Skip to main content

Amerikanische Revolution


Die Amerikanische Revolution (1765–1783) umfasst eine Reihe von Ereignissen, welche zur Unabhängigkeit der Dreizehn Kolonien gegenüber Großbritannien führte. Zunächst begann die Bewegung als Rebellion, welche Reformen von britischer Seite einforderte. Letztlich führte die Revolution aber zu einer vollständigen Trennung der britischen Kolonien in Nordamerika vom englischen Mutterland.

Bedeutende Ereignisse der Revolutionszeit waren die Boston Tea Party (1773), die Unabhängigkeitserklärung der USA am 4. Juli 1776 und der abschließende Amerikanische Unabhängigkeitskrieg (1775-1783). In der Folge gingen aus den Dreizehn Kolonien die Vereinigten Staaten von Amerika hervor.

Bedeutende Persönlichkeiten der Amerikanischen Revolution waren John Adams, George Washington, Thomas Jefferson, Benjamin Franklin, Samuel Adams und Patrick Henry. Englischer König zu dieser Zeit war Georg III. Wilhelm Friedrich (reg. 1760-1781).

Steckbrief

Die Kontinentalflagge (1775–1777)

Die Kontinentalflagge (1775–1777)


Amerikanische Revolution
Bedeutung:Erlangung der Souveränität der Dreizehn Kolonien von Großbritannien und Entstehung der USA als unabhängiger Staat
Beginn:1765
Ende: 1783
Phasen der Amerikanischen Revolution
Vorphase:Spannungen zwischen den Dreizehn Kolonien und Großbritannien nehmen immer weiter zu (1763–1775)
Kriegsphase:Amerikanische Unabhängigkeitskrieg (1775–1781)
Nachphase:Internationale Anerkennung (1781–1783)
Ursachen der Amerikanischen Revolution
Wirtschaftliche:ständig neue Steuern und wirtschaftliche Belastungen durch die Briten
Politische:Eingriffe in die koloniale Selbstverwaltung und politische Ungerechtigkeit (No taxation without representation)
Gesellschaftliche:Eskalation durch britische Repression (Boston Massacre, Coercive Acts)
Ideologische:Ideologische Einflüsse der Aufklärung
Auslöser der Amerikanischen Revolution
Sugar Act (1764) und Stamp Act (1765) lösen die Spannungen zwischen den Dreizehn Kolonien und englischer Regierung aus
Boston Tea Party (1773) hebt die Eskalation auf die nächste Stufe
Coercive Acts bzw. Intolerable Acts (1774) radikalisieren die Haltung in den Dreizehn Kolonien
Erste Kontinentalkongress (1774) schafft die Grundlage für eine gemeinsame Haltung der Dreizehn Kolonien gegenüber Großbritannien
Gefechte von Lexington und Concord (April 1775) machen den Konflikt irreversibel
Folgen der Amerikanischen Revolution
USA wurden zum ersten modernen Staat, der auf einer geschriebenen Verfassung basiert.
Verankerung universeller Menschenrechte in der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung (Freiheit, Gleichheit, Streben nach Glück)
Beginn des globalen Revolutionszeitalters
Entwicklung moderner politischer Prinzipien (Gewaltenteilung, Verfassungsstaat, Rechtsstaatlichkeit, Volkssouveränität)
Anstoß zu Debatten über Bürgerrechte, Freiheit und Gleichheit bis in die Gegenwart

Wann begann die Amerikanische Revolution?

Die Amerikanische Revolution begann 1765. Der englische Premierminister George Grenville beschloss das sogenannte Stempelsteuergesetz (Stamp Act) am 22. März 1765, wodurch neue Steuereinnahmen aus den nordamerikanische Kolonien generiert werden sollten. In Kraft trat das Gesetz dann im November 1765.

Das Gesetz sah vor, dass jedes Schriftstück in den nordamerikanische Kolonien mit Steuermarken versehen werden sollte. Zu diesen Schriftstücken gehörten nicht nur Dokumente und Briefe, sondern auch jede Zeitung und jedes Kartenspiel. Hinzu kam, dass im Mai 1765 das Quartering Act (Einquartierungsgesetz) verabschiedet wurde. Dieses sollte die Kolonisten dazu zwingen, britische Soldaten einzuquartieren und zu versorgen.

