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Amerikanischer Bürgerkrieg


US-Bundesstaaten im Amerikanischen Bürgerkrieg

US-Bundesstaaten im Amerikanischen Bürgerkrieg

Der Amerikanische Bürgerkrieg (englisch: American Civil War) begann 1861 und endete 1865. Dieser Krieg wird auch als Sezessionskrieg oder amerikanischer Bruderkrieg bezeichnet. Im Krieg kämpften die Nordstaaten der USA gegen die Südstaaten, welche ein Jahr zuvor aus der Staatenunion ausgetreten waren.

Bedeutende Akteure des Bürgerkriegs, auf Seite der Nordstaaten, waren Abraham Lincoln (16. US-Präsident) und General Ulysses S. Grant. Auf Südstaatenseite waren die bedeutendsten Akteure: Robert E. Lee und Jefferson F. Davis (Präsident der Konföderation).

Ursachen des Krieges waren politische Spannungen zwischen Nord- und Südstaaten, welche sich durch die Westexpansion der USA ergaben. Denn bei der Aufnahme von neuen US-Bundesstaaten kam es zur Spaltung bei der Sklavenfrage.

Die Nordstaaten wollten keine neuen Sklavenstaaten schaffen, während die Südstaaten mit ihrer Pflanzerelite an der Sklaverei festhalten wollten. Doch der tatsächlicher Auslöser des Krieges war der Beschuss von Fort Sumter durch die Konföderierten am 12. April 1861.

Der Krieg endete im Wesentlichen am 9. April 1865 durch die Kapitulation der Südstaatenarmee (Konföderierte) in Appomattox Court House im heutigen Virginia. Doch die letzten Konföderierten kapitulierten erst am 23. Juni 1865 im Indianerterritorium.

Nach dem Sieg der Nordstaaten wurden die Südstaaten durch eine Reconstruction wieder in die Union eingegliedert. Die Sklaverei wurde abgeschafft. Dazu wurde die US-Verfassung geändert und der 13. Zusatzartikel verabschiedet. Weitere Folgen des Bürgerkrieges waren die Stärkung der Zentralmacht gegenüber den einzelnen Bundesstaaten und die wirtschaftspolitische Ausrichtung vom Agrar- zum Industriestaat.

In den Südstaaten blieben politische Ideologien gegenüber dem Norden und Afroamerikanern erhalten. So wurde im Jahr 1866 der Ku-Klux-Klan in Tennessee gegründet. Jener Geheimbund terrorisierte im Süden weiterhin Schwarze und Anhänger des Nordens.

Inhalt

Steckbrief

Storm auf Fort Wagner am 18. Juli 1863 durch die 54. Massachusetts Volunteer Infantry, eine afroamerikanische Infanterie in der Unionsarmee, Bildnachweis: Everett Collection / Shutterstock.com

Storm auf Fort Wagner am 18. Juli 1863 durch die 54. Massachusetts Volunteer Infantry, eine afroamerikanische Infanterie in der Unionsarmee


Sezessionskrieg
Kategorie:Amerikanischer Bürgerkrieg
Beginn:12. April 1861
Ende:23. Juni 1865
Dauer:4 Jahre, 2 Monate und 11 Tage
Konfliktparteien:dreiundzwanzig Nordstaaten (Unionsstaaten) vs. elf Südstaaten (Konföderierte)
Südstaaten:South Carolina, Mississippi, Florida, Alabama, Georgia, Louisiana, Texas, Virginia, Arkansas, North Carolina und Tennessee gründeten im März 1861 die Konföderierten Staaten von Amerika (CSA)
Nordstaaten:Unionsstaaten, welche die Sklaverei entschieden ablehnten: Maine, New Hampshire, Vermont, Massachusetts, Rhode Island, Connecticut, New York, New Jersey, Pennsylvania, Ohio, Indiana, Illinois, Michigan, Wisconsin, Minnesota, Iowa, Kansas, Oregon, Kalifornien

Unionsstaaten, welche Sklavenhalterstaaten waren, aber dennoch in der Union blieben (Border States): Maryland, Delaware, Kentucky, Missouri, West Virginia
Persönlichkeiten:Union: Abraham Lincoln (US-Präsident), General Ulysses S. Grant

Konföderierte: Robert E. Lee und Jefferson F. Davis (Präsident der Konföderation)
Ursachen:Uneinigkeiten in der Sklavenfrage aus politischen, wirtschaftlichen und sozialen Gründen führten dazu, dass sich die Südstaaten aus der Union lösten und einen eigenen Staatenbund gründeten (Konföderierten Staaten von Amerika).
Auslöser:Beschießung von Fort Sumter durch Konföderierte
Ergebnis:Sieg der Unionsstaaten, Rückeroberung der Südstaaten
Folgen:Auflösung der Konföderierten Staaten von Amerika, Wiederherstellung der gesamten Union, Abschaffung der Sklaverei
Truppenstärke:Unionstruppen: 2,2 Mio. Soldaten,
Konföderierte: 750.000 bis 1 Mio. Soldaten
Verluste:Unionsseite: 824.000,
Konföderierten: 864.000,
50.000 freie Zivilisten starben,
mehr als 60.000 Sklaven starben
Wichtigste Schlachten im Sezessionskrieg
186121. Juli: Erste Schlacht von Bull Run mit Sieg der Konföderation
1862Schlacht am Glorieta Pass: Stoppt den Vorstoß der Konföderierten nach Westen und sichert der Union die Kontrolle über das Territorium New Mexico.
186217. September: Die Schlacht von Antietam (Sharpsburg) ist die blutigste Tagesschlacht der US-Geschichte und endet mit einem Sieg der Union.
18631.–3. Juli: Die Schlacht von Gettysburg gilt als Wendepunkt des Sezessionskrieges. Bei dieser Schlacht sterben etwa 51.000 Menschen. Durch den Sieg der Union scheitert Robert E. Lees Invasion in den Norden.
1863Die Belagerung von Vicksburg (Mai - Juli) teilt die Armee der Konföderierten entlang des Mississippis. Der Sieg der Union steigert das Ansehen von General Grant.
1864Die Schlachten von Wilderness & Spotsylvania gelten als Beginn des Zermürbungskrieges von General Grants Armee gegen die Südstaatenarmee von Robert E. Lee.
18659. April: Robert E. Lee kapituliert bei Appomattox Court House vor den Truppen von General Grant. Diese Kapitulation ist das faktische Kriegsende.

