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Griechische Schöpfungsmythen


Die Griechische Schöpfungsmythen sind Bestandteil der griechischen Mythologie. Wie in anderen Mythologien auch, beschreibt der Schöpfungsmythos der alten Griechen, wie die Welt, die Götter und die irdischen Wesen entstanden sind.

Das griechische Götterbild kennt ursprüngliche Götter, wie Uranos und Gaia – welche als Urgötterpaar genannt werden. Aus der Verbindung der Beiden gingen mehrere Gattungen von Göttern hervor. Diese waren die Titanen, die Kyklopen, die Hekatoncheiren und die griechischen Götter.

Der Aufstieg der Götter geschah im Rahmen der Titanomachie, ein Krieg zwischen Titanen und Götter – welchen letztere gewannen. Die Menschheit entstand nach diesem Krieg, angeblich durch das Zutun von Prometheus. Während dieser Zeit entstand ein zweites Geschlecht, die griechischen Helden. Das Zeitalter der Helden endete mit dem Trojanischen Krieg.

Wer beschrieb den griechischen Schöpfungsmythos?

Der Standard-Schöpfungsmythos der griechischen Mythologie ist die Theogonie von Hesiod aus dem 8. Jahrhundert v. Chr.. Laut ihm begann die Entstehung der Welt spontan durch das plötzliche Erscheinen von vier Wesen. Zuerst kam das Chaos, gefolgt von Gaia (Erde), Tartarus (Unterwelt) und Eros (Liebe).

Neben Hesiod galt Homer ebenfalls als Begründer einer Urtheogonie. Laut seiner Ilias war am Anfang nicht das Chaos, sondern es existierte ein Urgott mit dem Namen Okeanos. Dieser wurde bei den alten Griechen als eine Personifizierung des Weltstroms identifiziert. Bei Homer war er allerdings der Ursprung der Welt.

Wie begann der griechische Schöpfungsmythos?

Der griechische Schöpfungsmythos nach Hesiod beginnt mit dem kosmologischen Chaos. Dieses wird als Zustand gähnender Leere, als Nichts oder als klaffende Raum unter der Erde interpretiert.

Laut Hesiod entstanden aus dem Chaos fünf Urelemente, welche bei den Griechen durch jeweils eine Gottheit personifiziert wurden. Diese personifizierten Urgötter waren Gaia (Erdgöttin), Nyx (Nachtgöttin), Tartaros (Gott der Unterwelt), Eros (Liebe) und Erebos (Finsternis).

Andere Mythologien kennen ähnliche Konzepte zum Chaos. In der nordischen Mythologie wird das Nichts als Ginnungagap bezeichnet. Dieses wird ebenfalls als leerer Raum, allerdings mit einer alles gefrierenden Kälte beschrieben.

Als sich dann die Kälte in Ginnungagap mit den heißen Elivagar-Strömen aus Muspellsheim verbanden, entstand ein Regen. Und aus diesem Regen entstand der Urriese Ymir. Dieses Wesen symbolisiert das erste Leben im nordischen Schöpfungsmythos. Aus dem Schmelzwasser des Regens entstand die Urkuh Audhumla. Diese leckte an einem Salzstein den Buri heraus. Dieses Wesen war der Stammvater der nordischen Götter.

Bei den Römern war das Chaos eine formlose Masse, in der alle Elemente zu einem formlosen Brei zusammengemischt waren. So beschreibt es der römische Dichter Ovid in seinem Gedicht „Metamorphosen“.

Der römische Mythograph Hyginus stellte Caligo – die Personifizierung der Trauer – an den Anfang der Weltentstehung. Aus diesem Trauernebel wurde dann das Chaos erschaffen.

Wie entstanden Himmel und Erde?

Laut Hesiod entstand die Erdmutter Gaia als zweites Wesen, direkt nach oder aus dem Chaos. Zunächst stand Gaia nicht unter dem Einfluss von Eros (Sexualität), konnte aber auch ohne Mann drei Kinder gebären. Gaias erste Nachkommen waren Uranos (Himmel), Ourea (Gebirge) und die See (Pontos).

