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Unabhängigkeitserklärung der USA


Nahaufnahme der US-Unabhängigkeitserklärung

Die Unabhängigkeitserklärung der USA ist das Gründungsdokument der Vereinigten Staaten von Amerika. Mit diesem Dokument gaben die Dreizehn Kolonien Nordamerikas ihre Unabhängigkeit von Großbritannien bekannt.

Verabschiedet wurde diese Erklärung auf dem zweiten Kontinentalkongress am 4. Juli 1776. Dieser Kongress fand inmitten des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges (1775-1783) statt. Am Ende des Krieges akzeptierte Großbritannien die Unabhängigkeit der Dreizehn Kolonien, welche 1788 ihre erste gemeinsame Verfassung verabschiedeten.

Obwohl diese amerikanische Verfassung erst ein Jahr später (1789) in Kraft trat, wird die Verabschiedung der Unabhängigkeitserklärung als die eigentliche Geburtsstunde der USA bezeichnet. Die 56 Unterzeichner der Unabhängigkeitserklärung werden demnach als Gründungsväter der USA bezeichnet.

Inhalt

Steckbrief

Historisches Gemälde zur Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung der USA

Historisches Gemälde zur Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung der USA


Unabhängigkeitserklärung der USA
Originaltitel:The unanimous Declaration of the thirteen united States of America
Alternativtitel:Declaration of Independence
Verfasser:Komitee der Fünf: Thomas Jefferson (Hauptautor), John Adams, Benjamin Franklin, Robert Livingston und Roger Sherman
Zweck:Formelle rechtliche Begründung für die Verabschiedung der Lee-Resolution, welche feststellte, dass die Briten keine Regierungsgewalt mehr über die Dreizehn Kolonien hatten (Loslösung der Kolonien von Großbritannien).
Anfertigung:Vom 11. Juni bis 28. Juni 1776
Ratifizierung:4. Juli 1776 auf dem Zweiten Kontinentalkongress in Philadelphia
Unterzeichnet:2. August 1776 während des Zweiten Kontinentalkongress durch 56 Delegierte aus den Kolonien (Gründerväter der USA)
Eingebettet:Amerikanische Revolution (seit 1763) und Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg (seit 1775)
Weg zur Unabhängigkeitserklärung
19. Apr. 1775Die Gefechte bei Concord und Lexington lassen die Amerikanische Revolution zum Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg eskalieren.
10. Mai 1775Der zweite Kontinentalkongress beginnt in Philadelphia, Pennsylvania. Der Kongress findet bis zum 12. Dezember 1776 in Philadelphia statt. Nächster Versammlungsort ist Baltimore, Maryland - bevor der Kongress am 5. März 1777 nach Philadelphia zurückkehrt.
Mai 1776Die Virginia-Kolonie erklärt sich als erste Kolonie Nordamerikas unabhängig von Großbritannien
12. Juni 1776Die Virginia Declaration of Rights (Grundrechte Virginias) werden verabschiedet.
2. Juni 1776 Richard Henry Lee (Delegierter aus Virginia) wirbt auf dem Kontinentalkongress in Philadelphia für eine gesamtamerikanische Unabhängigkeit. Diese Lee-Resolution wird am 2. Juni vom Kongress verabschiedet. Damit ist die Unabhängigkeit beschlossene Sache.
11. Juni 1776Der Kongress ernennt das Komitee der Fünf, deren Mitglieder eine offizielle Unabhängigkeitserklärung schreiben sollen. Die Erklärung verfolgt den Zweck die Unabhängigkeit, welche durch die Lee-Resolution beschlossen wurde, nun auch rechtlich zu begründen.
28. Juni 1776Der Entwurf der Unabhängigkeitserklärung ist abgeschlossen.
4. Juli 1776Die Unabhängigkeitserklärung wird von zwölf der Dreizehn Kolonien angenommen (New York enthält sich).
4./5. Juli 1776Der Dunlap-Druck wird in der Nacht freigegeben. Dieser Druck veröffentlicht die Unabhängigkeitserklärung für die Parlamente in den Kolonien, fürs Militär und für die Presse.
19. Juli 1776Der Kontinentalkongress beschließt, dass es eine feierliche Pergamentfassung der Unabhängigkeitserklärung geben sollte (engrossed copy).
2. Aug. 1776Die engrossed copy wurde vom Kongressschreiber Timothy Matlack säuberlich abgeschrieben und den Delegierten des Kontinentalkongresses vorgelegt.

Diese als Matlack-Declaration bekannte Pergament-Version der Unabhängigkeitserklärung wird von 56 Delegierten der Dreizehn Kolonien unterschrieben.
3. Sept. 1783Der Frieden von Paris beendet den Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Großbritannien akzeptiert die vollständige Souveränität der Dreizehn Kolonien, welche sich fortan als Vereinigten Kolonien Nordamerikas bezeichnen.
17. Sept. 1787Die US-amerikanische Verfassung wird verabschiedet.
4. März 1789Inkrafttreten der amerikanischen Verfassung (offizielle Gründung der USA).
1930-er JahreIn den National Archives in Washington, D.C. wird die Matlack‑Ausfertigung als offizielle Originalfassung der Unabhängigkeitserklärung ausgestellt.

Ausstellung im National Archives in Washington, D.C., Ausstellungsort der Unabhängigkeitserklärung, der Bill of Rights und der Verfassung im Raum "Charter of Freedom", Bildnachweis: PT Hamilton / Shutterstock.com

Ausstellung im National Archives in Washington, D.C., Ausstellungsort der Unabhängigkeitserklärung, der Bill of Rights und der Verfassung im Raum „Charter of Freedom“

Was ist die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten?

