Stadtstaaten in Sumer
Ein sumerischer Stadtstaat war die Verwaltungseinheit in Sumer. Entstanden sind diese ersten Stadtstaaten im 6. Jahrtausend v. Chr. in Südmesopotamien.
Die Sumerer gelten als Begründer dieser Form der Verwaltung und sind somit die Erfinder der ersten Staatlichkeit. Viele Stadtstaaten in Sumer wurden im Laufe der Zeit zu Königreichen und kontrollierten benachbarte Städte. In einigen Stadtstaaten wurden ganze Dynastie begründet, wodurch die Herrschaft eines Königshauses über Generationen andauerte.
Die sumerische Staatenwelt fand während der Akkadzeit um 2340 v. Chr. ein kurzzeitiges Ende, da Sargon von Akkad ganz Sumer unter seiner Herrschaft vereinen konnte. Das Akkadische Reich wurde somit zum ersten organisierten Flächenstaat der Geschichte.
Vor Sargon versuchte bereits König Lugalzagesi (König von Uruk und Umma) ganz Sumer zu vereinen. Das Akkadische Reich überdauerte allerdings nur etwa 150 bis 180 Jahre. Danach kam es zu einer sumerischen Renaissance, wodurch die Kleinstaaterei erneut erblühte.
Als dann Babylon in Mittelmesopotamien zur Hegemonialmacht aufstieg, wurde eine erneute Einigung Sumers angestrebt. Unter König Hammurapi von Babylon gelang dies 1792 v. Chr.. Fortan bezeichnete sich der babylonische Herrscher als König von Sumer und Akkad.
Das Altbabylonische Reich existierte bis zur Kassitenzeit (~1580 v. Chr.). Alle nachfolgenden Reich in Mesopotamien hatten Einigungscharakter, weshalb die sumerische Kleinstaaterei nie wieder erblühte.
Inhalt
- 1 Steckbrief
- 2 Was ist ein sumerischer Stadtstaat?
- 3 Welche Bedeutung hatte der sumerische Stadtstaat für die Geschichte?
- 4 Welche waren die wichtigsten sumerischen Stadtstaaten?
- 5 Warum gab es in Sumer so viele Stadtstaaten?
- 6 Wer regierte einen sumerischen Stadtstaat?
- 7 Waren die Stadtstaaten Sumers miteinander verbündet?
- 8 Welche Rolle spielten Tempel im Stadtstaat?
- 9 Welche Götter waren mit den Stadtstaaten verbunden?
- 10 Welche Stadtstaaten liegen heute noch im Irak?
- 11 Welche sumerischen Stadtstaaten werden in der Bibel erwähnt?
- 12 Liste der Sumerischen Stadtstaaten
Steckbrief
| Gebiet: | Sumer bzw. Südmesopotamien, heute: südliche Irak |
| Bewohner: | Sumerer, Mesopotamier |
| Zeitraum: | ca. 6500 v. Chr. bis 1792 v. Chr. (Reichseinigung unter König Hammurapi) |
| Geschichtsepoche: | Bronzezeit |
| Bedeutende: | Uruk, Ur, Lagasch, Nippur, Akkad, Kisch, Eridu siehe auch Abschnitt: Liste der Sumerischen Stadtstaaten |
Was ist ein sumerischer Stadtstaat?
Der sumerische Stadtstaat war eine politisch unabhängiger Stadt mit eigener Regierung, Verwaltung und Außendarstellung. Jeder Stadtstaat hatte einen eigenen Tempel, einen eigenen Herrscher bzw. Regierung und kontrollierte ein eigenes Territorium.
Da auch die Außenpolitik über den Stadtstaat bestimmt wurde, hatte jeder dieser Staaten auch ein eigenes Militär. Viele Stadtstaaten Sumers hatten auch ihre eigenen Götter, welche als Stadt- oder Schutzgötter fungierten.
Was alle sumerischen Stadtstaaten miteinander verband, war die sumerische Sprache und Kultur. Demnach gehörten alle Sumerer dem gleichen Kulturkreis an, waren nur in unterschiedlich politischen Gefilden organisiert.
Welche Bedeutung hatte der sumerische Stadtstaat für die Geschichte?
Die sumerische Staatenwelt wurde zum Vorläufer anderer Kulturen. Demnach waren die Sumerer die Erfinder eines staatlich organisierten Gemeinwesens.