Laut Hesiod brachte sie Uranos hervor, um sich „auf allen Seiten zu bedecken“. Die beiden anderen Kinder erzeugte Gaia, um ihren Sohn Uranos zu beeindrucken.

Laut dem griechischem Götterbild entwickelte sich zwischen Gaia und ihrem Sohn Uranos eine inzestuöse Beziehung. Aus dieser Vereinigung entstanden dann die riesenhaften Titanen, die einäugigen Kyklopen und die hundertarmigen Hekatoncheiren.

Doch Uranos hatte Angst vor seinen monströsen Nachkommen. Denn er befürchtete, dass seine Brut ihn stürzen könne. Deshalb schob er diese nach der Geburt direkt wieder in den Schoß der Erde (Gaia) hinein. Dies bereitete Gaia ungeheure Schmerzen, weshalb sie mit ihren Kindern einen Plan schmiedete.

In ihrem Inneren erzeugte Gaia eine stählende Sichel. Ihre Kinder wurden von ihr aufgestachelt, sich gegen den Vater zu behaupten. Allerdings war nur der Titan Kronos dazu bereit, den Vater zu stürzen. Und als Uranos das nächste Mal den Beischlaf mit Gaia ausübte und in die Erdmutter eindrang, schlug Kronos ihm das Geschlechtsteil mit der Sichel ab.

Das Blut des Uranos tropfte auf Gaia, wodurch sie weitere Kinder bekam. Diese waren die Giganten, drei Rachegöttinnen (Erinnyen) und die meliadischen Nymphen.

Das abgetrennte Geschlechtsteil des Uranos landete im Meer. Aus dem Fleisch des Penis drang Schaum hervor, aus welchem die Liebesgöttin Aphrodite entsprang (aphros = Meeresschaum). Laut einem Mythos soll Aphrodite zuerst an der Küste Zyperns das Meer verlassen haben, weshalb sie dort als Aphrodite Cypris verehrt wird.

Wie entstanden Licht und Dunkelheit?

Die personifizierte Dunkelheit war Erebos, welcher laut Hesiod aus dem Chaos erschaffen wurde. Seine Schwester war die Nachtgöttin Nyx, ebenfalls dem Chaos entsprungen. Beide zeugten einen Sohn, namens Aither. Dieser gilt als Personifizierung der Helligkeit, des Lichts bzw. des hellen oberen Himmels.

Im archaischen Griechenland glaubten die Menschen, dass die Seele in den Aither aufsteigen würde, während der Körper in die Erde (Gaia) herabsinken würde.

Wie entstanden Tag und Nacht?

Die Personifizierung des Tages war die Göttin Hemera. Laut Hesiod soll diese durch die Vereinigung von Erebus (Dunkelheit) und Nyx (Nacht) entstanden sein. Demnach war Hemera die Schwester von Aither (Licht).

In der Theogonie wird beschrieben, dass sich Hemera (Tag) mit ihrer Mutter Nyx (Nacht) abwechselte. Immer, wenn Hemera den Tartarus betrat – wich Nyx und umgedreht.

Wie entstanden die Götter?

Der Titan Kronos, welcher seinen Vater Uranos gestürzt hatte, heirate seine Schwester Rhea. Mit der Titaniden zeugte er drei Söhne und drei Töchter. Die Söhne hießen Hades, Poseidon und Zeus. Die Töchter waren Hera, Demeter und Hestia. Zusammen mit ihrer Tante Aphrodite werden diese die ersten sieben Götter des Olymps bilden.

Doch auch Kronos hatte Angst davor, von seinen Kinder gestürzt zu werden. Deshalb verschlang er seinen Nachwuchs direkt nach der Geburt. Nur sein jüngstes Kind (Zeus) konnte entkommen.

Auf Kreta wurde Zeus in der Höhle von Psychro versteckt und durch die Kureten beschützt. Die Nymphe Amaltheia zog ihn auf, indem sie ihn mit Ziegenmilch fütterte.

Als Erwachsener forderte Zeus den Vater heraus. Mit einem Zaubertrank, welchen Metis zubereitet hatte, gelang es Zeus – dass sein Vater die verschluckten Geschwister ausspukte. Danach führte Zeus die Götter in den Krieg gegen Kronos und seine verbündete Titanen.