Kanone aus dem Amerikanischen Bürgerkrieg

Kanone aus dem Amerikanischen Bürgerkrieg

Was war der Amerikanische Bürgerkrieg?

Der Sezessionskrieg war ein Bürgerkrieg in den USA, bei dem einzelnen US-Bundesstaaten gegeneinander kämpften. Die Südstaaten traten 1860 aus der Union der Vereinigten Staaten aus und gründeten die Konföderierten Staaten von Amerika (kurz: CSA). Diese Abtrünnigkeit ließen die Nordstaaten (Union) nicht zu, weshalb es zum Krieg zwischen Nord- und Südstaaten kam. Man kann den Sezessionskrieg deshalb auch als Rückeroberungskrieg der Nordstaaten oder als missglückten Unabhängigkeitskrieg der Südstaaten bezeichnen.

Warum wird der Amerikanische Bürgerkrieg als Sezessionskrieg bezeichnet?

Sezession bedeutet Abspaltung. Der Bürgerkrieg in den USA begann durch den Austritt bzw. der Abspaltung der Südstaaten aus der Union. Deshalb wird der Krieg auch als Sezessionskrieg bezeichnet.

Warum erklärten die Südstaaten 1861 ihre Sezession?

1860 wird Abraham Lincoln als 16. Präsident der USA gewählt. Er war der erste US-Präsident aus den Reihen der Republikanischen Partei, welche erst 1854 gegründet worden war.

Lincoln lehnte die Sklaverei ab, wodurch er zum entschiedenen Gegner der sklavenhaltenden Südstaaten wurde. Bereits am 20. Dezember 1860 erklärte South Carolina als erster Bundesstaat seinen Austritt aus der Union. Doch auch alle anderen Südstaaten der USA lehnten Lincoln als ihren Präsidenten ab und traten deshalb 1861 ebenfalls aus der Union aus.

Wade Hampton III., Bildlizenz: gemeinfrei - keine Änderungen

Wade Hampton III. war ein bedeutender Plantagenbetreiber aus South Carolina und zugleich US-Senator des Bundesstaates

Wie beeinflusste die Sklavenfrage den amerikanischen Bürgerkrieg?

Die Sklavenfrage teilte die USA in zwei Lager. Denn die Nordstaaten verurteilten die Sklaverei, während die Südstaaten ohne Sklaverei wirtschaftlich nicht überlebt hätten. Als dann Abraham Lincoln als Präsident gewählt wurde, schieden die Sklavenstaaten 1860/61 aus der Union aus. Dieses Ausscheiden war die Ursache des Bürgerkrieges.

Während des ganzen Bürgerkriegs ging es für Lincoln nur darum, die Konföderierten Gebiete (Südstaaten) zurückzuerobern und nicht darum, überall die Sklaverei abzuschaffen. Die Sklavenfrage war demnach, der entscheidende Grund – warum sich einige Südstaaten von der Union lossagten. Aber sie war nicht primäre Ursache bzw. Zweck des Bürgerkrieges und auch kein Kriegsziel der Unionsstaaten.

Warum spalteten sich Nord- und Südstaaten bei der Sklavenfrage?

Im Zuge der Frontier-Zeit in den USA kamen neue US-Staaten hinzu bzw. wurden in die Union aufgenommen. Und die Amerikaner standen vor der Frage, ob diese Staaten die Sklaverei ablehnen oder befürworten sollten. Dies teilte die bisherigen US-Bundesstaaten in zwei Lager: die Sklavenstaaten im Süden wollten, dass die neuen US-Bundesstaaten ebenfalls Sklavenstaaten seien. Und der sklavenfreie Norden wollte keine weitere Sklavenstaaten mehr aufnehmen.

Ein US-Präsident, welcher die Sklaverei abschaffen wollte, hätte die Pflanzer ruiniert. Weiterhin sahen die Pflanzer im Süden auch ihr eigenen Leben und das ihrer Familie in Gefahr, wenn die Sklaverei verboten werden würde. Denn dies hätte Unruhen hervorgebracht, da dort mehr Afroamerikaner lebten als Pflanzer. Enormes Sicherheitspersonal wurde bezahlt, um einen möglichen Sklavenaufruhr im Keim zu ersticken.

Sämtlicher Pflanzer lebten in Angst, dass ihnen nachts die Kehlen durchgeschnitten werden. Das System des Sklavenapparats funktionierte nur, weil die Pflanzer politische und wirtschaftliche Macht hatten – die sie schützte. Ein US-Präsident, welcher die Sklaverei abschaffen will, hätte ihre Machtbasis und somit auch ihr Leben gefährdet.

Welche wirtschaftlichen Unterschiede gab es zwischen Nord und Südstaaten vor dem Krieg?

Im Norden setzte man auf Industrie und brauchte gut ausgebildete Arbeiter. Das Zeitalter der Industriellen Revolution war angebrochen und die US-Betriebe wollten mithalten. Doch die Sklaverei des Südens verhinderte, dass man Afroamerikaner ausbilden und an Maschinen einsetzen konnte. Demnach entstand ein Arbeitskräftemangel, welcher durch das Ende der Sklaverei behoben werden konnte.

Samuel Slater, Bildquelle: gemeinfrei - keine Änderungen

Samuel Slater, ein Textil-Unternehmer aus Massachusetts, brachte eine Spinning Jenny aus Großbritannien mit und machte als einer der ersten industrielle Fertigung in den USA möglich

Im Süden lebte man von Landwirtschaft und den Export über die Weltmärkte und brauchte Sklaven für die Massenproduktion von Agrarprodukten.

