor, einen Freier abzulehnen und dann den Groll auf sich und Sparta zu ziehen. Deshalb mussten alle Freier einen Schwur leisten, den Auserwählten zu unterstützen.
Die Freier der Helena leisteten den Schwur und Menelaos wurde als zukünftiger Ehemann der Helena erwählt. Nach der Abdankung von Tyndareus und Leda bestiegen Helena und Menelaos den Thron von Sparta und regierten über zehn Jahre. Dann kam Paris von Troja in diplomatischer Mission nach Sparta und entführte die Königin.
Der Brautraub wurde der Auslöser für den Krieg zwischen Griechen und Troja. Denn nun wurden die 46 Freier, darunter auch griechische Könige und Fürsten, an ihren Schwur erinnert. Und so wurde die griechische Staatenwelt mitsamt der Helden in den Krieg um Troja gezogen.
Gab es das Heldenzeitalter wirklich?
Die Epen Homers entstanden etwa fünfhundert Jahre nach dem Trojanischen Krieg. Die Handlung von Homers Ilias dreht sich um die letzten Tage vor dem Fall Trojas. Überliefert wurde diese Handlung nur mündlich und im 8. Jahrhundert v. Chr. erstmals niedergeschrieben.
Der Erzählstoff der Ilias ist somit immer wieder erweitert wurden, bevor Homer diesen endgültig in einer Schriftform kondensierte und für die Ewigkeit bewahrte. Demnach ist der Wahrheitsgehalt aller Erzählungen der Ilias und der Odyssee äußerst fragwürdig.
Die meisten Forscher spekulieren, dass die homerischen Gedichte aus der früheren mykenischen griechischen Tradition überliefert worden sind. Das Zeitalter der Helden ist demnach nur eine mythologische Erinnerung aus dieser Zeit, welche immer wieder verändert wurde.
Wie passt das Ende der Heldenzeit in die Weltgeschichte?
In der Weltgeschichte passt der Fall Trojas und das Ende der Heldenära, also die Zeit zwischen 1334 und 1135 v. Chr., zum Zusammenbruch der Bronzezeit.
In dieser Zeitspanne ging die Palastkultur in Griechenland (Mykene) unter. Das hethitische Großreich in Anatolien brach um 1190 v. Chr. zusammen. Auch das Assyrerreich stieg ab 1200 v. Chr. deutlich ab und das Alte Ägypten wurde nach dem Tod Ramses II. (1213 v. Chr.) ebenfalls deutlich schwächer.
Alle Großreiche der Bronzezeit gerieten unter Druck oder zerfielen gänzlich. Die Erinnerung an die Heldenzeit könnte demnach eine Erinnerung an die Großreiche, insbesondere an Troja und Mykene, gewesen sein.
Welche Bedeutung haben Heldenlinien?
Viele griechische Stadtstaaten führten ihre Gründungslegenden auf Helden zurück. Anhand der Ahnenreihen können Mythologen unterschiedliche Heldenlinien ausmachen, welche von der Gründerzeit des Stadtstaates bis zum Ende der Heldenzeit reichen.
In diesem Sinne sind Heldenlinien die Abstammungslinien, die vom legendären Gründer einer Dynastie bis zu deren letzten Nachfahren reichen.
Die Dynastiegründer stammten meistens direkt von den Göttern ab, wurden zu Königen eines Stadtstaates erklärt und deren Nachfahren waren Helden, welche dann nicht nur lokal wirkten, sondern in ganz Griechenland bekannt waren.
Argivische Dynastie
Die argavische Heldenlinie ist die älteste Heldendynastie der griechischen Mythologie. Ihr eigentlicher Gründer war Phoroneus, der Sohn des Flussgottes Inachos. Der Enkel von Phoroneus war König Argos, welcher die gleichnamige Stadt begründete.
Ein späterer König von Argos war Akrisios, welcher der Großvater des Perseus war. Und jener Perseus gehörte zur ersten Heldengeneration der griechischen Mythologie. Weitere Nachfahren der argavische Heldendynastie waren Herakles, Kadmos und Ödipus.
Thessalische Dynastie
Die thessalische Dynastie beginnt mit Deukalion, dem Sohn des Prometheus. Er war erster König von Thessalien. Dieser Dynastie gehören die späteren Helden Bellerophon und Meleagros an.
