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Schlesische Kriege


Die Schlesischen Kriege waren drei Konflikte zwischen Preußen und Österreich um einen Besitzanspruch auf Schlesien. Der Erste Schlesische Krieg begann 1740 begann und endete 1742. Ursache des Konflikts waren gegenseitige Ansprüche auf Schlesien von Österreich und Preußen. Letztlich eroberte Preußen das schlesische Gebiet, vergrößerte das eigene Reich um etwa ein Drittel und stieg durch den Krieg zur europäischen Großmacht auf.

Österreich versuchte Schlesien zurückzuerobern und ging diverse Allianzen in Europa ein. Friedrich II. von Preußen fühlte sich derart bedroht, dass er daraufhin eine Kriegserklärung an Österreich verfasste – wodurch der Zweite Schlesische Krieg ausgelöst wurde. Jene zweite Phase begann 1744 und endete 1745. Wieder konnte sich der König in Preußen behaupten.

Der Dritte Schlesische Krieg dauerte sieben Jahre, begann 1756 und endete 1763 mit einem endgültigen Sieg des preußischen Königreichs. In diesem Krieg ging Preußen ein Bündnis mit Großbritannien und Österreich eine Allianz mit Frankreich ein. Dadurch verlagerten sich die Kriegsschauplätze auch in die Überseegebiete beider Kolonialmächte, weshalb dies zu einem globalen Konflikt mit Weltkriegscharakter wurde. Dieser Dritte Schlesische Krieg wird als Siebenjähriger Krieg bezeichnet.

Steckbrief

Schlesische Kriege
Beginn:1740
Ende:1763
Konfliktparteien:preußische Allianz vs. anti-preußische Allianz (angeführt durch Österreich)
Persönlichkeiten:Friedrich der Große (Preußen) vs. Maria Theresia (Österreich)
Dynastien:Hohenzollern (Preußen) vs. Habsburger (Österreich)
Phasen:Erster Schlesischer Krieg: 1740-1742
Zweiter Schlesischer Krieg: 1744-1745
Dritter Schlesischer Krieg bzw. Siebenjähriger Krieg: 1756–1763
Ergebnisse:Preußischer Sieg in allen drei Schlesienkriegen.
Erster Schlesischer Krieg
Ursachen:Preußen beansprucht Schlesien, welches zu den Österreichischen Erblanden gehört
Einbettung:Österreichische Erbfolgekrieg
Beginn:16. Dezember 1740
Waffenstillstand:11. Juni 1742 (Vorfrieden von Breslau)
Friedensschluss:Friede von Berlin (28. Juli 1742)
Austragungsorte:Schlesien, Mähren und Böhmen
Bündnisse:Preußen führte eine anti-habsburgischere Allianz an: Dazu gehörten Preußen, Frankreich, Bayern und Spanien

Österreichs Verbündete waren Großbritannien, Niederlande und zeitweise auch Sachsen
Ergebnis:Preußischer Sieg
Folgen:Preußen erhält den größten Teil Schlesien und die Grafschaft Glatz. Das Königreich Preußen wird europäische Großmacht. Österreich behält nur kleinere Teile von Oberschlesien.
Zweiter Schlesienkrieg
Ursachen:-Österreich wollte Schlesien zurück
-Österreich ging Bündnisse ein, um Schlesien zurückzuerobern
-Preußen fühlte sich von der Bündnispolitik Österreichs bedroht und erklärte den Krieg
Einbettung:Österreichische Erbfolgekrieg
Beginn:7. August 1744
Austragungsorte:Schlesien, Böhmen, Obersachsen
Waffenstillstand:15. Dezember 1745 nach der vernichtenden Niederlage der Österreicher in der Schlacht bei Kesselsdorf
Friedensschluss:Friede von Dresden (25. Dezember 1745)
Bündnisse:anti‑habsburgische Bündnis mit Preußen, Frankreich, Bayern, Spanien, Schweden, Kurpfalz, Kurköln, Königreich Neapel

anti-preußische Allianz mit Österreich, Sachsen, Großbritannien, Niederlande und den passiven Unterstützern Russland und Sardinien‑Piemont
Ergebnis:Preußischer Sieg
Folgen:Preußen behält Schlesien und bestätigt seinen Großmachtanspruch. Der Österreichische Erbfolgekrieg verschärft sich.
Dritter Schlesienkrieg
Alternativname:Siebenjähriger Krieg
Ursachen:territoriale Rivalitäten zwischen Preußen und Österreich um Schlesien sowie koloniale Machtansprüche zwischen England und Frankreich
Einbettung:Franzosen- und Indianerkriege in Nordamerika (anglo-französiche Kolonialkrieg)
Beginn:17. Mai 1756
Ende:10. Februar 1763
Austragungsorte:Mitteleuropa, Portugal, Nordamerika, Indien, Karibik, Atlantik, Indischer Ozean
Bündnisse:Preußische Koalition: Preußen, Großbritannien, Kurhannover (Personalunion zwischen Königreich Hannover und England), Portugal (seit es 1762 von Frankreich und Spanien angegriffen wurde), Hessen-Kassel, Schaumburg-Lippe

Anti-preußische Koalition: Österreich, Frankreich, Russland, Schweden, Sachsen, Spanien (ab 1762 ein Verbündeter Frankreichs)
Friedensschlüsse:5. Mai 1762: Frieden von Sankt Petersburg zwischen Preußen und dem Russischen Zarenreich