Das antike Griechenland, welches etwa 5000 Jahre später entstand, war ebenso aufgebaut. Es war kein Reich, sondern eine Gemeinschaft von griechischen Stadtstaaten. Vereint wurden alle Griechen über Kultur und Sprache.
Dennoch gab es auch in der griechischen Staatenwelt unterschiedliche politische Interessen der Stadtstaaten. Das bekannteste Beispiel solcher Interessenkonflikte war der Peloponnesische Krieg, bei dem der Stadtstaat Athen gegen den Stadtstaat Sparta kämpfte und alle anderen Stadtstaaten hineingezogen wurden.
Nach der Antike organisierte sich die italienischen Republiken ebenfalls als Stadtstaaten. So war Florenz ein eigener Stadtstaat, genauso wie Mailand, der Kirchenstaat um Rom oder das Königreich Neapel. Die italienische Staatenwelt überdauerte das ganze Mittelalter bis zur Neuzeit. Erst 1861 schlossen sich die italienischen Stadtstaaten zum Königreich Italien zusammen, wodurch ein italienischer Einheitsstaat entstand.
Welche waren die wichtigsten sumerischen Stadtstaaten?
Der größte Stadtstaat Sumers war Uruk. Zur Blütezeit (Uruk-Zeit) lebten dort 50.000 Menschen auf 440 Hektar Fläche. Der mythische König Gilgamesch stammte aus Uruk.
Der Stadtstaat Ur war ein wichtiges religiöses Zentrum, da dort der Mondgott Nanna verehrt wurde. Eridu gilt als älteste Stadt Sumers und als erste Stadt der Menschheitsgeschichte. Der Stadtstaat Lagasch war ein Militärstaat, welcher zahlreiche konflikte mit seinen Nachbarn unterhielt. In Nippur befand sich der Haupttempel des Himmels- und Schöpfergottes Enlil. Demnach war Nippur ein religiöses Zentrum für ganz Sumer.
All die aufgezählten Städte befanden sich in Südmesopotamien, dem Kernland Sumer. Doch in Zentralmesopotamien stiegen ebenfalls Stadtstaaten auf und erlangten, während der sumerischen Geschichte, an Bedeutung. Die Stadt Akkad wurde zum Zentrum des Akkadischen Reiches. Von dort aus, regierte Sargon der Große über den Süden und über Obermesopotamien.
Ebenfalls von Bedeutung ist die Stadt Kisch, welche laut Sumerischer Königsliste die Urheimat des sumerischen Königreichs gewesen sein soll.
Warum gab es in Sumer so viele Stadtstaaten?
Die Entstehung eines Staates bzw. eines Verwaltungsapparates hängt mit der Komplexität des Gemeinwesens zusammen. Ab einer gewissen Bevölkerungszahl braucht es Regeln und Gesetze, um das Gemeinwohl zu garantieren. Deshalb schlossen sich Menschen zu Staaten zusammen und nahmen einen gewissen Grad an Unfreiheit in Kauf.
Im Gegenzug erhielten sie Sicherheit und das Versprechen, dass das Gemeinwohl ihnen ebenfalls nützen würde. Diese stillschweigende Abmachung gilt bis heute und jeder Mensch, welcher in einem Staat lebt – nimmt diese Vereinbarung unbewusst in Kauf.
In Sumer gab es geografisch getrennten Siedlungsinseln, bedingt durch die Umweltbedingungen. Um diese zu überwinden und als Ackerfläche nutzen zu können, mussten die Menschen diverse Wasserstraßen und Kanäle bauen. Dies geschah erstmalig zur Obed-Zeit etwa 6000 v. Chr..
Aber diese Kanäle und Oberflächenbewässerung hatte zur Folge, dass lokale Siedlungseinheiten entstanden. Durch die räumliche Isolation voneinander, entstand ein Bewusstsein für den eigenen Ort (Lokalpatriotismus). In der Folge entstand eine eigene Tempelwirtschaft mit eigener Verwaltung und eigenem Regierungsapparat, um diese zu schützen.
Wer regierte einen sumerischen Stadtstaat?