Letztlich führten beide Gesetze in den nordamerikanischen Kolonien zu Widerstand, welcher sich zunächst nur passiv äußert. Doch vor dem Inkrafttreten des Stamp Act sollten alle kolonialen Gouverneure einen Eid leisten, dass sie das Gesetz tatsächlich umsetzen. Bis auf Samuel Ward (Gouverneur der Colony of Rhode Island and Providence Plantations) leisteten alle Gouverneure diesen Eid.

Mit Einführung des Stamp Act wurden die Steuereintreiber schikaniert und teils gewaltsam angegriffen. Die Mitglieder des aktiven Widerstands bezeichnen sich als Söhne der Freiheit (sons of liberty). Schon bald vereinigen sich die verschiedenen Widerstandsgruppen zu einem Netzwerk, welches alle Dreizehn Kolonien einbezieht.

Karte der Dreizehn Kolonien

Karte der Dreizehn Kolonien

Warum verhängten die Briten neue Steuern in den Kolonien?

Die britische Krone stand massiv unter wirtschaftlichen Druck. Denn die Kosten für den Siebenjährigen Krieg (1756-1763) waren immens.

Dieser Krieg brach zwar nicht in Nordamerika aus, verlagerte sich aber ganz schnell dorthin. Denn die Engländer kämpften dort ums Ohiotal gegen die Franzosen, welche sich von indigenen Völkern unterstützen ließen. In der Geschichte der USA wird dieser Krieg deshalb auch als French and Indian War („Franzosen- und Indianerkrieg“) bezeichnet.

Nach dem Krieg wollte das britische Mutterland die nordamerikanischen Kolonien an den Ausgaben beteiligen, weshalb die oben genannten Steuern verhängt wurden. Hinzu kam, dass die Briten diverse Soldaten in Nordamerika abstellten, um eine gewisse Militärpräsenz aufzubauen und Indianer abzuschrecken. Auch dies kostete Geld, weshalb sich die Kolonien beteiligen sollten.

Nordamerika 1775: Die Dreizehn Kolonien (rot), das zugewonnene Gebiet der Briten nach dem Franzosen- und Indianerkrieg (rosa) und das spanische Gebiet (orange), Bildlizenz: gemeinfrei - keine Änderungen

Nordamerika 1775: Die Dreizehn Kolonien (rot), das zugewonnene Gebiet der Briten nach dem Franzosen- und Indianerkrieg (rosa) und das spanische Gebiet (orange)

Was waren die Hauptursachen der Amerikanischen Revolution?

Hauptursachen für die Amerikanische Revolution waren die Steuerehebungen der Briten in den Kolonien. Aber auch die zunehmende Entfremdung zwischen Mutterland und Kolonie war eine Ursache.

Stamp Act

Auslöser der Amerikanische Revolution war die Einführung des Stempelsteuergesetzes (Stamp Act) von 1765 (siehe vorherigen Abschnitt). Denn erst mit Einführung dieses Steuergesetzes kam es zu gewalttätigen Widerständen.

Sugar Act

Andere Ursachen lagen weitaus tiefer. Denn die Bürger in den Dreizehn Kolonien fühlten sich von der britischen Regierung bevormundet und wirtschaftlich ausgebeutet. So gab es bereits 1764 eine Zuckersteuer (Sugar Act). Jene Steuer wirkte sich massiv auf die Rumbrennereien in Neuengland aus. Denn diese mussten die Steuern auf ihre Preise umlegen. Die überhöhten Preise brachten den Handel mit Madeira, den Azoren, den Kanaren und den französischen Westindischen Inseln zum Erliegen. Somit brach die Wirtschaft in den Kolonien regelrecht zusammen.

Bevormundung und Entfremdung

Zudem etablierte sich im Laufe des 17. Jahrhunderts eine Art von Selbstverwaltung in den Kolonien. Man kam also sehr gut ohne die Engländer aus. Und in dieser autonomeren Rolle wurde das englische Mutterland immer unwichtiger und verlor seine Legitimität in der Wahrnehmung vieler Kolonisten. Da sich England nun aktiv einmischte, wurde diese Selbstverwaltung – welche bis dahin wunderbar funktioniert hatte – stark beschnitten. Dies nahmen die Kolonisten als Beschränkung ihrer natürlich gewachsenen Autonomie wahr – was zu Protest führte.