22. Mai 1762: Friede von Hamburg zwischen Preußen und Schweden

10. Februar 1763: Frieden von Paris zwischen Großbritannien und Frankreich (Ende des French and Indian War in Nordamerika)

15. Februar 1763: Friede von Hubertusburg zwischen Preußen, Österreich und Sachsen
Ergebnis:Sieg der preußischen Koalition
Folgen:-Preußen behält Schlesien
-Österreich bleibt Großmacht
-Spanien und Portugal bleiben Kolonialmächte
-Frankreich verliert Kolonien an Großbritannien
-Großbritannien wird Weltmacht (British Empire)

Briefmarke mit Porträt von Friedrich dem Großen, Bildnachweis: zabanski / Shutterstock.com

Briefmarke mit Porträt von Friedrich dem Großen (preußischer König)

Was waren die Schlesischen Kriege?

Die Schlesischen Kriege waren drei Kriege um territoriale Ansprüche an Schlesien. Das Gebiet Schlesien gehört heute weitestgehend zu Polen. Nur kleine Teile Schlesiens gehören heute noch zu Deutschland (Görlitz und Bautzen) oder zu Tschechien.

Größere Städte im heutigen Tschechisch Schlesien sind Opava (Troppau) oder Ostrava (Ostrau). Doch vor 1740 gehörte Schlesien zum Königreich Böhmen, welches von den Habsburgern regiert wurde. Der König von Böhmen war somit zugleich der Herzog von Schlesien.

Die Ansprüche veränderten sich als Kaiser Karl VI. am 20. Oktober 1740 starb. Denn dieser war nicht nur römisch-deutscher Kaiser, sondern auch Erzherzog von Österreich, König von Ungarn und Kroatien und eben auch König von Böhmen.

Karls Erbe als König dieser Länder fiel seiner Tochter Maria Theresia zu. Viele zweifelten das Erbe an, weshalb der Österreichische Erbfolgekrieg ausbrach. In dieser Gemengelage war Österreich (Haus Habsburg) angreifbar, was Friedrich der Große ausnutzte, um Schlesien zu beanspruchen.

Maria Theresia Wachsfigur im Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett in Wien, Bildnachweis: Radu Bercan / Shutterstock.com

Maria Theresia Wachsfigur

Warum wollte Preußen das schlesische Gebiet?

Schlesien hatte eine wirtschaftliche aber auch eine geopolitische Bedeutung für Preußen. Das schlesische Gebiet lag hinter der südöstlichen Grenze Preußens, gehörte zum Königreich Böhmen, welches wiederum zum Habsburgerreich gehörte. Mit einer Annektierung Schlesiens könnte Brandenburg-Preußen das eigene Kernland entscheidend vergrößern. Dies wiederum diente dem Prestige und Preußen würde als territoriale Großmacht in Europa und auch im römisch-deutschen Reich wahrgenommen werden.

Weiterhin hätte man Sachsen ein Stück umschlossen und so Druck auf seinen südlichen Nachbarn ausbauen können.

Karte Europas von 1740, Bildlizenz: gemeinfrei- keine Änderungen

Karte Europas um 1740

Gleichzeitig gab es auch wirtschaftliche Interessen. In Schlesien gab es Bergbau von Kohle und Erz. Bedeutende Städte, wie Breslau oder Kattowitz, waren ausgebaut und bereits Handelszentren. Hinzu kam, dass Schlesien über eine funktionierende Landwirtschaft mit Getreide, Hopfen, aber auch mit Flachs verfügte.

Besonders bekannt war Schlesien für seine Textilindustrie. Zu den ältesten Industriezweigen gehörten die Leinenweberei. Jener Industriezweig rückte später noch mehr ins Zentrum. Denn der Schlesische Weberaufstand von 1844 wurde zu einem Vorläufer der Märzrevolution von 1848 wurde. Heinrich Heines Gedicht „Die schlesischen Weber“ schildert die Umstände der Webindustrie zu dieser Zeit.

Europa nach den Ersten Beiden Schlesischen Kriegen, Bildnachweis: Von P. S. Burton - Diese Datei wurde von diesem Werk abgeleitet: Europe 1748-1766.png, <a rel="nofollow noopener" target="_blank" href="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/">CC BY 3.0</a>, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=25910813

Europa nach den Ersten Beiden Schlesischen Kriegen

Warum konnte Preußen einen Anspruch auf Schlesien erheben?

Den Anspruch auf Schlesien konnte König Friedrich II. von Preußen sogar rechtlich begründen. Denn angeblich gab es einen Vertrag von 1537 zwischen Herzog Friedrich II. von Liegnitz (Schlesien) und dem brandenburgischen Kurfürsten.

In diesem Vertrag stand, dass die schlesischen Herzogtümer Liegnitz, Brieg und Wohlau an Brandenburg fallen sollen, sobald die schlesische Piasten-Linie ausstirbt.

Laut Friedrich II. von Preußen starb die schlesische Piastenlinie mit Georg Wilhelm I. am 21. November 1675 aus. Da die männliche Habsburger bis 1740 auch König von Böhmen und Herzog von Schlesien waren, konnte er diesen Anspruch bisher nicht geltend machen.

Doch da Karl VI. ohne männlichen Erben starb, sollten die schlesischen Herzogtümer Liegnitz, Brieg und Wohlau an Brandenburg übergehen. Und da Brandenburg zum Königreich Preußen gehörte (Brandenburg-Preußen), sollte Schlesien ein Teil der Hohenzollernlande werden.