Die ersten Herrscher von Sumer waren Priester (ensi). Denn in einer auf Landwirtschaft basierten Weltanschauung werden Götter erfunden, um Regen zu spenden, Katastrophen zu verhindern oder Ähnliches. Die Menschen in Sumer waren bereits sesshaft und somit abhängig von Regenzeiten. Deshalb wurden Götter und überirdische Wesen angerufen, welche die Umweltbedingungen zu Gunsten der Bauern ändern sollten.
Diejenigen, welche in direkten Kontakt mit den Göttern standen – wurden zu angesehenen Leuten und beeinflussten die Entscheidungsfindung ganzer Gesellschaften. Deshalb ist es nicht ungewöhnlich, dass Priester zu Anführern eines Staates wurden.
Aus der Kaste der Priester gingen spätere Stadtfürsten hervor. Die als Ensi bezeichneten Fürsten wurden, während der frühdynastischen Zeit (ca. 3100-2900 v. Chr.) zu Königen erhöht. Fortan galt der König als Bote eines Gottes auf Erden. Spätestens seit Naram-Sin (Akkadzeit, 2254 v. Chr.) wurden lebendige Könige gottähnlich verehrt. Vorher wurden nur Gilgamesch oder andere mythische Gestalten als Götter verehrt.
Der Titel „Lugal“ (= König) ist erstmalig in Kisch und Ur im Zusammenhang mit Etana (etwa 2800 v. Chr.) belegt.
Waren die Stadtstaaten Sumers miteinander verbündet?
Die Bündnisse in Sumer wechselten immer wieder. Meist bestand zwischen den einzelnen Stadtstaaten eine Rivalität, welche zu Kriegen führte. Beispiele hierfür sind die Kriege zwischen Lagasch und Umma oder zwischen Uruk und Kish. Der König von Umma (Lugalzagesi) soll Lagasch zerstört haben und danach kurzzeitig ganz Sumer unterworfen haben.
Welche Rolle spielten Tempel im Stadtstaat?
Tempel waren das Herzstück einer jeden Staat. Viele Stadtstaaten wurden auch nur erbaut, da man dort einer Gottheit dienen wollte. Die Tempel waren zugleich die größten Auftraggeber der Stadt. In den Tempeln gab es Lagerräume, Werkstätten und natürlich religiöse Zentren.
Welche Götter waren mit den Stadtstaaten verbunden?
Jeder Stadtstaat hatte einen eigenen Gott. Dieser galt als Besitzer der Stadt. Und als Herr der Stadt oblag es ihm, die Stadt und seine Bewohner zu beschützen. Bedeutende Stadtgötter waren:
- Inanna in Uruk (Kriegsgöttin, Göttin der Liebe)
- Nanna in Ur (Mondgott)
- Enki in Eridu
- Ningirsu in Lagasch
- Enlil in Nippur
Welche Stadtstaaten liegen heute noch im Irak?
Alle Stadtstaaten, welche im Kerngebiet Sumers lagen, liegen heute noch im Irak. Doch heute haben die Stätten ganz andere Namen. Denn Mesopotamien wurde 637 durch die Araber erobert (Islamische Expansion). Fortan waren die Gebiete arabisch geprägt wurden und bekamen arabische Namen.
- Ur (Tell el-Muqayyar)
- Uruk (Warka)
- Eridu (Tell Abu Shahrain)
- Lagash (Tell al-Hiba)
- Nippur (Nuffar)
Welche sumerischen Stadtstaaten werden in der Bibel erwähnt?
Die sumerische Stadt Ur wird in Genesis 11,28 als Heimatstadt von Abraham erwähnt. Dort steht:
„Haran aber starb zu Lebzeiten seines Vaters Terach im Land seiner Verwandtschaft, in Ur in Chaldäa.“
Das in der Bibel als Chaldäer bezeichnete Volk war eine Bevölkerungsgruppe aus Südmesopotamien (Sumer), welche dort im 1. Jahrtausend v. Chr. lebte. Im römischen Reich wurden die Chaldäer als Volk der Sternendeuter bezeichnet.
In Genesis 10,10 wird Akkad, Uruk bzw. Erech und Babel als das Kernland von Nimrod genannt.