Königliche Proklamation von 1763

In Ohio kam es direkt nach Ende des Siebenjährigen Krieges zum sogenannten Pontiac-Aufstand. Benannt wurde der Aufstand nach dem Ottawa-Häuptling Pontiac. Erst im Herbst 1764 konnten die Briten den Aufstand niederschlagen und die Indianer wieder unterwerfen.

Im Friedensvertrag von Paris (1763), welcher den Siebenjährigen Krieg auch offiziell beendete, erhielt Großbritannien diverse Gebiete in Nordamerika zugesprochen. Doch aufgrund des Pontiac-Aufstandes mussten die Briten eine Proklamationslinie zwischen ihren Kolonien und dem Indianergebiet ziehen.

Jenseits dieser Grenze durften die europäischen Siedler sich nicht niederlassen, was zum Verdruss führte. Denn schließlich fand der French and Indian War („Franzosen- und Indianerkrieg“) für die meisten Amerikaner direkt vor ihrer Haustüre statt. Sie ertrugen die Kriegshandlungen, da ihnen neues Siedlungsgebiet von den Engländern versprochen wurde.

Durch die Königliche Proklamation von 1763 wurde ihnen dieses Versprechen genommen. Viele Siedler ignorierten die Proklamationslinie, was zu einer weiteren Entfremdung zwischen Engländern und Kolonisten führte.

Ideologische Einflüsse

Ab 1700 gab es in Europa eine philosophische Strömung, welche als Aufklärung bezeichnet wurde. Immer neue Siedler erreichten die Kolonien und mit ihnen auch der europäische Aufklärungsgedanke.

Zwar rückte die Aufklärung die Vernunft als oberste Maßgabe ins Zentrum, leitete aber diverse Gebote als menschliche Vernunftmaßgabe ab. Dazu gehören die Menschenrechte und das Recht auf Volkssouveränität.

Viele dieser Maßgaben inspirierten die Siedler in der Neuen Welt und fanden sich später auch in der Unabhängigkeitserklärung von 1776 wieder. In dieser Erklärung wurden erstmals Menschenrechte staatsrechtlich verankert.

Welche Bedeutung hatte die Sons of Liberty für die Amerikanische Revolution?

Die Sons of Liberty waren eine geheime Widerstandsgruppe, welche sich ab 1765 formierte. Zunächst protestierten sie gegen britische Steuern und Eingriffe. Zu ihren bekannten Mitgliedern gehörten u. a. Samuel Adams, John Hancock und Paul Revere.

Boston 1768: Aufruf zum Handeln der Sons Of Liberty, Bildnachweis: Everett Collection / Shutterstock.com

Boston 1768: Aufruf zum Handeln der Sons Of Liberty

Die Gruppe entstand als direkte Reaktion auf den Stamp Act. Organisiert wurden Proteste, aber auch Boykotte, Sabotagen und öffentliche Aktionen. Damit zwang die Gruppe die Briten dazu, den Stamp Act zurückzunehmen. Demnach sorgten die Sons of Liberty für die ersten Erfolge der Kolonisten.

Mit ihren Aktionen schufen sie sich ein breites Publikum und eine breite Unterstützungsbasis bei den Kolonisten. Ihre Methoden reichten von Pamphleten, hin zu Massenprotesten und sogar zur Schikane und Einschüchterung britischer Beamter und Steuereintreiber.

In kurzer Zeit entstand ein Netzwerk, welches über alle Dreizehn Kolonien reichte. Aus diesen Strukturen entstand später die Committees of Correspondence, welche eine Art Kommunikationsnetzwerk zwischen den Kolonien bildete. Auf Grundlage dieser Strukturen konnte der Erste Kontinentalkongress, den Widerstand während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges organisieren.

New York 1773: Aufruf an die Sons of Liberty, sich im Rathaus zu treffen, Bildnachweis: Everett-Sammlung/Shutterstock.com

New York 1773: Aufruf an die Sons of Liberty, sich im Rathaus zu treffen

Warum riefen die Kolonisten „No taxation without representation“?