Wie waren die Schlesienkriege mit den Österreichischen Erbfolgekrieg verflochten?

Der Österreichische Erbfolgekrieg begann nach dem Tod von Kaiser Karl VI. (1740). Denn dessen Erbin Maria Theresia wurde nicht von allen europäischen Staatsmännern akzeptiert. So ergaben sich für Preußen diverse Möglichkeiten, um Anti-Habsburg-Bündnisse gegen die Österreicher (Haus Habsburg) zu schließen.

Bayrische Anspruch auf Österreich

So wurde Bayern ein Bündnispartner Preußens im Schlesienkrieg. Denn Karl Albrecht von Bayern war Ehemann von Maria Amalia von Österreich, einer Cousine von Maria Theresia. Dieser erhob nun Anspruch an den Österreichischen Erblanden. Somit war der Erste Schlesische Krieg direkt mit dem Österreichischen Erbfolgekrieg verflochten. Auslöser dieser Umstände war der Tod des Kaisers und das Fehlen eines männlichen Erbens.

Spanische Anspruch auf Österreich

Ein weiterer Bündnispartner Preußens war Spanien, welches historisch zur spanischen Linie der Habsburger gehörte. Doch die spanische Manneslinie der Habsburger (Casa de Austria) starb mit König Carlos II. (gest. 1700) aus, was den Spanischen Erbfolgekrieg (1701-1714) auslöste. Denn bereits am 9. Juni 1660 heirate Maria Teresa von Spanien den Sonnenkönig Ludwig XIV..

Und der Enkelsohn von Ludwig XIV. war der französische Prinz Philipp von Anjou, welcher nun – aufgrund seiner spanisch-österreichischen Großmutter – den Anspruch auf Spanien erhob und sich am Ende auch durchsetzen konnte.

Jener Philipp V. von Anjou (Haus Bourbon) war seit 1700 der König von Spanien und erhob, nach dem Tod von Kaiser Karl VI., ebenfalls Anspruch auf die Österreichischen Erblande. Begründet wurde dies ebenfalls durch die österreichisch-spanische Großmutter. Somit war der Schlesienkrieg zweifach in den Österreichischen Erbfolgekrieg (Spanien & Bayern) eingebunden. Aber es kommt noch ein dritter Akteur mit Sachsen ins Spiel.

Sächsische Anspruch auf Österreich

König August III. von Polen und Litauen war zugleich Herzog von Sachsen. Und er war Ehemann von Maria Josepha von Österreich, welche ebenfalls aus dem Haus Habsburg stammte. Mit dem Tode Karls erhob auch August von Sachsen seinen Anspruch auf die Österreichischen Erblande.

Wie begannen die Schlesienkriege?

Friedrich II. machte seinen Anspruch auf Schlesien deutlich (siehe oben). Die Habsburger waren aufgrund der Österreichischen Erbfolgeprobleme gleich mehrfach beschäftigt und somit in einer insgesamt geschwächten Lage.

In dieser Gemengelage begann Preußen am 8. November 1740 mit der Mobilmachung. Der Angriffsplan sah vor, dass zwei Korps das schlesische Gebiet besetzen sollten. Das erste Korps bestand aus zwanzig Bataillonen und im zweiten Korps waren nochmals sieben Bataillone vereint. Insgesamt brachte Preußen so etwa 27.000 Soldaten in Stellung.

Die Gegenseite in Schlesien war äußerst schlecht geschützt. So befanden sich im Oktober 1740 gerade einmal 1.539 österreichische Soldaten in Schlesien, welche von einer 300 Mann starken Freikompanie unterstützt wurden. Bis Mitte Dezember zog Österreich nach und stellte etwa 7.300 Mann auf.

Nachdem Friedrich II. seine Bataillone aufgestellt hatte, verschickte er am 11. Dezember 1740 ein Ultimatum an die Habsburger. In diesem Ultimatum forderte er das schlesische Land ein und im Gegenzug hätte er die Österreichische Erbfolge (Pragmatische Sanktion) akzeptiert. Dies hätte wiederum den Habsburgern außenpolitisch sehr geholfen. Das Ultimatum war demnach eine politische Erpressung seitens der Preußen.

Friedrich II. wartete die Antwort Österreichs nicht ab, sondern führte am 16. Dezember etwa 20.000 Soldaten nach Schlesien. Er nutzte somit seine gute Ausgangslage und wartete nicht erst ab, bis die österreichische Mobilmachung vollendet war.

Die Protestanten in Schlesien begrüßten die Preußen als Befreier, da viele unter der katholischen Politik der Habsburger litten. Der Schlesienfeldzug endete bereits im Januar 1741, da die Österreicher das Gebiet räumten.

Warum gab es drei Schlesische Kriege?

Nach dem Ersten Schlesischen Krieg (1740-42) gehörte Schlesien zum Königreich Preußen. Doch die österreichischen Habsburger akzeptierten nicht, dass ihnen ein Teil ihres Besitzes genommen wurde. Deshalb arrangierte Maria Theresia ein Bündnis mit Sachsen und Großbritannien, um mit deren Unterstützung – Preußen anzugreifen. Daraufhin erklärte Friedrich der Große den Österreichern den Krieg.