Die Unabhängigkeitserklärung ist eine Bekanntgabe der Dreizehn Kolonien Nordamerikas, sich von britischen Mutterland loszusagen. Besonders war, dass die Erklärung eine einstimmige Bekanntmachung aller Dreizehn Kolonien war. Es gab demnach in keiner Kolonie eine abweichende Haltung. Rückblickend wird der Text als das Gründungsdokument der USA bewertet, auf welches sich alle Dreizehn Kolonien verständigen konnten.

Warum wurde die Unabhängigkeitserklärung verfasst?

Die Kolonien verfassten die Unabhängigkeitserklärung, um sich von Großbritannien zu lösen. Jene Loslösung begann spätestens 1764 nach dem Siebenjährigen Krieg (1756-1763). Denn Großbritannien versuchte die Kosten des Krieges auf die nordamerikanischen Kolonien umzulegen und erhob verschiedene Steuern.

In Nordamerika kam es daraufhin zu Protesten auf der Straße und zu schriftlichen Ablehnungen in den Parlamenten einiger Kolonien. Zentrales Anliegen der Amerikaner war die Parole: „No taxation without representation“. Dies bedeutet: „keine Steuern ohne Repräsentation im Parlament“.

So sahen sich viele Kolonisten nicht im englischen Parlament repräsentiert, da sie deren Abgeordnete nie gewählt hatten. Stattdessen hatten sie eigene Parlamente in den Kolonien. Und falls jemand Steuern für irgendeine der Dreizehn Kolonien erheben dürfe, dann nur das gewählte Parlament in den Kolonien. Es fehlte also die politische Teilhabe und Mitbestimmung.

Mit Einführung des Stamp Act (1765) wurden die Spannungen derart erhöht, dass öffentliche Proteste in eine tiefe Ablehnung der englischen Monarchie übergingen. Es folgten politische Aktionen auf der Straße gegen Steuereintreiber und politische Hetzreden gegen die Krone in den Parlamenten.

Ein Höhepunkt der Amerikanischen Revolution war die Boston Tea Party im Dezember 1773, als die Aktivistengruppe Sons of Liberty über dreihundert Kisten englischen Tees in den Hafen von Boston schmissen.

Die englische Krone reagierte mit Zwangsgesetzen gegen die Kolonien und mit politischer Verfolgung der Aufständischen. Daraufhin wurde 1774 der erste Kontinentalkongress abgehalten. Auf diesem Kongress einigten sich alle Dreizehn Kolonien darauf, zukünftig gemeinsam und als Einheit aufzutreten.

Welche politischen Ursachen führten zum Bruch mit Großbritannien von 1776?

Jene Spannungen eskalierten am 19. April 1775 in den Gefechten von Concord und Lexington. Diese Gefechte waren der Funke für den Amerikanischen Befreiungskrieg (1775-1783). Inmitten dieses Krieges machte sich Virginia formell unabhängig von Großbritannien.

Auf dem Zweiten Kontinentalkongress (1776) warb der Delegierte Richard Henry Lee aus Virginia für eine gemeinsame Unabhängigkeit aller Kolonien. Diese Lee-Resolution wurde auf dem Kongress angenommen und die Unabhängigkeitserklärung war dann die schriftliche Begründung der Lee-Resolution gegenüber der englischen Krone.

Wer hat die Unabhängigkeitserklärung geschrieben?

Der überwiegende Teil der Unabhängigkeitserklärung wurde von Thomas Jefferson, einem Anwalt und Politiker aus der Virginia-Kolonie, verfasst. Weitere Autoren waren John Adams, Benjamin Franklin, Robert Livingston und Roger Sherman. Das Erklärungskomitee, welches historisch als Komitee der Fünf bezeichnet wird, arbeitete ab dem 11. Juni 1776 an der Ausarbeitung des Textes.

Welchen Einfluss hatte die Lee Resolution auf die Unabhängigkeitserklärung?

Die Lee-Resolution war eine Abstimmung über die Unabhängigkeit der Dreizehn Kolonien gegenüber der britischen Kolonialmacht. Abgehalten wurde diese Abstimmung auf dem Zweiten Kontinentalkongress in Philadelphia.

Diese Abstimmung kam am 2. Juli 1776 zu dem Ergebnis, dass die Dreizehn Kolonien unabhängig sein sollten. Insgesamt zwölf der Dreizehn Kolonien stimmten für die Unabhängigkeit. Nur New York enthielt sich, da deren Delegierte nicht mit den entsprechenden Befugnissen ausgestattet waren.

Zwei Tage nach der Abstimmung wurde die Unabhängigkeitserklärung verabschiedet, welche eine schriftliche Begründung des Abstimmungsergebnisses der Lee-Resolution darstellte. Die Lee-Resolution war demnach der rechtliche Akt zur Unabhängigkeit und die anschließende Erklärung war der rhetorische Akt, welcher den rechtlichen Akt auf einer ideologischen und rechtlichen Weise erklärte.

Neben dem Plan zur Unabhängigkeit bestand die Lee-Resolution aus zwei weiteren Teilen. So sollten ausländische Allianzen vorbereitet werden, um eine Gruppe von Unterstützern der amerikanischen Sache aufzubauen. Dazu sollte ein Plan für diplomatische Beziehungen erstellt werden. Dieser Außenpolitik-Plan wurde im September 1776 verabschiedet.

