Skip to main content

Hadaikum


Das Hadaikum (englisch: Hadean) bzw. Präarchaikum ist das erste Äon der Erdgeschichte. Es begann vor 4,57 Mrd. Jahren und endete vor etwa 4 Mrd. Jahren. In diese Zeitspanne fällt die Entstehung des Planeten Erde, die Bildung der ältesten Gesteine und wohlmöglich auch die Entstehung von Wasser. Die Erde während des Hadaikums wird als Protoerde bezeichnet. Das Leben existierte noch nicht. Die ersten Lebewesen tauchen erst im Archaikum, dem Äon nach dem Hadaikum, auf.

Steckbrief

Präkambrischen Äone: Hadaikum (engl. Hadean), Archaikum (engl. Archean), Proterozoikum (engl. Proterozoic)

Präkambrischen Äone: Hadaikum (engl. Hadean), Archaikum (engl. Archean), Proterozoikum (engl. Proterozoic)


Hadaikum
Synonym:Präarchaikum, Katarchaikum
Bedeutung:Erste Äon (großer Zeitabschnitt) der Erdgeschichte
Beginn:vor 4567 Millionen Jahren
Ende:vor 4000 Millionen Jahren
Dauer:567 Millionen Jahre
Vorausgegangen:Erdentstehung
Nachfolger:Archaikum
Merkmale:Bildung zur Protoerde
Bedeutende Ereignisse
vor 4567 Mio. Jahren: Entstehung der Erde als Protoplanet
vor 4527 Mio. Jahren:Der Theia-Impact führt zur Entstehung des Erdmondes.
vor 4450 Mio. Jahren:Die Erde erreicht ihre derzeitige Größe.
vor 4350 Mio. Jahren:Wohlmöglich entstand die erste Erdatmosphäre.
vor 4030 Mio. Jahren:Bildung der Erdkruste

Was bedeutet Hadaikum?

Der Begriff des Hadaikums wurde 1972 vom US-amerikanischen Geologen Preston Cloud angeführt. Mit diesem Begriff sollte die Zeitspanne vor den ältesten Gesteinen beschrieben werden.

Abgeleitet ist dieser Begriff von Hades, dem griechischen Gott der Unterwelt. In der christlichen Auslegung wurde das Reich Hades mit der Hölle gleichgesetzt. Und Preston Cloud wollte mit diesem Begriff die höllischen Bedingungen zum Ausdruck bringen, welche während des Hadaikums auf der Erde herrschten.

Was geschah im Hadaikum?

Die junge Erde war während des Hadaikums immer wieder Meteoriteneinschlägen ausgesetzt. Die Energie, welche dabei freigesetzt wurde, entlud sich als thermische Energie (Wärme). Dies ließ die Temperaturen auf der Erde extrem ansteigen. Gleichzeitig kam es zu einer zunehmenden Massenverdichtung, weshalb die Temperaturen im Erdinneren auf 1000 Grad anstiegen.

Darstellung eines Protoplaneten

Darstellung eines Protoplaneten

Durch den radioaktiven Zerfall im Erdkern verdoppelte sich die Temperatur nochmals. Dies hatte zur Folge, dass Eisen schmolz und Tropfen bildete. Diese sanken, aufgrund ihrer Schwere, ins Erdinnere herab. Daraus konnte sich ein Eisen-Nickel-Kern bilden, welcher das Erdmagnetfeld ausmacht. Jenes Magnetfeld hält die elektromagnetischen Strahlung der Sonne ab.

Etwa ein Drittel der gesamten Erdmaterie sank ins Zentrum des Planeten herab. Diese Materie im Erdinneren bildete den Erdkern des noch jungen Planeten. Durch die Trennung von leichten und schweren Elementen entstand die Erdkruste bereits mehrere Hundertmillionen Jahre nach der Entstehung des Planeten.

Wie entstanden die Gesteine?

Während des Hadaikums glich die Erde einem Feuermeer, bestehend aus Lavaströmen. Jene aufsteigende Lava erstarrte, schmolz, um dann wieder erneut zu erhärten. In diesem Kreislauf bildeten sich Gesteine.

Darstellung der Gesteinsbildung durch Vulkanismus, Druck, Wasser, Erosion, Erhitzen und Abkühlen

Darstellung der Gesteinsbildung durch Vulkanismus, Druck, Wasser, Erosion, Erhitzen und Abkühlen

Das älteste Gestein wird als Protolith bezeichnet. Durch die andauernde Veränderungen, ausgelöst durch Hitze oder Druck, entstanden Metamorphite, also Umwandlungsgesteine. Reste solcher Urgesteine finden sich an der Südspitze Grönlands, im sogenannten Isua-Grünsteingürtel und sind etwa 3,8 bis 4 Mrd. Jahre alt.