Linie der Atriden
Die Atriden waren die Herrscher von Mykene und Elis. Ihre Abstammung ist zurückzuführen auf Tantalus und dessen Sohn Pelops. Jener Pelops zeugte mit Hippodameia einen Sohn, namens Atreus – dem Namensgeber der atridischen Dynastie.
Zur Dynastie gehörten am Ende des Heldenzeitalters Agamemnon, der König von Mykene und Menelaos, der König von Sparta. Letzterer wurde spartanischer König durch die Ehe mit der schönen Helena. Der Raub der schönen Helena durch den trojanischen Prinzen Paris wurde dann zum Auslöser des Trojanischen Krieges.
Sowohl Menelaos als auch Agamemnon waren sowohl Könige als auch Helden im Trojanischen Krieg.
Trojanische Dynastie
Begründer der Trojanischen Dynastie war Dardanos, ein Sohn von Zeus und Elektra. Benannt wurde die Dynastie allerdings nach König Tros, einem Enkel von Dardanos.
Zu den Helden von Troja gehörten Hektor, welcher im Trojanischen Krieg durch Achilles getötet wurde und Aeneas, welcher nach dem Fall Trojas die Stadt Alba Longa in Italien gründete, aus welcher später Rom entstand.
Aiakiden-Dynastie
Stammvater der Aiakiden war Aiakos. Dieser war König über die Myrmidonen auf der Insel Ägina. Zu seiner Linie gehören die Helden Achilleus und Neoptolemos.
Welche Heldenzyklen kennt die griechische Mythologie?
Heldenzyklen sind komplexe Erzählungen aus verschiedenen Abenteuergeschichten, an denen immer die gleichen Helden teilnahmen. Diese Geschichten sind durch die Protagonisten miteinander verwoben.
Und an ganz bestimmten Erzählungen nahmen sämtliche Helden einer ganzen Generation teil. Solche Großereignisse waren die Kalydonische Eberjagd, der Argonautenzug, der Thebanische Zyklus und der Trojanische Krieg (Epische Zyklus).
Perseus-Zyklus
Perseus war der Sohn von Zeus und der Danaë. Vor seiner Geburt erfuhr sein Großvater, König Akrisios von Argos, dass sein Enkel ihn stürzen würde. Deshalb ließ er seine Tochter Danaë mitsamt ihres Sohnes auf dem Meer aussetzen.
Mit Poseidons Hilfe konnte Zeus seine Geliebten und das gemeinsame Kind retten. Auf der Insel Serifos gerieten Mutter und Sohn in die Obhut des Fischers Diktys. Doch der Bruder des Fischers war König der Insel und begann damit, Danaë nachzustellen.
Aber der erwachsene Perseus war ihm im Weg und deshalb beauftragte ihn König Polydektes damit, ins Land der Gorgonen zu reisen und dort den Kopf der Medusa zu holen. Dieser Kopf konnten jeden zu Stein erstarren lassen, welcher ihn erblickte. Mit Hilfe der Göttin Athene gelingt es Perseus, die Medusa zu köpfen.
In einer weiteren Erzählung des Perseus-Zyklus rettet er Andromeda, welche als Menschenopfer an einen Felsen gekettet ist. Anschließend nimmt er sie zur Frau. Bevor Perseus sie aber ehelichen konnte, musste er sich noch ihrem Verlobten Phineus stellen. Es kommt zum Zweikampf, doch Perseus kann mit Hilfe des Medusakopfes seinen Widersacher versteinern.
Als Heron kehrt Perseus nach Argos zurück. Sein Großvater, welcher die Prophezeiung immer noch fürchtet, flieht nach Larissa. Dort nimmt er an Wettkämpfen teil, ohne zu wissen, dass auch Perseus daran teilnimmt. Beim Diskuswerfen wird Perseus Wurfscheibe von einer Windböe abgelenkt und trifft Akrisios am Kopf, woraufhin dieser stirbt und sich die Prophezeiung erfüllt.