„Kerngebiet seines Reiches war Babel, Erech, Akkad und Kalne im Land Schinar.“
In der Bibel ist Nimrod ein Nachkomme Noahs und der erste Mensch, welcher Macht erlangte (Königstitel). Laut Genesis 10,10 führte Nimrod diverse Eroberungszüge nach Assur, der späteren Hauptstadt des Assyrischen Reiches. Außerdem soll er die Stadt in Ninive in Nordmesopotamien erbaut haben.
Einige Bibelforscher haben vorgeschlagen, dass das Land Schinar (Gen 10,10) mit Sumer gleichgesetzt werden soll. Auch die Ableitung oder mögliche Namensvariante von Girsu (sumerische Stadt) wird diskutiert. Einige andere vermuten den Stadtstaat Ḫana in Syrien hinter dem biblischen Schinar.
Liste der Sumerischen Stadtstaaten
| Eridu | Eridu gilt als älteste sumerische Stadt. Laut der sumerischen Mythologie ist die Stadt, der Ort - an welchem die Menschheitsgeschichte begann. In der Sumerischen Königsliste wird Eridu als Ort der ersten sumerischen Könige Alulim und Alalgar erwähnt. |
| Kuara | Kuara war ein Stadtstaat Sumers zur Frühdynastischen Zeit. Der Name der Stadt veränderte sich über die Epochen hinweg. Bedeutsam war die Stadt als Kultzentrum des Gottes Asarluhi, welcher zur babylonischen Zeit mit Marduk gleichgesetzt wurde. Heute ist die Stätte unter den Namen Tell al-Lahm bekannt. |
| Ur | Die Anfänge von Ur reichen bis 4000 v. Chr. zurück. Heute ist die Stadt eines der bekanntesten Ausgrabungsstätten Mesopotamiens und liegt in der Nähe der irakischen Stadt Nasiriya. Laut dem Alten Testament der Bibel soll Abraham aus Ur gekommen sein. Am Ende des 3. Jahrtausends errichteten die Könige der III. Dynastie von Ur auf dem Friedhof einen neuen Tempelbezirk. Jener Tempel war den Gottheiten Nanna (Mondgott) und seiner Gemahlin Ningal gewidmet. In den Außenanlagen des Tempelbezirkes entstand außerdem ein Mausoleum für die verstorbenen Herrscher. Die Zikkurat (Tempelturm) von Ur ließ Ur-Nammu, der erste König und Begründer der III. Dynastie von Ur, erbauen. |
| Larsa | In Larsa stand das Heiligtum des Sonnengottes Utu. Während der Akkadzeit geriet Larsa unter akkadischer Kontrolle. Später wurde es vom Altbabylonischen Reich vereinnahmt. Erster König von Larsa war Gungunum, ein Amoriter - dem es gelang - zeitweilig auch Ur unter seine Kontrolle zu bringen. |
| Uruk | Uruk wird heute Warka genannt und liegt in der Nähe von Ur, etwa 20 km östlich des Euphrats. Zwischen 3500 und 2800 v. Chr. war Uruk das urbane Zentrum in Mesopotamien. Wohlmöglich lebten dort bis zu 50.000 Menschen auf einem Stadtgebiet von 440 Hektar. Während dieser Zeit (Uruk-Zeit) wurde das älteste Schriftsystem der Sumerer entwickelt. Die Hauptgötter in Uruk waren Inanna (Kriegsgöttin, Göttin der Liebe) und der Himmelsgott An. |
| Bad-tibira | Bad-tibira war eine Stadt aus der Frühdynastische Zeit. Laut der sumerischen Königsliste war Bad-tibira die zweite Stadt, in welcher eine Königsherrschaft bestand (nach Eridu). |
| Lagash | Lagasch wurde seit dem 4. Jahrtausend v. Chr. besiedelt. Im dritten Jahrtausend v. Chr. wurde die Stadt bedeutend, da auch die umliegenden Städte Girsu oder Nina von Lagash beherrscht wurden. In Lagasch entwickelte sich etwa 2480 v. Chr. eine Dynastische Herrschaftsform mit Ur-Nansche als Staatsgründer. Weitere bedeutende Könige aus Lagasch waren Enmetena und Enanatum I.. |
| Girsu | Girsu lag etwa 28 km nordwestlich von Lagasch. In der frühdynastischen Zeit bildete sich im Gebiet von Girsu, Lagasch und Nina ein erster Flächenstaat. Dabei war Girsu die Residenz der lokalen Fürsten von Lagasch. |