Metamorphite

Graues und rosa Gneis-Metamorphosegestein

Wie entstand die Atmosphäre?

Zu Beginn der Erdentstehung gab es wohlmöglich bereits eine Atmosphäre, welche aus Wasserstoff und Helium bestand. Doch diese ging wieder verloren. Durch das Wechselspiel von Vulkanismus und Abkühlung kam es zu einer Entgasung der Gesteine. Dabei wurden Gase, wie Wasserstoff, Kohlendioxid und Schwefelwasserstoff freigesetzt.

Die hohe UV-Einstrahlung der Sonne bewirkte, dass die Moleküle in der Uratmosphäre photochemisch zerlegt wurden. Dadurch wurde Kohlendioxid und Stickstoff angereichert. Leichtere Gase, wie Helium oder Wasserstoff, verflüchtigten sich ins Universum. Der inerte Stickstoff wurde mit der Zeit immer weiter angereichert und bildete vor 3,4 Mrd. Jahren den Hauptbestandteil der Erdatmosphäre.

Wie entstand das Wasser?

Nachdem sich das Universum abgekühlt hatte, mischten sich leichte Gase zur Uratmosphäre. Diese waren Wasserstoff, Helium, Methan, Kohlendioxid und Stickstoff. Da das Erinnere noch immer äußerst heiß war, wurde das Gasgemisch förmlich als Wasserdampf ausgeschwitzt.

An den Gesteinen kondensierte der Wasserdampf zu Tropfen oder zu Partikeln in der Atmosphäre. Dabei blieb es aber nicht. Denn nachdem die Erdtemperatur unter den Siedepunkt des Wassers gefallen war, kam zu einem gewaltigen Dauerregen, wodurch der Urozean entstand.

Dies ist eine Theorie zur Entstehung des Wassers. Eine andere Theorie geht davon aus, dass das erste Wasser in Form von Kometeneis auf die Erde gelangte.

Wie entstand der Mond?

Vor etwa 4,5 Mrd. Jahren kollidierte der Protoplanet Theia mit der Erde. Dabei wurde Theia vollständig zerstört. Die beim Einschlag entstandenen Bruchstücke sammelten sich in der Erdumlauf, kollidierten miteinander und verbanden sich. Innerhalb kürzester Zeit (weniger als 100 Jahre) entstand im Orbit der Protomond. Rasch sammelte dieser alle anderen Bruchstücke ein und in nicht einmal 10.000 Jahren entstand daraus der Mond.

Theia Impact

Theia Impact

Was kam vor dem Hadaikum?

Vor dem Hadaikum war die Entstehung der Planeten, der Sonne und des Sonnensystems. Und davor war der Urknall, welcher den explosionsartigen Ursprung des Universums beschreibt. Zwischen Urknall und der Entstehung unseres Sonnensystems gab es andere Sterne, welche aufblühten und dann wieder ablebten.

In den ersten Sternen verschmolz Wasserstoff zu Helium, wie es in unserer heutigen Sonne auch geschieht. Die Heliumkerne verschmolzen miteinander, wodurch die erdwichtigen Elemente Kohlenstoff, Sauerstoff, Eisen und Stickstoff entstehen konnten. Kurz bevor die ersten Sterne ablebten, kam es zur Explosion. Bei diesen Explosionen wurden die neuentstandenen Elemente ins Weltall geschleudert. Diese Elemente existierten nun als riesige Staub- oder Gaswolken.

Die freigesetzten Staub- und Gasmassen verdichten sich und rotieren dabei um sich selbst. Durch die Verdichtung nimmt die Rotation immer weiter zu. Und unter dieser Drehung flachen die freigesetzten Staubmassen zu einer Art Scheibe ab. Im Inneren dieser Scheibe entsteht dann eine Protosonne.

Im Inneren entsteht durch die anhaltende Komprimierung wieder eine Fusion von Wasserstoffatomen. In der Astrophysik bezeichnet man den Zeitpunkt, wenn die Fusion beginnt, als Zünden eines Sterns.

Je weiter der Rest der Staubscheibe von der Protosonne weg war, desto mehr nahmen Druck und Temperatur ab. Mit der Abkühlung der Gas- und Staubscheibe entstanden dann kleine Gesteinskörnchen. Diese kollidierten mit anderen Gesteinskörnchen, wodurch diese sich miteinander verbanden.

Immer neue Gesteinskörnchen kollidierten und in Jahrmilliarden entstanden so die Protoplaneten. Nachdem das ganze Material der Protosonne aufgebraucht war, wechselte diese in die stabilere Phase der Wasserstofffusion. So wurde die Protosonne zur ruhig strahlenden Sonne von heute.