Gründerväter der USA
Die Gründerväter der USA waren ein Personenkreis, welche am 4. Juli 1776 die amerikanische Unabhängigkeitserklärung und am 17. September 1787 die US-Verfassung verabschiedeten. Es handelt sich demnach um zwei verschiedene Personenkreise mit unterschiedlichen Personen. Mitunter werden die Personen, welche die Konföderationsartikel von 1777 verabschiedeten, ebenfalls zum Kreis der Gründerväter gezählt.
Der einzige Gründervater, welcher sowohl bei der Verabschiedung der Unabhängigkeitserklärung als auch bei der Unterschreibung der US-Verfassung dabei war, ist Benjamin Franklin gewesen.
Die Gründerväter spielen eine herausragende Rolle bei der Entstehung der USA, waren US-Patrioten, Anführer der amerikanischen Revolution, dienten mitunter im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg und entwarfen den Regierungsrahmen für die neu geschaffene Nation. In der US-amerikanischen Geschichte werden sie als Volkshelden verehrt. Vielen von ihnen werden besondere intellektuelle Fähigkeiten nachgesagt.
Inhalt
- 1 Steckbrief
- 2 Wer waren Gründerväter?
- 3 Warum heißen sie Founding Fathers?
- 4 Was ist der Unterschied zu den Framers of the Constitution?
- 5 Wie viele Gründerväter gibt es?
- 6 Wer gilt als wichtigster Gründervater?
- 7 Gab es auch Gründermütter (Founding Mothers)?
- 8 Hatten die Gründerväter Sklaven?
- 9 Waren alle Gründerväter sich einig?
Steckbrief
Wer waren Gründerväter?
Die Gründerväter der USA waren bedeutende Personen, welche einen wichtigen Beitrag rundum die Gründung der USA geleistet hatten. Die Liste der Gründerväter wird stets erweitert. So betrachten einige Historiker alle Delegierten der Verfassungskonvention als Gründerväter, ganz gleich ob sie die US-Verfassung genehmigt hatten oder nicht.
Auch diverse militärische Anführer und Helden des Unabhängigkeitskrieges werden von einigen Historikern als Gründerväter bezeichnet. Selbst Philosophen, Autoren, Redner und andere Männer oder Frauen werden in die Liste aufgenommen, wenn ihr Beitrag zur amerikanischen Unabhängigkeit als bedeutend erscheint.
Einig sind sich Historiker darüber, dass die Delegierten – welche die Unabhängigkeitserklärung verabschiedeten – zu den Gründervätern gezählt werden müssen. Denn diese Personen verabschiedeten die Erklärung mit dem Wissen, dass sie von der britischen Regierung als Hochverräter verurteilt werden würden.
Ihnen drohte demnach Verfolgung, Folter und Tod. Dennoch haben sie für die Unabhängigkeit gestimmt und persönliche Risiken hinten angestellt. Diese heroische Tat war so wertvoll, dass für diese Beteiligten der Titel der Gründerväter erfunden wurde.
Warum heißen sie Founding Fathers?
Founding fathers ist die englische Bezeichnung für Gründervater. Erstmals wurde der Begriff vom US-Senator Warren G. Harding bei einer Grundsatzrede auf dem Republikanischen Nationalkonvent 1916 verwendet.
Als Harding am 4. März 1921 zum 29. Präsidenten der USA vereidigt wurde, verwendete er den Begriff in seiner Antrittsrede noch einmal. Es wird davon ausgegangen, dass Judson C. Welliver, der Redenschreiber des Präsidenten, der eigentliche Erfinder des Wortes war. Damit war Harding der erste Präsident, welcher den Begriff verwendete.
Spätere Präsidenten verwendeten den Begriff weiterhin, wodurch er in den allgemeinen Sprachschatz der amerikanischen Bevölkerung einsickerte.
Was ist der Unterschied zu den Framers of the Constitution?
Framers of the constitution sind jene Personen, welche am US-Verfassungskonvent von 1787 teilnahmen. Dabei wird zwischen den Verfassern (Framers) und denen unterschieden, welche die Verfassung unterzeichnet haben. Letztere umfasst einen Personenkreis von 39 Delegierten.
Diese 39 Unterzeichner werden normalerweise den Gründungsvätern zugerechnet. Der Personenkreis der Verfasser (Framers) umfasst hingegen fünfundfünfzig Delegierte. Manche Historiker bezeichnen alle Framers als Founding Fathers (Gründerväter). Andere beschränken die Liste auf die Unterzeichner.