Wie entwickelte sich die Sklavenwirtschaft bis zum Sezessionskrieg?

Der Süden der USA wurde reich durch Sklavenplantagen. Im Norden wusste man bereits, dass die Sklavenhaltergesellschaft überholt sei. Denn Sklaven kosten Geld – in Form von Anschaffungskosten, Unterbringung, Kleidung und Verpflegung.

Dieses System lohnt sich, wenn man Menschen zu einer ganz bestimmten Arbeit zwingen will. Diese Arbeit musste stupide und jeden Tag gleich sein. Hätte man die Sklaven für den Umgang an Maschinen ausgebildet, müsste man sie von der Plantagenarbeit abziehen – was die Überlebensfähigkeit der Plantage gefährdet hätte.

Die Plantagenbesitzer im Süden standen enorm unter Kostendruck, mussten Massenware produzieren und ihre Agrarprodukte für den Welthandel anbieten. Nur durch Massenproduktion konnten die Pflanzer auf dem Welthandelsmarkt bestehen, Preise mitgestalten und kostengünstiger als in Indien sein. Aber für eine solche Massenproduktion brauchte man Sklaven und zwar massenhaft.

Aber diese Bedingungen änderten sich rapide, als Großbritannien 1807 den Sklavenhandel verbot. Danach konnten keine englischen Sklavenschiffe mehr an den Küsten von Amerika landen. Dieses politische Manöver war geschickt, da Großbritannien wusste, dass die Volkswirtschaft der USA ohne Sklaven nicht funktionieren würde.

Frankreich schaffte den Sklavenhandel 1848 ab, wodurch sich der Druck auf die Plantagenwirtschaft in den USA nochmals erhöhte. Spätestens jetzt waren Sklaven eine mangelnde Ressource, wodurch die Anschaffungskosten enorm in die Höhe schossen.

Und schließlich war es soweit, dass auch die USA die Sklaverei abschaffen wollten, da dieses System sie langfristig wirtschaftlich ruiniert und politisch isoliert hätte.

Welche politischen Konflikte führten letztlich zum Bürgerkrieg in den USA?

Wie bereits angedeutet, begann die USA nach ihrer Unabhängigkeit (1776), eine Expansionspolitik in den Wilden Westen zu betreiben. Die Ideologie der Manifest Destiny sah vor, dass die amerikanische Sache so glorreich war, dass diese nach Westen getragen werden müsse.

Die Folgen der expansiven Siedlungspolitik waren Indianerkriege, aber auch der Gewinn von Grenzland (Frontier). Im Grenzland kam es zu einem stets wiederkehrenden Muster. Das Land wurde besiedelt. Dann wurden dort Verwaltungsstrukturen aufgebaut und letztlich wurde das Territorium als neuer US-Bundesstaat in die Union aufgenommen. So verschob sich die Grenze der USA von Osten nach Westen jedes Jahr um etwa 25 km.

Doch die neu aufgenommenen Staaten sollten entweder Sklaven- oder Sklavenfreie Staaten sein. Dies wurde zum Konflikt. Denn die Sklavenstaaten im Süden befürchteten, durch die Aufnahme von neuen sklavenfreien Staaten, im US-Senat immer mehr politische Macht zu verlieren. Deshalb wollten sie unbedingt, dass neue Sklavenstaaten in die Union aufgenommen werden. Die Nordstaaten waren aus genannten Motiven dagegen.

Als dann 1820 das in den Norden reichende Missouri-Territorium als Sklavenstaat Missouri in die Union aufgenommen werden sollte, kam es zu einer weitreichenden politischen Debatte zwischen den Nord- und Südstaaten. Man einigte sich auf den Missouri-Kompromiss, wodurch Missouri als Sklavenstaat in die Union aufgenommen wurde, während jeder neue Staat nördlich der Compromise Line (36° 30′ Breitengrad) sklavenfrei werden sollte.

Die Linie des Missouri-Kompromisses von 1820, Bildnachweis: Von MarzenaJani - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=31138973

Die Linie des Missouri-Kompromisses von 1820

Das politische Ungleichgewicht zwischen Nord- und Südstaaten spitzte sich immer weiter zu, bis 1860/61 die Regierungen der Südstaaten ihren Austritt aus den USA erklärten. Sie gründeten die Konföderierten Staaten von Amerika. Es kam zum Amerikanischen Bürgerkrieg (1861-1865), welchen die Nordstaaten (Unionsstaaten) gewannen.

Welche Rolle spielte Abraham Lincoln?

Abraham Lincoln ist die zentrale Figur des Amerikanischen Bürgerkriegs. Denn seine Wahl zum US-Präsidenten löste die Sezession aus, welche letztlich die Ursache des Amerikanischen Bürgerkriegs war. Während der Kriegsjahre führte er die Unionsstaaten militärisch und politisch durch den Krieg. Seine Emanzipationsproklamation und der 13. Verfassungszusatz legten den Grundstein für die Abschaffung der Sklaverei.

Porträt von Abraham Lincoln

Porträt von Abraham Lincoln

Lincolns Präsidentschaft war der Grund für die Sezession

Als Abraham Lincoln im Jahr 1860 ins Amt des US-Präsidenten gewählt wurde, trat im Dezember der US-Staat South Carolina aus der Union aus. Der Grund für den Austritt war, dass Lincoln aus der Republikanischen Partei stammte und ein strikter Gegner der Sklaverei war. Letztlich wurden die Republikaner 1856 als Partei gegen die Ausbreitung der Sklaverei gegründet.

Lincolns zu späte Amtseinführung führte zur Gründung der Konföderierten

Lincolns Amtseinführung geschah am 4. März 1861. Bis dahin waren ihm die Hände gebunden, weshalb er auch nicht rechtlich oder militärisch gegen den Austritt South Carolinas vorgehen konnte. Sein Vorgänger war James Buchanan. Dieser blieb untätig, obwohl er anerkannte, dass die Sezession illegal war. Aber aus der Sicht von Buchanan fehlte es an der verfassungsrechtliche Handhabe, um militärisch gegen South Carolina vorgehen zu können.

