Matthäus-Evangelium
Das Matthäus-Evangelium bzw. Evangelium nach Matthäus (kurz: Mt) ist das erste von vier Evangelien (Matthäus, Markus, Lukas, Johannes) im Neuen Testament der Bibel. Benannt ist es nach dem Apostel Matthäus, von welchem angenommen wird, dass er es verfasst haben könnte.
Inhalt
Steckbrief
| Bedeutung: | Buch des Neuen Testaments der Bibel, Teil des Bibelkanons |
| Verfasser: | laut Kirchentradition: Apostel Matthäus laut Historikern: irgendein anonymer Judenchrist, dessen Name unbekannt bleibt |
| Erschienen: | zwischen 80 n. Chr. und 90 n. Chr. |
| Inhalt: | Leben und Wirken des Wanderpredigers Jesus von Nazareth, welcher im Christentum als Messias verehrt wird und zur Symbolfigur Jesus Christus erklärt wurde |
| Aufbau: | 28 Kapitel: Mt 1: Jesus Herkunft und Geburt Mt 2: Jesus Flucht nach Ägypten und Rückkehr nach Nazareth Mt 3: Jesus Taufe Mt 4: Widerstehen der Versuchung und Beginn des öffentlichen Wirkens in Galiläa Mt 5: Gesetze und neue Thesen Mt 6: Almosen, Beten, Fasten, Sorgen und Besitz anhäufen Mt 7: Vom Richten, Zuversicht beim Beten, Goldene Regel, Falsche Propheten, Hausbau Mt 8: Heilungswunder, Stillen des Sturms |
Inhalt
Kapitel 1
Das erste Kapitel des Matthäusevangelium hat 25 Verse. Die ersten 17 Verse befassen sich mit dem Stammbaum des Jesu von Nazareth und die übrigen 7 Verse behandeln dessen Zeugung und Geburt.
Jesu Stammbaum (Mt 1, 1-17)
Matthäus beginnt sein Evangelium mit einer Genealogie Jesu. Er beschreibt die Herkunft Jesu als Sohn Davids und Sohn Abrahams.
Der ganze Stammbaum umfasst drei mal vierzehn Generationen, lässt sich aber in drei Abschnitte teilen:
- Abschnitt 1: Von Abraham bis David
- Abschnitt 2: Von David bis zum babylonischen Exil
- Abschnitt 3: Vom babylonischen Exil bis zu Jesus Christus
Anders als das Lukasevangelium (Lk 3) beschreibt Matthäus die rechtliche und nicht die biologische Abstammung Jesu.
Im Folgenden befinden sich die ersten 17 Verse des Matthäusevangeliums 1, entnommen aus der Lutherbibel (Quelle: www.gratis.bible/de/luth1545/matt).
| Vers | Text |
|---|---|
| 1 | Dies ist das Buch von der Geburt JEsu Christi, der da ist ein Sohn Davids, des Sohnes Abrahams. |
| 2 | Abraham zeugete Isaak. Isaak zeugete Jakob. Jakob zeugete Juda und seine Brüder. |
| 3 | Juda zeugete Pharez und Saram von der Thamar. Pharez zeugete Hezron. Hezron zeugete Ram. |
| 4 | Ram zeugete Aminadab. Aminadab zeugete Nahasson. Nahasson zeugete Salma. |
| 5 | Salma zeugete Boas von der Rahab. Boas zeugete Obed von der Ruth. Obed zeugete Jesse. |
| 6 | Jesse zeugete den König David. Der König David zeugete Salomo von dem Weibe des Uria. |
| 7 | Salomo zeugete Roboam. Roboam zeugete Abia. Abia zeugete Assa. |
| 8 | Assa zeugete Josaphat. Josaphat zeugete Joram. Joram zeugte Osia. |
| 9 | Osia zeugete Jotham. Jotham zeugete Achas. Achas zeugete Ezechia. |
| 10 | Ezechia zeugete Manasse. Manasse zeugete Amon. Amon zeugete Josia. |
| 11 | Josia zeugete Jechonia und seine Brüder um die Zeit der babylonischen Gefangenschaft. |
| 12 | Nach der babylonischen Gefangenschaft zeugete Jechonia Sealthiel. Sealthiel zeugete Zorobabel. |
| 13 | Zorobabel zeugete Abiud. Abiud zeugete Eliachim. Eliachim zeugete Asor. |
| 14 | Asor zeugete Zadoch. Zadoch zeugete Achin. Achin zeugete Eliud. |
| 15 | Eliud zeugete Eleasar. Eleasar zeugete Matthan. Matthan zeugete Jakob. |
| 16 | Jakob zeugete Joseph, den Mann Marias, von welcher ist geboren JEsus, der da heißet Christus. |
| 17 | Alle Glieder von Abraham bis auf David sind vierzehn Glieder. Von David bis auf die babylonische Gefangenschaft sind vierzehn Glieder. Von der babylonischen Gefangenschaft bis auf Christum sind vierzehn Glieder. |

Jessebaum mit Darstellung der Vorfahren Jesu
Jesu Geburt (Mt 1, 18-25)
Der zweite Teil des ersten Kapitels im Matthäusevangelium beschreibt die Empfängnis und die Geburt Jesu. Zu diesem Zeitpunkt ist Maria bereits mit Josef verlobt, wird aber durch den Heiligen Geist geschwängert.