Der dritte Teil der Lee-Resolution widmete sich der Ausarbeitung eines Konföderationsplans, also einem Plan zum Aufbau einer politischen Struktur über alle Dreizehn Kolonien hinweg. Jener Konföderationsplan wurde im November 1777 veröffentlicht und 1781 ratifiziert. Dieser Plan wurde zur Grundlage der amerikanischen Verfassung von 1788.

Wie beeinflusste die Virginia Declaration of Rights die Unabhängigkeitserklärung?

Die Virginia Declaration of Rights wurden als Grundrechte der Virginia-Kolonie während der Amerikanischen Revolution verfasst. Dieses historische Dokument wurde am 12. Juni 1776 im House of Burgesses (Parlament Virginias) verabschiedet. Jener Text wurde zu einer Vorlage der späteren Unabhängigkeitserklärung.

In den Virginia Declaration of Rights macht Autor George Mason deutlich, dass jeder Mensch von Natur aus gleich frei und unabhängig ist. Außerdem hat jeder Mensch ihm innewohnende Rechte. Diese heute als Menschenrechte bekannten Normen wurde von ihm theologisch als auch naturrechtlich begründet.

In der späteren Unabhängigkeitserklärung wurde diese Rechte aufgegriffen und beschrieben, dass das Volk der Vereinigten Staaten den Rang einnehmen, den „die Gesetze der Natur und des Gottes der Natur“ für berechtigt erwähnen.

Ein zentrales Anliegen der Unabhängigkeitserklärung war, dass eine Regierung nur mit Zustimmung der Regierten seine Macht ausüben darf. Somit besitzt eine Regierung ohne die Zustimmung des Volkes kein Recht zur Machtausübung. Und genau dieser Gedanke wurde am 12. Juni 1776 in der Virginia Declaration of Rights bereits verdeutlicht.

Welche Rolle hatte der Zweite Kontinentalkongress?

Nachdem George Mason im Umfeld der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung die Virginia Declaration of Rights verfasst hatte, wurden diese am 12. Juni 1776 in Virginia verabschiedet.

Schon im Mai 1776 erklärte sich Virginia unabhängig und nun sollten auf dem Zweiten Kontinentalkongress die anderen Kolonien nachziehen. Demnach wurde Richard Henry Lee als Delegierter auf den Kontinentalkongress in Philadelphia geschickt, um dort für eine gemeinsame Unabhängigkeit zu werben. Jener Kontinentalkongress war ein übergeordnetes Parlament für alle Dreizehn Kolonien, welche seit dem Ersten Kontinentalkongress (1774) als Staatenbund auftraten.

Die sogenannte Lee-Resolution (benannt nach dem Delegierten) wurde am 2. Juni 1776 auf dem Kongress angenommen. Nun sollte diese Unabhängigkeit-Resolution moralisch und auch rechtlich begründet werden. Die Unabhängigkeitserklärung war demnach eine Begründung der Lee-Resolution, welche auf dem Zweiten Kontinentalkongress angenommen wurde.

Wie ist die Unabhängigkeitserklärung aufgebaut?

Die Unabhängigkeitserklärung besteht aus drei Teilen: Präambel, Anklage und Schlussfolgerung. Alle drei Teile sind eine logische Argumentationskette. Der bekannteste Abschnitt ist der erste (Präambel).

Die Präambel beschreibt, dass jedes Individuum unveräußerliche Menschenrechte besitzt. Außerdem wird beschrieben, dass ein Volk selbst entscheiden kann, wann eine alte durch eine neue Regierungsform ersetzt werden sollte.

Im zweiten Teil wird der König von England bzw. die britische Monarchie angeklagt. Es handelt sich um eine Auflistung von Rechtsbrüchen, welche die englische Krone – nach Meinung der Revolutionäre – begangen haben soll. Im dritten Teil folgt die eigentliche Unabhängigkeitserklärung, welche inhaltlich der Lee-Resolution gleicht.

Welche zentralen Ideen enthält die Erklärung?

Gleichheit

Die Autoren der Unabhängigkeitserklärung stützen ihr Streben auf dem Grundsatz der Gleichheit. Jeder Mensch hat eine angeborene und gleiche Würde. Jene Gleichheit wird nicht von einem Parlament, einer Regierung oder einer Gesellschaft verliehen – sondern ist angeboren und somit naturgegeben.

Unveräußerlichkeit

Jeder Mensch hat Rechte, welche unveräußerlich sind und niemals genommen werden können. Diese nicht verhandelbaren Rechte sind Freiheit, das Recht auf Leben und das Streben nach Glück.

Legitimität

Laut den Autoren der Unabhängigkeitserklärung existiert eine Regierung nur, damit die oben genannte Rechte staatlich geschützt werden. Demnach erhält ein Parlament oder ein Monarch seine Legitimität durchs Volk, behält diese aber nur – wenn sie die Rechte der Bevölkerung beschützen.

Recht auf Widerstand

Falls eine Regierung gegen die Freiheitsrechte der Regierten verstößt, besteht bei den Regierten ein Recht zum Widerstand. Eine bestehende Tyrannis muss abgeschafft werden, um die Rechte der Bevölkerung zu schützen.

Der Tyrannenmord aus der Antike wird hier in der Neuzeit neu verhandelt. Die Bürger haben das Recht und sogar die Pflicht, eine neue Regierung einzusetzen – welche Sicherheit, Freiheit und das Streben nach Glückseligkeit besser schützen kann.

