Lukasevangelium
Das Lukasevangelium bzw. das Evangelium nach Lukas (kurz: LK)ist das dritte der vier Evangelien im Neuen Testament der Bibel. Es entstand zwischen 80 und 90 n. Chr., vor dem Johannesevangelium, aber nach dem Markus- und Matthäusevangelium.
Der Autor des Lukasevangeliums nennt sich selbst nicht. Es wird angenommen, dass der Evangelist Lukas ein Mitarbeiter des Paulus von Tarsus war. Neben dem Evangelium soll Lukas auch die Apostelgeschichte geschrieben haben. Beide Texte werden als lukanisches Doppelwerk bzw. Luke-Acts (englisch) zusammengefasst.
Das Lukasevangelium beschreibt das Leben und Wirken des Wanderpredigers Jesus von Nazareth, welcher im Christentum zur Symbolfigur Jesus Christus erklärt wurde.
Steckbrief
Inhalt
Kapitel 1
Im ersten Kapitel des Lukasevangeliums beschreibt der Autor, wie die Geburten von Jesus und Johannes dem Täufer durch den Engel Gabriel angekündigt wurden. Am Ende des Kapitels wird die Geburt von Johannes dem Täufer beschrieben und sein Werdegang bis zum Treffen mit Jesus angerissen.
Einleitung (Lk 1, 1-4)
Das erste Kapitel des Lukasevangeliums beginnt mit einer Einleitung (Vers 1-4). Der Autor beteuert, dass schon viel über Jesus geschrieben wurde und dass er sorgfältig recherchiert hätte. Außerdem will er seinem Leser Theophilus einen geordneten Bericht überreichen.
| Vers | Text |
|---|---|
| 1 | Sintemal sich‘s viele unterwunden haben, zu stellen die Rede von den Geschichten, so unter uns ergangen sind, |
| 2 | wie uns das gegeben haben, die es von Anfang selbst gesehen und Diener des Worts gewesen sind: |
| 3 | habe ich‘s auch für gut angesehen, nachdem ich‘s alles von Anbeginn erkundet habe, daß ich‘s zu dir, mein guter Theophilus, mit Fleiß ordentlich schriebe, |
| 4 | auf daß du gewissen. Grund erfahrest der Lehre, in welcher du unterrichtet bist. |
| Quelle: Lutherbibel 1515: www.gratis.bible/de/luth1545/luke/ | |
Ankündigung der Geburt Johannes des Täufers (Lk 1, 5-25)
Der Priester Zacharias und seine Frau Elisabeth sind kinderlos. Im Tempel erscheint dem Zacharias der Engel Gabriel und kündigt die Geburt eines Sohnes an. Dieser Sohn soll das geistige Erbe des Propheten Elija antreten. Der Priester Zacharias zweifelt und verstummt bis zur Geburt.
| Vers | Text |
|---|---|
| 5 | Zu der Zeit Herodes, des Königs Judäas, war ein Priester von der Ordnung Abia mit Namen Zacharias und sein Weib von den Töchtern Aarons, welche hieß Elisabeth. |
| 6 | Sie waren aber alle beide fromm vor GOtt und gingen in allen Geboten und Satzungen des HErrn untadelig. |
| 7 | Und sie hatten kein Kind, denn Elisabeth war unfruchtbar; und waren beide wohl betaget. |
| 8 | Und es begab sich, da er Priesteramts pflegete vor GOtt zur Zeit seiner Ordnung |
| 9 | nach Gewohnheit des Priestertums, und an ihm war, daß er räuchern sollte, ging er in den Tempel des HErrn. |
| 10 | Und die ganze Menge des Volks war draußen und betete unter der Stunde des Räucherns. |
| 11 | Es erschien ihm aber der Engel des HErrn und stund zur rechten Hand am Räuchaltar |
| 12 | Und als Zacharias ihn sah, erschrak er, und es kam ihn eine Furcht an. |
| 13 | Aber der Engel sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias; denn dein Gebet ist erhöret, und dein Weib Elisabeth wird dir einen Sohn gebären, des Namen sollst du Johannes heißen. |
| 14 | Und du wirst des Freude und Wonne haben, und viele werden sich seiner Geburt freuen. |
| 15 | Denn er wird groß sein vor dem HErrn. Wein und stark Getränk wird er nicht trinken und er wird noch im Mutterleibe erfüllet werden mit Heiligen Geist. |
| 16 | Und er wird der Kinder von Israel viele zu GOtt, ihrem HErrn, bekehren. |