Da sich Preußen im Zweiten Schlesischen Krieg abermals behaupten konnte und Maria Theresia das schlesische Gebiet immer noch zurückhaben wollte, kam es zum Dritten Schlesischen Krieg (Siebenjährigen Krieg). Danach ging Schlesien endgültig an Preußen.

Warum ist der Siebenjährige Krieg der „Dritte Schlesische Krieg“?

siehe auch Hauptartikel: Fragen und Antworten zum Siebenjährigen Krieg
Der Siebenjährige Krieg bestand eigentlich aus mehreren Teilkriegen:

  • Dritte Schlesienkrieg zwischen Österreich und Preußen,
  • Krieg zwischen Kurhannover (Personalunion mit England) und Frankreich am Rhein
  • Franzosen- und Indianerkrieg in Nordamerika zwischen Frankreich und Großbritannien,
  • Karnatischen Kriege in Indien zwischen Frankreich und Großbritannien
  • Anglo-Bengalische Krieg zwischen England und dem Mogulreich
  • Spanisch-Portugiesische Krieg in Südamerika
  • britische Eroberung des Senegals in Afrika (zuvor französischer Besitz)

Die ersten beiden Schlesienkriege schufen die Grundkonstellation, die den Siebenjährigen Krieg später unvermeidlich machte. Denn die Schlesienfrage zwischen Österreich und Preußen blieb bis zum Ende des Siebenjährigen Krieg bestehen. Und die Bündnissysteme der Europäer ließen den Konflikt immer größer werden.

Verschiedenste Interessen (England vs. Frankreich) flossen mit ein, so dass die Konflikte immer mehr Zündstoff und Substanz bekamen. Letztlich war der Siebenjährige Krieg ein Kolonialkrieg, dessen europäischen Schauplätze Schlesien, Böhmen, Westdeutschland und Mitteldeutschland waren.

Welche Bündnisse gab es in den Schlesienkriegen?

Im Grunde genommen kämpften in allen drei Schlesischen Kriegen die österreichischen Habsburger gegen die preußischen Hohenzollern. Doch sowohl Preußen als auch Österreich suchten für alle drei Kriege mächtige Verbündete in Europa. Diese Bündnissysteme wechselten von Krieg zu Krieg.

Preußisches Bündnissystem im Ersten Schlesischen Krieg

Im Ersten Schlesischen Krieg konnte Preußen ein anti-habsburgischeres Bündnis aufstellen. Zu diesem gehörten die Franzosen, welche sowie Erzfeinde des Hauses Habsburg waren. Denn Frankreich sah sich seit Jahrhunderten von der Bündnis- und Heiratspolitik der Habsburger bedroht, welche das französische Gebiet immer mehr umschloss (z.B. Spanische Habsburg, Spanische Niederlande, Spanische Pyrenäen).

Zu diesem Zweier-Bündnis gegen die Habsburger gesellten sich aber auch Bayern und Spanien hinzu (siehe Abschnitt: Österreichischer Erbfolgekrieg).

Österreichische Bündnissystem im Ersten Schlesischen Krieg

Das Haus Habsburg ging im Ersten Schlesischen Krieg ein Bündnis mit Großbritannien ein. Hinzu kamen die Niederlande und zeitweise auch Sachsen.

Die Sachsen fühlten sich von Preußen bedroht und erhofften sich durch das Bündnis einen gewissen Schutz. Demnach kämpfte Sachsen im Schlesischen Krieg für Österreich und im Österreichischen Erbfolgekrieg gegen Österreich. Der Opportunismus Sachsens war der Tatsache geschuldet, dass Sachsens direkter Konkurrent in Mitteldeutschland die Preußen war, deren Machterweiterung sie unbedingt verhindern wollten.

Großbritannien war Erzfeind der Franzosen. Dieser Konflikt dauerte bereits seit dem 11. Jahrhundert als der Herzog der Normandie (Wilhelm der Eroberer) ganz England unterwarf und zum König wurde. Seitdem hatte der britische König immer Besitztümer in Frankreich gehabt, wodurch mehrere anglo-französische Kriege ausgelöst wurden.

Der bekannteste Konflikt zwischen Briten und Franzosen war der Hundertjährige Krieg (1337-1453). Aber dies war nur einer von vielen seit dem Hochmittelalter. Demnach war es das erklärte Ziel der Briten, die Franzosen zu bekämpfen und auch deren kolonialen Anspruch zurückzudrängen. Der Erste Schlesische Krieg fand demnach schon im Interesse zweier Kolonialmächte (England vs. Frankreich) statt.

Die Niederlande gehörten zu den Seemächten in Europa. Auch sie wollten den Machtzuwachs des französischen Kolonialreichs verhindern und stellten sich auf die Seite der Österreicher. Doch genauso wie Großbritannien griffen die Niederlande nicht direkt ein, sondern gaben finanzielle Hilfen und diplomatische Unterstützung.

Österreichische Bündnissystem im Zweiten Schlesischen Krieg

Im Zweiten Schlesischen Krieg erhielt Österreich passive Unterstützung von Russland und Sardinien Piemont (Norditalien). Dieses passive Bündnis bestand aus diplomatischer Unterstützung und finanzieller Hilfe.

Russland hatte ein klares Interesse daran, die Preußen im Ostseeraum (Ostpreußen, Königsberg) aufzuhalten bzw. zurückzudrängen.

Das Haus Savoyen (Herrscher von Sardinien Piemont) war traditionell anti spanisch und anti französisch. Diese Haltung kam durch die Renaissancekriege auf, als Frankreich den Norden Italiens beanspruchte. Demnach war der mächtigste Partner der Habsburger in Norditalien das Haus Savoyen.