„No taxation without representation“ bedeutet: „keine Steuern ohne gesetzliche Vertretung“. Dieser Schlachtruf wurde 1767 publik, nachdem neue Zölle auf die Einfuhr von Blei, Farben, Glas und Papier erhoben wurden. Zudem wurden britische Amtsträger mit zusätzlichen Kompetenzen ausgestattet, um die Einfuhr von Schmuggelware zu verhindern.

In der Argumentation der Kolonisten trat zunehmend das Argument auf, dass das britische Parlament keine Steuern in den Kolonien erheben darf – da die Kolonisten in diesem Parlament nicht vertreten waren. Dies empfanden die Kolonisten als ungerechte Behandlung und als Verstoß gegen ihre politischen Rechte. Sie beriefen sich auf die Bill of Rights von 1689, welche die politische Vertretung als Grundrecht festlegte.

Das Argument „Nicht-Vertreten-Zu-Sein“ wurde durch das Schlagwort auf den Punkt gebracht. Man empfand die Gesetze aus dem britischen Mutterland als ein Überstülpen, bei dem man kein Mitspracherecht hatte – was aber die Bill of Rights seit 1689 garantierten.

Erster Prediger, welcher das Schlagwort gebrauchte, war Jonathan Mayhew.

Welche Ereignisse verschärften die Amerikanische Revolution immer weiter?

Auslöser für den gewalttätigen Widerstand gegen die britische Kolonialmacht war die Einführung des Stempelsteuergesetzes (Stamp Act) von 1765 und der nach sich ziehenden Steuer. Aber nach 1765 verschärfte sich der Konflikt zwischen Kolonisten und Briten immer weiter und mündete schließlich im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg von 1775. Im Folgenden werden die wichtigsten Meilensteine bis zum Ausbruch des Krieges einzeln dargestellt.

Virginia Resolves

Die Virginia Resolves waren eine direkte Reaktion auf das Stempelsteuergesetz von 1765. Das House of Burgesses (Bürgerhaus, Volksversammlung) von Virginia verfasste mindestens fünf Beschlüsse gegen den Stamp Act. Federführend bei den Beschlüssen war Patrick Henry, welcher die Herrschaft des britischen Monarchen mit einer Tyrannis verglich.

In einer hitzigen Debatte verwies Henry auf Julius Caesar und dem englischen König Charles I., welche beide aufgrund ihrer Tyrannei ermordet worden waren. Der Tyrannenmord war, laut Henry, oberste Bürgerpflicht und die Gegenwehr gegen das Stamp Act ein erster Vorstoß. Mit seiner Analogie konnte Patrick Henry schließlich das Parlament von Virginia überzeugen, diesen Beschlüssen zuzustimmen.

Jene Resolutionen bekunden, dass nur das Parlament von Virginia das ausschließliche Recht habe, Steuern in Virginia zu erheben. Da der Stamp Act ohne die Zustimmung der Kolonisten beschlossen wurde, war das Gesetz nicht rechtskräftig.

Des Weiteren machen die Resolutionen deutlich, dass Bürger in Virginia die gleichen Rechte haben, wie britische Bürger im Mutterland. Und das Stempelsteuergesetz setzt diese Rechte aus.

Im letzten Beschluss erklärte Patrick Henry, dass diejenigen – welche die exklusive Steuergewalt des House of Burgesses in Frage stellten, ein Feind der Kolonie wären.

Die Virginia Resolves wurden schnell in allen anderen Kolonien gedruckt. Jene Gedanken verbreiteten sich auch dort wie ein Lauffeuer – weshalb die Colony of Virginia zur ideologischen Keimzelle der Amerikanischen Revolution wurde.

Handelsboykott

Ein Handelsboykott gegen britische Waren in Amerika zwingt die englische Regierung zum Einlenken. In der Folge wird der Stamp Act zurückgenommen.

Mit dem Declaratory Act wurde eine Erklärung der britischen Regierung verabschiedet, welche das Stempelgesetz ganz offiziell aufhob. Allerdings betonte die britische Regierung, dass Großbritannien grundsätzlich das Recht habe, Gesetze auch für die amerikanischen Kolonien zu erlassen und zwar in jeder Hinsicht („in all cases whatsoever“).