Bellerophon-Zyklus
Bellerophon wurde aus Korinth verbannt, nachdem er versehentlich seinen Bruder erschlagen hatte. Um sich reinigen zu lassen, ging er an den Hof von König Proitos in Tiryns. Doch nachdem er sich dort niedergelassen hatte, wurde er von Königin Anteia begehrt. Er wies sie zurück. Durch die Zurückweisung verwandelte sich die Liebe in Hass und die Königin beschuldigte Bellerophon, ihr nachzustellen.
Zwar glaubte König Proitos seiner Gemahlin, jedoch wollte er seine Gastfreundschaft nicht gefährden. Deshalb schickte er Bellerophon an den Hof des lykischen Königs Iobates. In einem Brief, welchen Bellerophon nach Lykien bringen sollte, stand die Anweisung den Überbringer zu töten.
Aber auch König Iobates nahm den Gesandten erst einmal gastfreundschaftlich auf, veranstaltete ein Fest und las den Brief erst nach zehn Tagen. Da auch er seinen Gast nicht töten wollte, übertrug er ihm den Auftrag, die Chimaira zu töten. So erhoffte er sich, dass sein Gast beim Kampf sterben würde.
Um die Chimäre töten zu können, stellte Poseidon das geflügelte Pferd Pegasos zur Verfügung. Mit Hilfe des Pferdes konnte Bellerophon die Chimäre töten. Zurück bei Iobates bekommt er den Auftrag, noch die Amazonen zu töten. Nachdem diese Aufgabe erfüllt wurde, folgt die nächste Prüfung: der Kampf gegen die lykischen Krieger.
Doch Bellerophon geht aus jeder Schlacht siegreich hervor, so dass König Iobates die schützende Götterhand erkennt und ihm seine Tochter zur Frau gibt.
Herakles-Legende
Herakles war Sohn des Zeus und der Alkmene. Als Halbgott nahm er an mehreren mythischen Abenteuern dran teil, bevor ihn Hera, also die eifersüchtige Gattin von Zeus, wahnsinnig werden ließ.
In seinem Wahnsinn tötete Herakles mehrere Menschen, darunter auch seine Kinder. Um zu sühnen, folgte er dem Rat des Orakels von Delphi und begab sich in die Dienerschaft von Eurystheus. Dieser übertrug ihm mehrere Aufgaben. So entstanden die zwölf Aufgaben des Herakles.
Während seiner Abenteuer führte er Feldzüge gegen Troja, gegen König Augeas von Elis , gegen Pylos , gegen Lakedaimon und gegen Oichalia. Er nahm an den Fahrten der Argonauten teil und diente ein Jahr lang der Omphale als Sklave.
Laut Prophezeiung sollte Herakles durch jemanden sterben, der selbst nicht mehr am Leben war. Nachdem Herakles den Kentaur Nessos mit seinen Gifpfeilen tödlich verwundet hatte, überlistete der Sterbende die Frau des Herakles. So gab er Deïaneira den Rat etwas von seinem Blut aufzufangen und aufzubewahren. Wenn Herakles irgendwann sie nicht mehr begehren sollte, solle sie sein Hemd mit dem Blut befeuchten und er würde nie wieder eine andere Frau begehren.
Jahre später schien sich Herakles, der schönen Iole zuzuwenden. Daraufhin befolgte Deïaneira dem Rat des Nessos und beträufelte die Unterwäsche ihres Mannes mit dem Blut des verstorbenen Kentauren. Als Herakles das Nessorhemd anzog, begann er zu sterben. Um dem unerträglichen Schmerz zu entkommen, ließ er sich durch Philoktetes auf einem Scheiterhaufen lebendig verbrennen.
Argonauten-Expedition
Protagonist der Argonauten-Expedition ist Iason, Sohn des Königs von Iolkos. Sein Vater Aison wurde hintergangen, wodurch Iasons Onkel Pelias an die Macht kam. Dieser schickte seinen Neffen nach Kolchis ans Schwarze Meer, um dort das Goldene Vlies zu suchen.
Auf der Argo segelte Jason nach Kolchis, um das vergoldete Widderfell zu suchen. Begleitet wurde er dabei von einer Gruppe von Helden, die als Argonauten bezeichnet werden.
In Kolchis verliebte sich Medea – die Tochter von König Aietes -in Iason. Mit ihrer Hilfe gelang es Iason, das goldene Widderfell zu erbeuten. Anschließend floh das Liebespaar. Zurück in Iolkos erfuhr Iason, dass sein Vater durch Pelias in den Tod getrieben wurde.