Zunächst will Josef sie heimlich verlassen, um Maria bloßzustellen. Doch dann erscheint ihm ein Engel im Traum und erklärt, dass das Kind von Gott stammt. Der Engel weist ihn an, dass Kind „Jesus“ zu nennen, denn er wird das Volk von der Sünde erlösen. Matthäus betont, dass die Erlösung auf die Prophezeiung des Propheten Jesaja zurückgeht. Daraufhin gehorcht Josef, nimmt Maria an sich und Jesus wird geboren.
Im Folgenden sind die Verse 18 bis 25 des Matthäusevangeliums 1 aufgelistet. Diese sind aus der Lutherbibel entnommen. (Quelle: www.gratis.bible/de/luth1545/matt)
| Vers | Text |
|---|---|
| 18 | Die Geburt Christi war aber also getan. Als Maria, seine Mutter, dem Joseph vertrauet war, ehe er sie heimholete, erfand sich‘s, daß sie schwanger war von dem Heiligen Geist. |
| 19 | Joseph aber, ihr Mann, war fromm und wollte sie nicht rügen, gedachte aber sie heimlich zu verlassen. |
| 20 | Indem er aber also gedachte, siehe, da erschien ihm ein Engel des HErrn im Traum und sprach: Joseph, du Sohn Davids fürchte dich nicht, Maria, dein Gemahl, zu dir zu nehmen; denn das in ihr geboren ist, das ist von dem Heiligen Geist. |
| 21 | Und sie wird einen Sohn gebären, des Namen sollst du JEsus heißen; denn er wird sein Volk selig machen von ihren Sünden. |
| 22 | Das ist aber alles geschehen, auf daß erfüllet würde, was der HErr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: |
| 23 | Siehe, eine Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden seinen Namen Emanuel heißen, das ist verdolmetschet, GOtt mit uns. |
| 24 | Da nun Joseph vom Schlaf erwachte, tat er, wie ihm des HErrn Engel befohlen hatte, und nahm sein Gemahl zu sich. |
| 25 | Und erkannte sie nicht, bis sie ihren ersten Sohn gebar, und hieß seinen Namen JEsus. |

Jesu Geburt in der Krippe von Bethlehem
Kapitel 2
Die Verse 1 bis 12 des zweiten Kapitels im Matthäusevangelium beschreiben die Weihnachtsgeschichte, wonach die Weisen aus dem Morgenland nach Bethlehem reisen – um dem Christkind zu huldigen. Jene Weihnachtsgeschichte ist auch Bestandteil des Lukasevangeliums.
Der zweite Teil des zweiten Kapitels im Matthäusevangelium beschreibt die Flucht nach Ägypten (Vers 13 bis 15) und den Kindermord in Bethlehem (Vers 16- 18).
Die Weisen aus dem Morgenland (Mt 2,1–12)
Jesus wird zur Regierungszeit von König Herodes in Bethlehem geboren. Die Sterndeuter bzw. die Weisen aus dem Osten (Morgenland) sehen einen besonderen Stern und folgen diesem nach Jerusalem. Dort angekommen, fragen sie – wo sich der König der Juden befindet. Daraufhin erschrickt Herodes und fragt die Gelehrten nach dem Geburtsort des Messias.
Laut der Prophezeiung ist Bethlehem der Geburtsort. Die Weisen aus dem Morgenland bringen Gold, Weihrauch und Myrrhe zum Jesuskind und huldigen ihn.
Im Folgenden sind die ersten 12 Verse des Matthäusevangeliums 2 niedergeschrieben. Diese sind der Lutherbibel entnommen. Aus urheberrechtlichen Gründen sind die Texte aus der Lutherbibel von 1545 entnommen und deshalb nicht immer zeitgemäß (Quelle: www.gratis.bible/de/luth1545/matt).