Townshend Acts

1767 verabschiedete die britische Regierung die Townshendgesetze, benannt nach dem britischen Schatzkanzler Charles Townshend. In diesen Gesetzen wurde verankert, dass Einfuhrzölle auf britische Waren in den amerikanischen Kolonien anfallen. Betroffen waren Produkte, wie Blei, Farben, Glas, Lack, Leder, Tee oder Papier.

Die Townshend Acts hatten nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine politische Bedeutung. Denn nachdem man 1766 das Stamp Act zurücknehmen musste, sollte durch die Townshend Acts die Autorität des Mutterlandes über die Kolonien wiederhergestellt werden.

Zollgegner riefen zum erneuten Handelsboykott gegen britische Waren auf und Schmuggler umgingen den Zoll. Zentrum der Boykottbewegung war Boston, wo Samuel Adams den Widerstand organisierte.

Da die Reaktionen in den amerikanischen Kolonien sehr heftig ausfielen, war die britische Regierung gezwungen, die Townshend Acts zurückzuziehen. Einzig Tee blieb auf der Zollliste und wurde weiterhin zusätzlich besteuert. Dadurch wollte man den Bankrott der Britischen Ostindien-Kompanie verhindern.

Boston Massacre

Das Boston Massacre ereignete sich am 5. März 1770, bei dem fünf Kolonisten durch britische Truppen getötet wurden. Im Vorfeld des Massakers wurden britische Soldaten nach Boston verlegt, da die Unruhen seit Bestehen der Townshend Acts deutlich zunahmen. Für die Kolonisten wurden die britischen Soldaten zunehmend als Besatzungsmacht wahrgenommen.

Auslöser des Massakers war ein Streit zwischen einem britischer Offizier und einem Perückenmacher um eine offene Friseurrechnung. Daraufhin bedrängen hunderte Kolonisten die britischen Soldaten, welche nun in die Menge schießen. Es sterben fünf Zivilisten.

Illustration des Boston Massacres

Illustration des Boston Massacres

Von antibritischen Kräften in den Dreizehn Kolonien wird der Vorfall als Massaker propagandistisch ausgeschlachtet. Dadurch verstärkt sich die antibritische Haltung. Es entsteht ein Patriotismus in den Dreizehn Kolonien, welcher auf der Grundlage von Vaterlandsliebe steht – aber zugleich alles ablehnt, was als antiamerikanisch empfunden wird.

Die Beerdigung der zivilen Opfer wird groß und öffentlich inszeniert und gehört zu den größten Versammlungen Nordamerikas.

Gaspee Überfall

Die Gaspéeaffäre war ein Überfall auf das britische Segelschiff Gaspee durch die Widerstandsgruppe Sons of liberty. Das Segelschiff wurde von der britischen Marine zur Verfolgung von Schmugglern eingesetzt. Im Juni 1772 wurde das Schiff von Mitgliedern der Widerstandsgruppe geentert und in Brand gesteckt.

Nach dem Vorfall setzte die britische Kolonialverwaltung ein Kopfgeld für die Ergreifung der Täter aus. Doch die Täter wurden niemals gefasst. Das Signal, welches durch das Nichtergreifen ausging, war verheerend für die Briten. Denn fortan wurde dies propagandistisch ausgeschlachtet, um zu zeigen, dass Großbritannien seine fiskalischen Ansprüche in Amerika nicht durchsetzen kann.

Boston Tea Party

Am 31. Dezember 1773 stürmen Anhänger der Sons of Liberty drei Schiffe im Hafen von Boston. Als Indianer verkleidet, werfen sie 342 Kisten englischen Tees ins Wasser. Begleitet wird der Überfall unter dem Jubel von hunderten Schaulustigen.

Auslöser für die Boston Tea Party war der Tea Act vom 10. Mai 1773. Dieses Gesetz erlaubte der East Indian Company ihren Tee äußerst günstig einzukaufen und in den amerikanischen Kolonien teuer zu verkaufen.

Gedenkbriefmarke zur Boston Tea Party, herausgegeben in Mailand (Italien), Bildnachweis: Spatuletail / Shutterstock.com

Gedenkbriefmarke zur Boston Tea Party

Die Einfuhrzölle auf Tee waren bereits Bestandteil der Townshend Acts von 1767. Als dann die britische Regierung die Townshendgesetze zurückgenommen hatte, blieben die Zölle für Tee dennoch bestehen. Damit wollte man die East Indian Company vor dem Bankrott retten.