Anklage

Der zweite Teil der Unabhängigkeitserklärung listet diverse Rechtsbrüche von George III. auf. Damit wollen die Autoren zeigen, dass dessen Anspruch auf Herrschaft verwirkt wurde. Diese Anklagepunkte sind sozusagen die Beweise für die vorherigen Ideen.

Feststellung

Die Unabhängigkeitserklärung endet mit einer formellen Unabhängigkeit. Diese Konsequenz ergibt sich als Schlussfolgerung der oben aufgeführten Ideen und der Missachtung der Bürgerrechte durch König George III. (Anklage). Die neu entstandenen Staaten beanspruchen für sich das Recht, Kriege zu führen, Handel zu treiben oder Frieden zu schließen.

Welche Beschwerden richten die Kolonien gegen König George III. von England?

Die Anklagepunkte gegen den englischen König George III. sollen zeigen, dass die Unabhängigkeitserklärung rechtens und deren Durchsetzung sogar eine Pflicht der Kolonisten ist. Denn George III. hat die Freiheitsrechte, das Recht auf Leben und Glückseligkeit – in den Augen der Kolonisten nicht hinreichend geschützt oder sogar missachtet. Hier die wichtigsten Anklagen:

  • George III. hat sich geweigert, notwendigen Gesetzen zuzustimmen.
  • Der britische König hat die Arbeit der Kolonialparlamente behindert und deren Aufhebung unrechtsmäßig durchgesetzt.
  • Die englische Krone hat die Einwanderung in die Kolonie behindert.
  • George III. hat die Rechtsprechung behindert und korrumpiert.
  • Zudem wurde der Handel behindert und die Bürokratie unnötigerweise vergrößert.
  • Trotz Friedenszeiten wurde ein stehendes Heer in den Kolonien unterhalten.
  • Die Regierung hat unrechtmäßig die Einquartierung britischer Truppen in Häusern der Kolonisten befohlen.
  • Der britische König hat einen Krieg gegen die eigene Bevölkerung in den Kolonien begonnen und ausländische Söldner ins Land gebracht.
  • Und schließlich hat der englische Staat die Indianer aufgewiegelt, um gegen die Grenzbewohner einen Krieg zu beginnen, bei dem auch Frauen und Kinder niedergemetzelt wurden.

Der erste Teil der Anklagen erläutert die Umstände, welche zur Amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung führten. Die hinteren Anklagepunkte verweisen auf den Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, bei dem hessische Söldner und Indigene gegen die Kolonisten eingesetzt wurden.

Wer hat die Erklärung unterschrieben?

Unterschrieben haben die Unabhängigkeitserklärung insgesamt 56 Delegierte aus allen Dreizehn Kolonien. Diese Delegierten werden als Gründerväter der USA bezeichnet.

Doch zu den Gründungsvätern gehören auch diejenigen, welche die Verfassung der Vereinigten Staaten von 1788 unterzeichneten. So ist bspw. George Washington der Inbegriff des amerikanischen Gründungsvaters, da er der erste Präsident der USA war. Aber George Washington gehörte zur Gruppe der Unterzeichner der Verfassung, unterschrieb aber nicht die Unabhängigkeitserklärung.

Die einzige Person, welche sowohl die Unabhängigkeitserklärung als auch die amerikanische Verfassung unterzeichnet hat, war Benjamin Franklin.

Welche Bedeutung hatte John Hancocks Unterschrift?

John Hancock war 1776 ein Delegierter für Massachusetts, aber zugleich auch Präsident des Kontinentalkongresses. Demnach war John Hancock die politische Führungsfigur der Dreizehn Kolonien. In dieser Rolle setzte Hancock als erster seine Unterschrift unter die amerikanische Unabhängigkeitserklärung.

Seine Unterschrift maß 13 cm in der Breite. Demnach war diese Signatur deutlich markanter und breiter als die anderen. Im amerikanischen Englisch wurde sein Name zum Synonym für Unterschrift. So bedeutet: „Please, put your John Hancock here!“ im Deutschen: „Bitte unterschreiben Sie hier!“

Wann wurde die Unabhängigkeitserklärung verabschiedet?

Am 11. Juni 1776 wurde das Komitee der Fünf vom Kontinentalkongress ernannt, um die Unabhängigkeitserklärung zu verfassen. Ziel der Autoren war es, die Lee-Resolution theologisch und naturrechtlich zu begründen.

Bereits am 28. Juni 1776 war die Arbeit weitestgehend abgeschlossen. Ein erster Entwurf wurde dem Kongress vorgelegt, wobei einige Passagen gestrichen wurden.

Am 4. Juli 1776 wurde die Unabhängigkeitserklärung von allen Dreizehn Kolonien angenommen und verabschiedet. Bis heute ist der 4. Juli in den USA ein Feiertag (Independence Day).

Welche philosophischen Quellen nutzte Jefferson beim Schreiben?

Das Schreiben der Unabhängigkeitserklärung fand im Zeitalter der Aufklärung statt. Die meisten Historiker sind sich darüber einig, dass Thomas Jefferson seine philosophischen Vorlagen im Werk von John Locke fand. Doch einige Historiker glauben, dass das Glücksstreben – welches ein zentrales Anliegen der Unabhängigkeitserklärung ist – eher von Francis Hutcheson und Emer de Vattel stammen könnten.

John Locke

John Locke war einer der bedeutendsten Philosophen der Vertragstheorie bzw. des Gesellschaftsvertrages. Dieses Gedankenmodell versucht, die Zweckmäßigkeit einer Staatlichkeit zu begründen.