Der Titanenkrieg (Titanomachie) endet mit einem Sieg der Götter. Danach teilen sich die männlichen Olympier die Welt untereinander auf. So bekommt Zeus die Herrschaft über den Himmel, Hades das Totenreich und Poseidon die Ozeane.

Wie entstanden die Menschen?

Einer der Titanen, welcher während der Titanomachie neutral blieb, war Prometheus. Deshalb durfte er auch nach dem Krieg seine Stellung behalten und wurde nicht, wie seine Geschwister, in den Tartarus gesperrt.

Laut einem Mythos soll Prometheus die Menschheit aus Lehm geformt und ihnen das Feuer gebracht haben. Dies erzürnte Zeus, weshalb er Prometheus dazu verdammte, an einen Felsen gekettet zu sein. Die Menschheit bestrafte er durch die Büchse der Pandora, wodurch Unheil, Leid und Krankheiten in die Welt kamen.

Wie entstanden die Helden?

Die Helden waren ein Geschlecht, welches weder göttlich noch menschlich war. Entstanden sind die Helden durch sexuelle Beziehungen der Götter zu Menschen (Halbgötter) oder sie waren Nachkommen von Göttern späterer Generationen.

Die meisten Götter waren stets untreu, weshalb auf der Erde immer mehr Nachkommen von ihnen herumliefen. Die ersten Helden waren Kadmos, Perseus und Bellerophon. Diese gelten als die größten Monstertöter vor Herakles.

Das Problem, welches Zeus mit den Helden hatte, war ihr Ruhm. Die Heldentaten inspirierten Menschen und sorgten dafür, dass lokal der Götterkult immer mehr durch einen Heldenkult abgelöst wurde. Zudem war die Erde überbevölkert.

Und so wurde die Auslöschung der Helden zu einem zentralen Anliegen der Götter. Deshalb planten Zeus und Themis einen Krieg, um das Heldengeschlecht zu vernichten. Laut dem verlorenen Kypria von Stasinus von Zypern sollte diese Auslöschung durch den Trojanischen Krieg geschehen.

Welche Weltalter und Gattungen von Mensch existierten?

Hesiod spricht von fünf Zeitaltern des Menschen, in welchen stets andere Menschengeschlechter lebten.

Goldene Menschengeschlecht

Zu Herrschaftszeiten von Kronos lebte das Goldene Menschengeschlecht. Diese waren frei von Sorgen, tugendhaft und huldigten die Götter. Es gab keinen Hunger, da die Ressourcen der Erde für alle Wesen ausreichten.

Menschen vom Goldene Volk wurden sehr alt, behielten aber ihr jugendliches Aussehen. Nach ihrem Tod wurden die Menschen zu Daimonen, einem Konzept – welches die jüdisch-christliche Mythologie mit den Schutzengeln übernahm.

Im Goldenen Zeitalter lebte Astraea, die Göttin der Gerechtigkeit. Diese verweilte direkt unter den Menschen, nahm an Versammlungen teil – um das Gesetz zu verkünden. Deshalb wird dieses Weltalter auch als das Zeitalter der Astraea bezeichnet.

Auch beim römischen Dichter Ovid wird das Goldene Zeitalter (aurea aetas) als eine Epoche des ewigen Frühlings erwähnt. Und auch bei ihm werden die Menschen als ein tugendhaftes Geschlecht beschrieben, welches ohne Richter auskam – da jeder das Gesetz der Astraea achtete.

Silberne Menschengeschlecht

Das Silberne Menschengeschlecht lebte zur Herrschaftszeit von Zeus, nachdem die Titanen besiegt wurden. Die Menschen wurden zunehmend grausamer und gewalttätiger.

Hesiod beschreibt, dass die Menschen fast ihr ganzes Leben als Kinder bei ihren Müttern verbrachten. Die kurze Zeitspanne ihres Erwachsenenalters nutzten sie, um gegeneinander zu kämpfen.

Die Göttin Astraea – als personifizierte Gerechtigkeit – zog sich nun ins Bergland zurück. Die Menschen des Silbernen Zeitalters huldigten nicht die Götter und kannten keine Ehrfurcht vor Zeus. Deshalb wurden sie von den Göttern vernichtet. Nach ihrem Tod stiegen sie als selige Toten in die Unterwelt hinab.