Von dieser Untätigkeit eines US-Präsidenten ermutigt, treten weitere Südstaaten aus der Union aus. Zuerst Mississippi am 9. Januar, gefolgt von Florida am 10. Januar, Alabama am 11. Januar, Georgia am 19. Januar und schließlich Louisiana am 26. Januar. Am 1. Februar tritt Texas aus der Union aus und am 4. Februar werden die Konföderierten Staaten von Amerika gegründet.

Lincolns Amtseinführung sollte Versöhnung schaffen

Als Abraham Lincoln am 4. März sein Amt als Präsident der USA antritt, kündigt er an, dass er keine militärische Gewalt gegen die Südstaaten favorisiere, sein Amt ihn aber dazu zwinge, einer Spaltung der Union entgegenzutreten.

Am Tag von Lincolns Amtseinführung wird in den Konföderierten Staaten die Stars and Bars Flagge eingeführt. Im März wird die Verfassung der Konföderierten verabschiedet, welche sich von der US-Verfassung kaum unterscheidet. Lediglich die Sklaverei, die Rechte der Mitgliedsstaaten sowie der parlamentarischen Budget- und Besteuerungskontrolle sind entschiedener formuliert.

Stars and Bars Flagge der Konföderierten von März bis Mai 1861, Bildnachweis: gemeinfrei - keine Änderungen vorgenommen

Stars and Bars Flagge der Konföderierten von März bis Mai 1861

Lincolns oberstes Ziel im Bürgerkrieg

Am 12. April beginnt der Amerikanische Bürgerkrieg durch den Angriff auf Fort Sumter. Lincolns oberstes Ziel im Bürgerkrieg war die Wiederherstellung der Union. Um dies zu erreichen, ernannte er Ulysses S. Grant zum General, welcher letztlich den Unionssieg herbeiführte.

Während des Krieges schaffte es Lincoln die Streitigkeiten zwischen den einzelnen Unionsstaaten beiseite zu schieben und alle auf das gemeinsame Ziel (Wiederherstellung der Union) einzustellen.

Präsident Abraham Lincoln besucht Truppen der Unionsarmee in City Point, Virginia, 1865, Lithografie nach einem Gemälde von Gustav Bartsch

Abraham Lincoln besucht die Unionsarmee

Lincoln als Symbolfigur

Lincoln hielt die amerikanische Unabhängigkeitserklärung für den Maßstab seines politischen Handelns und auch für den Maßstab, an welchen die USA gemessen werden sollten. In diese Erklärung wurden erstmals Menschenrechte von staatlichen Akteuren formuliert, welche in der US-Verfassung und den Bill of Rights in politische Rahmenbedingungen gegossen wurden.

Die Verurteilung der Sklaverei war für Abraham Lincoln eine Konsequenz, welche die Gründerväter nicht gezogen haben, die er aber nun nachholen wollte. Für viele Amerikaner ist Lincoln deshalb ein moralisches Vorbild, eine Symbolfigur der Nation und wird – obwohl zeitlich nicht passend – zu den Gründervätern der USA gezählt.

Was war der endgültige Auslöser für den Sezessionskrieg?

Am 12. April 1861 – also rund sechs Wochen nach Lincolns Amtseinführung – greifen die Konföderierten das Fort Sumter in South Carolina an. Dem Angriff ging ein monatelange Belagerung voraus.

Als South Carolina am 20. Dezember 1860 aus der Union ausschied, begann wenig später die Belagerung von Fort Sumter durch die Konföderierten aus South Carolina. Am 9. Januar 1861 sollten 80 Soldaten der Union zum Fort geschickt werden, um es zu verstärken. Die Konföderierten schickten daraufhin eine 6.000 starke Miliz, um dies zu verhindern.

Als ein Versorgungsschiff der Union, welches von Kriegsschiffen begleitet wurde, zum Fort geschickte wurde – erteilte Jefferson Davis (Präsident der Konföderierten) den Befehl, das Fort sofort einzunehmen. Deshalb begann am 12. April um 4:30 Uhr der Beschuss des Forts. Am Folgetag ergab sich der Garnison dem Feuergefechten der Konföderierten.

Nationaldenkmal Fort Sumter in South Carolina

Nationaldenkmal Fort Sumter in South Carolina

Diese erste Niederlage der Union löste den Amerikanischen Bürgerkrieg letztlich aus. Denn Abraham Lincoln ordnete am 15. April die Mobilmachung von 75.000 Soldaten an, woraufhin sich weitere Südstaaten von der Union lossagten und zu den Konföderierten wechselten.

Was war die Emanzipationsproklamation?

Die Emanzipationsproklamation war eine Erklärung, welche Abraham Lincoln am 1. Januar 1863 erlassen hatte. Diese Proklamation erklärte 3,5 Mio. Sklaven in den Konföderierten Staaten zu freien Menschen. Diese Freiheit konnten sie erlangen, sobald sie von ihren Sklavenplantagen entkamen und die Linien zum Unionsgebiet überquerten. Fortan waren sie dauerhaft frei.

Gruppe von 21 Afroamerikanern, Band of 107th U.S. Colored Infantry', Arlington, Virginia, Foto von William M. Smith (1865), Bildnachweis: Everett-Sammlung/shutterstock.com

Gruppe von 21 Afroamerikanern, Band of 107th U.S. Colored Infantry‘, Arlington, Virginia, Foto von William M. Smith (1865)

Mit dieser Proklamation verfolgte Lincoln drei Ziele. Das erste Ziel war es, ausländische Unterstützer für die Sklavenhalterstaaten mundtot zu machen. Sein zweites Ziel bestand darin, einen Sklavenaufstand in den Konföderierten Staaten zu entfachen und so deren Wirtschaftskraft erheblich zu treffen.

Das dritte Ziel diente seiner Wiederwahl im Jahr 1864, da sich mit der Emanzipationsproklamation seine Chancen für eine erneute Präsidentschaft deutlich erhöhen ließen. Letzteres funktionierte auch. Die Rebellion und Sklavenbefreiung blieb allerdings aus.