| Umma | Umma ist bekannt aus der Frühdynastischen Zeit und seinem Grenzkonflikt mit Lagasch. Der Stadtstaat erreichte seinen Höhepunkt unter König Lugal-Zagesi um 2275 v. Chr.. Dieser zerstörte Lagasch, übte sogar Kontrolle über Ur und Uruk aus. Demnach wurde im Stadtstaat Umma ein früher Territorialstaat begründet (noch vor dem Reich von Akkad). Doch anders als im Akkadischen Reich wurde dieser Territorialstaat nicht zentral verwaltet und vereinheitlicht, was die Grundlage für die Entstehung eines Großreichs sein musste. |
| Shuruppak | Shuruppak (heute Tell Fara) wurde errichtet zu Ehren der Göttin Ninlil. Diese war Göttin des Getreides und der Luft. In späteren Versionen des Gilgamesch-Epos wird ein Mann namens Utnapishtim, Sohn von Ubara-Tutu, als König von Shuruppak erwähnt. |
| Kisurra | Kisurra war über seine lange Geschichte hinweg eine Tochterstadt der nahe gelegenen Staaten Uruk, Isin und Larsa. Die Herrscher von Kisurra waren Gouverneure, eingesetzt von größeren sumerischen Herrschaften. |
| Mashkan-shapir | Mashkan-shapir (heute Tell Abu Duwari) wurde zur Obed-Zeit und zur Uruk-Zeit erstmals besiedelt. Während der Akkadzeit wird die Stadt in Bezug auf einen entflohenen Sklaven erwähnt. In der Ur-III-Zeit war Mashkan-shapir der Ort der königlichen Hirten. |
| Eresh | Die Stadt Eresh war in der frühdynastischen Zeit bis zur Ur-III-Periode bekannt. Danach verschwindet die Stadt aus den Chroniken. Stadtgott von Eresh war Nisaba, bevor dessen Kultzentrum nach Nippur verlegt wurde. |
| Isin | Isin wird in Keilschrifttexten des 3. Jahrtausend v. Chr. erwähnt. Den Aufstieg erreichte Isin zur Ur III-Zeit und wurde eine Provinzhauptstadt. Die Stadt galt damals als Kultzentrum der Stadtgöttin Gula. Nach dem Fall der Ur III-Dynastie wurde Isin zu einem lokalen Fürstentum. Der damalige Statthalter Išbi-Erra gründete in Isin eine eigene Dynastie. Unter Rim-Sin I. wurde Isin letztlich von Larsa erobert. Um 2017 v. Chr. entstand so die Isin-Larsa-Dynastie der Amuriter, welche in der Vorphase des Altbabylonischen Reiches um die Vorherrschaft in Sumer kämpften. |
| Adab | Adab wurde nach der Eroberung des Akkadischen Reiches durch die Gutäer die Hauptstadt der Gutischen Dnyastie (etwa 2150 v. Chr.). Heute heißt der Ort Bismaya. |
| Nippur | Nippurs Geschichte geht auf das 5. Jahrtausend v. Chr. zurück. In der Stadt befand sich der Haupttempel des Himmels- und Schöpfergottes Enlil. Demnach war Nippur das relgiöse Hauptzentrum von ganz Sumer. |
| Marad | Marad wurde um 2700 v. Chr. gegründet. Die Stadt wird in einer Tempelhymne von Enheduanna, der Hohepriesterin aus Ur und Tochter von Sargon (Königreich Akkad), erwähnt. |
| Dilbat | Dilbat (heute Tell ed-Duleym) wurde während Frühdynastikums, etwa um 2700 v. Chr., gegründet. Bedeutsam wurde die Stadt während der Akkadzeit, da Weizen und Gerste aus Dilbat exportiert wurden. |
| Borsippa | Borsippa befindet sich etwa 20 km südöstlich von Babylon. Gegründet wurde die Stadt zur Ur-III-Zeit (etwa 2050 v. Chr.) als religiöses Zentrum des Gottes Tutu, welcher später durch Nabu abgelöst wurde. Zur babylonischen Zeit war Borsippa das Pendant zu Babylon und wurde als Stadt der Nachtsonne bezeichnet. (Babylon = Stadt der Tagessonne). |