Für viele Patrioten in Amerika blieb der englische Tee ein Symbol der britischen Unterdrückung und Bevormundung. Dadurch war die Boston Tea Party ein patriotischer Akt, um für Freiheit, gegen Unterdrückung und andere amerikanische Werte einzustehen.

Coercive Acts

Das britische Parlament reagiert 1774 auf die Ereignisse der Boston Tea Party mit dem Erlass von vier „Coercive Acts“ (Zwangsgesetzen). Die drastischen Maßnahmen beinhalten unter anderem die Schließung des Bostoner Hafens und die Aufhebung der Selbstverwaltung von Massachusetts Bay.

Obwohl diese Gesetze für Massachusetts gelten, halten die anderen Kolonien zusammen und leisten jeweilige Unterstützung. Fortan wird der Einheitsgedanke der Dreizehn Kolonien gegen die Briten immer stärker. Aus Virginia kommt der Vorschlag einen gemeinsamen Kontinentalkongress abzuhalten.

Erster Kontinentalkongress

Im September 1774 fand der Erste Kontinentalkongress der Dreizehn Kolonien in Philadelphia, Pennsylvania statt. Beschlossen wurden Maßnahmen gegen das Einquartierungsgesetz und der Aufbau einer eigenen Kontinentalarmee. Weiterhin wurden Wirtschaftssanktionen gegen das britische Empire erhoben. Man gab außerdem Solidaritätserklärungen gegenüber den anderen Kolonien ab.

Beginn des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges

Am 19. April 1775 marschieren rund 700 britische Soldaten auf die Ortschaft Concord, nordwestlich von Boston, zu. Ziel der britischen Armee ist es, die Arsenale der Aufständischen zu zerstören. Doch auf dem Weg dorthin stellen sich einige Milizen ihnen in den Weg. Es fallen Schüsse, die Lage eskaliert und mündet im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg.

Da sich alle Dreizehn Kolonien beim Ersten Kontinentalkongress zum Beistand bekannt haben, wird nicht nur Massachusetts in den Krieg hineingezogen, sondern alle anderen Kolonien ebenfalls.

Der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg erlebt seinen ersten Höhepunkt am 4. Juli 1776 als die Unabhängigkeitserklärung der USA unterzeichnet wurde. Sein Ende findet der Krieg erst nach acht Jahren. Im Frieden von Paris (1783) wird die USA unabhängig von England. Dazu erhalten die USA sämtliche britischen Gebiete östlich des Mississippi, südlich der Großen Seen und nördlich von Westflorida (damals spanisch).

Welche Rolle spielte George Washington in der Amerikanischen Revolution?

George Washington war die zentrale Führungsfigur der Amerikanischen Revolution. Er wurde 1775 zum Oberbefehlshaber der Kontinentalarmee und führte die Amerikaner zum Sieg gegen die Briten. Schon während des Krieges wurde er ein Nationalheld und Symbol der Patrioten.

1787 leitete er den Verfassungskonvent, welcher die Grundlage der USA schuf. Schließlich wurde er 1789 zum ersten Präsidenten der USA gewählt und gilt als Vater der Nation.

Zuvor trat er als Delegierter von Virginia beim Ersten Kontinentalkongress von 1774 auf. Die amerikanische Unabhängigkeitserklärung unterzeichnete George Washington allerdings nicht. Für die Kolonie Virginia unterzeichneten stattdessen Thomas Jefferson, Richard Henry Lee und George Wythe.

Allerdings unterzeichnete George Washington am 17. September 1787 die Verfassung der USA. Deshalb wird er ebenfalls zu den Gründervätern der USA gezählt.

Welche europäischen Mächte unterstützten die Amerikaner?

Unterstützt wurden die amerikanischen Kolonisten von Frankreich, Niederlande und Spanien. Alle drei Staaten lieferten Waffen, Geld und geheime Kanäle. Nur die Franzosen stiegen ab 1778 in eine offizielle Allianz ein. So war die französische Flotte entscheidend in der Schlacht von Yorktown (1781).