| Vers | Text |
|---|---|
| 1 | Da JEsus geboren war zu Bethlehem im jüdischen Lande, zur Zeit des Königs Herodes; siehe, da kamen die Weisen vom Morgenland gen Jerusalem und sprachen: |
| 2 | Wo ist der neugeborne König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind kommen, ihn anzubeten. |
| 3 | Da das der König Herodes hörete, erschrak er und mit ihm das ganze Jerusalem. |
| 4 | Und ließ versammeln alle Hohenpriester und Schriftgelehrten unter dem Volk und erforschete von ihnen, wo Christus sollte geboren werden. |
| 5 | Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen Lande. Denn also stehet geschrieben durch den Propheten:. |
| 6 | Und du Bethlehem im jüdischen Lande bist mitnichten die kleinste unter den Fürsten Judas; denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein HErr sei. |
| 7 | Da berief Herodes die Weisen heimlich und erlernete mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre, |
| 8 | und weisete sie gen Bethlehem und sprach: Ziehet hin und forschet fleißig nach dem Kindlein; und wenn ihr‘s findet, so saget mir‘s wieder, daß ich auch komme und es anbete. |
| 9 | Als sie nun den König gehört hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen hin, bis daß er kam und stund oben über, da das Kindlein war. |
| 10 | Da sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut |
| 11 | und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen. |
| 12 | Und GOtt befahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken. Und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. |
Die Flucht nach Ägypten (Mt 2, 13-15)
In den Versen 13 bis 15 wird beschrieben, dass ein Engel dem Vater von Jesus erschien und ihn dazu aufforderte, Bethlehem zu verlassen. Denn Herodes wird das Christuskind ansonsten töten, um die Messias-Prophezeiung zu verhindern. Im Folgenden sind jene Bibelverse 13 bis 15 niedergeschrieben, welche 1545 in der Lutherbibel veröffentlicht wurden. (Quelle: www.gratis.bible/de/luth1545/matt)
| Vers | Text |
|---|---|
| 13 | Da sie aber hinweggezogen waren, siehe, da erschien der Engel des HErrn dem Joseph im Traum und sprach: Stehe auf und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir und flieh nach Ägyptenland und bleibe allda, bis ich dir sage; denn es ist vorhanden, daß Herodes das Kindlein suche, dasselbe umzubringen. |
| 14 | Und er stund auf und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich bei der Nacht und entwich nach Ägyptenland. |
| 15 | Und blieb allda bis nach dem Tod des Herodes, auf daß erfüllet würde, das der HErr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen. |
Die Kindermorde in Bethlehem (Mt 2, 16-18)
Nachdem Herodes merkt, dass die Weisen aus dem Morgenland nicht zurückkehren, befiehlt er den Kindermord in Bethlehem. Er lässt alle Jungen bis zwei Jahren töten. Das Matthäusevangelium deutet dies als Erfüllung eines Wortes des Propheten Jeremia über Klage in Rama.(Quelle: www.gratis.bible/de/luth1545/matt)
| Vers | Text |
|---|---|
| 16 | Da Herodes nun sah, daß er von den Weisen betrogen war, ward er sehr zornig und schickte aus und ließ alle Kinder zu Bethlehem töten und an ihren ganzen Grenzen, die da zweijährig und drunter waren, nach der Zeit, die er mit Fleiß von den Weisen erlernet hatte. |
| 17 | Da ist erfüllet, was gesagt ist von dem Propheten Jeremia, der da spricht: |
| 18 | Auf dem Gebirge hat man ein Geschrei gehöret, viel Klagens, Weinens und Heulens; Rahel beweinete ihre Kinder und wollte sich nicht trösten lassen denn es war aus mit ihnen. |
Rückkehr aus Ägypten (Mt 2, 19-23)
In den Versen 19 bis 23 im zweiten Kapitel des Matthäusevangeliums wird beschrieben, dass Joseph eine weitere Engelserscheinung in Ägypten hatte. Diesmal sagt der Engel, dass sie zurück nach Galiläa kehren können. König Herodes ist zu diesem Zeitpunkt bereits tot. Doch aus Angst vor Herodes Sohn Archelaus meidet die Familie den Umzug nach Bethlehem. Stattdessen ziehen sie nach Nazareth. Das Matthäusevangelium sieht darin die Erfüllung der Prophezeiung, dass Jesus ein Nazarener genannt werden wird. (Quelle: www.gratis.bible/de/luth1545/matt)
| Vers | Text |
|---|---|
| 19 | Da aber Herodes gestorben war, siehe, da erschien der Engel des HErrn Joseph im Traum in Ägyptenland |
| 20 | und sprach:. Stehe auf und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir und zieh hin in das Land Israel; sie sind gestorben, die dem Kinde nach dem Leben stunden. |
| 21 | Und er stund auf und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich und kam in das Land Israel. |
| 22 | Da er aber hörete, daß Archelaus im jüdischen Lande König war anstatt seines Vaters Herodes, fürchtete er sich, dahin zu kommen. Und im Traum empfing er Befehl von GOtt und zog in die Örter des galiläischen Landes |
| 23 | und kam und wohnete in der Stadt, die da heißt Nazareth, auf daß erfüllet würde, was da gesagt ist durch die Propheten: Er soll Nazarenus heißen. |
Kapitel 3
Im dritten Kapitel des Matthäusevangeliums wird Johannes der Täufer erwähnt. Dieser führt Taufen durch und so lässt sich auch Jesus von Johannes taufen.