| Kisch | Die Stadt Kisch wurde etwa 3000 v. Chr. erbaut. Laut der Sumerischen Königsliste entstand in Kisch das erste sumerische Königreich. Die Stadt lag in der Verengung zwischen Euphrat und Tigris, was wohlmöglich zum raschen Aufstieg beigetragen hatte. Außerdem konnte der Herrscher von Kisch die Bewässerungszufuhr nach Süden kontrollieren, weshalb die Entstehung des Königtums von Kisch auch eine geopolitische Ursache hatte. Die späteren Könige von Akkad trugen den Titel Šar kiššatim (König von Kisch), welcher dann zu König des Universums umgedeutet wurde. |
| Larak | Larak wird in einigen Versionen der sumerischen Königsliste als eine der fünf Städte bezeichnet, welche in der Vorzeit-Ära die Königsherrschaft über Sumer innehatten. Heute fehlen archäologische oder textuelle Belege für die Existenz von Larak. |
| Kutha | Kutha (heute: Tell Ibrahim) war von der akkadischen Zeit bis zur hellenistischen Zeit besiedelt. |
| Sippar | Sippar (heute: Tell Abu Habbah) wurde während der Uruk-Zeit besiedelt. In der sumerischen Königsliste wird ein König von Sippar (Emmeduranki) erwähnt. |
| Der | Deri war ein Stadtstaat an der Grenze zwischen Sumer und Elam. Zeitweilig war Der bzw. Deri die Residenz eines sumerischen Königtums. Sie wird in vielen Quellen von etwa 2300 v. Chr. bis zum 1. Jahrtausend v. Chr. erwähnt. Heute gilt ihr Standort als vergessen. |
| Akshak | Akshak wird in Keilinschriften erwähnt. Man nimmt an, dass die Stadt etwa 2500 v. Chr. gegründet wurde. Heute ist die genaue Lage der Stadt unbekannt. Erwähnt wird Akshak als Kriegsgegner von Lagaš. |
| Akkad | Die Stadt Akkad wurde um 2340 v. Chr. das Machtzentrum von Sargon dem Großen. Dieser gründete das Reich von Akkad im Mittelmesopotamien und kontrollierte sowohl den Süden (Sumer) als auch Obermesopotamien im Norden. Vor der Reichsgründung war wenig bekannt über Akkad. Heute gilt die Lage von Akkad als vergessen. Doch die Forschung sucht nach der verlorenen Hauptstadt des ersten organisierten Flächenstaates der Geschichte. |
| Eshnunna | Eschnunna exisiterte bereits im 3. Jahrtausend v. Chr. und unterhielt damals Handelsbeziehungen nach Elam. Der Einfluss auf das damals rückständige Elam (später Reich von Elam) war nicht unerheblich. Denn die Elamiter haben es in Erwähnung gezogen, sich unter die Kontrolle von Eschnunna zu stellen. Während der III. Dynastie von Ur war es Eschnunna, welche sich als einer der ersten Stadtstaaten von der Zentralregierung lossagten. |
| Awan | Awan war eine Stadt oder ein lokales Fürstentum im Reich von Elam. Mitunter könnte Awan auch ein einheimisches Synonym für Elam gewesen sein. |
| Hamazi | Hamazi war ein Königreich oder ein Stadtstaat, welcher zur Zeit der Frühdynastik an Bedeutung gewann. Heute gilt der Standort von Hamazi als unbekannt. |
| Mari | Mari war ein Stadtstaat im heutigen Syrien. Laut der sumerischen Königsliste soll Mari die Herrschaft über Sumer nach der Flut erlangt haben. Sargon von Akkad setzte dieser Herrschaft ein Ende. |
| Nagar | Nagar (heute: Tell Brak) befindet sich in Nordsyrien. Die Besiedlung begann im 6. Jahrtausend v. Chr.. In Tell Brak wurden Siedlungsreste und Fundstücke aus der Obed-Zeit gefunden. Man glaubt, dass zwischen dem 5. und 3. Jahrtausend eine Besiedlung stattfand, deren Siedler aus Uruk kamen. Spätestens im 3. Jahrtausend war Nagar eine der bedeutendsten Städte in Nordmesopotamien. Naram-Sin von Akkad errichtete in Tell Brak einen Palast, in dessen Räumen Gold, Silber und Edelsteine gefunden wurden. |