Für die Franzosen war die Unterstützung ein rein politisches Manöver. Denn mit der Unterstützung konnte die Schmach der Niederlage im Siebenjährigen Krieg beglichen werden. Außerdem verloren die Franzosen im Siebenjährigen Krieg das kanadische Gebiet an die Briten. Und mittels der Kolonisten konnten sie ihren Einfluss in Nordamerika zurückgewinnen.

Für die Niederlande galt Ähnliches. Sie wollten die globale Macht der Engländer einschränken bzw. zurückdrängen. Zudem kontrollierte das Britische Empire den transatlantischen Handel und war dort ein Mitkonkurrent der Niederländer.

Die Spanier verloren in den Kolonialkriegen die Region von Florida an die Engländer. Nun hatten sie Angst um ihre Besitztümer in der Karibik. Die Schwächung der Engländer in Nordamerika diente demnach der Sicherung spanischer Gebiete in Mittelamerika.

Welche sozialen Gruppen profitierten von der Revolution – und welche nicht?

In der amerikanischen Revolution gab es Gewinner und Verlierer. Insbesondere weiße Plantagenbesitzer gehörten zu den Gewinnern.

Weiße männliche Eliten

Zur weißen männliche Elite der Dreizehn Kolonien gehörten Plantagenbesitzer, welche der Pflanzenklasse angehörten.

Vor der Revolution mussten sie ihre landwirtschaftlichen Waren zu Preisen und Konditionen verkaufen, welche die Briten vorgaben. Nach der Revolution konnten sie ihre Produkte ohne britische Restriktionen anbieten.

Die Preis- und Gewinnspanne verschaffte ihnen mehr Geld und mehr politischen Einfluss. Insgesamt sieben US-Präsidenten kamen aus der Pflanzerelite: George Washington, Thomas Jefferson, James Madison, James Monroe, Andrew Jackson, John Tyler oder James Knox Polk. Die Gruppe der Pflanzer waren Hauptmotor der Revolution und wurden zu ihren größten Profiteuren.

Die Plantagenökonomie basierte auf Sklaverei. Solche Sklavenplantagen waren keine kleinen Bauernhöfe, sondern wuchsen zu riesengroßen Imperien heran. Oftmals reichten die Plantagen über mehrere Bundesstaaten hinweg. Und zur Plantage gehörten nicht nur landwirtschaftliche Agrarflächen sondern auch eigene Produktionsstellen (z.B. Weberei).

Die Macht der Plantagenbesitzer wuchs bis zum Amerikanischen Bürgerkrieg (1861-1865). Danach wurde die Sklaverei abgeschafft und somit brach das Machtfundament der Pflanzer weg.

Händler

Vor der Revolution waren amerikanische Händler aufs britische Handelsmonopol ausgerichtet gewesen. Die Revolution sorgte für mehr wirtschaftliche Freiheit, wodurch neue Handelsabkommen mit den Niederlanden, Frankreich und Spanien möglich wurden. Ihr Geld konnten sie nutzen, um Einfluss in Stadtverwaltungen, Kontoren und lokalen Regierungen auszuüben.

Veteranen

Veteranen erhielten nach der Revolution entweder eine Soldzahlung oder Land im Westen. Die Restriktionen, welche die Briten über das Pontiac-Gebiet verhängten, wurden aufgehoben. Deshalb zogen viele nach Westen, um dort Land zu bebauen. Aufgrund ihrer Verdienste in der Kolonialarmee hatten Veteranen einen hohen sozialen Status, was ihnen manche Türen nach Westen leichter öffnete.

Kleinbauern und Siedler

Die Kleinbauern bezahlten weniger Steuern als bei den Briten und erhielten in einigen US-Staaten ein politisches Mitbestimmungsrecht (nur Männer). Ihnen wurde der Zugang nach Westen gewehrt. Die offensive Siedlungspolitik wurde zum Leitwesen der indigenen Bevölkerung.

Frauen

Frauen waren in Amerika, diejenigen – welche für die Familien einkauften. Während der Amerikanischen Revolution waren es deshalb Frauen, welche ein britisches Handelsboykott durchsetzen konnten. Da die Frauen nun nicht mehr britische Produkte kauften, produzierten Ehefrauen diverse Haushaltsartikel wieder selbst. Und so gingen sie zum Spinnen und Weben zurück, um Kleidung herzustellen.