Im Ausland galten Großbritannien und Frankreich als Unterstützer der Sklavenstaaten, da sie wirtschaftlich mit ihnen verflechtet waren. Durch die Emanzipationsproklamation griffen sie aber nie aktiv in den Krieg ein, da deren Regierungen nicht erklären konnten – wie sie die Sklaverei ablehnen und zugleich die Südstaaten militärisch unterstützen können.

Nach der Emanzipationsproklamation durften Afroamerikaner offiziell im Bürgerkrieg dienen. Somit kämpften ab 1863 etwa 180.000 schwarze Soldaten im Krieg. Sie bildeten etwa 10 Prozent der Unionsarmee

Colored Soldiers Monument in Frankfort, Kentucky, Bildlizenz: gemeinfrei - keine Änderungen vorgenommen

Das Colored Soldiers Monument in Frankfort, Kentucky erinnert an Angehörige der afroamerikanischen United States Colored Troops, welche am Sezessionskrieg teilgenommen haben

Wer war Robert E. Lee und warum kämpfte er für den Süden?

Robert Edward Lee war bis 1861 Oberst der US-Armee und wurde während des Bürgerkriegs der erfolgreichste General der Konföderierten Staaten.

Porträt von Robert Edward Lee, Bildnachweis: gemeinfrei - keine Änderungen vorgenommen

Porträt von Robert Edward Lee

In zahlreichen Gefechten, in denen die Konföderierten zahlenmäßig unterlegen waren, ging Robert E. Lee dennoch als Sieger hervor. Dies förderte seinen Ruhm, weshalb er im Januar 1865 zum Oberbefehlshaber des gesamten konföderierten Heeres ernannt wurde. Seine Kapitulation am 9. April 1865 in Appomattox Court House gegenüber Unions-General Ulysses S. Grant gilt als Ende des amerikanischen Bürgerkriegs.

Robert E. Lee wurde 1807 in Virginia geboren. Als dann Virginia aus der Union austrat, fühlte sich Robert E. Lee mehr seinem Heimatstaat verbunden als der Union. Dennoch sah er die Sezession Virginias kritisch. Im Heer von Lincoln hätte er eine Führungsrolle einnehmen können. Denn der einflussreiche Politiker Francis Preston Blair bot ihm am 18. April 1861 das Kommando über das Unionsheer, im Auftrag von Präsident Lincoln, an. Dieses Angebot lehnte Lee ab und wurde stattdessen der Oberbefehlshaber des virginischen Heeres.

In den USA wird Robert E. Lee als ein Kriegsheld gefeiert, da er sich nach dem Bürgerkrieg für eine Versöhnung beider Parteien einsetzte. Zahlreiche Denkmäler wurden ihm gewidmet. In den letzten Jahren wurden allerdings die Stimmen lauter, welche Lees offene Haltung in der Sklavenfrage kritisch sehen. Deshalb gab es Initiativen in den USA, die Denkmäler abzubauen. Dies führte zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen konservativen und liberalen US-Amerikanern.

Robert E. Lee Memorial Church, Bildnachweis: Galleria Laureata / Shutterstock.com

Robert E. Lee Memorial Church, Lexington

Wie war der Alltag der Soldaten im Bürgerkrieg?

Die meisten Soldaten starben im Sezessionskrieg nicht durch feindliche Kugeln sondern durch Krankheiten. Häufigste Krankheiten waren Dysenterie, Typhus, Lungenentzündung und Masern. Der Grund für die hohe Sterblichkeit war schlechte Versorgung. So lagen Latrinen zu oft in Wassernähe, was diese Krankheiten förderte.

Neben der Hygiene waren eine schlechte medizinische Versorgung, zu viel Schmutz, schlechtes und eintöniges Essen weitere Krankheitsherde. Die Soldaten saßen oft nur im Lager oder marschierten von einem Feldlager zum nächsten. Die Kriege zwischen den Märschen waren oftmals brutal, äußerst kurz und chaotisch geführt. Dieser Krieg war einer der ersten, in welchem industrielle Waffen genutzt wurden (z. B. Minié-Geschosse).

Minié-Geschoss

Nahaufnahmen von vier verbrauchten Minie-Kugeln aus der Zeit des Bürgerkriegs, diese Geschosse waren die Standardmunition sowohl für die Unions- als auch für die Konföderiertenarmee.

In den Feuerpausen schrieben Soldaten häufig Briefe an ihre Verwandten oder spielten Karten im Lager. In Zeitungen wurde über das Kriegsgeschehen berichtet. So war der Amerikanische Bürgerkrieg einer der ersten Kriege, welcher fotografisch dokumentiert wurde.

Foto aus dem Lager der Unionsarmee (1862)

Foto von Alexander Gardner aus dem Lager der Unionsarmee (1862)

Welche Strategie verfolgte General Grant im letzten Jahr des Sezessionskriegs?

Die Strategie von General Ulysses S. Grant im letzten Kriegsjahr war eindeutig. Der Feind sollte zermürbt werden. Denn er wusste, dass die Unionstruppen bessere und mehr Ausrüstung hatten und logistisch besser aufgestellt waren. Um sein Ziel zu erreichen, nutzte General Grant sämtliche Infrastruktur des Nordens (Eisenbahn, Nachschubwege, große Truppenreserven).

Porträt von Ulysses S. Grant auf einem Fünfzig Dollar Schein, Bildnachweis: Trekandshoot/shutterstock.com

Porträt von Ulysses S. Grant auf einem Fünfzig Dollar Schein

Abnutzung und Dauerdruck

Im Mai 1864 startete der Überland-Feldzug von Ulysses S. Grant, bei dem er die virginische Armee von Lee isolieren und in einen Abnutzungskampf ausbluten lassen wollte. Auf allen anderen Feldzügen, für die er den Oberbefehl hatte, aber nicht direkt teilnahm – befahl er eine ständige Offensive.