| 17 | Und er wird vor ihm hergehen im Geist und Kraft des Elia, zu bekehren die Herzen der Väter zu den Kindern und die Ungläubigen zu der Klugheit der Gerechten, zuzurichten dem HErrn ein bereit Volk. |
| 18 | Und Zacharias sprach zu dem Engel: Wobei soll ich das erkennen? Denn ich bin alt, und mein Weib ist betagt. |
| 19 | Der Engel antwortete und sprach zu ihm: Ich bin Gabriel, der vor GOtt stehet, und bin gesandt, mit dir zu reden, daß ich dir solches verkündigte. |
| 20 | Und siehe, du wirst verstummen und nicht reden können bis auf den Tag, da dies geschehen wird, darum daß du meinen Worten nicht geglaubet hast, welche sollen erfüllet werden zu ihrer Zeit. |
| 21 | Und das Volk wartete auf Zacharias und verwunderte sich, daß er so lange im Tempel verzog. |
| 22 | Und da er herausging, konnte er nicht mit ihnen reden. Und sie merkten, daß er ein Gesicht gesehen hatte im Tempel. Und er winkte ihnen und blieb stumm. |
| 23 | Und es begab. sich, da die Zeit seines Amtes aus war, ging er heim in sein Haus. |
| 24 | Und nach den Tagen ward sein Weib Elisabeth schwanger und verbarg sich fünf Monden und sprach: |
| 25 | Also hat mir der HErr getan in den Tagen, da. er mich angesehen hat, daß er meine Schmach unter den Menschen von mir nähme. |
| Quelle: Lutherbibel 1515: www.gratis.bible/de/luth1545/luke/ | |
Ankündigung der Geburt Jesu (Lk 1, 26-38)
Sechs Monate später erscheint der Engel Gabriel der Maria in Nazareth. Auch ihr kündigt er die Geburt eines Sohnes an. Weiterhin verspricht er, dass ihr Sohn als „Sohn des Höchsten“ verehrt werden und das Thronerbe Davids erhalten wird. Da Maria ohne Mann ist, fragt sie nach – wie die Empfängnis geschehen soll. Und Gabriel erklärt, dass der Heilige Geist über sie kommen wird. Daraufhin antwortet Maria: „Mir geschehe, wie du gesagt hast.“
| Vers | Text |
|---|---|
| 26 | Und im sechsten Mond ward der Engel Gabriel gesandt von GOtt in eine Stadt in Galiläa, die heißt Nazareth, |
| 27 | zu einer Jungfrau, die vertrauet war einem Manne mit Namen Joseph vom Hause David; und die Jungfrau hieß Maria. |
| 28 | Und der Engel kam zu ihr hinein und sprach: Gegrüßet seiest du, Holdselige! Der HErr ist mit dir, du Gebenedeiete unter den Weibern. |
| 29 | Da sie aber ihn sah, erschrak sie über seine Rede und gedachte: Welch ein Gruß ist das? |
| 30 | Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; du hast Gnade bei GOtt funden. |
| 31 | Siehe; du wirst schwanger werden im Leibe und einen Sohn gebären, des Namen sollst du JEsus heißen. |
| 32 | Der wird groß und ein Sohn des Höchsten genannt werden, und GOtt der HErr wird ihm den Stuhl seines Vaters David geben. |
| 33 | Und er wird ein König sein über das Haus Jakob ewiglich, und seines Königreichs wird kein Ende sein. |
| 34 | Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen, sintemal ich von keinem Manne weiß? |
| 35 | Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum auch das Heilige, das von dir geboren wird, wird Gottes Sohn genannt werden. |
| 36 | Und siehe, Elisabeth, deine Gefreundete, ist auch schwanger mit einem Sohn in ihrem Alter und gehet jetzt im sechsten Mond, die im Geschrei ist, daß sie unfruchtbar sei. |
| 37 | Denn bei GOtt ist kein Ding unmöglich. |
| 38 | Maria aber sprach: Siehe, ich bin des HErrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast. Und der Engel schied von ihr. |
| Quelle: Lutherbibel 1515: www.gratis.bible/de/luth1545/luke/ | |
Maria besucht Elisabeth (Lk 1, 39-56)
Maria geht zu Elisabeth, von welcher sie als „gesegnet unter den Frauen“ gepreist wird. Die Schwangere spricht einen Lobgesang über Gottes Gerechtigkeit, seine Treue zu Israel und seine Zuwendung zu den Niedrigen (Armen).