Die zauberkundige Medea brachte nun die Töchter des Pelias dazu, ihren Vater zu zerschneiden und zu kochen. Nachdem der Zauber auffiel, mussten Medea und Iason das Königreich Iolkos verlassen und flohen nach Korinth.
In Korinth verstieß Iason seine Ehefrau und heiratete die Prinzessin von Korinth. Aus Eifersucht tötete Medea den korinthischen König Kreon, dessen Tochter und ihre eigenen Kinder. Danach floh sie nach Athen, heiratete dort Aigeus und wurde so zur Stiefmutter des Helden Theseus.
Kretische Zyklus
Zentrale Protagonisten des Kretischen Zyklus sind Minos und Theseus. Ersterer war König auf Kreta. Die Frau von Minos war Pasiphaë. Und nachdem Minos einen Stier – aufgrund seiner anmutigen Gestalt – nicht dem Poseidon geopfert hatte, belegte der Meeresgott die Königin mit einem Fluch.
Dieser Fluch bewirkte, dass sich Pasiphaë in den Kretischen Stier verliebte. In einer hölzernen Kuhattrappe gab sich die Königin dem Stier hin und wurde von diesem schwanger. Ihr Sohn war der Minotaurus – ein Mischwesen halb Mensch, halb Stier.
Um den Minotaurus gefangen zu halten, baute ihm der Dädalus ein Labyrinth. Nachdem Minos Sohn Androgeos durch die Athener gefallen war, kam es zum Krieg zwischen Kreta und Athen. Nach der Eroberung von Athen mussten die Athener einen grausamen Tribut zollen, indem sie junge Männer nach Kreta schicken mussten, welche dann dem Minotaurus geopfert wurden. Einer dieser Männer war Theseus.
Mit Hilfe von Ariadne, einer Tochter des Minos, gelang es Theseus, den Minotaurus zu töten. Der athenische Held kehrte in seine Heimat zurück. Sowohl davor als auch danach nahm Theseus an diversen Abenteuern teil. So stieg er in die Unterwelt herab und nahm an einem Feldzug gegen die Amazonen teil.
Kalydonische Eberjagd
Da König Oineus von Kalydon die Göttin Artemis nicht entsprechen ehrte, entsandte diese ein monströses Wildschwein nach Ätolien, welches die Region Kalydon verwüsten sollte.
Um die Verwüstungen zu stoppen, rief Oineus sämtliche Helden Griechenlands zusammen, welche das Monster jagen sollten. Unter den Helden waren u.A. Theseus von Athen, Meleager, Peleus, Iason aus Iolkos, Telemon aus Salamis oder die jungfräuliche Jägerin Atalante.
Herakles nahm nicht an der Eberjagd teil, da er damit beschäftigt war, den Erymanthische Eber zu erlegen. Genauso wie der Kalydonische Eber war auch der Erymanthische ein Nachkomme der gewaltigen Wildsau Phaia.
Bei der Kalydonische Eberjagd war es Meleager, welcher dem Tier den Todesstoß verpasste. Danach gab er das Fell an Atalante, was wiederum Meleagers Onkel erzürnte. Beim Streit ums Fell tötete Meleager seine Onkel.
Die Mutter des Helden, namens Althaia, war über die Morde ihres Sohnes an ihren Brüder nicht entzückt. Sie hatte einen Holzscheit bei der Geburt ihres Sohnes von den Moiren bekommen. Diese sagten, dass Meleager nur so lange lebe, so lange der Holzscheit nicht verbrenne. Seitdem hatte sie das Holzstück aufbewahrt.
Nach dem Tod ihrer Brüder warf Althaia den Holzscheit ins Feuer und beendete so das Leben ihres Sohnes Meleager.
Thebanische Zyklus
Der Thebanische Zyklus besteht aus drei Teilen. Der erste Teil ist der Ödipus-Zyklus. Der Protagonist des Zyklus ist Ödipus, der König von Theben. Dieser wurde aufgrund einer Prophezeiung als Kind ausgesetzt, tötete später unwissentlich seinen Vater, welcher König von Theben war.