Fortan setzte er die Konföderiertenarmee unter Dauerdruck, indem er alle Unionsarmeen ständig gleichzeitig angreifen ließ. Dadurch gelang es der Konföderation nicht, sich zu sammeln, die Truppen untereinander zu verschieben und neu zu formieren. Die Armee von Virginia, welche von Robert E. Lee geführt wurde, war somit isoliert.

Belagerung und Isolierung

Als Lee sich dann nach Petersburg zurückzog, begann Grant mit einer monatelangen Belagerung. Dies war entscheidend, da Petersburg der Eisenbahnknotenpunkt und das logistische Herz der Konföderation im Osten war. Über Petersburg liefen Lebensmittel, Munition und Truppenreserven nach Richmond, der Hauptstadt Virginias.

Foto der Unionsarmee vom 9. Juni 1864 bei der Belagerung von Petersburg, Bildnachweis: Everett-Sammlung/shutterstock.com

Foto der Unionsarmee vom 9. Juni 1864 bei der Belagerung von Petersburg

Ohne Petersburg konnte Richmond nicht überleben. Durch die Belagerung von Petersburg brach letztlich die konföderierte Hauptstadt zusammen. Als dann am 2. April 1865 die Konföderierten die Stadt Petersburg aufgaben, war auch Richmond unhaltbar geworden.

Erzwingen einer Kapitulation bei Appomattox Court House

Nachdem Richmond gefallen war, setzte sich Robert E. Lee mit den Resten der Nord-Virginia-Armee in den Süden ab, um sich dort mit der Tennessee-Armee zu verbinden. Bei Appomattox Court House wurden sie allerdings von Grants Truppen eingeholt und umstellt.

Nach kurzen Gefechten suchte Robert E. Lee am 9. April 1865 seinen Kontrahenten auf, um dessen Forderung nach einer Kapitulation nachzukommen. Mit jener Kapitulation endete faktisch der amerikanische Bürgerkrieg mit einem Sieg der Unionsarmee.

Appomattox Court House in Virginia, der Kapitulationsort der Konföderierten, ist heute ein Museum, Bildnachweis: Zack Frank/shutterstock.com

Appomattox Court House in Virginia, der Kapitulationsort der Konföderierten, ist heute ein Museum

Warum gewannen die Nordstaaten den Krieg?

Kriege werden logistisch gewonnen. Wer also mehr Kriegsgeräte in kürzerer Zeit aufbringen und an den richtigen Ort liefern kann, ist klar im Vorteil. Im Folgenden werden die sechs wichtigsten Gründe genannt, weshalb die Nordstaaten den Krieg gewinnen konnte – die aber allesamt massive Auswirkung auf die Logistik und Wirtschaftsleistung hatten.

Mehr Wirtschaftskraft

Kriege werden allgemein durch Wirtschaftskraft gewonnen. Und die Nordstaaten hatten eine neunmal so große Industrieproduktion wie der Süden. Das bedeutet mehr Waffen, mehr Munition, mehr Eisenbahnen, mehr Nahrung, mehr Uniformen und mehr Vorräte.

Der Süden war landwirtschaftlich geprägt und konnte die industrielle Lücke zum Norden nie schließen. Allein die Eisenbahnstrecke des Nordens war dreimal so stark ausgebaut, wie im Süden. Mehr Eisenbahnkilometer bedeutete schnellere und bessere Nachschubwege.

Demographie

Der zweite Faktor, weshalb Kriege gewonnen werden, ist die Demographie. Im Norden lebten 21 Millionen Menschen, während im Süden nur neun Millionen Menschen lebten. Von diesen neun Millionen waren etwa drei bis vier Millionen versklavt. Und Sklaven konnten nicht als Soldaten eingesetzt werden, höchstens für die Gegenseite. Demnach konnte der Norden deutlich mehr Soldaten rekrutieren als der Süden.

Anakonda-Plan

Ein dritter Faktor war der Anakonda-Plan, welcher gleich zu Beginn des Bürgerkrieges vorgestellt wurde. Dieser Plan sah vor, die Küsten und Hafenstädte des Südens zu blockieren. Wie bei einer Anakonda-Schlage sollte der Süden so in den Würgegriff genommen werden.

Anakonda Plan von Winfield Scott, Bildlizenz: gemeinfrei - keine Änderungen

Anakonda Plan von Winfield Scott

Ziel war es, dass der Süden keine Baumwolle oder andere Agrarprodukte mehr exportieren könne, wodurch die Kriegskasse mittelfristig zur Neige gehen sollte. Gleichzeitig konnte der Süden auch keine Munition oder Kriegsgeräte mehr importieren. Die Wirtschaftskraft des Südens sollte somit zum Erliegen kommen – was auch geschah.

Abnutzungsstrategie von Ulysses S. Grant

Der vierte Faktor war die Abnutzungsstrategie von General Ulysses S. Grant im letzten Kriegsjahr (siehe oben). War der Süden sowieso schon geschwächt, wurde er durch den Abnutzungskampf regelrecht zermürbt.

Ein weiterer Offizier der Unionsarmee war William Tecumseh Sherman. Dieser kommandierte den Savannah-Feldzug, welcher auch als Shermans Marsch zum Meer bekannt ist. Bei diesem Marsch von Atlanta nach Savannah legten die Sherman-Unionstruppen etwa 460 km zurück. Auf ihren Marsch hinterließen sie nur verbrannte Erde. Alles was Infrastruktur des Südens war, wurde planmäßig zerstört.

Moralische Legitimation

Der fünfte Faktor war Lincolns Emanzipationsproklamation von 1863. Denn durch die Proklamation konnten Großbritannien und andere europäische Großmächte, welche die Sklaverei verurteilten – aber dennoch wirtschaftlich mit dem Süden verbündet waren, nicht in den Krieg einsteigen.

Der Krieg wurde fortan moralisch gegen die Sklaverei geführt, wodurch die Union internationale Sympathien genoss – während die Sache des Südens international verurteilt wurde. Auch dies hatte Auswirkungen auf Wirtschaft und Logistik, da der Süden fortan wirtschaftlich abgeschnitten war.