| Vers | Text |
|---|---|
| 39 | Maria aber stund auf in den Tagen und ging auf das Gebirge eilends zu der Stadt Juda |
| 40 | und kam in das Haus des Zacharias und grüßete Elisabeth. |
| 41 | Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Marias hörete, hüpfete das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth ward des Heiligen Geistes voll |
| 42 | und rief laut und sprach: Gebenedeiet bist du unter den Weibern, und gebenedeiet ist die Frucht deines Leibes. |
| 43 | Und woher kommt mir das, daß die Mutter meines HErrn zu mir kommt? |
| 44 | Siehe, da ich die Stimme deines Grußes hörete, hüpfete mit Freuden das Kind in meinem Leibe. |
| 45 | Und o selig bist du, die du geglaubet hast! Denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem HErrn. |
| 46 | Und Maria sprach: Meine Seele erhebet den HErrn, |
| 47 | und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes. |
| 48 | Denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder. |
| 49 | Denn er hat große Dinge an mir getan, der da mächtig ist, und des Name heilig ist. |
| 50 | Und seine Barmherzigkeit währet immer für und für bei denen, die ihn fürchten. |
| 51 | Er übet Gewalt mit seinem Arm und zerstreuet, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. |
| 52 | Er stößet die Gewaltigen vom Stuhl und erhebt die Niedrigen. |
| 53 | Die Hungrigen füllet er mit Gütern und läßt die Reichen leer. |
| 54 | Er denket der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener Israel auf, |
| 55 | wie er geredet hat unsern Vätern, Abraham und seinem Samen ewiglich. |
| 56 | Und Maria blieb bei ihr bei drei Monden; danach kehrete sie wiederum heim. |
| Quelle: Lutherbibel 1515: www.gratis.bible/de/luth1545/luke/ | |
Geburt des Johannes (Lk 1, 57-66)
Elisabeth bringt ihr Kind zur Welt. Ihr Mann Zacharias schreibt den Namen „Johannes“ auf eine Tafel. Die Beobachter fragen sich, was aus dem Kind mal werden wird.
| Vers | Text |
|---|---|
| 57 | Und. Elisabeth kam ihre Zeit, daß sie gebären sollte; und sie gebar einen Sohn. |
| 58 | Und ihre Nachbarn und Gefreundeten höreten, daß dar HErr große Barmherzigkeit an ihr getan hatte, und freueten sich mit ihr. |
| 59 | Und es begab sich, am achten Tage kamen sie, zu beschneiden das Kindlein, und hießen ihn nach seinem Vater Zacharias |
| 60 | Aber seine Mutter antwortete und sprach: Mitnichten, sondern er soll Johannes heißen! |
| 61 | Und sie sprachen zu ihr: Ist doch niemand in deiner Freundschaft, der also heiße. |
| 62 | Und sie winkten seinem Vater wie er ihn wollte heißen lassen. |
| 63 | Und er forderte ein Täfelein, schrieb und sprach: Er heißt Johannes. Und sie verwunderten sich alle. |
| 64 | Und alsbald ward sein Mund und seine Zunge aufgetan, und redete und lobete GOtt. |
| 65 | Und es kam eine Furcht über alle Nachbarn und diese Geschichte ward ruchbar auf dem ganzen jüdischen Gebirge. |
| 66 | Und alle, die es höreten, nahmen‘s zu Herzen und sprachen: Was, meinest du, will aus dem Kindlein werden? Denn die Hand des HErrn war mit ihm. |
| Quelle: Lutherbibel 1515: www.gratis.bible/de/luth1545/luke/ | |
Zacharias Lobgesang (Lk 1, 67-80)
Zacharias wird vom Heiligen Geist erfüllt und preist Gott für die Erfüllung der Verheißung von Abraham und David. Außerdem preist er die bevorstehende Erlösung durch den Messias. Über Johannes sagt er, dass er der „Prophet des Höchsten“ sein und den Weg für den Herrn (Messias) ebnen wird.