Johannes der Täufer (Mt 3, 1-12)
Johannes erscheint in der Wüste Galiläas und predigt eine klare Botschaft: „Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.“
Johannes erfüllt mit seinen Predigten eine Prophezeiung des Jesaja, welche im Alten Testament (Buch Jesaja, 40,3) geschrieben steht. Denn Jesaja prophezeite die Stimme eines Rufers, welcher dem Herrn den Weg befreien wird.
Viele Menschen strömen zu Johannes. Sie bekennen ihre Sünden und lassen sich im Jordan taufen. Er kritisiert andere religiöse Führer (Pharisäer und Sadduzäer) scharf und bezeichnet diese als Otterngezücht und Schlangenbrut. Er fordert eine echte Umkehr und nicht nur eine religiöse Zugehörigkeit. Weiterhin kündigt er den kommenden Messias an, welcher mit dem Heiligen Geist und durch Feuer getauft werden wird. Dieser wird dann das Gute von dem Bösen trennen (Spreu vom Weizen). (Quelle: Lutherbibel von 1545, www.gratis.bible/de/luth1545/matt)
| Vers | Text |
|---|---|
| 1 | Zu der Zeit kam Johannes der Täufer und predigte in der Wüste des jüdischen Landes |
| 2 | und sprach: Tut Buße; das Himmelreich ist nahe herbeikommen! |
| 3 | Und er ist der, von dem der Prophet Jesaja gesagt hat und gesprochen: Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet dem HErrn den Weg und machet richtig seine Steige! |
| 4 | Er aber, Johannes, hatte ein Kleid von Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Lenden; seine Speise aber war Heuschrecken und wilder Honig. |
| 5 | Da ging zu ihm hinaus die Stadt Jerusalem und das ganze jüdische Land und alle Länder an dem Jordan |
| 6 | und ließen sich taufen von ihm im Jordan und bekannten ihre Sünden. |
| 7 | Da er nun viel Pharisäer und Sadduzäer sah zu seiner Taufe kommen, sprach er zu ihnen: Ihr Otterngezüchte, wer hat denn euch geweiset, daß ihr dem künftigen Zorn entrinnen werdet? |
| 8 | Sehet zu, tut rechtschaffene Früchte der Buße! |
| 9 | Denket nur nicht, daß ihr bei euch wollt sagen: Wir haben Abraham zum Vater. Ich sage euch: GOtt vermag dem Abraham aus diesen Steinen Kinder zu erwecken. |
| 10 | Es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt. Darum, welcher Baum nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. |
| 11 | Ich taufe euch mit Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt, ist stärker denn ich, dem ich auch nicht genugsam bin, seine Schuhe zu tragen; der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. |
| 12 | Und er hat seine Worfschaufel in der Hand; er wird seine Tenne fegen und den Weizen in seine Scheune sammeln; aber die Spreu wird er verbrennen mit ewigem Feuer |
Jesu Taufe (Mt 3, 13-17)
Ab Vers 13 wird die Taufe Jesu beschrieben. Zunächst weigert sich Johannes die Taufe zu vollziehen, da er sich für unwürdig hält. Doch Jesus besteht darauf. Während der Taufe öffnet sich der Himmel und der Geist Gottes steigt wie eine Taube hinab. Eine Stimme spricht: „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.“ Mit der Taufe ist Jesus als Gottessohn offiziell bestätigt. (Quelle: Lutherbibel 1545, www.gratis.bible/de/luth1545/matt)
| Vers | Text |
|---|---|
| 13 | Zu der Zeit kam JEsus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, daß er sich von ihm taufen ließe. |
| 14 | Aber Johannes wehrete ihm und sprach: Ich bedarf wohl, daß ich von dir getauft werde, und du kommest zu mir? |
| 15 | JEsus aber antwortete und sprach zu ihm: Laß jetzt also sein; also gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da ließ er‘s ihm zu. |
| 16 | Und da JEsus getauft war, stieg er bald herauf aus dem Wasser; und siehe, da tat sich der Himmel auf über ihm. Und Johannes sah den Geist Gottes gleich als eine Taube herabfahren und über ihn kommen. |
| 17 | Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe. |
Kapitel 4
Im vierten Kapitel des Matthäusevangeliums wird beschrieben, wie Jesus vom Teufel in Versuchung geführt wurde, dieser aber widerstand. In den Szenen danach wird der Beginn seines Wirken in Galiläa beschrieben und wie er die ersten Jünger traf und rekrutierte.