Dann heiratete Ödipus die Witwe des Königs, namens Iokaste, welche eigentlich seine Mutter war. Als er herausfindet, was er getan hatte, blendete sich Ödipus selbst. Anschließend belegte er seine Söhne Eteokles und Polyneikes mit einem Fluch.
Die Erfüllung des Ödipus-Fluches ist Bestandteil des zweiten Abschnitts des Thebanischen Zyklus. Die Thebais erzählt, wie beide Brüder gegeneinander Krieg führen. Ursprünglich hatte das Brüderpaar vereinbart, sich die Herrschaft über Theben zu teilen. Doch als die Zeit gekommen war, dass Eteokles abtreten sollte – weigerte er sich. Sein Bruder Polyneikes zog nun mit einem Heer aus Argos gegen Theben. Dieser Feldzug ist als „Die Sieben gegen Theben“ bekannt.
Der dritte Teil des Thebanischen Zyklus sind die Epigonen. Es wird darüber berichtet, wie die Söhne der Sieben, welche gegen Theben zogen – einen zweiten Feldzug begehen.
Trojanische Zyklus
Der Trojanische bzw. Epische Zyklus betrifft die letzte Generation des Heldenzeitalters. Es wird darüber berichtet, wie der trojanische Prinz Paris die schöne Helena aus Sparta entführt. Der Brautraub löst den Trojanischen Krieg aus, bei dem sämtliche Helden sterben.
Nach dem Krieg kommt es zur Beuteteilung der Griechen und zur Heimreise. Die Odyssee von Homer beschreibt die Irrfahrten des Odysseus nach dem Krieg und erwähnt, wie es den anderen Helden nach dem Krieg ergangen ist.
Die Ilias, das wohlmöglich frühere Werk von Homer, beschreibt einen 51-tägigen Auszug aus dem Krieg. Weitere Werke des Epischen Zyklus sind die Kypria, Aithiopis, Kleine Ilias, Iliu Persis, Nostoi („Heimkehrerepen“) und Telegonie.
Wie wurden Helden in Griechenland verehrt?
In den Legenden und Mythen waren Helden immer diejenigen, welche etwas Großartiges vollbrachten. Oftmals war damit auch etwas Positives für die Menschheit verbunden. Dadurch wurden die Protagonisten dieser Erzählungen für ihre Heldentaten verehrt.
Viele Helden wurden zu Namensgebern der Orte, an denen sie gewirkt hatten. Oder sie wurden zu Namensgebern, eines Volkstamms, einer Sippe oder Phyle erklärt.
Nicht wenige Fürsten und Könige erhöhten ihre Anspruch auf Herrschaft dadurch, dass sie erklärten, von Helden abzustammen. Dadurch wurde ein göttlicher Schutz verbürgt. Gleichzeitig entstand durch die Berufung auf eine sagenhafte Gründergestalt eine Legitimation zur Herrschaft.
Helden mit gottähnlichen Status waren die Heroen. Diese waren anbetungswürdig. Die Reliquien der Heroen wurden in Heiligtümer aufbewahrt. Solch Heiligtum konnte ein Grab, aber auch ein Tempel sein. Die Griechen bezeichneten diese Kultstätten als Heroon.
Rund um solche Heroa (Heldenkultstätten) entstanden allzu oft Städte, da die Bevölkerung vom Schutz des heroischen Leichnams profitieren wollte. An festgeschriebenen Feiertagen wurden Rituale für den Heron abgehalten, es wurden Opfer gebracht und Gebete gesprochen.
Im 7. Jahrhundert v. Chr. wurde der Heroenkult durch Drakon in die Verfassung Athens verankert. Der Kultbeamte in Athen wurde als Archon basileus bezeichnet. Er war nicht nur oberster Priester, sondern auch Vorsitzender des Areopag-Rates und somit oberster Richter.
Das Grab des Achilles, welches sich unweit von Troja befand, wurde noch in der Spätantike verehrt. Um die Grabstelle von Achilles Leichnam entstand die Stätte Achilleion, welche Alexander der Große auf seinen Perserfeldzug besuchte. Teil des Achilleuskult waren jährliche Pilgerfahrten der Thessalier nach Achilleion.