| Vers | Text |
|---|---|
| 67 | Und sein Vater Zacharias ward des Heiligen Geistes voll, weissagte und sprach: |
| 68 | Gelobet sei der HErr, der GOtt Israels; denn er hat besucht und erlöset sein Volk; |
| 69 | und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils in dem Hause seines Dieners David. |
| 70 | Als er vorzeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten: |
| 71 | daß er uns errettete von unsern Feinden und von der Hand aller, die uns hassen, |
| 72 | und die Barmherzigkeit erzeigete unsern Vätern und gedächte an seinen heiligen Bund |
| 73 | und an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben, |
| 74 | daß wir, erlöset aus der Hand unserer Feinde, ihm dieneten ohne Furcht unser Leben lang |
| 75 | in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die ihm gefällig ist. |
| 76 | Und du, Kindlein, wirst ein Prophet des Höchsten heißen; du wirst vor dem HErrn hergehen, daß du seinen Weg bereitest |
| 77 | und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk, die da ist in Vergebung ihrer Sünden, |
| 78 | durch die herzliche Barmherzigkeit unsers Gottes, durch welche uns besucht hat der Aufgang aus der Höhe, |
| 79 | auf daß er erscheine denen, die da sitzen in Finsternis und Schatten des Todes und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. |
| 80 | Und das Kindlein wuchs und ward stark im Geist und war in der Wüste, bis daß er sollte hervortreten vor das Volk Israel. |
| Quelle: Lutherbibel 1515: www.gratis.bible/de/luth1545/luke/ | |
Kapitel 2
Im zweiten Kapitel des Lukasevangeliums beschreibt der Autor die Geburt Jesu, die Engelsbotschaft an die Hirten, die Beschneidung und Namensgebung Jesu und die Tempelszene des 12-jährigen Jesu. Dies ist die einzige Kindheitserzählung Jesu im Neuen Testament.
Geburt Jesu in Bethlehem (Lk 2, 1-7)
Kaiser Augustus ordnet eine Volkszählung an. Da Josef aus dem Haus David stammt, reisen Maria und Josef nach Bethlehem. Dort bringt Maria das Jesuskind zur Welt. Da in der Herberge kein Platz mehr ist, legt sie Jesus in einer Krippe ab.
| Vers | Text |
|---|---|
| 1 | Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot vom Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde. |
| 2 | Und diese Schätzung war die allererste und geschah zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. |
| 3 | Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein. jeglicher in seine Stadt. |
| 4 | Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids die da heißt Bethlehem, darum daß er von dem Hause und Geschlechte Davids war, |
| 5 | auf daß er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die war schwanger. |
| 6 | Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte. |
| 7 | Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. |
| Quelle: Lutherbibel 1515: www.gratis.bible/de/luth1545/luke/ | |
Die Hirten und die Engelsbotschaft (Lk 2, 8-20)
Die Hirten erhalten eine Botschaft von den Engeln, dass Christus der Retter geboren ist. Daraufhin gehen die Hirten nach Bethlehem, finden das Kind und erzählen allen davon.