Den Ausgangspunkt bilden freie Individuen, welche aber aus freiem Willen heraus, sich dazu entschließen, sich einer staatlichen Ordnung zu unterwerfen. Diese Unterwerfung kann auf einer tatsächlichen Zustimmung basieren oder ein hypothetischer Vertrag sein.

Ein solcher Gesellschaftsvertrag ist ein Gedankenexperiment, wonach der Naturzustand des Menschen als defizitär oder als unzureichend empfunden wird, weshalb jeder Einzelne sich einer staatlichen Struktur unterwirft. Aber der Staat muss ein Gewinnversprechen für den Einzelnen abgeben, ansonsten verlieren die Menschen den Glauben an die Rechtmäßigkeit ihrer Unterwerfung.

Für die Ausformulierung der Unabhängigkeitserklärung entnahm Thomas Jefferson diverse Punkte aus Lockes Vertragstheorie eins zu eins. So etwa:

  • dass Menschen natürliche Rechte besitzen,
  • dass Staaten bzw. Regierungen nur existieren – um diese Rechte zu schützen
  • und dass jedes Individuum, sobald der Gesellschaftsvertrag nicht mehr hinnehmbar ist – das Recht zum Umsturz hat.

Thomas Jefferson war ein Fan von Locke. So bezeichnete er Locke als einen der „drei größten Männer, die je gelebt hatten“.

Thomas Paine

Thomas Paine war eigentlich ein Steuerbeamter, wurde 1773 entlassen und dann von Benjamin Franklin als Migrant nach Amerika geworben. Im Januar 1776 schrieb Paine ein Pamphlet mit dem Titel „Common Sense“ (deutsch: gesunder Menschenverstand). Die Kerngedanken waren:

  • dass Monarchie tyrannisch und unnatürlich sei
  • die Republik die einzig vernünftige Regierungsform ist
  • Amerika sich sofort von Großbritannien trennen müsse
  • die Legitimation politischer Macht immer vom Volk ausgehe

Paine verkaufte 500.000 Exemplare seines Pamphlets und machte Unabhängigkeit zu etwas Populären. Damals lebten nur etwa 3 Mio. Menschen in den Kolonien. Somit hatte jeder Sechste ein Exemplar von Paines Schrift.

Es war in einer einfachen und deutlichen Sprache geschrieben, was den Zuspruch für eine Revolution durchaus befeuerte. Somit schuf Paine eine öffentliche Stimmung für die Amerikanische Unabhängigkeitsbewegung.

Thomas Jefferson nahm einen Teil von Paines Ideen in der Unabhängigkeitserklärung auf. Zwar war Paine kein Autor der Unabhängigkeitserklärung, aber ein wichtiger ideologischer Vorbereiter.

George Mason

George Mason verfasste die Grundrechte für Virginia (Virginia Declaration of Rights). Dieser Rechtskatalog wurde wenige Wochen vor der Unabhängigkeitserklärung formuliert. Da Jefferson parallel ebenfalls an der Verfassung von Virginia schrieb, beeinflusste Virginias Rechtskatalog die Unabhängigkeitserklärung ebenfalls.

Bill of Rights

Die Bill of Rights waren die Grundrechte in England, welche bereits 1689 verabschiedet wurden. Sie waren das Ergebnis der Englischen Revolution (Glorious Revolution, 1688/89) gewesen. Zwar hatte England auch nach der Revolution noch einen Monarchen an der Spitze, doch dessen Rechte und Befugnisse waren deutlich eingeschränkt. Somit konnten die Bill of Rights als ein Präzedenzfall gegen die Tyrannei eingebracht werden.

Francis Hutcheson

Francis Hutcheson war ein Vertreter der schottischen Aufklärung. Er prägte die Ideen vom moral sense – wonach jedes Individuum ein angeborenes moralisches Empfinden hat. Laut Hutcheson war moralisches Handeln durch Mitgefühl geprägt. Sein Prinzip war „the greatest happiness for the greatest number“.

Mit dem „Pursuit of Happiness“ meinte Hutcheson ein Streben nach Glück als Ziel guter Politik. Einige Historiker sehen Hutcheson als Hauptquelle der Unabhängigkeitserklärung, da das Glücksstreben starken Einfluss auf Jefferson gehabt hatte.

Auch bei Hutcheson finden sich angeborene Rechte eines Individuums (moralische Rechte) und die Legitimität eines Umsturzes, falls diese Rechte verletzt werden. Doch da John Locke die Gedankenwelt in England und Amerika am meisten geprägt hat, gehen die meisten Historiker davon aus, dass Jefferson dessen Werk als Hauptquelle genutzt hatte.

Jean Jacques Burlamaqui

Jean-Jacques Burlamaqui war ein Naturrechtsphilosoph aus Genf, dessen Werk in den Dreizehn Kolonien stark verbreitet war. Auch Burlamaqui definierte das Streben nach Glück als ein natürliches Menschenrecht und als Zweck jeder legitimen Regierung. Anders als Locke entwickelte er eine optimistische Vertragstheorie:

  • Menschen schließen sich zusammen, um glücklicher zu werden und nicht aus Angst.
  • Regierungen sind legitim, wenn sie das Gemeinwohl fördern.
  • Eine Verfassung begrenzt die Macht einer Regierung.

Jene Gedanken könnten sich in Jefferson Formulierungen über unveräußerliche Rechte, Regierungsmacht durch Zustimmung und dem Recht, eine tyrannische Regierungsform abzusetzen – wiederfinden. Allerdings ist die Gruppe der Historiker, welche annehmen – dass Burlamaqui entscheidenderen Einfluss auf Jefferson als Locke gehabt haben könnte, relativ klein.