Die Bündnisse mit Russland und Norditalien hatten eine direkte Reaktion auf der Gegenseite, wo sich Schweden und Neapel der preußischen Koalition anschlossen.

Preußisches Bündnissystem im Zweiten Schlesischen Krieg

Im Zweiten Schlesischen Krieg (1744-1745) blieben Frankreich, Preußen, Spanien und Bayern ein Teil der Anti-Habsburger-Koalition. Auch dieser Krieg fand vor dem Hintergrund des Österreichischen Erbfolgekriegs (bis 1748) statt. Nun gesellten sich auch Schweden, die Kurpfalz, Kurköln und das Königreich Neapel dazu.

Das Königreich Schweden war seit Ende des Dreißigjährigen Krieges ein Verbündeter Frankreichs gewesen. Deshalb wurde es als Partner in den Zweiten Schlesischen Krieg hineingezogen. Hinzu kamen für Schweden machtpolitische Interessen, da sich Österreich mit Russland verband. Zwischen Russland und Schweden gab es machtpolitische Konflikte über den Einflussbereich im Ostseeraum.

Die Kurpfalz stand traditionell auch gegen die Habsburger, welche im Reich den Kaiser stellten und zu viel Einfluss hatten. Gleichzeitig gehörte die Kurpfalz zu den protestantischen Reichsständen, welche dem katholischen Wien misstrauten. Genauso wie Kurköln gehörte die Kurpfalz zur rheinischen Opposition gegen die Habsburger.

Das Königreich Neapel wurde seit 1734 von der spanisch-bourbonischen Nebenlinie regiert, welche dynastisch mit Frankreich verbunden war. Gleichzeitig hatten die Habsburger den Norden Italiens unter ihrer Kontrolle. Um die österreichische Einflüsse in Italien zurückzudrängen, schloss sich Neapel der anti-österreichischen Koalition an. Doch im Schlesischen Krieg kämpfte Neapel nicht mit, sondern lieferte diplomatische Unterstützung.

Österreichisches Bündnis im Dritten Schlesienkrieg

Vor dem Dritten Schlesienkrieg vollzog Österreich eine außenpolitische Kehrtwende, als man sich mit dem Erzfeind Frankreich zusammentat. Da die Franzosen mit den Spaniern und Schweden verbündet waren, wurde diese beiden Staaten gleich mit in die anti-preußische Koalition gezogen.

Die anhaltenden Differenzen zwischen Schweden und Russland konnten beigelegt werden, da beide ein zu starkes Preußen befürchteten. Sachsen blieb ebenfalls Teil der Österreichisches Koalition, da ebenfalls ein zu mächtiges Preußen befürchtet wurde.

Preußisches Bündnis im Dritten Schlesienkrieg

Nachdem Österreich die diplomatische Revolution (Bündnis mit Frankreich) hinbekommen hatte, stand Preußen isoliert da. Denn der Österreichische Erbfolgekrieg war seit 1748 beendet und so war auch das Bündnis mit dem Herzogtum Bayern beendet.

Da aber nun Frankreich auf Seiten der Österreicher stand, konnte Preußen die Briten dazugewinnen, welche traditionell die Erzfeinde der Franzosen blieben. Auf deutschem Gebiet war der britische Monarch zugleich Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg (Kurhannover). Beide Ämter wurden in Personalunion geführt.

Der Landgraf von Hessen-Kassel war mit der britischen Königsfamilie verwandt und schon lange politisch an London gebunden. Zudem gab es in der Vergangenheit mehrere Grenzübertritte der Franzosen auf hessisches Gebiet, wodurch die Seitenwahl für Hessen-Kassel existentiell wurde.

Fürst Wilhelm zu Schaumburg Lippe war ein brillanter Militärstratege und zudem pro-preußisch und pro-britisch eingestellt. Da die Franzosen immer wieder Norddeutschland bedrohten, war die Bündniswahl ebenfalls existentiell.

Wer kämpfte wo gegeneinander?

In Schlesien kämpften nur Österreich und Preußen gegeneinander. Dieser Zweikampf blieb bis zum Dritten Schlesienkrieg bestehen. Im Dritten Schlesienkrieg (Siebenjähriger Krieg) hatte Preußen allerdings Sachsen überfallen, weshalb der Reichstag den preußischen Staat wegen Landfriedensbruch anklagte und die Reichsarmee ausschickte. Auch die Reichsexekutionsarmee kämpfte dann, an der Seite der Österreicher, für einige Schlachten in Schlesien. Alle anderen Kriegsschauplätze, auf denen die Bündnispartner von Preußen und Österreich gegeneinander kämpften, lagen außerhalb Schlesiens.

Aktive Kämpfe im Ersten Schlesienkrieg

Bereits im Ersten Schlesienkrieg kämpften Frankreich und Österreich gegeneinander an der Rheinfront. Dies war somit nicht Teil des Schlesienkrieges, aber Teil der anti-habsburgischen Kriege zwecks der Thronfolge.

Auch in Italien kämpften die Bourbonen gegen die Habsburger. Genauso gab es Erbfolgekämpfe in Bayern und Oberösterreich. Dass Österreich gleich an mehreren Fronten kämpfen musste, war entscheidend für den Erfolg der Preußen.