| Vers | Text |
|---|---|
| 8 | Und es waren Hirten in derselbigen Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. |
| 9 | und siehe des HErrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des HErrn leuchtete um sie, und sie fürchteten sich sehr. |
| 10 | Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; |
| 11 | denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der HErr, in der Stadt Davids. |
| 12 | Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. |
| 13 | Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten GOtt und sprachen: |
| 14 | Ehre sei GOtt in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! |
| 15 | Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Laßt uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der HErr kundgetan hat. |
| 16 | Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegen. |
| 17 | Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kind gesagt war. |
| 18 | Und alle, vor die es kam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. |
| 19 | Maria aber behielt alle diese Worte und bewegete sie in ihrem Herzen. |
| 20 | Und die Hirten kehreten wieder um, preiseten und lobten GOtt um alles, was sie gehöret und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. |
| Quelle: Lutherbibel 1515: www.gratis.bible/de/luth1545/luke/ | |
Beschneidung und Namensgebung (LK 2, 21)
Am achten Tag wird der Junge beschnitten und erhält den Namen Jesus.
| Vers | Text |
|---|---|
| 21 | Und da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten würde, da ward sein Name genannt JEsus, welcher genannt war von dem Engel, ehe denn er in Mutterleibe empfangen ward. |
| Quelle: Lutherbibel 1515: www.gratis.bible/de/luth1545/luke/ | |
Jesu im Tempel (Lk 2, 22-38)
Die Heilige Familie reist nach Jerusalem, damit Jesus geweiht werden kann. Simeon erkennt das Jesuskind als Messias und spricht das berühmte „Nunc dimittis“ („Nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren“). Die Prophetin Hanna lobt Gott und spricht mit allen über das Kind, die auf Erlösung warten.
| Vers | Text |
|---|---|
| 22 | Und da die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz. Moses kamen, brachten sie ihn gen Jerusalem, daß sie ihn darstelleten dem Herrn |
| 23 | (wie denn geschrieben stehet in dem Gesetz des HErrn: Allerlei Männlein, das zum ersten die Mutter bricht, soll dem HErrn geheiliget heißen), |
| 24 | und daß sie gäben das Opfer, nachdem gesagt ist im Gesetz des HErrn, ein Paar Turteltauben oder zwo junge Tauben. |
| 25 | Und siehe, ein Mensch war zu Jerusalem mit Namen Simeon; und derselbe Mensch war fromm und gottesfürchtig und wartete auf den Trost Israels; und der Heilige Geist war in ihm. |
| 26 | Und ihm war eine Antwort worden von dem Heiligen Geist, er sollte den Tod nicht sehen, er hätte denn zuvor den Christ des HErrn gesehen. |
| 27 | Und kam aus Anregen des Geistes in den Tempel. Und da die Eltern das Kind JEsus in den Tempel brachten, daß sie für ihn täten, wie man pfleget nach dem Gesetz, |
| 28 | da nahm er ihn auf seine Arme und lobete GOtt und sprach: |
| 29 | HErr, nun lässest du deinen Diener im Frieden fahren, wie du gesagt hast; |
| 30 | denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, |
| 31 | welchen du bereitet hast vor allen Völkern, |
| 32 | ein Licht, zu erleuchten die Heiden, und zum Preis deines Volks Israel. |
| 33 | Und sein Vater und Mutter wunderten sich des, das von ihm geredet ward. |
| 34 | Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser wird gesetzt zu einem Fall und Auferstehen vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird |
| 35 | (und es wird ein Schwert durch deine Seele dringen), auf daß vieler Herzen Gedanken offenbar werden. |
| 36 | Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuels, vom Geschlecht Asser; die war wohl betaget und hatte gelebt sieben Jahre mit ihrem Manne nach ihrer Jungfrauschaft |
| 37 | und war nun eine Witwe bei vierundachtzig Jahren; die kam nimmer vom Tempel, dienete GOtt mit Fasten und Beten Tag und Nacht: |
| 38 | Dieselbige trat auch hinzu zu derselbigen Stunde und preisete den HErrn und redete von ihm zu allen, die da auf die Erlösung zu Jerusalem warteten. |
| Quelle: Lutherbibel 1515: www.gratis.bible/de/luth1545/luke/ | |
Rückkehr nach Nazareth (Lk 2, 39-40)
Die Heilige Familie kehrt nach Nazareth zurück. Der junge Jesus wächst heran, wird stark und voller Weisheit.