Emer de Vattel

Emer(ich) de Vattel war ein Völkerrechtler aus der Schweiz. Sein Hauptwerk trägt den Titel: „Le Droit des Gens“ (1758). Dieses Werk zeigt eine systematische Darstellung des Naturrechts und des Völkerrechts, also genau das – was die Kolonien brauchten, um sich rechtlich von Großbritannien lossagen zu können. Seine Kernbotschaften waren:

  • Staaten sind souveräne Einheiten, welche gleiche Rechte besitzen.
  • Das Wohl des Volkes ist oberste Norm staatlichen Handelns.
  • Eine Nation darf die Regierung wechseln, falls das Volksinteresse verletzt wird.

Auch bei Emer de Vattel sehen die meisten Historiker einen kleineren Einfluss auf Jeffersons Formulierung als bei Locke. Allerdings war Vattel der Standardautor für die Frage, wann ein neuer Staat völkerrechtlich existiert. Damit musste die amerikanische Verfassung bestimmte Kriterien für Souveränität formulieren, welche Vattels Werk lieferte.

Somit lieferte er die juristische Sprache, damit die Dreizehn Kolonien gegenüber der Weltöffentlichkeit ihre Souveränität behaupten bzw. begründen konnten.

Welche Passagen strich der Kongress aus Jeffersons Entwurf?

Auf dem Kontinentalkongress wurde die Passage zur Verurteilung der Sklaverei aus dem Entwurf der Unabhängigkeitserklärung gestrichen. Thomas Jefferson, welcher den Großteil der Erklärung schrieb, hatte das Sklaverei-Verbot vorgeschlagen – konnte sich aber nicht durchsetzen. Bemerkenswert war, dass Jefferson aus Virginia – einer Hochburg der US-Sklaverei – kam.

Grund für die Streichung war, dass die Kolonien – deren wirtschaftlicher Erfolg auf Plantagenökonomie basierte, ansonsten nicht unterschrieben hätten. Zu wichtig waren Sklavenplantagen für die Wirtschaft der Bürger in diesen Kolonien, weshalb die Delegierten aus den Sklavenhalterstaaten befürchteten, dass die Amerikanische Unabhängigkeit genau an dieser Sache scheitern könne.

Die Unabhängigkeitserklärung stand im Sinne der Aufklärung und sollte das erste staatliche Dokument sein, welches Menschenrechte garantierte. Doch leider waren genau diese Menschenrechte nicht für alle Menschen gemacht.

Wie wurde die Unabhängigkeitserklärung verbreitet?

Zwei Tage nach der Ratifizierung wurde die Unabhängigkeitserklärung in der Pennsylvania Evening Post veröffentlicht. Am 8. Juli 1776 wurde die Unabhängigkeitserklärung erstmals öffentlich vorgelesen. Diese öffentlichen Lesungen fanden 12 Uhr mittags an drei unterschiedlichen Orten gleichzeitig statt: in Trenton (New Jersey), in Easton (Pennsylvania) und in Philadelphia (Pennsylvania).

Außerdem wurde die Erklärung auf Flugblättern gedruckt. In den einzelnen Kolonien entstanden Kopien der ursprünglichen Erklärung. Diese wurden mit Druckerpressen gedruckt, wodurch sich diverse Rechtschreibfehler einschlichen.

Anhand dieser Fehler und anderen Auffälligkeiten kann man heute die Kopien nach bestimmten Gruppen ordnen. So wurden bspw. auf den Kopien in New Hampshire die Namen von John Hancock (Hacock) und Charles Thomson (Thompson) falsch geschrieben.

Jede Kopie gilt heute als historisches Artefakt und wird mitunter für Millionenbeträge versteigert.

Wurde die Unabhängigkeitserklärung sofort überall akzeptiert?

Nein, die Unabhängigkeitserklärung stieß auch in den Dreizehn Kolonien auf Ablehnung. Zu Beginn des Kontinentalkongresses waren Pennsylvania, Delaware und South Carolina gegen die Lee-Resolution. Diese Delegierten mussten erst intern umgestimmt werden. Und New York hat sich bis zum 2. Juli enthalten, da die Delegierten keine Erlaubnis hatten, für die Unabhängigkeit zu stimmen.

Die Delegierten auf dem Kontinentalkongress waren ein Spiegelbild der nordamerikanischen Gesellschaft. Und so waren nicht alle Bürger hoch erfreut über diese Entwicklung. Die amerikanische Gesellschaft war gespalten in Loyalisten (pro-britisch) und Patrioten (anti-britisch). Beide Lager kämpften im Unabhängigkeitskrieg gegeneinander.

Für Großbritannien war die Unabhängigkeitsbewegung etwas Hochkriminelles. Die Unterzeichner waren Verräter und Patrioten galten als Rebellen oder Terroristen. Letztlich sah sich Großbritannien gezwungen, die Rebellen militärisch zu unterdrücken, wodurch es zum Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg kam.

In Europa akzeptierten nur wenige Staaten die Souveränität der Kolonien. Denn diese Staaten hatten eigene Kolonien und somit die Befürchtung, dass es ihnen ähnlich ergehen könnte. Zu den ersten Unterstützern der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung gehörte Frankreich, aber erst ab 1778 als klar wurde, dass die Kolonien militärisch gegen Großbritannien bestehen könnten.

Welche Fassungen gibt es von der Unabhängigkeitserklärung?