Liste der griechischen Helden
| Kadmos: | Enkel des Poseidon, Prinz aus Phönizien und Gründer von Theben |
| Perseus: | Sohn von Zeus und der Danaë, Urgroßvater des Herakles, enthauptete die Medusa, rettete Andromeda vor dem Seeungeheuer Cetus, legendäre Gründer von Mykene |
| Aiakos: | Sohn von Zeus und Aigina, König der Insel Ägina, wurde nach seinem Tod ein Richter der Unterwelt oder half beim Bau der Mauer von Troja, Vater der Helden Peleus und Telamon |
| Bellerophon: | Sohn des Poseidon und der Eurynome, tötete die Chimäre und zähmte das geflügelte Pferd Pegasus, |
| Oinomaos: | Sohn des Ares und der Harpina, König der Landschaft Pisa, |
| Elektryon: | Sohn von Perseus und Andromeda, König von Mykene oder Midea |
| Aithalides: | Sohn des Hermes und der Eupolemeia, Stiefbruder des Echion, begabter Bogenschütze |
| Atalanta: | Jägerin und Verbündete der Göttin Artemis, nahm auch an der Kalydonischen Eberjagd teil |
| Autolykos: | Sohn des Gottes Hermes und der Chione, hatte unmenschliche Diebesfertigkeiten, Großvater des Odysseus mütterlicherseits |
| Kalais: | Sohn des Boreas und dessen Gattin Oreithyia, Zwillingsbruder des Zetes, hatte Flügel und vertrieb damit die Harpyien, wurde später von Herakles umgebracht |
| Kastor: | Sohn der Leda und ihres Gatten Tyndareos, Zwillingsbruder des Polydeukes, konnte Pferde bändigen, nahm auch am Kampf von Herakles gegen die Amazonen teil |
| Echion: | Sohn des Hermes und der Antianeira, listenreich, nahm auch an der Kalydonischen Eberjagd teil |
| Euphemos: | Sohn des Poseidon, Gemahl von Laonome (Schwester des Herakles), konnte auf dem Meer gehen, |
| Euryalus: | Sohn von Mekisteus und der Astyoche, in der Ilias ein Waffenbruder des Diomedes, im Trojanischen Krieg ein Grieche im Trojanischen Pferd |
| Herakles: | Sohn des Zeus und der Alkmene, Vollbringer der Zwölf Aufgaben des Herakles, Halbgott der im Olymp aufgenommen wurde |
| Hylas: | Diener des Herakles, Sohn von König Theiodamas der Dryoper und der Nymphe Menodike |
| Idas: | Sohn von Aphareus und Arene, nahm auch an der Kalydonischen Eberjagd teil, Bruders des Lynkeus |
| Idmon: | Sohn von Apollon und der Nymphe Kyrene, hellseherische Fähigkeiten, |
| Jason: | Anführer der Argonauten, Sohn des Aeson (König von Iolkos) und der Alkimede, |
| Laertes: | Sohn von Arkeisios und der Chalkomedusa, Vater von Odysseus, König von Ithaka, nahm an der Kalydonischen Eberjagd teil |
| Lynkeus: | Sohn des Aphareus und der Arene, Bruder des Idas, nahm auch an der Kalydonischen Eberjagd teil |
| Meleagros: | Sohn von Althaia und Oineus, nahm auch an der Kalydonischen Eberjagd teil |
| Nestor: | Sohn des Neleus und der Chloris, legendärer Herrscher von Pylos, auch Teilnehmer am Kentaurenkampf und der Kalydonischen Jagd, im Trojanischen Krieg wird er ein weiser Ratgeber Agamemnons |
| Oileus: | Sohn von Odoidokos und Laonome, Vater von Ajax dem Kleinen, |
| Orpheus: | ein Barde, Dichter und Sänger; er soll bei der Argonautenfahrt die Gesänge der Sirenen übertönt haben |
| Peleus: | Sohn von Aiakos und der Endeis, König der Myrmidonen von Phthia in Thessalien, Vater des Achilles, Bruder des Telamon, nahm auch an der Kalydonischen Wildschweinjagd teil |
| Periklymenos: | Prinz aus Pylos , Sohn von König Neleus und Chloris, konnte sich in Tiere verwandeln, wurde von Herakles in Pylos getötet |