| Vers | Text |
|---|---|
| 39 | Und da sie es alles vollendet hatten nach dem Gesetz des HErrn, kehrten sie wieder nach Galiläa zu ihrer Stadt Nazareth. |
| 40 | Aber das Kind wuchs und ward stark im Geist, voller Weisheit; und Gottes Gnade war bei ihm. |
| Quelle: Lutherbibel 1515: www.gratis.bible/de/luth1545/luke/ | |
Der zwölfjährige Jesus im Tempel (Lk 2, 41-52)
Die Heilige Familie reist nach Jerusalem, um dort das Pessachfest zu feiern. Unbemerkt bleibt Jesus im Tempel zurück und verbringt dort drei Tage mit den Schriftgelehrten. Als Maria und Joseph ihn finden, erzählen die Lehrer, dass sie über seine Einsichten erstaunt sind. Als die Eltern von ihren Sorgen berichten, entgegnet Jesus: „Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört?“. Am Ende von Kapitel 2 kehrt die Heilige Familie nach Nazareth zurück, wo Jesus weiter wächst und an Weisheit bzw. Gunst gewinnt.
| Vers | Text |
|---|---|
| 41 | Und seine Eltern gingen alle Jahre gen Jerusalem auf das Osterfest |
| 42 | Und da er zwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf gen Jerusalem nach Gewohnheit des Festes. |
| 43 | Und da die Tage vollendet waren, und sie wieder nach Hause gingen, blieb das Kind JEsus zu Jerusalem; und seine Eltern wußten‘s nicht. |
| 44 | Sie meineten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tagereise und suchten ihn unter den Gefreundeten und Bekannten. |
| 45 | Und da sie ihn nicht fanden gingen sie wiederum gen Jerusalem und suchten ihn. |
| 46 | Und begab sich, nach dreien Tagen fanden sie ihn im Tempel sitzen mitten unter den Lehrern, daß er ihnen zuhörete und sie fragete. |
| 47 | Und alle, die ihm zuhöreten, verwunderten sich seines Verstandes und seiner Antwort. |
| 48 | Und da sie ihn sahen, entsetzten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das getan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. |
| 49 | Und er sprach zu ihnen: Was ist‘s, daß ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich sein muß in dem, was meines Vaters ist? |
| 50 | Und sie verstunden das Wort nicht, das er mit ihnen redete. |
| 51 | Und er ging mit ihnen hinab und kam gen Nazareth und war ihnen untertan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. |
| 52 | Und JEsus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei GOtt und den Menschen. |
| Quelle: Lutherbibel 1515: www.gratis.bible/de/luth1545/luke/ | |
Kapitel 3
Im dritten Kapitel des Lukasevangeliums laufen die Biografien von Jesus und Johannes dem Täufer zusammen. Letzterer wird verhaftet. Jesus wird getauft, wodurch die göttliche Bestätigung erreicht ist. Danach beginnt das öffentliche Wirken Jesu. Doch zuvor skizziert der Autor den Stammbaum Jesu, angefangen bei Adam bis zu Josef.
Auftreten von Johannes dem Täufer (Lk 3, 1-6)
Johannes der Täufer beginnt sein Wirken in der Wüste. Er ruft zur Umkehr auf und vollzieht Taufen, damit den Sündern vergeben werden kann. Lukas zitiert Jesaja 40: „Bereitet dem Herrn den Weg…“ Der Herr ist Jesus und Johannes ist der angekündigte Wegbereiter des Messias (siehe Lukas 1, 67-80, „Zacharias Lobgesang“).