Frühe Entwürfe

Der Composition Draft ist ein Entwurf der Unabhängigkeitserklärung, welcher von Thomas Jefferson höchstpersönlich angefertigt wurde. Das Textdokument enthält Jeffersons Handschrift, war lange verschollen und wurde 1947 wieder entdeckt. Der Composition Draft enthält Formulierungen, welche in der endgültigen Fassung nicht auftauchen.

Der Rough Draft ist ein vierseitiger Entwurf von Jefferson. Analysen des Papiers ergaben, dass das Paper vom Rough Draft und Composition Draft vom gleichen Papierhersteller bezogen wurden. Der Entwurf enthält Änderungen von Benjamin Franklin und John Adams.

Fair Copy war dann die saubere Abschrift, welche dem Kongress vorgelegt wurde. Das Original gilt heute als verschollen und wäre unbezahlbar.

Erste Flugblatt-Drucke

Das Dunlap Flugblatt wurde in der Nacht des 4. Juli gedruckt. Es enthält eine Kopie des Fair Copy (Originals) und gilt heute als offizielles Dokument. In der ersten Auflage wurden vermutlich zweihundert Exemplare gedruckt.

Heute sind 26 Exemplare der Dunlap-Version bekannt. In Washington DC wird ein Exemplar im National Archives ausgestellt. Zwei weitere Exemplare werden in der Library of Congress (Washington DC) aufbewahrt.

Das Exeter Flugblatt wurde am 16. Juli 1776 in New Hampshire gedruckt. Dies ist die Version mit den typographischen Fehlern.

Das Goddard-Flugblatt enthielt erstmalig alle Namen der Unterzeichner. Diese Version wurde erst 1777 gedruckt, da alle Unterzeichner immerhin Hochverrat an der britischen Krone begangen haben. Ihnen blühte Folter und Tod, weshalb man die Namen lange nicht veröffentlichte.

Pergamentversionen

Die Matlack Declaration ist die offizielle, handgeschriebene und unterzeichnete Version der Unabhängigkeitserklärung. Diese wurde während des Unabhängigkeitskrieges mehrfach verlegt, da auch der Kontinentalkongress immer woanders stattfand.

Bereits im 19. Jahrhundert war die Matlack Declaration so stark verblasst, dass eine gravierte Kopie erstellt wurde – um den Text zu erhalten. Diese Kopie (Stone-Engraving) wurde 1823 erstellt und ist Vorlage für alle modernen Replikationen.

Im Jahr 2017 wurde eine weitere Pergamentversion in England gefunden, welche als Sussex Declaration bezeichnet wird. Vermutlich wurde diese Version zwischen 1783 und 1790 erstellt.

Wo befindet sich das Original heute?

Das Original der Unabhängigkeitserklärung wäre die engrossed copy. Dabei handelt es sich um eine pergamentierte Kopie der ursprünglichen Unabhängigkeitserklärung. Das wirkliche Original waren die Entwürfe (siehe oben).

Die engrossed copy ist die Version, welche von den Delegierten unterschrieben wurde. Fein säuberlich abgeschrieben wurde der Original-Entwurf von Timothy Matlack, einem offiziellen Schreiber des Kontinentalkongresses.

Heute befindet sich die engrossed copy bzw. Matlack-Declaration im National Archives in Washington, D.C.. Im selben Raum befinden sich auch die amerikanische Verfassung und die Bill of Rights der USA. Dieser Raum wird als Rotunde für die Charters of Freedom bezeichnet.

Warum wurde der Begriff „unanimous“ später in die Unabhängigkeitserklärung eingefügt?

Der ursprüngliche Titel der Unabhängigkeitserklärung war: „The Declaration of the thirteen united States of America“. Erst später entschied sich der Kongress dazu, das Wort „unanimous“ (deutsch: einstimmig) in den Titel aufzunehmen.

Zwar wurde die Erklärung bereits am 4. Juli 1776 verabschiedet, doch der Kongress entschied am 19. Juli 1776, dass eine endgültige, feierliche Pergamentfassung erstellt werden sollte (engrossed copy). Diese trug den Titel: „The unanimous Declaration of the thirteen United States of America“.

Mit der Hinzunahme von „unanimous“ wollte der Kontinentalkongress zeigen, dass sich alle Dreizehn Kolonien über die Unabhängigkeit einig waren. Die Demonstration von Einigkeit zeigte der Weltöffentlichkeit, dass man mit einer Stimme sprach und kein zusammengewürfelter Haufen abtrünniger Provinzen war.

Warum wurde die Unabhängigkeitserklärung nicht am 4. Juli unterschrieben?

Am 4. Juli wurde die Unabhängigkeitserklärung verabschiedet. Man war sich also einig darüber, dass man die Erklärung unterschreiben würde. Aber der Kontinentalkongress wollte keinen Entwurf, sondern eine offizielle Pergamentfassung unterschreiben.

Die Abgabe der Unterschriften sollte zudem feierlich erfolgen. Deshalb gab der Kontinentalkongress am 19. Juli 1776 eine Abschrift in Auftrag. Diese Abschrift wurde von Timothy Matlack gefertigt. Und die Matlack-Declaration, welche auch als engrossed copy bezeichnet wird, wurde am 2. August 1776 unterschrieben.

Was ist der Unterschied zwischen Dunlap Druck und Engrossed Copy?

Engrossed Copy ist das feierliche Original der Unabhängigkeitserklärung, welches die Delegierten tatsächlich am 2. August 1776 unterschrieben hatten.