Aktive Kämpfe im Zweiten Schlesienkrieg

Im Zweiten Schlesienkrieg kämpften die Franzosen gegen die Österreicher am Rhein, in Bayern und in den Österreichischen Niederlanden. Die bourbonischen Staaten Spanien und Neapel waren in Norditalien aktiv und kämpften dort gegen den Einfluss der Habsburger.

Großbritannien kämpfte auf Seiten der Österreicher auf See und in den Niederlanden. Schweden kämpfte gegen Österreichs Verbündete (Kurhannover mit Großbritannien) in Norddeutschland.

In Schlesien kämpften wiederum nur Preußen und Österreicher gegeneinander. Aber wieder wurde Österreich durch die vielen Fronten militärisch so überdehnt, dass es sich geschlagen geben musste.

Aktive Kämpfe im Dritten Schlesienkrieg

Im Dritten Schlesienkrieg kämpften aktiv in Schlesien nur Preußen und Österreich gegeneinander. Da der Siebenjährige Krieg mit dem preußischen Überfall auf Sachsen begann, wurde Preußen des Landesfriedensbruchs angeklagt – weshalb die Reichsarmee ausrückte. Diese kämpfte dann für kurze Zeit ebenfalls in Schlesien an der Seite der Österreicher.

Nebenkriegsschauplätze in Deutschland waren Sachsen, Sachsen-Anhalt, das Rheinland und der Ostseeraum. Außerhalb Deutschlands wurde in Böhmen, Portugal, Mähren und in Ostpreußen gekämpft. Dort kämpften dann die eine preußische Allianz gegen die österreichische Allianz. Mitunter beteiligten sich preußische und österreichische Korps an den Gefechten.

In Nordamerika, Indien, in der Karibik, auf den Philippinen und in Afrika kämpften die Briten gegen die Franzosen.

Warum gewann Preußen die Schlesischen Kriege?

Die ersten beiden Schlesienkriege konnte Preußen gewinnen, weil die Habsburger zeitgleich in den Österreichischen Erbfolgekrieg eingebunden waren. Somit gab es mehrere Fronten für die Habsburger, wodurch die österreichische Armee militärisch überdehnt werden konnte.

Im dritten Schlesienkrieg hatten die Österreicher gleiches mit Preußen vor. Durch die Allianzen mit Russland, Schweden und Frankreich sollten mehrere Fronten eröffnet werden, um Preußen militärisch zu überdehnen. Dies gelang auch. Doch dann starb Zarin Elisabeth von Russland im Jahr 1762. Ihr Nachfolger war Zar Peter III., welcher sehr preußenfreundlich war und König Friedrich II. sogar bewunderte.

Der russische Zar schloss sofort Frieden (Friede von Sankt Petersburg) mit Preußen, gab ohne Umschweife das ostpreußische Gebiet in Königsberg zurück und stellte sogar ein Hilfskorps zur Unterstützung Preußens bereit.

Nur diese glücklichen Umstände halfen Preußen den Krieg zu überdauern, zu letzten Befreiungsschlägen (Schlacht bei Freiberg, Schlacht bei Reichenbach) auszuholen, um so Österreich zu Friedensverhandlungen zu zwingen. Beim Friede von Hubertusburg (15. Februar 1763) wurde dann der Vorkriegszustand (Status quo ante bellum) vor dem Siebenjährigen Krieg (1756-63) wiederhergestellt. Damit blieb Schlesien preußisch.

Warum gab Österreich nach dem letzten Schlesienkrieg auf?

Nach dem Siebenjährigen Krieg waren alle europäischen Großmächte, auch Österreich, wirtschaftlich ausgeblutet. Der Krieg forderte hohe Menschenverluste und die Armee war dezimiert und erschöpft.

Da es sämtlichen Staaten so ging, wurde im Frieden von Hubertusburg (1763) der preußische Besitz bestätigt. Alle europäischen Großmächte stimmten dem zu, weshalb die Österreicher nur schwer eine Allianz gegen Preußen hätten aufstellen können.

Hinzu kam, dass Preußen nun ein Machtblock im Heiligen Römischen Reich war. Zwar stellten die österreichischen Habsburger immer noch den römisch-deutschen Kaiser (Habsburg-Lothringen), aber die Preußen waren eine mächtige Opposition im Reich. Eine Reichsarmee gegen Preußen zu organisieren, wie es im Siebenjährigen Krieg stattfand, war für die Habsburger nicht mehr möglich.

Welche Folgen hatten die Schlesischen Kriege?

Preußen gewann mit Schlesien ein riesiges Gebiet hinzu. Denn das dazugewonnene Schlesierland machte etwa ein Drittel der Gesamtfläche Preußens aus. Die Bevölkerungszahl Preußens nahm ebenfalls um etwa ein Drittel zu, genauso die Wirtschaftsleistung.

Politisch war die Hinzunahme Schlesiens ein Durchbruch für Preußen. Denn das sehr junge Königreich Preußen entstand erst 1701 als Folgestaat des Herzogtum Preußen und war schon jetzt ein wichtiger Player. Da Preußen im Zweiten und Dritten Schlesienkrieg sich ebenfalls behaupten konnte, hatte es seinen Großmachtstatus unterstrichen. Fortan zählte man Preußen zu den fünf europäischen Großmächten (Frankreich, Österreich, Preußen, Großbritannien, Russland).

