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John Smith


John Smith war ein Abenteurer und einer der ersten Siedler von Jamestown im heutigen Virginia (USA). Bedeutend sind seine Berichte über Zusammentreffen mit der Powhatan-Föderation und der jungen Pocahontas. Ausschnitte seines Lebens wurden im Zeichentrickfilm Pocahontas und in „The New World“ verfilmt.

Seine Berichte wurden herangezogen, um den Alltag in der Jamestown-Kolonie zu rekonstruieren. Dennoch gelten diese Berichte als Übertreibung, so dass Historiker den Wahrheitsgehalt stark anzweifeln. Trotz dieser Übertreibungen oder gerade deswegen wurde er in der amerikanischen Geschichte zu einem Helden romantisiert. Neben seinen Zeitzeugenberichte fertigte Smith diverse Karten der Neuen Welt an.

Steckbrief

Porträt von Captain John Smith

Porträt von Captain John Smith


John Smith
Geboren:um 1579 in Alford, Lincolnshire, Königreich England
Gestorben:21. Juni 1631 in London
Alter:51 Jahre
Ruhestätte:St Sepulchre-without-Newgate Church in London
Bedeutung:-Mitbegründer von Jamestown
-Erkundung der Chesapeake Bay in Virginia
-Veröffentlichung der "Map of Virginia"
-Erkundung von Neuengland
-Namensgeber von "New England"
-Autor von acht Berichten aus der Neuen Welt
Veröffentlichungen:-A True Relation of Such Occurrences and Accidents of Note as Happened in Virginia (1608)
-A Description of New England (1616)
-The Generall Historie of Virginia, New-England, and the Summer Isles (1624)

John Smith Denkmal in der historischen Siedlung Jamestown, Bildnachweis: Michael Gordon / Shutterstock.com

John Smith Denkmal von Jamestown

Wer war John Smith?

John Smith war ein Mitgründer von Jamestown, der ersten dauerhaften englischen Kolonie in Nordamerika. Die Siedlung wurde am 14. Mai 1607 im heutigen Virginia gegründet. Doch kurz nach der Ankunft starben die ersten Siedler an Krankheiten, nachdem sie das zu salzige Brackwasser des James Rivers tranken. Den ersten Winter überlebten nur 40 der insgesamt 243 Kolonisten. Viele starben an Hunger und Unterernährung.

Aufgrund der schlechten Lebensmittelversorgung suchte John Smith die Powhatan-Konföderation auf. Mit den Indianern schloss er ein Handelsabkommen, bekam Lebensmittel und gab dafür Metallwaren (z. B. Äxte). Letztlich sicherte er so das Überleben der Kolonie. Während seines Besuchs bei den Powhatan lernte er die Häuptlingstochter Pocahontas kennen, welche damals zehn oder zwölf Jahre alt gewesen war.

Während seiner Ausflüge zu den Powhatan erkundete Smith die Flussgegend des James Rivers. Er fertigte Landkarten an, von denen spätere Siedler profitieren sollten. Im Jahr 1608 wurde Smith dann Präsident von Jamestown, nachdem zuerst Edward Maria Wingfield und später John Ratcliffe abgesetzt wurden.

Bei einer Schießpulverexplosion im Jahr 1609 wurde Smith schwer verletzt. Um sich behandeln zu lassen, segelte er nach England zurück. In die Neue Welt kehrte er 1414 zurück. Diesmal erforschte er die Küsten von Maine und der Massachusetts Bay. Er nannte dieses Gebiet „Neuengland“.

Auf den Azoren wurde er 1615 von französischen Piraten gefangengenommen. Ihm gelang die Flucht und er kehrte nach England zurück.

Als dann 1616 der Farmer John Rolfe mit seiner Frau Rebecca Rolfe (Pocahontas) nach London kamen, sahen sich Smith und Pocahontas noch einmal. Er blieb dann den Rest seines Lebens in England.

Welche Abenteuer erlebte John Smith vor Jamestown?

John Smith wurde 1580 in Alford, einer kleinen Gemeinde in Lincolnshire im Osten Englands, geboren. Mit 16 Jahren verließ er das Elternhaus, nachdem sein Vater gestorben war.

Er verdiente sich als Matrose und als Söldner in der Armee des Heinrich IV. von Frankreich. Anschließend arbeitete er auf Schiffen, welche im Mittelmeer handelten und Piraterie betrieben.

Im Langen Türkenkrieg (1593-1606) kämpfte er gegen die Osmanen. Unter den Habsburgern stieg er zum Kavalleriehauptmann auf, nachdem er zwischen 1600 und 1601 gegen die Truppen von Mihai Viteazul (Michael der Tapfere) gekämpft hatte.

Wie kam John Smith nach Jamestown?