Strukturelle Unterschiede

Der sechste Faktor war die innere Zerrissenheit des Südens. Die Einzelstaaten der Konföderierten Staaten von Amerika waren sich uneins, wie sie den Krieg gewinnen konnten. Rivalitäten zwischen den Staaten wurden durch die Blockaden (Anakonda-Plan) noch verschärft, weshalb sie auch ideologisch auseinander drifteten.

Letztlich wurden die Schlachten des Südens durch Robert E. Lee brillant geführt, aber die strukturellen Möglichkeiten der Südstaaten waren zu begrenzt, um dem Norden nachhaltig entgegentreten zu können.

Wie erfolgte die Rekonstruktion nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg?

Die Reconstruction war die Phase nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg, bei dem die Südstaaten wieder in die Union eingegliedert werden sollten. Diese Phase begann 1865, dauerte knapp zwölf Jahre und endete 1877. Sie umfasste den Wiederaufbau der Südstaaten, mitsamt der Infrastruktur und eine Neuordnung der Gesellschaft.

Ziel der Rekonstruktion war es, den konföderierten Nationalismus abzuschaffen, die Sklaverei im Süden abzuschaffen und die befreiten Sklaven in die neue Gesellschaftsordnung zu integrieren.

Konkurrierende Ansätze bei der Reconstruction

Für die Wiedereingliederung gab es verschiedene Pläne. Der erste Plan beinhaltete die Besetzung des Südens. Demnach wäre dort ein Militärstaat entstanden und der Norden wäre als Besatzungsmacht aufgetreten. Erst wenn alle Südstaaten gegenüber dem Norden loyal wären, hätte man den Besatzungsstatus aufgegeben. Dieser Plan wurde von radikalen Republikanern vorgeschlagen.

Lincolns Plan für die Reconstruction war deutlich milder. Er befürwortete, dass Südstaatler einen Loyalitätseid leisten müssen und ihnen danach Amnestie gewährt werden würde. Wenn mehr als zehn Prozent der Bevölkerung in einem Südstaat diesen Eid geleistet haben, wird dieser Staat wieder in die Union aufgenommen.

Militärverwaltung im Süden

Ab 1867 kam es dann zur Militärverwaltung im Süden. Dazu wurden die Südstaaten in fünf Besatzungszonen bzw. Militärbezirke eingeteilt. In jedem dieser Bezirke gab es einen Militärgouverneur mit weitreichenden Befugnissen.

Die alten Regierungen des Südens wurden abgesetzt und eine neue Verfassung mit dem 13. Zusatzartikel (Verbot von Sklaverei) wurde nun auch für den Süden verabschiedet. Genauso wurden der 14. Zusatzartikel (Bürgerrechte für alle Rassen) und der 15. Zusatzartikel (Wahlrecht für alle Rassen) verabschiedet.

Während der Besatzung etablierten sich Terrororganisationen wie der Ku-Klux-Klan. Diese übten Terror gegen ehemalige Sklaven und die Besatzungsmacht aus. Ziel war es, den alten Süden, wiederherzustellen.

Kompromiss von 1877 und Ende der Reconstruction

Bei der US Präsidentschaftswahl von 1876 gab es ein umstrittenes Ergebnis. Der Kandidat der Demokraten war Samuel J. Tilden. Dieser hatte die meisten Wählerstimmen erhalten.

Der Kandidat der Republikaner war Rutherford B. Hayes. Und dieser hatte die Mehrheit der Wahlmänner erhalten. Allerdings gab es Berichte aus den Südstaaten, dass zahlreiche Afroamerikaner an der Wahl gehindert wurden. Deshalb setzte der US-Kongress eine Kommission ein, um die Lage zu klären.

Diese Pattsituation war höchst bedrohlich für den Zusammenhalt zwischen Nord- und Südstaaten. Viele befürchteten einen weiteren Bürgerkrieg. Deshalb gab es 1877 einen Kompromiss. Die Demokraten akzeptierten Hayes als Präsidenten, unter der Bedingung, dass die Republikaner ihnen im Süden politische Zugeständnisse machten.

Deshalb wurden die Besatzungstruppen abgezogen und die Rekonstruktion der Südstaaten wurde beendet. In den Parlamenten des Südens kam es zum Machtwechsel zugunsten der Demokraten. Demnach wurde die politische Kontrolle im Süden wieder weitgehend den weißen Demokraten überlassen.

Welche Auswirkungen hatte der Sezessionskriegs auf die afroamerikanische Bevölkerung?

Ursprünglich sollte die Reconstruction (1865-1877) dazu dienen, die afroamerikanische Bevölkerung in den Südstaaten gesellschaftlich und politisch zu integrieren. Doch durch den Kompromiss von 1877 gelangte die weiße Elite wieder in die Südstaatenparlamente. Dadurch wurde zwar die Sklaverei (13. Zusatzartikel) nie wieder eingeführt, aber der 14. und 15. Zusatzartikel (Bürgerrecht, Wahlrecht) wurden zunehmend ausgehöhlt.

Die schwarze Bevölkerung wurde zunächst nur physisch von Wahlen ferngehalten, wodurch ihr Stimmrecht faktisch verloren ging. Durch die Parlamente in den Südstaaten wurden die Afroamerikaner nicht geschützt, während auf den Straßen der Ku-Klux-Klan seinen Terror gegen Schwarze auslebte.

Versammlung des Ku-Klux-Klan, Bildnachweis: Everett Collection / Shutterstock.com

Versammlung des Ku-Klux-Klan

Die zunehmende Unfreiheit der Afroamerikaner im Süden gipfelte in den 1870-er Jahren in der Verabschiedung der Jim-Crow-Gesetze. Diese Gesetze sahen einen klare Rassentrennung vor. Ziel dieser Gesetze war es, den Afroamerikanern ihre durch die Reconstruction zugesicherten Rechte wieder zu nehmen.