Im Heiligen Römischen Reich, welches bisher von den Habsburgern dominiert wurde, wurde der preußische Teilstaat zu einem ernstzunehmenden Machtblock. Die Schlesienkriege waren somit auch der Ursprung des Preußisch-Österreichischen Dualismus, bei dem es im Kern darum ging – welcher der beiden Staaten die Hegemonialmacht der Deutschen sei.

Dieser österreich-deutsche Gegensatz hielt bis zum Deutsch-Deutschen Krieg von 1866 an, welchen Preußen gewann. Danach verabschiedete sich Österreich endgültig aus der deutschen Staatenwelt und das Königreich Preußen wurde alleinige Hegemonialmacht der Deutschen.

Der Siebenjährige Krieg veränderte allerdings auch die gesamte Weltordnung. So konnte sich Großbritannien endgültig gegen Frankreich im Weltlauf um die Kolonien durchsetzen. Das Britische Empire wurde zur Weltmacht, während Frankreich wirtschaftlich und politisch abstieg.

Dieser Abstieg Frankreichs wurde zu einem Baustein auf dem Weg zur Französischen Revolution. In den Dreizehn Kolonien Nordamerikas erhoben die Briten neue Steuern (Stamp Act, Sugar Act), um die Ausgaben des Siebenjährigen Krieges zu begleichen. Dies führte zu Unruhen und löste die Amerikanische Revolution aus, welche dann in den Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg mündete.

Zeittafel

Vorgeschichte

Jahreszahl
Ereignis
171325. Februar: König Friedrich I. in Preußen stirbt. Sein Nachfolger wird sein Sohn Friedrich Wilhelm I..

König Friedrich Wilhelm I. setzt entschlossen auf Aufrüstung und wird deshalb als Soldatenkönig bezeichnet.
171319. April: Kaiser Karl VI. verkündet die Pragmatische Sanktion, wonach auch Frauen zum Erbe berechtigt sein sollen. Damit will der Habsburger vermeiden, dass es nach seinem Tod im Erzherzogtum Österreich und in seinen anderen Besitztümern (Böhmen, Ungarn) zu einem Erbfolgekrieg kommt.
17141. August: Die englische Königin Anne Stuart stirbt. Daraufhin besteigt Kurfürst Georg Ludwig von Braunschweig-Lüneburg den englischen Thron. Denn er ist der Urenkel von James I., welcher König von Schottland und von England war.

König Georg I. von England bleibt zugleich Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg und begründet das Haus Hannover. Fortan wird der englische Thron und das Kurfürstentum Hannover (Kurhannover) in Personalunion geführt.
173217. November: Der englische Abenteurer James Oglethorpe gründet die Provinz Georgia in Nordamerika. Es ist die letzte der Dreizehn Kolonien Nordamerikas, aus denen ab 1775/76 die USA hervorgehen werden.
174031. Mai: Der preußische König Friedrich Wilhelm I. stirbt in Potsdam. Nachfolger des Soldatenkönigs wird sein Sohn Friedrich.

König Friedrich II. ist der französischen Kultur zugetan und ist ein Verfechter des aufgeklärten Absolutismus. Aber er ist nicht nur geistreich, sondern will seinen Machtbereich deutlich ausdehnen. Er wird zu einem der rücksichtslosesten Feldherren seiner Zeit werden.
174020. Oktober: Kaiser Karl VI. stirbt in Wien. Gemäß der Pragmatischen Sanktion von 1713 wird seine Tochter Maria Theresia als Erbin eingesetzt. Somit erbt sie das Erzherzogtum Österreich, das Königreich Böhmen, sowie das Doppelkönigreich Ungarn-Kroatien. Dazu fallen ihre sämtliche angeschlossene Gebiete der österreichischen Erblande zu. Dazu gehören Belgien und Norditalien.

Zwar hatten sich im Vorfeld alle europäischen Staatsmänner auf die Pragmatische Sanktion geeinigt, doch nun erheben sie sich gegen die Habsburgerin. So beanspruchen die Kurfürsten von Sachsen und Bayern, welche beide mit Habsburgerinnen verheiratet sind, die Besitztümer Marias.
1740König Friedrich II. nutzt die Schwächung Österreichs und bringt Schlesien als Verhandlungsmasse ein. Dabei stützt er seine Ansprüche auf die Liegnitzer Erbverbrüderung von 1537. In diesem Vertrag wurde festgehalten, dass die schlesischen Fürstentümer Liegnitz, Wohlau und Brieg nach dem Aussterben der schlesischen Piasten an Brandenburg (Brandenburg-Preußen) fallen sollten.
17408. November: Die preußische Mobilmachung beginnt. Dazu werden zwei Armeekorps an die Grenze zu Schlesien (Böhmen) versetzt. Die beiden Korps bestehen aus siebenundzwanzig Bataillonen, zweiundvierzig Schwadronen und zweiundvierzig Geschützen.
174011. Dezember: Friedrich II. stellt Österreich ein Ultimatum für die Abtretung Schlesiens an Preußen. Im Dezember 1740 waren in Schlesien nur acht Dragoner-Kompanien mit insgesamt 7.359 österreichischen Soldaten stationiert.