Ab 1606 beteiligte sich Smith am Plan der Virginia Company zur Kolonisierung der Neuen Welt. Am 20. Dezember 1606 stachen drei Schiffe der englischen Company in See (Discovery, Susan Constant und Godspeed).

Auf der Überreise nach Amerika wurde Smith wegen Meuterei angeklagt. Doch am 26. April 1607 landeten die Schiffe in Cape Henry, was Smith vor dem Galgen bewahrte. Denn in den jetzt geöffneten Befehlen der Virginia Company stand, dass Smith einer der Anführer bei der Kolonisierung Nordamerikas sein soll.

Welche Bedeutung hat John Smith für Jamestown?

siehe auch Hauptartikel: Fragen und Antworten zu Jamestown
John Smith rettete die Siedler von Jamestown im Winter 1607/08 vor dem Hungertod. Denn gleich nachdem die Jamestown-Kolonie am 14. Mai 1607 gegründet wurde, begannen die Krisen.

Schon nach sechs Wochen starben die ersten Siedler, nachdem sie das Wasser aus dem James-River getrunken hatten. Sie bekamen Durchfall und Typhus. Da man im Mai in Jamestown landete, war es zu spät, noch Nahrungsmittel anzubauen. Den ersten Winter überlebten nur 40 der 243 Siedler. Viele starben an Hunger.

Nahrungsbeschaffung

Verzweifelt suchten die Engländer nach Nahrung am Chickahominy River. Dabei wurden sie von den Powhatan überrascht und John Smith wurde im Dezember 1607 gefangengenommen.

Schließlich konnte Smith mit Häuptling Wahunsonacock ein Handelsabkommen schließen. Dieses Abkommen basierte auf Tauschhandel. Die Europäer gaben Metallwaren und Werkzeuge. Im Gegenzug erhielten sie Nahrung von den Powhatan. Wohlmöglich wurde Jamestown nur durch dieses Handelsabkommen gerettet.

Wer nicht arbeitet, isst nicht

Doch die Probleme in Jamestown blieben auch nach der Rettung bestehen. Man stritt sich über die Rangfolge und die Männer missachteten Befehle.

Letztlich wurde Präsident Edward Maria Wingfield abgesetzt und durch John Ratcliffe ersetzt. Aber auch unter seiner Führung schaffte Jamestown nicht die Wende, weshalb Smith ab 1608 der neue Präsident der Kolonie wurde.

Unter seiner Führung galt das Motto: „Wer nicht arbeitet, isst nicht.“ Einige Arbeiter desertierten und flohen zu den Indianern, kehrten allerdings wenig später in die Siedlung zurück.

Im Frühjahr 1609 begann Jamestown zu florieren. Es entstanden Wohnhäuser und gerodete Ackerflächen. Im April kam es zu einer Rattenplage, wodurch der gesamte gelagerte Mais zerstört wurde.

John Smith schickte die Arbeiter aus, um Schalentiere zu sammeln oder Fische zu angeln. Nachdem die Gruppe ohne Nahrung zurückkehrte, drohte Smith damit, die Leute aus der Kolonie zu verbannen.

Solche Notfälle sorgten dafür, dass Smith allgemein unbeliebt bei den Siedlern war. Im Sommer 1609 wurde Smith bei einer Schießpulverexplosion in seinem Kanu schwer verletzt. Um sich behandeln zu lassen, segelte er im Oktober 1609 zurück nach England und verließ Jamestown für immer.

Welche Verbindung hatte John Smith zu Pocahontas?

Siehe auch Hauptartikel: Fragen und Antworten zu Pocahontas
Als John Smith im Winter 1607/8 von den Powhatan gefangen wurde, sollte er – laut seinem Bericht – am Marterpfahl sterben. Die Tochter von Häuptling Wahunsonacock war Pocahontas. Als der Häuptling gerade zum tödlichen Schlag gegen Smith ausholen wollte, stellte sich Pocahontas zwischen Smith und ihrem Vater. Dadurch rettete sie ihm sein Leben – so Smith.

Im Disneyfilm Pocahontas entwickelt sich eine Liebesgeschichte zwischen John Smith und der Indianerprinzessin. Historisch ist diese nicht belegt. Stattdessen wird im Bericht von Smith erwähnt, dass Pocahontas zu diesem Zeitpunkt ein zehnjähriges oder elfjähriges Kind gewesen war. Smith war etwa 15 Jahre älter.

1608 rettete Pocahontas ihn ein zweites Mal. Nachdem Smith die Jamestown-Kolonie mit eiserner Disziplin führte und die Lebensmittelrationen der Arbeiter stark einschränkte, gab es ein Komplott gegen ihn. Die Abtrünnigen haben sich dazu mit den Powhatan gegen Smith verschworen.

