Aufständische Armee der Ukraine (UPA)
Die Aufständische Armee der Ukraine (kurz UPA)war eine ukrainisch-nationalistische Heimatarmee, bestehend aus ukrainischen, usbekischen und belrussischen Partisanen.
Gegründet wurde die Partisanenarmee am 14. Oktober 1942, während des Zweiten Weltkriegs. Sie führten Guerillakriege gegen das NS-Regime, die Sowjetunion und gegen Widerstandsorganisationen im besetzten Polen.
Am 26. März 1943 kam es zum Massaker in Wolhynien und Ostgalizien, bei dem die Ukrainische Aufständische Armee annähernd 100.000 Polen ermordete. Das Ziel der Aufstandsarmee war es, sämtliche Gebiete – in denen ukrainische Ethnie lebten, zu befreien und in einen ukrainischen Einheitsstaat einzuverleiben. Zu dieser Zeit kollaborierte die Ukrainische Aufstandsarmee sogar mit den Nazis, da beide in den polnischen Widerstandstruppen einen gemeinsamen Feind erkannten.
In der heutigen Republik Polen werden die Massaker in Wolhynien und Ostgalizien als ethnische Säuberung und Völkermord bezeichnet.
Inhalt
Steckbrief
| Kurzform: | UPA |
| Gründung: | 14. Oktober 1942 |
| Gesinnung: | ukrainisch-nationalistisch, antikommunistisch, antirussisch, antipolnisch, antideutsch, Antisemitismus, Linksnationalismus |
| Mitgliederzahl: | zwischen 30.000 und 100.000 Kämpfer (schätzungsweise) |
![]() UPA Flagge mit Dreizack (Trysub) und Zahl 44 (Einheitennummern) bei einer patriotischen Gedenkverantstaltung in Kiew im Januar 2026 |
|
Zeittafel |
|
| Datum | Ereignis |
| 1931 | Der nationalistische ukrainische Politiker Stepan Bandera wird Leiter der Propagandaabteilung der Organisation der Ukrainischen Nationalisten (OUN). |
| 1934 | Stepan Bandera organisiert die Ermordung des polnischen Innenministers Bronisław Pieracki und gerät in Haft. |
| 1939 | Nach dem deutschen Überfall auf Polen wird Stepan Bandera freigelassen. |
| 1940 | Die Organisation der Ukrainischen Nationalisten (OUN) spaltet sich in zwei Fraktionen auf: die gemäßigte OUN-M und die radikalen OUN-B. Stepan Bandera wird Anführer der OUN-B-Fraktion. |
| 1941 | Stepan Bandera gründet das Ukrainische Nationalkomitee. Erster Vorsitzender ist Jaroslaw Stetsko, welcher am 30. Juni 1941 die Gründung eines ukrainischen Staates im von Nazi-Deutschland besetzten Lwiw verkündet. |
| 1941 | Vom 30. Juni bis zum 2. Juli und vom 25. bis 29. Juli 1941 fanden in Lwiw zwei Pogrome statt. Dabei starben mindestens 4.000 Juden. Organisiert wurden die Massaker durch die Nationalsozialisten. Unterstützt wurden die Morde durch die von der OUN gebildeten Volksmiliz (Ukrainische Volksmiliz). |
| 1941 | Die Deutschen missbilligten die Proklamation eines ukrainischen Staates in Lwiw, weshalb Stepan Bandera von der Gestapo verhaftet wurde. |
| 1942 | Stepan Bandera wird im Januar 1942 ins Konzentrationslager Sachsenhausen gebracht. |
| 1942 | 14. Oktober: Die UPA wird als militärischer Flügel der Organisation Ukrainischer Nationalisten (kurz OUN) gegründet. Dies geschah während der Gefangenschaft von Stepan Bandera. |
| 1943 | Ab Februar 1943 kämpfte die UPA gegen die Deutschen in Wolhynien und Polesien. Gleichzeitig kämpfte die UPA gegen die polnische Heimatarmee. Zwischen 1943 und 1945 kam es zu mehrfachen Massakern an der polnischen Zivilbevölkerung in Wolhynien und Polesien, beim denen bis zu 100.000 Polen umgebracht wurden. |
| 1944 | Nachdem sich die deutsche Armee aus Polen zurückzog, griff die UPA deren Rückhut an und beschlagnahmte deren Ausrüstung. |
| Juli 1944 | Ab Juli 1944 stellt die UPA die Angriffe gegen die Wehrmacht ein und richtete ihre ganze militärische Stärke nach Osten, um dort die Sowjetarmee aufzuhalten. Bis 1947 versuchte die UPA, die Zwangsdeportation von Ukrainern aus Westgalizien in die Sowjetunion zu verhindern. |
| 1944 | Stepan Bandera wird im September 1944 von den Deutschen freigelassen. Er soll dabei helfen, den sowjetischen Vormarsch zu bekämpfen. |
| 1949 | Im September 1949 wurde die UPA offiziell aufgelöst. |
| 1959 | Stepan Bandera wird in München von KGB-Agenten ermordet. |
| 1991 | In der Westukraine setzt seit der Unabhängigkeit von der Sowjetunion (24. August 1991) eine Verehrung der UPA. |
| 1992 | In der ostukrainischen Stadt Charkiw wurde ein Denkmal für die gefallenen UPA-Soldaten errichtet. Einige östliche und südliche Provinzen der Ukraine zogen nach. |
| 2015 | Im April 2015 entscheidet das Ukrainische Parlament, dass UPA-Soldaten als Unabhängigkeitskämpfer anzuerkennen sind. |
| 2019 | Ehemalige Mitglieder der UPA erhalten in der Ukraine den Veteranenstatus. |
| 2026 | 27. Mai: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verfügt, dass das Operationszentrum Nord der ukrainischen Spezialeinsatzkräfte den Ehrennamen „Helden der UPA“ erhält. Damit soll die historische Tradition der nationalen Armee wiederhergestellt werden. |
| 2026 | 20. Juni: Polens Staatspräsident Karol Nawrocki will seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj den "Orden des Weißen Adlers" aberkennen. Dies ist das höchste Ehrenzeichen Polens. Selenskyj trug dieses Ehrenzeichen seit dem 11. April 2022. Verliehen wurde der Orden durch den polnischen Staatspräsidenten Andrzej Duda. |