Jesu Versuchung (Mt 4, 1-11)
Jesus wird vom Geist in die Wüste geführt, wo er Hunger leidet. Nach vierzig Tagen und vierzig Nächten erscheint der Teufel und bietet ihm an, dass er die Steine in Brot verwandeln könne. Doch Jesus weist den Teufel zurück und entgegnet: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“.
Daraufhin offenbart der Teufel ihm seine zweite Versuchung und führt ihn auf einen Tempel. Jesus solle sich vom Tempel stürzen und auf Gottes Schutz vertrauen. Daraufhin entgegnet Jesus: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen“.
Die dritte und letzte Versuchung besteht darin, dass der Teufel alle Reiche der Welt anbietet, wenn Jesus ihn anbetet. Doch auch dieser Versuchung widersteht Jesus und entgegnet: „Du sollst Gott allein anbeten“.
Nachdem Jesus auch der dritten Versuchung widerstand, verschwindet der Teufel und Engel erscheinen, welche ihm dienen.
| Vers | Text |
|---|---|
| 1 | Da ward JEsus vom Geist in die Wüste geführt, auf daß er von dem Teufel versucht würde. |
| 2 | Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. |
| 3 | Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brot werden. |
| 4 | Und er antwortete und sprach: Es stehet geschrieben: Der Mensch lebet nicht vom Brot alleine, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes gehet. |
| 5 | Da führete ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellete ihn auf die Zinne des Tempels |
| 6 | und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hinab; denn es stehet geschrieben: Er wird seinen Engeln über dir Befehl tun, und sie werden dich auf den Händen tragen, auf daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest. |
| 7 | Da sprach JEsus zu ihm: Wiederum stehet auch geschrieben: Du sollst GOtt, deinen HErrn, nicht versuchen. |
| 8 | Wiederum führete ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigete ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit |
| 9 | und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, so du niederfällst und mich anbetest. |
| 10 | Da sprach JEsus zu ihm: Heb‘ dich weg von mir, Satan! Denn es stehet geschrieben: Du sollst anbeten GOtt, deinen HErrn, und ihm allein dienen. |
| 11 | Da verließ ihn der Teufel; und siehe, da traten die Engel zu ihm und dieneten ihm. |
| (Quelle: Lutherbibel 1545, www.gratis.bible/de/luth1545/matt) | |
Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu (Mt 4, 12-17)
Die Verse 12 bis 17 beschreiben, wie Jesus – nach der Verhaftung von Johannes dem Täufer – nach Galiläa zieht. Dort hält er Predigten und beginnt diese mit den Sätzen: „Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.“
| Vers | Text |
|---|---|
| 12 | Da nun JEsus hörete, daß Johannes überantwortet war, zog er in das galiläische Land. |
| 13 | und verließ die Stadt Nazareth, kam und wohnete zu Kapernaum, die da liegt am Meer, an den Grenzen Zabulons und Nephthalims, |
| 14 | auf daß erfüllet würde, was da gesagt ist durch den Propheten Jesaja, der da spricht: |
| 15 | Das Land Zabulon und das Land Nephtalim am Wege des Meers, jenseit des Jordans, und das heidnische Galiläa, |
| 16 | das Volk, das in Finsternis saß, hat ein großes Licht gesehen, und die da saßen am Ort und Schatten des Todes, denen ist ein Licht aufgegangen. |
| 17 | Von der Zeit an fing JEsus an zu predigen und zu sagen: Tut Buße; das Himmelreich ist nahe herbeikommen! |
| (Quelle: Lutherbibel 1545, www.gratis.bible/de/luth1545/matt) | |
Berufung der ersten Jünger (Mt 4, 18-22)
In den Versen 18 bis 22 beschreibt Matthäus, wie Jesus seine ersten Jünger fand und rekrutierte. Am See Genezareth begegnet er den Fischern Petrus und Andreas. Diese werden die ersten Apostel sein und sollen als seine Menschenfischer agieren. Kurz darauf werden auch Jakobus und Johannes rekrutiert.
| Vers | Text |
|---|---|
| 18 | Als nun JEsus an dem Galiläischen Meer ging, sah er zwei Brüder, Simon, der da heißt Petrus, und Andreas, seinen Bruder, die warfen ihre Netze ins Meer; denn sie waren Fischer. |
| 19 | Und er sprach zu ihnen: Folget mir nach; sich will euch zu Menschenfischern machen. |
| 20 | Bald verließen sie ihre Netze und folgeten ihm nach. |
| 21 | Und da er von dannen fürbaß ging, sah er zwei andere Brüder, Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, seinen Bruder, im Schiff, mit ihrem Vater Zebedäus, daß sie ihre Netze flickten; und er rief sie. |
| 22 | Bald verließen sie das Schiff und ihren Vater und folgten ihm nach. |
| (Quelle: Lutherbibel 1545, www.gratis.bible/de/luth1545/matt) | |

Illustration der Bibelszene als Jesus die Apostel Petrus und Andreas trifft
Jesu Wirken in Galiläa (Mt 4, 23–25)
In der letzten Szene des vierten Kapitels zeigt Matthäus, wie Jesus in Galiläa wirkte. Er besucht die Synagogen, predigt das Evangelium und verheißt das Reich Gottes. Außerdem heilt er Leiden und Krankheiten. Sein Wirken spricht sich am See Genezareth herum, weshalb immer mehr Menschen ihm folgen.