Der Häuptling lud Smith und andere Kolonisten nach Werowocomoco, um diese dort zu töten. Pocahontas, welche von dem Anschlag wusste, warnte Smith. Er und seine Leute blieben daraufhin wachsam. Doch der Angriff fand nie statt.

1609 wurde Smith bei einer Explosion schwer verletzt. Um seine Wunden behandeln zu lassen, reiste er nach England zurück. Als Pocahontas im Jahr 1616 als Rebecca Rolfe nach London reiste, trafen sich beide wieder. In dieser Zeit schrieb Smith einen zweiten Bericht über die Winterereignisse von 1607/8 und legte diesen der englischen Elite vor.

Wohlmöglich wollte er mit diesem Bericht, das Image von Pocahontas verschönern und sie als eine Edle Wilde darstellen.

Wie veränderte sich die Beziehung zu John Smith und den Powhatan?

Smith war immer ein Befürworter des Kolonialismus gewesen. Die Gefangennahme und der Tauschhandel mit den Powhatan änderten daran nichts. Doch der Powhatan-Häuptling blieb stets misstrauisch gegenüber den europäischen Siedlern.

Grund waren die schlechten Erfahrungen, welche die Powhatan 1570 mit den Spaniern machten, als diese zwanzig Einheimische an ihren Schiffmasten aufhängten. Dementsprechend war das Handelsabkommen nur von begrenzter Dauer. Und bereits 1508/9 wurden die Handelsbeziehungen eingestellt.

Die Engländer reagierten mit Überfällen und Brandschatzungen. Daraufhin belagerten die Powhatan die Jamestown-Kolonie. Der erste Powhatan-Krieg begann 1609 und dauerte bis 1614. Zu diesem Zeitpunkt war Smith allerdings schon in England.

Wie zuverlässig sind seine Berichte?

Viele Kritiker von Smith Berichten reduzieren sein Werk auf die Beschreibungen von 1608, als Smith das erste Mal auf Pocahontas traf. Dass die Indianerprinzessin sich in ihn verliebte und deshalb sein Leben rettete, zweifeln Historiker an. Vielmehr geht man davon aus, dass Smith ein Teil eines Rituals war, welches er nicht verstand und falsch interpretierte.

Smith Berichte konzentrieren sich weitestgehend auf die Indianer. Seine Beziehung zur Powhatan-Föderation war ein wichtiger Faktor, um die Jamestown-Kolonie vor ihrem Ende zu bewahren. William Randel schrieb dazu: Smith kam es nie in den Sinn, die Indianer auszurotten. Denn er wusste, dass das Überleben von Jamestown von der Beziehung zu den Ureinwohnern abhängen würde. Die kriegerischen Auseinandersetzungen begannen deshalb erst, nachdem Smith die Jamestown-Kolonie verlassen hatte.

Welche Karten erstellte John Smith?

1612 veröffentlichte John Smith die „Map of Virginia“. Diese war die erste Landkarte Virginias. Eingezeichnet waren sämtliche Flüsse, indigene Siedlungen, Landschaften und Küstenlinien. Diese Landkarte nutzten Siedler nach ihm für die Kolonisierung Virginias.

1618 veröffentlichte Smith eine zweite Karte. Diese zeigt das Gebiet von Neuengland. Auch die Bezeichnung „New England“ stammt von Smith. Die Siedler der Plymouth-Kolonie nutzten die Karte ab 1620 und übernahmen den Namen der Gegend, welchen Smith ihr gegeben hatte.

Das Gebiet von „New England“ wurde von Smith ab 1614 erforscht und kartographiert. Der kommerzielle Zweck dieser zweiten Reise in die Neue Welt waren Walfang (Walöl) und die Erschließung von Gold- und Kupferminen. Da sich beides nicht ausreichend realisieren ließ, beschränkte sich die Expedition auf das Sammeln von Fellen, um die Kosten zu decken.

Wie starb John Smith?

John Smith starb am 21. Juni 1631 in London. Seine Beisetzung geschah erst 1633 im südlichen Seitenschiff der St. Sepulchre-without-Newgate Church in London. An der Südwand der Kirche befindet sich ein Buntglasfenster, welches zu Ehren von Kapitän John Smith angefertigt wurde.

Wo steht das John Smith Denkmal?

Vor der Küste Neuenglands befinden sich die Isles of Shoals. 1614 wurden diese Inseln von John Smith entdeckt, welcher diese nach sich selbst benannte (Smyths Islands). In Smith Berichten wird keine Landung erwähnt. Doch 1864 wurde dort ein Denkmal errichtet, um an den 250-jährigen Besuch des Entdeckers zu erinnern.

Im Rye Harbor State Park in New Hampshire wurde 2014 ein weiteres Denkmal zu Ehren von John Smith gefertigt. Dabei handelt es sich um einen Obelisken mit über fünf Metern Höhe.


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