Als am 4. Juli 1776 der letzte Entwurf der Unabhängigkeitserklärung verabschiedet wurde, ging die erste Version noch in der Nacht in Druck. Der Drucker bzw. Verleger hieß John Dunlap aus Philadelphia. Dieser Text diente der sofortigen Verbreitung in den Kolonien.

Anders als beim späteren Engrossed Copy fehlen beim Dunlap-Druck die Unterzeichner. Lediglich John Hancock und Charles Thomson stehen darunter. Der Dunlap-Druck ging an Militärführer, Presse und Kolonialregierungen.

Kurzum: Der Dunlap Druck ist die erste gedruckte Veröffentlichung vom 4. Juli – die engrossed copy ist das handgeschriebene, unterschriebene Original vom 2. August. Beide Versionen entstanden demnach in unterschiedlichen Phasen, gehören aber beide zum selben historischen Ereignis.

Welchen Einfluss hatte die Unabhängigkeitserklärung auf Menschenrechte weltweit?

Die amerikanische Unabhängigkeitserklärung war das erste staatliche Dokument, welches Menschenrechte offiziell formulierte. Zwar hatten frühere Monarchen ihrem Volk gewisse Freiheitsrechte zugesprochen (Bill of Rights), aber dies waren Privilegien und keine Verpflichtungen.

Mit der Gründung der USA verpflichtete sich der erste Staat in der Geschichte zur Wahrung und Erhaltung von Menschenrechten. Die Präambel der Unabhängigkeitserklärung enthält Sätze wie:

  • alle Menschen sind gleich
  • alle Menschen sind mit unveräußerlichen Rechten ausgestattet

Jene Erklärung war äußerst attraktiv auch für Bürger in anderen Ländern. So wurde die Unabhängigkeitserklärung zum Modell der Französischen Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte im Vorfeld der Französischen Revolution von 1789.

Sämtliche Staaten des 19. und 20. Jahrhunderts schrieben in ihrer Verfassung die Wahrung der Menschenrechte, entnahmen diese Formulierung der US-Unabhängigkeitserklärung. Auch die Vereinten Nationen schauten 1948 in die Unabhängigkeitserklärung der USA als die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte für die UN verabschiedet wurde.

Beginn des Zeitalters der Revolutionen

Mit der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung wurde zudem das Zeitalter der Revolutionen angestoßen. Es folgten die Französische Revolution, die Revolutionen in Lateinamerika, die 1848er Revolutionen in Europa und die Revolutionen im Zuge der Dekolonialisierung. Die Unabhängigkeitserklärung wurde somit zu einem globalen Referenzpunkt für Freiheitsrechte und politische Selbstbestimmung.

Verbreitung der Glorreichen Sache

Die Idee, dass ein Volk das Recht hat, eine ungerechte Regierung abzusetzen, wurde zu einem weltweiten politischen Prinzip. Das Recht zum Widerstand, zur Aufruhr und zum Umsturz ist bis heute in den Köpfen der Amerikaner erhalten. Dies zeigte sich auch in Interviews von Trump-Anhängern, welche am 6. Januar 2021 das Kapitol in Washington, D.C. stürmten. Dies glaubten, dass sie sich im Kampf für die Glorreiche Sache befänden und die Republik schützen würden.

Die meisten Amerikaner der Revolutionsgeneration von 1776 sahen sich als Geschöpfe Gottes, welche als Werkzeug in der Hand der Vorsehung dienen und mit der Revolution eine Glorreiche Sache bewirken. Diese Glorreiche Sache geschah nicht nur zum Wohle des eigenen Volkes sondern der ganzen Menschheit.

Und diesen Revolutionsgedanken trugen Patrioten nach innen und außen. Die USA wurde zum Bewahrer und Behüter der Menschenrechte, zur Weltpolizei im Kalten Krieg. Selbst die Indianerkriege fanden unter dem Vorwand statt, dass das Lebensgefühl von Amerika nach Westen getragen werden muss. Dass die Siedler dabei die Indianer verdrängten, war nebensächlich für die Glorreiche Sache an der Menschheit.

Welche Bedeutung hat die Erklärung heute?

Abraham Lincoln bezeichnete die Unabhängigkeitserklärung als moralischen Maßstab der USA. Auf dieser Grundlage führte er den Kampf gegen die Sklaverei, welche im Amerikanischen Bürgerkrieg endete.

Heute ist die Erklärung immer noch der Maßstab für Ethik, Moral, Demokratie und Gleichheit überall in der westlichen Welt. Deshalb wird die Erklärung immer wieder in politischen Debatten herangezogen, um ein Kriterium für Freiheit, Gleichheit und staatliche Legitimität zu setzen.

Die Erklärung gilt weiterhin als eines der einflussreichsten Dokumente der Menschenrechtsgeschichte (siehe vorheriger Abschnitt). Und sie ist bis heute maßgebend für den politischen Liberalismus. Somit ist sie nicht nur ein historisches Artefakt, sondern ein Symboltext der Demokratie- und Bürgerbewegungen weltweit. Viele Bürgerrechtler in den USA und außerhalb berufen sich auf die Sprache und Prinzipien von 1776.

Für die USA ist die Unabhängigkeitserklärung äußerst sinn- und identitätsstiftend. So verstehen sich die USA als ein Versuch, sämtliche Nationen als Einwanderer unter staatlichen Schutz zu vereinen. Die Erklärung wurde zum Gründungsmythos, zum wesentlichen Bestandteil der nationalen Identität und zum Selbstverständnis, ein Amerikaner zu sein. Jedes Jahr am 4. Juli wird dieses Dokument gefeiert.