| Vers | Text |
|---|---|
| 23 | Und JEsus ging umher im ganzen galiläischen Lande, lehrete in ihren Schulen und predigte das Evangelium von dem Reich und heilete allerlei Seuche und Krankheit im Volk. |
| 24 | Und sein Gerücht erscholl in das ganze Syrienland. Und sie brachten zu ihm allerlei Kranke, mit mancherlei Seuchen und Qual behaftet, die Besessenen die Mondsüchtigen und die Gichtbrüchigen; und er machte sie alle gesund. |
| 25 | Und es folgete ihm nach viel Volks aus Galiläa, aus den zehn Städten, von Jerusalem, aus dem jüdischen Lande und von jenseit des Jordans. |
| (Quelle: Lutherbibel 1545, www.gratis.bible/de/luth1545/matt) | |
Kapitel 5
Im fünften Kapitel des Evangeliums nach Matthäus formuliert Jesus seine Kernbotschaften in seiner sogenannten Bergpredigt. Außerdem benennt er diejenigen, welche Gott selig bzw. glücklich nennt.
Einleitung der Bergpredigt und die Seligpreisungen (Mt 5, 1-12)
Jesus sah die Menschenmasse vor ihm und bestieg einen Berg. Dort lehrte er sie zuerst, welche Menschen in Gottes Augen selig (glücklich, gesegnet) seien. Zu diesen Menschen zählt Jesus die Armen, die Trauernden, die Sanftmütigen, die Barmherzigen, die Gerechten, die Friedensstifter und alle jene, welche im Herzen rein sind.
| Vers | Text |
|---|---|
| 1 | Da er aber das Volk sah, ging er auf einen Berg und setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm. |
| 2 | Und er tat seinen Mund auf, lehrete sie und sprach: |
| 3 | Selig sind, die da geistlich arm sind; denn das Himmelreich ist ihr. |
| 4 | Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden. |
| 5 | Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen. |
| 6 | Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden. |
| 7 | Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. |
| 8 | Selig sind, die reines Herzens sind; denn sie werden GOtt schauen. |
| 9 | Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen. |
| 10 | Selig sind, die um Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn das Himmelreich ist ihr. |
| 11 | Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles wider euch, so sie daran lügen. |
| 12 | Seid fröhlich und getrost, es wird euch im Himmel wohl belohnt werden! Denn also haben sie verfolget die Propheten, die vor euch gewesen sind. |
| (Quelle: Lutherbibel 1545, www.gratis.bible/de/luth1545/matt) | |
Salz der Erde und Licht der Welt (Mt 5, 13-16)
Jesus sagt seinen Jüngern, dass sie das Salz der Erde (Würze und Bewahrung) und das Licht der Welt (sichtbar Gutes, Verherrlichung Gottes) seien.
| Vers | Text |
|---|---|
| 13 | Ihr seid das Salz der Erde. Wo nun das Salz dumm wird, womit soll man salzen? Es ist zu nichts hinfort nütze, denn daß man es hinausschütte und lasse es die Leute zertreten. |
| 14 | Ihr seid das Licht der Welt. Es mag die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. |
| 15 | Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter, so leuchtet es denen allen, die im Hause sind. |
| 16 | Also lasset euer Licht leuchten vor den Leuten, daß sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen. |
| (Quelle: Lutherbibel 1545, www.gratis.bible/de/luth1545/matt) | |
Jesu Verhältnis zum Gesetz (Mt 5, 17-20)
Jesus sagt, dass er kein Gesetzesbrecher sein will. Stattdessen will er das Gesetz behüten und durchsetzen. Die angestrebte Gerechtigkeit, welche er und seine Nachfolger durchsetzen wollen, soll größer sein als die der Pharisäer.
| Vers | Text |
|---|---|
| 17 | Ihr sollt nicht wähnen, daß ich kommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht kommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. |
| 18 | Denn ich sage euch: Wahrlich, bis daß Himmel und Erde vergehe, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüttel vom Gesetz, bis daß es alles geschehe. |
| 19 | Wer nun eins von diesen kleinsten Geboten auflöset und lehret die Leute also, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und lehret, der wird groß heißen im Himmelreich. |
| 20 | Denn ich sage euch: Es sei denn eure Gerechtigkeit besser denn der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. |
| (Quelle: Lutherbibel 1545, www.gratis.bible/de/luth1545/matt) | |
Die Antithesen (Mt 5, 21-48)
Jesus verschärft seine Gebote, indem er Antithesen formuliert. So gilt ungerechtfertigter Zorn wie Mord. Und schon ein begehrlicher Blick wirkt wie Ehebruch im Herzen. Außerdem soll man nicht schwören. Es reicht ein einfaches „JA“.