Diese wiederentdeckten Fähigkeiten stärkten die Rolle der Frau in der Gesellschaft.
Im Oktober 1775 traten in Ederton 51 Frauen zu einem Kongress zusammen. Diese Zusammenkunft war eine Folge des Ersten Kontinentalkongresses, zu dem nur Männer geladen waren. Doch trotz ihrer wichtigen Rolle im Amerikanischen Unabhängigkeitskampf wurde das Frauenwahlrecht erst 1919 in den USA eingeführt.

Während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges waren die meisten Männer im Kriegseinsatz. Die Frau hütete währenddessen das Land und den Besitz. Einige Frauen folgten den Männern in den Krieg und dienten dort als Wäschefrauen, Händlerinnen oder Köchinnen. Diese werden als Marketenderinnen oder Campfollowers bezeichnet.

Obwohl die Frauen nicht das Wahlrecht erhielten, wurde ihnen – durch die Revolution – eine andere Rolle zuteil. Frauen wurden als Beschützerin der Tugend wahrgenommen, welche über Bildung und sittliche Erziehung verfügen mussten – um diese an die Kinder weiterzugeben. Eine Folge war, dass es selbstverständlicher für amerikanische Frauen wurde, Literatur zu lesen, Latein und Griechisch zu lernen.

Versklavte Menschen

Bereits 1619 landete das erste Sklavenschiff in Jamestown. Mit diesem Schiff begann in den Dreizehn Kolonien eine Sklavenhaltergesellschaft. Die Amerikanische Revolution änderte für schwarze Sklaven wenig bis gar nichts. Im Süden wurde die Sklaverei mit dem Aufstieg der Plantagenbesitzer sogar noch weiter ausgedehnt. Nur im Norden gab es einige Sklaven, welche freikamen.

Demnach war das Land der Freiheit eigentlich nur für weiße Menschen gedacht. Freiheit und Gleichheit, zwei grundlegende Menschenrechte, auf denen sich die US-amerikanische Verfassung beruft, galt nicht für Sklaven.

Indigene Völker

Während der Amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung wurde Großbritannien von einigen indigen Völkern unterstützt. Denn die Briten schützten diese Gebiete und setzten anstelle von Expansion auf Konsolidierung und Stabilität. Dies änderte sich mit der Gründung der USA. Fortan gab es eine expansive Siedlungspolitik seitens der europäischen Siedler. Die Indigenen verloren ihr Land und wurden politisch sowie militärisch zurückgedrängt.

Warum gilt die Amerikanische Revolution als Beginn des Zeitalters der Revolutionen?

Die Amerikanische Revolution war der Auftakt ins Revolutionszeitalter. Denn die amerikanische Revolution zeigte, dass Widerstand gegen eine europäische Großmacht durchaus erfolgsversprechend sein kann.

Gleichzeitig zeigten die Revolutionäre in Amerika, was in einem solchen Umbruch entstehen kann. Und zwar ein Staat, welcher auf einer festgeschriebenen Verfassung und einer Volksvertretung beruhte. In der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung tauchen Konzepte, wie das Streben nach Glück oder das Recht auf Leben und Freiheit auf. Dies war neu, aber auch so attraktiv, dass andere Widerstandsgruppen weltweit die Amerikanische Revolution zum Vorbild nahmen.

Der Austausch zwischen amerikanischen und europäischen Gelehrten erfolgte entweder über Handel oder über Militäreinsätze. So war bspw. Marquis de La Fayette als Offizier im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg tätig und ging danach zurück nach Frankreich. Seine Ideen und Eindrücke aus Amerika nahm er mit und wurde in Frankreich zu einer Führungsfigur der Französischen Revolution.

Demnach diente die amerikanische Verfassung als Modell für französische und andere europäische Reformbewegungen. Es folgten die Französische Revolution (1789), die Haitianische Revolution (1791), die Unabhängigkeitsbewegungen in Lateinamerika und das Revolutionsjahr 1848.

In allen Revolutionen war die Ablehnung einer absolutistischen Herrschaftsform das Grundthema. Ein Verfassungsstaat mit Gewaltenteilung und einer Volkssouveränität wurde, genau wie bei der Amerikanischen, in allen Revolutionen angestrebt.