Bei Ovid endet der ewige Frühling und der Wechsel der Jahreszeiten beginnt. Die Menschen müssen nun anbauen, was sie brauchen – da der Winter keine Ressourcen bereitstellt. Somit kommt erstmals die Mühsal der Arbeit, die Knappheit und das Besitzdenken ins menschliche Bewusstsein.

Bronzene Menschengeschlecht

Das Bronzene Menschengeschlecht widmete sich ganz dem Gesetz des Stärkeren. Die Männer dieser Zeit waren zäh und gehärtet.

Laut Hesiod erschuf Zeus diese Geschlecht aus dem Holz einer Esche. Ihre Rüstungen waren ganz aus Bronze, genauso wie ihre Häuser und Werkzeuge. Sie folgen einzig den Weg des Ares (Kriegsgott), erhalten aber für Krieg und Gewalt keinen Ruhm. Deshalb steigen sie am Ende ihres Lebens in den Hades hinab.

Heroische Menschengeschlecht

Das Heroische Menschengeschlecht waren die Helden, ein Kriegergeschlecht – welches sich durch Edelmut, Tapferkeit und Entschlossenheit auszeichnete.

Die Helden waren, anders die vorherigen Menschen, tugendhaft und ehrten die Götter. Von den Taten der Heroen sangen die Dichter am Hofe der Fürsten. In den epischen Gedichten des Homer wurden sie dann in Schriftform kondensiert und somit für alle Ewigkeit bewahrt.

Doch zu Zeiten Homers lag die Heldenzeit bereits mehr als fünfhundert Jahre zurück, weshalb die Epen letztlich nur Erinnerungen an diese Zeit waren. Bei Hesiod, welcher im selben Jahrhundert wie Homer lebte, wird das Heroische Menschengeschlecht als höchst entwickelte Menschengattung beschrieben.

Die Helden und Halbgötter kämpften zu Zeiten von Kadmos in Theben, zu Zeiten von Ödipus und im Trojanischen Krieg. Die gefallenen Heroen wurden nach ihrem Tod auf die Insel der Seligen gebracht, wo Kronos regierte. Dort reiften dreimal jährlich „Früchte wie Honig“. Ihr Leben auf der Insel war sorgenfrei.

Eherne Menschengeschlecht

Das Eherne oder Eiserne Menschengeschlecht war das jämmerlichste und verkommenste. Es lebte zu Zeiten von Homer, Ovid und Hesiod.

Laut Hesiod ist diese Gattung Mensch nicht in der Lage, die grundlegendsten Tugenden (Gastfreundschaft, Ehre gegenüber den Eltern) zu respektieren. Stattdessen intrigieren diese Menschen, klagen andere unter falschen Tatsachen an oder leisten einen Meineid, um dann dieser Verpflichtung nicht nachzukommen.

Laut Ovid war die Menschheit verkommen, da technische Neuerungen ein tugendhaftes Leben unmöglich machten. So ermöglichte der Schiffsbau den Seeraub, die Technik der Landvermessung führte zur Landnahme und zur Aufteilung der zuvor gemeinschaftlich genutzten Fläche. Der Bergbau führte zu Gold und Silber, aber auch zu Habgier und Besitzdenken.

Gab es einen Sintflut-Mythos?

In Platons Werk Timaios (etwa 360 v. Chr.) wird ein Flutmythos erwähnt. Die Flut wird von Zeus erschaffen, da der Göttervater von den ewigen Kriegen der Bronzenen Menschenrasse erzürnt ist.

Der Titan Prometheus erfährt von den Plan der Götter, die Menschheit auszulöschen und warnt seinen Sohn Deukalion. Dieser baute nun ein Schiff (Arche) und stieg – zusammen mit seiner Frau Pyrrha – auf dieses als der Regen begann.

Nach neun Tagen endete der Regen. Deukalion und seine Frau Pyrrha waren die einzigen Überlebenden der Flut. Der ganze Rest der Bronzenen Menschenrasse wurde ausgelöscht.


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