Wie viele Gründerväter gibt es?
Wie bereits beschrieben, ist die Liste vage und unterscheidet sich je nach Autor. Einig sind sich Historiker darüber, dass die 56 Delegierten – welche die Unabhängigkeitserklärung unterschrieben hatten – dazu gezählt werden. Die US-Verfassung wurde von 39 Delegierten unterschrieben. Demnach beträgt die Mindestanzahl fünfundneunzig Gründerväter.
Wer gilt als wichtigster Gründervater?
George Washington wird in den USA als Vater der Nation verehrt. Denn er war Oberbefehlshaber der Kontinentalarmee im Unabhängigkeitskrieg gegen die Briten. Nach dem Krieg war er Präsident des Verfassungskonvents und schließlich wurde er am 30. April 1789 als erster US-Präsidenten vereidigt.
Der Historiker Richard B. Morris identifizierte 1973 sieben Persönlichkeiten als Schlüsselgründer. Diese sieben Personen hatten einen dreifachen Test bestanden, welchen Morris eigens entwickelt hatte. Für diesen Test schrieb Morris drei Schlüsselqualifikationen fest: Führungsstärke, Dienstdauer und Einfluss aufs Staatswesen.
Laut Morris sind John Adams, Benjamin Franklin, Alexander Hamilton, John Jay, Thomas Jefferson, James Madison und Washington diese sieben Schlüsselgründer.
Gab es auch Gründermütter (Founding Mothers)?
Founding Mothers gibt es nicht offiziell. Denn in der Liste der Gründerväter sind tatsächlich nur Männer verzeichnet. Aber es gab durchaus Frauen, welche während der Amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung eine wichtige Rolle spielten.
So eine mögliche Founding Mother wäre bspw. Abigail Adams, die Frau von John Adams. Sie war Beraterin ihres Mannes und eine frühe Stimme der Frauenbewegung. Ebenfalls von Bedeutung war Martha Washington, die Ehefrau von George Washington. Sie unterstützte die Truppen im Unabhängigkeitskrieg.
Mercy Otis Warren war eine Historikern der amerikanischen Revolution, Schriftstellerin und Kommentatorin. Ebenfalls von Bedeutung für die amerikanische Sache war Phillis Wheatley, die erste afroamerikanische Dichterin. Ihr Werk stärkte die revolutionäre Idee. Deborah Sampson kämpfte als Mann verkleidet direkt an der Front.
Hatten die Gründerväter Sklaven?
Zwölf Gründerväter besaßen, verwalteten oder erbten Sklavenplantagen bzw. große Farmen. Dieser waren:
- Richard Bassett
- John Blair Jr.
- William Blount
- Pierce Butler
- Charles Carroll
- Daniel of St. Thomas Jenifer
- George Mason
- Charles Cotesworth Pinckney
- Charles Pinckney
- Edward Rutledge
- Richard Dobbs Spaight
- George Washington
Waren alle Gründerväter sich einig?
Nein ganz und gar nicht. Denn die Delegierten, welche später zu Gründervätern ernannt wurden, kamen aus ganz unterschiedlichen Kolonien. Und in New York hatte man ganz andere Vorstellungen von Politik als im Süden.
Als sich die Delegierten auf die Unabhängigkeitserklärung oder die Verfassung einigen mussten, trafen unterschiedliche wirtschaftliche Interessen und politische Ideologien aufeinander. So bevorzugte bspw. James Madison eine starke Regierung, deren Macht aber klar begrenzt wird. Alexander Hamilton bevorzugte eine Zentralregierung und Thomas Jefferson lehnte jegliche Zentralmacht ab.
Die nördlichen Kolonien waren Handelsstaaten mit wichtigen Exporthäfen und Industrien. Der Süden war agrarwirtschaftlich geprägt. Doch der größte Konfliktherd war die Sklaverei. Thomas Jefferson wollte die Sklaverei schon in der Unabhängigkeitserklärung verurteilen. Die Südstaaten, deren Wirtschaftsmodell auf Plantagenökonomie basierte, lehnten dies strikt ab.
Die ganzen Kongresse waren ein Ringen um die beste Lösung und die Bereitschaft zum Kompromiss. Der Erfolg stellte sich in ähnlicher Weise ein, wie in heutigen demokratischen Prozessen. Nämlich langsam und mühsam.