| Vers | Text |
|---|---|
| 1 | In dem fünfzehnten Jahr des Kaisertums Kaisers Tiberius, da Pontius Pilatus Landpfleger in Judäa war und Herodes ein Vierfürst in Galiläa und sein Bruder Philippus ein Vierfürst in Ituräa und in der Gegend Trachonitis. und Lysanias ein Vierfürst in Abilene, |
| 2 | da Hannas und Kaiphas Hohepriester waren: da geschah der Befehl Gottes zu Johannes, des Zacharias Sohn, in der Wüste. |
| 3 | Und er kam in alle Gegend um den Jordan und predigte die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden. |
| 4 | wie geschrieben stehet in dem Buch der Reden Jesaja‘s, des Propheten, der da sagt: Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet den Weg des HErrn und machet seine Steige richtig! |
| 5 | Alle Täler sollen voll werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedriget werden; und was krumm ist, soll richtig werden und was uneben ist, soll schlechter Weg werden. |
| 6 | Und alles Fleisch wird den Heiland Gottes sehen. |
| Quelle: Lutherbibel 1515: www.gratis.bible/de/luth1545/luke/ | |
Die Predigt des Johannes (Lk 3, 7-14)
Johannes fordert echte Veränderungen ein („Bringt Früchte, die der Umkehr würdig sind“) und warnt vor falscher Sicherheit („Wir haben Abraham zum Vater“). Er ruft zum Teilen auf, verurteilt Gier und fordert Zufriedenheit mit dem eigenen Besitztümern.
| Vers | Text |
|---|---|
| 7 | Da sprach er zu dem Volk, das hinausging, daß es sich von ihm taufen ließe: Ihr Otterngezüchte, wer hat denn euch geweiset, daß ihr dem zukünftigen Zorn entrinnen werdet? |
| 8 | Sehet zu, tut rechtschaffene Früchte der Buße und nehmet euch nicht vor zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: GOtt kann dem Abraham aus diesen Steinen Kinder erwecken. |
| 9 | Es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt; welcher Baum nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen und in das Feuer geworfen. |
| 10 | Und das Volk fragete ihn und sprach: Was sollen wir denn tun? |
| 11 | Er antwortete und sprach zu ihnen: Wer zwei Röcke hat, der gebe dem, der keinen hat; und wer Speise hat, tue auch also. |
| 12 | Es kamen auch die Zöllner, daß sie sich taufen ließen, und sprachen zu ihm: Meister, was sollen denn wir tun? |
| 13 | Er sprach zu ihnen: Fordert nicht mehr, denn gesetzt ist. |
| 14 | Da fragten ihn auch die, Kriegsleute und sprachen: Was sollen denn wir tun? Und er sprach zu ihnen: Tut niemand Gewalt noch Unrecht und lasset euch begnügen an eurem Solde. |
| Quelle: Lutherbibel 1515: www.gratis.bible/de/luth1545/luke/ | |
Erwartung des Messias (Lk 3, 15-18)
Seine Zuhörer fragen Johannes, ob er selbst der Messias sei. Er verneint und kündigt einen starken Anführer an, welcher mit dem Heiligen Geist und Feuer tauft. Außerdem kündigt er ein Gericht und Reinigung an (Wurfschaufel-Metapher).
| Vers | Text |
|---|---|
| 15 | Als aber das Volk im Wahn war und dachten alle in ihren Herzen von Johannes, ob er vielleicht Christus wäre |
| 16 | antwortete Johannes und sprach zu allen: Ich taufe euch mit Wasser; es kommt aber ein Stärkerer nach mir, dem ich nicht genugsam bin, daß ich die Riemen seiner Schuhe auflöse; der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. |
| 17 | In desselbigen Hand ist die Worfschaufel; und er wird seine Tenne fegen und wird den Weizen in seine Scheuer sammeln und die Spreu wird er mit ewigem Feuer verbrennen. |
| 18 | Und viel, anderes mehr vermahnete und verkündigte er dem Volk. |
| Quelle: Lutherbibel 1515: www.gratis.bible/de/luth1545/luke/ | |
Gefangennahme des Johannes (Lk 3, 19-20)
Herodes Antipas lässt Johannes verhaften. Denn der Prediger hatte Kritik an Herodes verübt, nachdem dieser seine Ehefrau Phasaelis verstoßen hatte.