In sämtlichen öffentlichen Einrichtungen (Busse, Bahn, Schulen, öffentliche Toiletten, Kaffees usw.) gab fortan eine Rassentrennung, welche durch die Jim-Crow-Gesetze zugelassen wurde. Ein Afroamerikaner durfte keine öffentlichen Plätze aufsuchen, welche für Weiße bestimmt waren. Es gab eine Zweiklassengesellschaft zuerst im Süden, später auch in diversen Mittel- und einigen Nordstaaten.

Diverse Begleitgesetze schlossen die meisten Afroamerikaner vom Wahlrecht aus. Somit wurden die Jim-Crow-Gesetze für Schwarze nie abwählbar und die Vereinigten Staaten wurde weiterhin von Weißen Männern dominiert.

Welche Folgen hatte der Amerikanische Bürgerkrieg für die amerikanische Gesellschaft?

Zwischen Nord- und Südstaaten der USA verläuft heute eine klare Trennlinie, welche sich wirtschaftlich, politisch, kulturell und ideologisch äußert. Der Grundstein für ein solches Nord-Süd-Gefälle wurde bereits vor dem Amerikanischen Bürgerkrieg gelegt, aber durch die Kriegsjahre zusätzlich zementiert.

Lost Cause Ideologie

Im Süden entstand eine Lost-Cause-Ideologie (deutsch: die verlorene Sache), welche die konföderierte Sache als glorreich, heroisch und patriotisch erzählt. Demnach sei die Sklaverei eine Gesellschaftsform gewesen, welche moralisch gut bzw. gerecht war und außerdem Wohlstand einbrachte. Die Sklaven lebten, laut dieser Ideologie, in ihrer natürlichen Daseinsform und waren ebenfalls glücklich.

Anhänger dieser Ideologie betonen die ritterlichen Tugenden des Alten Südens und betrachten den Bürgerkrieg gegen die Union als Kampf zum Schutz ihrer Lebensweise. Diese Ideologie spaltet die Vereinigten Staaten in ein Nord-Süd-Gefälle. Es führt zu ideologischen Konflikten im Schulunterricht, bei der Auswahl der Flagge und bei der historischen Verantwortung.

Konföderierte Flagge der Südstaaten

Die Konföderierte Flagge der Südstaaten ist Ausdruck der Lost Cause Ideologie

Waffengesetze und andere politische Konfliktherde

In sämtlichen anderen Fragen der Gegenwart gibt es ebenfalls eine klare Nord Süd Trennlinie, welche auf die Bürgerkriegszeit zurückgeht. So etwa bei den Waffengesetzen, bei Gesetzen zur Religionsfreiheit und sozialen Programmen zur Gleichschaltung von Minderheiten.

Politische Veränderungen

Der Ausgang des Bürgerkriegs änderte auch das politische Gleichgewicht im US-Kongress. So wurde der Kongress bis zur Abspaltung der Südstaaten vom Süden dominiert. Dies äußerte sich insbesondere darin, dass die Mehrheit der US-Präsidenten, der Sprecher des Repräsentantenhauses und der obersten Richter am Supreme Court aus den Sklavenhalterstaaten stammten.

Nach dem Krieg bekleidete fünfzig Jahre lang kein Südstaatler mehr das Amt des US-Präsidenten (Woodrow Wilson, ab 1912).

Die Republikaner gewannen nach dem Krieg deutlich an Auftrieb. Erst zwanzig Jahre nach dem Bürgerkrieg konnte sich mit Grover Cleveland wieder ein Demokrat zum Präsidenten aufstellen lassen.

Bis Ende der 1960-er Jahre war der Süden demokratisch geprägt, während der Norden republikanisch war. Als dann demokratische Bürgerrechtler, wie John F. Kennedy oder Lyndon B. Johnson, damit begannen die Bürgerrechte von Schwarzen zu unterstützen, war es vorbei mit dem demokratischen Süden.

Viele Südstaatler betrachteten die Verabschiedung des Civil Rights Act (1964) durch Lyndon B. Johnson, welches die Rassentrennung in öffentlichen Einrichtungen für illegal erklärte, als demokratischen Verrat am Alten Süden. Es war dann ebenfalls Präsident Johnson, welcher das Voting Rights Act (1965) auf den Weg brachte, welche das diskriminierende Wahlrecht aushebelte. So wurden die Jim-Crow-Gesetze nicht abgeschafft, aber für illegal erklärt.

Heute wählen im Süden die meisten Menschen die Republikaner, da diese eher konservativ zum Waffenrecht und der Religionsfreiheit stehen. Der Norden wählt häufiger die Demokraten. In den sogenannten Swing States wählen die Menschen mal mehr demokratisch und mehr republikanisch. Dort entscheidet sich meist die Präsidentschaftswahl.

Welche Folgen hatte der amerikanische Bürgerkrieg auf die US-Verfassung?

In der US-Verfassung wurden drei Zusatzartikel aufgenommen. Der 13. Verfassungszusatz vom 18. Dezember 1865 schaffte die Sklaverei endgültig ab. Im 14. Zusatzartikel (1868) wurden die Bürgerrechte jedes Einzelnen, auch der Afroamerikaner, gestärkt. Jeder Mensch sollte vor dem Gesetz gleich sein, heißt es im Verfassungszusatz. Der 15. Verfassungszusatz (1870) garantiert jedem US-Bürger ein Wahlrecht, unabhängig von Rasse oder Ethnie.

Außerdem wuchs die USA als Staat mehr zusammen. Waren die Vereinigten Staaten vor dem Krieg mehr ein Staatenbund, bestehend aus Einzelstaaten, so wurde die Verfassung so geändert, dass die Zentralregierung gestärkt wurde. Dadurch wuchs man mehr als Einheitsstaat zusammen als von den Gründervätern vorgesehen war. Diese Änderungen war aber notwendig. Denn fortan war der Austritt aus der USA etwas Illegales. Die Autorität der Bundesregierung war fortan noch größer als die Autorität der Einzelstaaten.


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