Das Rachegelöbnis „Auge und Auge“ wird durch eine radikale Gewaltlosigkeit ersetzt. Man soll auch die „andere Wange hinhalten“. Den Höhepunkt der Antithesen formuliert Jesus durch seine grenzenlose Liebe, welche auch seine Feinde miteinschließt (Feindesliebe).
| Vers | Text |
|---|---|
| 21 | Ihr habt gehöret, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht töten; wer aber tötet, der soll des Gerichts schuldig sein. |
| 22 | Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Racha! der ist des Rats schuldig; wer aber sagt: Du Narr! der ist des höllischen Feuers schuldig. |
| 23 | Darum wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst und wirst allda eindenken, daß dein Bruder etwas wider dich habe, |
| 24 | so laß allda vor dem Altar deine Gabe und gehe zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder und alsdann komm und opfere deine Gabe. |
| 25 | Sei willfertig deinem Widersacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht dermaleinst überantworte dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und werdest in den Kerker geworfen. |
| 26 | Ich sage dir: Wahrlich, du wirst nicht von dannen herauskommen, bis du auch den letzten Heller bezahlest. |
| 27 | Ihr habt gehöret, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen. |
| 28 | Ich aber sage euch: Wer ein Weib ansiehet, ihrer zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen. |
| 29 | Ärgert dich aber dein rechtes Auge; so reiß es aus und wirf‘s von dir. Es ist dir besser, daß eins deiner Glieder verderbe, und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde. |
| 30 | Ärgert dich deine rechte Hand, so haue sie ab, und wirf sie von dir. Es ist dir besser, daß eins deiner Glieder verderbe, und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde. |
| 31 | Es ist auch gesagt: Wer sich von seinem Weibe scheidet, der soll ihr geben einen Scheidebrief. |
| 32 | Ich aber sage euch: Wer sich von seinem Weibe scheidet (es sei denn um Ehebruch), der macht, daß sie die Ehe bricht; und wer eine Abgeschiedene freiet, der bricht die Ehe. |
| 33 | Ihr habt weiter gehört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst keinen falschen Eid tun und sollst GOtt deinen Eid halten. |
| 34 | Ich aber sage euch, daß ihr allerdinge nicht schwören sollt, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Stuhl; |
| 35 | noch bei der Erde, denn sie ist seiner Füße Schemel; noch bei Jerusalem, denn sie ist eines großen Königs Stadt. |
| 36 | Auch sollst du nicht bei deinem Haupt schwören; denn du vermagst nicht ein einiges Haar weiß oder schwarz zu machen. |
| 37 | Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein; was darüber ist, das ist vom Übel. |
| 38 | Ihr habt gehört, daß da gesagt ist: Auge um Auge, Zahn um Zahn. |
| 39 | Ich aber sage euch, daß ihr nicht widerstreben sollt dem Übel, sondern so dir jemand einen Streich gibt auf deinen rechten Backen, dem biete den andern auch dar. |
| 40 | Und so jemand mit dir rechten will und deinen Rock nehmen, dem laß auch den Mantel. |
| 41 | Und so dich jemand nötiget eine Meile, so gehe mit ihm zwo. |
| 42 | Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht von dem, der dir abborgen will. |
| 43 | Ihr habt gehört, daß gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. |
| 44 | Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen, |
| 45 | auf daß ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel Denn er läßt seine Sonne aufgehen über die Bösen und über die Guten und lässet regnen über Gerechte und Ungerechte. |
| 46 | Denn so ihr liebet, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben? Tun nicht dasselbe auch die Zöllner? |
| 47 | Und so ihr euch nur zu euren Brüdern freundlich tut, was tut ihr Sonderliches? Tun nicht die Zöllner auch also? |
| 48 | Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist. |
| (Quelle: Lutherbibel 1545, www.gratis.bible/de/luth1545/matt) | |
Kapitel 6
Im Kapitel 6 des Matthäusevangeliums beschreibt der Autor, diverse Regeln des Jesu. Diese Regeln und Gebote sind für das alltägliche Leben bestimmt und sollen dazu dienen, sich als ein guter Gläubiger zu benehmen.