| Vers | Text |
|---|---|
| 19 | Herodes aber der Vierfürst, da er von ihm gestraft ward um der Herodias willen, seines Bruders Weib, und um alles Übels willen, das Herodes tat - |
| 20 | über das alles legte er Johannes gefangen. |
| Quelle: Lutherbibel 1515: www.gratis.bible/de/luth1545/luke/ |
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Die Taufe Jesu (Lk 3, 21-22)
Jesus lässt sich taufen. Bei der Taufe steigt der Heilige Geist in Gestalt einer Taube vom Himmel herab. Und eine Stimme spricht: „Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen.“
| Vers | Text |
|---|---|
| 21 | Und es begab sich, da sich alles Volk taufen ließ, und JEsus auch getaufet war und betete, daß sich der Himmel auftat. |
| 22 | Und der Heilige Geist fuhr hernieder in leiblicher Gestalt auf ihn wie eine Taube, und eine Stimme kam aus dem Himmel, die sprach: Du bist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. |
| Quelle: Lutherbibel 1515: www.gratis.bible/de/luth1545/luke/ | |
Stammbaum Jesu (Lk 3, 23-38)
Lukas skizziert den Stammbaum Jesu rückwärts bis zu Adam. Dadurch soll Jesus als Sohn Gottes und als Teil der gesamten Menschheit dargestellt werden. Anders als Matthäus (Mt 1) führt Lukas nur die männliche Stammeslinie Jesu. Er betont die universale Stammeslinie bis Adam und nicht nur bis Abraham (vgl. Matthäus 1).
| Vers | Text |
|---|---|
| 23 | Und JEsus ging in das dreißigste Jahr und ward gehalten für einen Sohn Josephs, welcher war ein Sohn Elis, |
| 24 | der war ein Sohn Matthats, der war ein Sohn Levis, der war ein Sohn Melchis, der war ein Sohn Jannas, der war ein Sohn Josephs, |
| 25 | der war ein Sohn des Mattathias, der war ein Sohn des Amos, der war ein Sohn Nahums, der war ein Sohn Eslis, der war ein Sohn Nanges, |
| 26 | der war ein Sohn Maaths, der war ein Sohn des Mattathias, der war ein Sohn Semeis, der war ein Sohn Josephs, der war ein Sohn Judas, |
| 27 | der war ein Sohn Johannas, der war ein Sohn Resias, der war ein Sohn Zorobabels, der war ein Sohn Salathiels, der war ein Sohn Neris, |
| 28 | der war ein Sohn Melchis, der war ein Sohn Addis, der war ein Sohn Komas, der war ein Sohn Elmodams, der war ein Sohn Hers, |
| 29 | der war ein Sohn Joses, der war ein Sohn Eliezers, der war ein Sohn Jorems, der war ein Sohn Matthas, der war ein Sohn Levis, |
| 30 | der war ein Sohn Simeons, der war ein Sohn Judas, der war ein Sohn Josephs, der war ein Sohn Jonams, der war ein Sohn Eliakims, |
| 31 | der war ein Sohn Meleas, der war ein Sohn Menams der war ein Sohn Mattathans, der war ein Sohn Nathans, der war ein Sohn Davids, |
| 32 | der war ein Sohn Jesses der war ein Sohn Obeds, der war ein Sohn des Boas, der war ein Sohn Salmons, der war ein Sohn Nahassons, |
| 33 | der war ein Sohn Amminadabs, der war ein Sohn Arams, der war ein Sohn Esroms, der war ein Sohn des Phares, der war ein Sohn Judas, |
| 34 | der war ein Sohn Jakobs, der war ein Sohn Isaaks, der war ein. Sohn Abrahams, der war ein Sohn Tharas, der war ein Sohn Nahors, |
| 35 | der war ein Sohn Saruchs, der war ein Sohn Ragahus, der war ein Sohn Phalegs, der war ein Sohn Ebers, der war ein Sohn Salas, |
| 36 | (der war ein Sohn Kainans,) der war ein Sohn Arphachsads, der war ein Sohn Sems, der war ein Sohn Noahs, der war ein Sohn Lamechs, |
| 37 | der war ein Sohn Mathusalahs, der war ein Sohn Enochs, der war ein Sohn Jareds, der war ein Sohn Maleleels, der war ein Sohn Kainans, |
| 38 | der war ein Sohn des Enos, der ein Sohn Seths, der war ein Sohn Adams, der war Gottes. |
| Quelle: Lutherbibel 1515: www.gratis.bible/de/luth1545/luke/ | |

Jessebaum mit Darstellung der Vorfahren Jesu