Erster Schlesienkrieg

Jahreszahl
Ereignis
174016. Dezember: Friedrich II. von Preußen wartet die Antwort der Österreicher nicht ab und versetzt seine Truppen stattdessen nach Schlesien. Dort wird er teilweise als Befreier gefeiert (Protestanten vs. Katholiken).
17412. Januar: Breslau kapituliert und kann von Preußen kampflos eingenommen werden.
17419. Januar: Die Festung in Ohlau wird ebenfalls widerstandlos eingenommen.
1741Ende Januar: Schlesien ist fast vollständig von österreichischen Truppen geräumt. Nur einige kleine Festungen wie in Glogau, Brieg und Neiße werden von den Österreichern noch besetzt. Die Preußen belagern diese Festungen und beziehen ihr Winterquartier.
174127. Februar: Bei Baumgarten (heute Braszowice) kam es zu einem kleinen Gefecht, als österreichische Reiter die preußische Armee überraschten. Doch die Preußen konnten die Angreifer zurückschlagen und ihre Stellung behaupten. Jenes Gefecht war kaum von militärischer Bedeutung, hatte aber einen symbolische Tragweite. Die Österreicher zeigten damit, dass sie Schlesien nicht aufgeben werden und Einheiten zur Gebietsaufklärung schickten.
17419. März: Der preußische Feldherr Leopold von Anhalt-Dessau nimmt die Festung Glogau ein.
174110. April: In der Schlacht bei Mollwitz siegt die preußische Armee. Zehn Tage vor der Schlacht hatte Friedrich II. im Lager von Mollwitz den Mollwitzer Marsch komponiert.
17414. Mai: Kapitulation von Brieg
174128. Mai: Im Vertrag von Nymphenburg regeln Bayern und Spanien sich gegenseitig gegen die Habsburger zu unterstützen (Österreichische Erbfolgekrieg).
17415. Juni: Im Vertrag von Breslau schlossen Preußen und Frankreich ein Verteidigungsbündnis für fünfzehn Jahre. Außerdem erklärte sich Frankreich bereit, Preußens Einnahme Schlesiens diplomatisch und finanziell zu unterstützen.
17415. August: Französische Truppen überqueren den Rhein, schlossen sich bayrischen Truppen an und zogen gemeinsam in Richtung Wien. Währenddessen griffen spanisch-neapolitanische Soldaten die österreichischen Besitzungen in Norditalien an (Österreichischer Erbfolgekrieg).

Großbritannien erklärte sich neutral, um französische oder preußische Angriffe auf Hannover zu verhindern.
174114. September: Die französisch-bayerische Truppe eroberte Linz und rückte danach auf Oberösterreich vor.
17419. Oktober: Friedrich II. sah das schnelle Vorrücken der französisch-bayrischen Armee in Österreich mit Sorge, da eine Zerschlagung Österreichs auch ein Machtgewinn der Franzosen bedeutet hätte. Auf Anraten der Briten einigten sich Preußen und Österreich auf den Waffenstillstand von Klein-Schnellendorf.

Nach dem Waffenstillstandsabkommen zog Österreich seine Truppen aus Schlesien ab, um diese gegen die westlichen Invasoren zu schicken.
174126. November: Eroberung Prags durch französisch-bayrischen Truppen, nachdem man die Eroberung Wiens aufgegeben hatte.
1741Mitte Dezember: Aufgrund der französisch-bayrischen Gebietsgewinne sorgte sich Friedrich II. darum, dass er bei späteren Friedensverhandlung an den Rand gedrückt werden könne. Deshalb verstieß er gegen die Konvention von Klein Schnellendorf und rückte nach Süden auf Böhmen und Mähren vor.
174126. Dezember: Die preußische Armee nimmt Olmütz ein, während ein zweites Korps die Festung Glatz am Rand Böhmens belagerte.
17425. Februar: In Wichau vereinigen sich die preußischen Truppen mit der französisch-bayrischen Armee.
174215. Februar: Iglau in der Grenzregion Böhmen-Mähren wird eingenommen. Die Franzosen ziehen sich danach nach Böhmen zurück, während die Preußen weiter in Richtung Brünn marschieren.
17425. April: Aufgrund von Nachschubengpässen erzielen die Preußen in Mähren keine nennenswerte Gebietsgewinne und ziehen sich nach Böhmen zurück.
174217. Mai: Die Österreicher versuchen Böhmen und vor allem Prag zurückzuerobern. Auf ihren Durchmarsch nach Prag kommt es zur Schlacht bei Chotusitz (Kuttenberg), welche mit einem knappen preußischen Sieg endete. Aber auf beiden Seiten gab es beträchtliche Verluste.
174224. Mai: In der Schlacht bei Sahay verlieren die Österreicher abermals, wodurch Prag sicher in den Händen der Invasoren bleibt. Für die Österreicher bestand nun keine Möglichkeit mehr, die Invasoren aus Böhmen zu vertreiben.
174228. Mai; König Friedrich II. und Maria Theresia treffen sich, um einen separaten Friedensvertrag auszuhandeln. Friedrich forderte ganz Schlesien und die Grafschaft Glatz. Zunächst zögerte Maria Theresia noch, solche Zugeständnisse zu machen. Doch der britische Gesandte Lord Hyndford riet ihr dazu, dringend einen Frieden mit Preußen zu schließen, um ihre ganzen Kapazitäten auf die französische-bayrischen Invasoren zu richten.

Die Briten waren Geldgeber der Österreicher (anglo-französische Gegensatz) und drohten damit, die Gelder zu entziehen - wenn Maria das schlesische Gebiet nicht abtreten würde.
174211. Juni: Im Breslauer Vertrag einigen sich Preußen und Österreich auf die Forderungen, welche Preußen am 28. Mai formuliert hatte.

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