| Poias: | tötete den Riesen Talos, Vater des Philoktetes |
| Polydeukes: | Sohn von Zeus und der Leda, Zwillingsbruder des Kastor (gleiche Mutter, unterschiedlicher Vater), begnadeter Faustkämpfer, nahm auch am Kampf von Herakles gegen die Amazonen teil |
| Polyphemos: | segelte mit den Argonauten, blieb aber in Mysien, gründete die Stadt Kios |
| Telamon: | König von Salamis, Sohn von Aiakos und der Endeis, Bruder des Peleus, nahm auch bei der Jagd auf den kalydonischen Eber teil, Teilnehmer bei der Eroberung Trojas durch Herakles |
| Theseus: | Sohn des Königs Aigeus oder des Meeresgottes Poseidon und der Aithra, Sieg über den Minotaurus, vereinigte Attika unter athenischer Herrschaft, nahm auch an der Kalydonischen Wildschweinjagd teil |
| Tiphys: | Steuermann der Argonauten, |
| Atalante: | Jägerin und Verbündete der Göttin Artemis, nahm auch an der Argonautenfahrt teil |
| Jason: | Sohn des Aeson (König von Iolkos) und der Alkimede, während der Argonautenexpedition war Jason der Anführer der Argonauten |
| Kastor: | Sohn der Leda und ihres Gatten Tyndareos, Zwillingsbruder des Polydeukes, konnte Pferde bändigen, nahm auch am Kampf von Herakles gegen die Amazonen teil, Teil der Argonauten-Expedition |
| Laertes: | Sohn von Arkeisios und der Chalkomedusa, Vater von Odysseus, König von Ithaka, nahm an der Argonauten-Expedition teil |
| Lynkeus: | Sohn des Aphareus und der Arene, Bruder des Idas, nahm auch an der Argonautenexpedition teil |
| Meleager: | Sohn von Althaia und Oineus, auch ein Teilnehmer der Argonauten-Expedition |
| Nestor: | Sohn des Neleus und der Chloris, legendärer Herrscher von Pylos, auch Teilnehmer am Kentaurenkampf und der Argonauten-Fahrt, im Trojanischen Krieg wird er ein weiser Ratgeber Agamemnons |
| Peleus: | Sohn von Aiakos und der Endeis, König der Myrmidonen von Phthia in Thessalien, Vater des Achilles, Bruder des Telamon, nahm auch an der Argonautenfahrt teil |
| Phoinix: | Sohn des Königs Amyntor und dessen Ehefrau Kleobule, wurde später ein Lehrer von Achilles, fuhr mit Odysseus nach Skyros (Achilles Rückzugsort) |
| Theseus: | Sohn des Königs Aigeus oder des Meeresgottes Poseidon und der Aithra, Sieg über den Minotaurus, vereinigte Attika unter athenischer Herrschaft, nahm auch an der Argonautenfahrt teil |
| Atreus: | König von Mykene, Sohn von Pelops und Hippodamia, Vater von Agamemnon und Menelaos |
| Chrysippos: | Sohn von Pelops und Axioche, entführte Laios (den Prinzen von Theben) |
| Hippodamia: | Tochter des Oinomaos, Königin von Pisa und die Gemahlin des Pelops |
| Kreon: | König von Theben, Bruder von Iokaste, Schwager von Laios und Onkel von Ödipus, |
| Laios: | König von Theben, der Ehemann der Iokaste, Vater des Ödipus |
| Minos: | König von Kreta, Sohn des Zeus und der Europa, nach dem Tod wurde er ein Richter der Unterwelt |
| Ödipus: | tragischer Held der thebanischen Mythologie, Sohn des Laios, König von Theben, sowie Sohn und späterer Ehemann der Iokaste |
| Pelops: | König der Landschaft Pisa, Sohn von Tantalus und der Vater von Atreus |
| Pleisthenes: | Sohn Pelops und seine Frau Hippodameia, Spross des fluchbeladenen Tantalidengeschlechts |
| Rhadamanthys: | kretischer Herrscher und später Richter in der Unterwelt, |
| Thyestes: | König von Mykene und der Vater von Pelopeia und Aigisthos, Sohn des Pelops und der Hippodameia |