Irak
Die Republik Irak ist ein Staat in Vorderasien. Gegründet wurde der Irak am 3. Oktober 1932 als Großbritannien den Staat in die Unabhängigkeit verließ. In den Besitz des irakischen Territoriums kam Großbritannien während des Ersten Weltkrieges, indem es am 6. November 1914 die Hauptstadt Bagdad besetzte.
Zuvor gehörte der Irak seit 1534 zum Osmanischen Reich. Und davor waren knapp 900 Jahre wechselnde muslimische Herrscher im Gebiet des Iraks an der Macht. Denn am Ende der Antike wurde das Gebiet des heutigen Iraks durch muslimische Araber erobert.
Vor der Islamischen Expansion war das Gebiet des Iraks als Mesopotamien oder Zweistromland bekannt. Hier begann etwa 6500 v. Chr. die Menschheit damit, sich staatlich zu organisieren. Demnach ist der Irak ein Ursprungsgebiet der Zivilisation und der ersten Hochkulturen der Geschichte.
Inhalt
Warum gilt der Irak als Wiege der Zivilisation?
Der Irak liegt auf dem Gebiet des Alten Mesopotamiens, dem Terrain zwischen Euphrat und Tigris. Dort entstanden ab dem 4. Jahrtausend v. Chr. einige der ältesten Hochkulturen.
Zu den frühesten Hochkulturen gehören die Sumerer und Akkader, gefolgt von Babyloniern und Assyriern. Alle diese Hochkulturen entstanden während der Bronzezeit, entwickelten erste Staatlichkeit in Form von Stadtstaaten, betrieben aufwendige Verwaltung, um ihre Bevölkerung zu versorgen und erzielten technologische Innovationssprünge.
In den sumerischen Stadtstaaten, dem Urtypus der mesopotamischen Hochkultur, entstand die Schrift, das Rechtswesen, das Geld, die Mathematik und technologisch aufwendige Bewässerung. Deshalb wird der mesopotamische Irak auch – neben dem Alten Ägypten, dem Alten China, den Kulturen im Industal – als eine Wiege der Zivilisation bezeichnet.
Wie entstand der moderne Irak?
Im Vorfeld des Ersten Weltkrieges wurde die Gegend des heutigen Irak zum Schauplatz geopolitischer Interessen. Denn das Territorium befindet sich an der Schnittstelle zwischen Europa, Zentralasien, Britisch-Indien, dem Kaukasus und Südarabien.
Um seine Großmachtstellung behalten zu können, wurde das Osmanische Reich ein Verbündeter vom Deutschen Reich und Österreich-Ungarn. Großbritannien stellte die Gegenseite.
Die Briten wollten den Seeweg über den Suez-Kanal in den Nahen Osten und die britischen Erdölkonzessionen im Persischen Golf schützen. Deshalb erklärte Großbritannien am 5. November 1914 den Osmanen den Krieg. Einen Tag nach der Kriegserklärung zogen die Briten in den Irak ein und eröffnen die Mesopotamienfront. Die Hauptstadt Bagdad fiel 1917 an die Briten.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die Gebiete um Bagdad, Basra und Mossul aus dem Osmanischen Reich herausgetrennt und zum Kerngebiet des heutigen Irak verschmolzen. Dies führte 1920 zum irakische Aufstand gegen die britische Besatzungsmacht. Doch der Aufstand wurde blutig niedergeschlagen.
Unter britischer Vorherrschaft wurde am 23. August 1921 der Sohn des Großscherifen von Mekka zum König bestimmt. Dieser bestieg als Faisal I. den Thron. Das Königreich Irak wurde am 3. Oktober 1932 in den Völkerbund aufgenommen, was einer internationalen Bestätigung der Legitimation des Staates gleichkommt.
Wie wurde der Irak zur Republik?
Das Hauptproblem des irakischen Königreichs bestand darin, dass verschiedene Ethnien und Religionsanhänger willkürlich zu einem Land vereint wurden. Die Mehrheit im Land waren schiitische Muslime. Dem gegenüber standen separatistische Kurden und eine sunnitische Elite, welche schon im Osmanischen Reich immer bevorzugt wurde.
Ein nationales Bewusstsein und eine einheitsstiftende Identität war niemals gewachsen und durch die willkürliche Zusammenlegung während der Besatzungszeit Großbritanniens verhindert wurden. Hinzu kam, dass auf dem Gebiet diverse Warlords und Stammeshäuptlinge ihre Macht zementiert hatten, was staatliches Handeln erschwerte. In der Folge kam es immer wieder zu Machtkämpfen und Putschversuchen.
Am 14. Juli 1958 kam es zum Staatsstreich gegen König Faisal II., bei dem der irakische Monarch ermordet wurde. Auch der Kronprinz Abdulilah und der Premierminister des Iraks wurden gejagt, aufgegriffen und ermordet. Anschließend wurden ihre nackten Leichname durch Bagdad gezogen. Schließlich wurde am 15. Juli 1958 die Monarchie für abgeschafft erklärt und die Republik Irak ausgerufen.