Almosen geben (Mt 6, 1-4)
Jesus warnt seine Anhänger davor, gute Taten zu vollbringen, nur um gesehen zu werden. Stattdessen fordert er sie dazu auf, Wohltaten nur im Verborgenen zu begehen. Denn Gott sieht das Verborgene und wird es belohnen.
| Vers | Text |
|---|---|
| 1 | Habt acht auf eure Almosen, daß ihr die nicht gebet vor den Leuten, daß ihr von ihnen gesehen werdet; ihr habt anders keinen Lohn bei eurem Vater im Himmel. |
| 2 | Wenn du nun Almosen gibst, sollst du nicht lassen vor dir posaunen, wie die Heuchler tun in den Schulen und auf den Gassen, auf daß sie von den Leuten gepreiset werden. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin. |
| 3 | Wenn du aber Almosen gibst, so laß deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut, |
| 4 | auf daß dein Almosen verborgen, sei; und dein Vater, der in das Verborgene siehet, wird dir‘s vergelten öffentlich. |
| (Quelle: Lutherbibel 1545, www.gratis.bible/de/luth1545/matt) | |
Über das Beten (Mt 6, 5-8)
Auch beim Gebet spricht Jesus davon, es ihm Stillen und Verborgenen zu tun. Das Gebet soll niemals zur Schau gestellt werden. Und er versichert seinen Anhängern, dass Gott weiß, was sie brauchen – bevor sie darum bitten.
| Vers | Text |
|---|---|
| 5 | Und wenn du betest, sollst du nicht sein wie die Heuchler, die da gerne stehen und beten in den Schulen und an den Ecken auf den Gassen, auf daß sie von den Leuten gesehen werden. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin. |
| 6 | Wenn du aber betest, so gehe in dein Kämmerlein und schließe die Tür zu und bete zu deinem Vater im Verborgenen; und dein Vater, der in das Verborgene siehet, wird dir‘s vergelten öffentlich. |
| 7 | Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhöret, wenn sie viel Worte machen. |
| 8 | Darum sollt ihr euch ihnen nicht gleichen. Euer Vater weiß, was ihr bedürfet, ehe denn ihr ihn bittet. |
| (Quelle: Lutherbibel 1545, www.gratis.bible/de/luth1545/matt) | |
Das Vaterunser (Mt 6, 9-15)
Jesus lehrt seinen Anhängern ein Mustergebet, welches Christen heute als Vaterunser kennen. In dieser Formel wird der Name des Vaters (Gott) geheiligt, es wird um Brot und die Bereitschaft zur Vergebung gebeten. Außerdem bittet der Betende den Vater darum, der Versuchung widerstehen zu können.
| Vers | Text |
|---|---|
| 9 | Darum sollt ihr also beten: Unser Vater in dem Himmel! Dein Name werde geheiliget. |
| 10 | Dein Reich komme. Dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel. |
| 11 | Unser täglich Brot gib uns heute. |
| 12 | Und vergib uns unsere Schulden, wie wir unsern Schuldigern vergeben. |
| 13 | Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Übel. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. |
| 14 | Denn so ihr den Menschen ihre Fehle vergebet, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. |
| 15 | Wo ihr aber den Menschen ihre Fehle nicht vergebet, so wird euch euer Vater eure Fehle auch nicht vergeben. |
| (Quelle: Lutherbibel 1545, www.gratis.bible/de/luth1545/matt) | |
Fasten (Mt 6, 16-18)
Auch beim Fasten fordert Jesus Stillschweigen ein. Der Fastende soll seine Taten nicht öffentlich zur Schau stellen. Stattdessen soll er sich normal verhalten, so dass andere es nicht bemerken. Auch hier versichert Jesus, dass Gott diese Taten sieht und vergelten wird.
| Vers | Text |
|---|---|
| 16 | Wenn ihr fastet, sollt‘ ihr nicht sauer sehen wie die Heuchler; denn sie verstellen ihre Angesichte, auf daß sie vor den Leuten scheinen mit ihrem Fasten. Wahrlich, ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin. |
| 17 | Wenn du aber fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Angesicht, |
| 18 | auf daß du nicht scheinest vor den Leuten mit deinem Fasten, sondern vor deinem Vater, welcher verborgen ist; und dein Vater, der in das Verborgene siehet, wird dir‘s Vergelten öffentlich. |
| (Quelle: Lutherbibel 1545, www.gratis.bible/de/luth1545/matt) | |
Vom Schatz im Himmel (Mt 6, 19-24)
Jesus predigt, dass Niemand zwei Herren gleichzeitig dienen kann. Deshalb kann der Gläubige auch nicht Gott im Himmel dienen und gleichzeitig ein Diener des Mammon (personifizierter Besitz) sein. Jesus fordert deshalb ein, dass man keine Besitztümer auf Erden anhäufen und stattdessen auf den Schatz im Himmelreich vertrauen soll.
| Vers | Text |
|---|---|
| 19 | Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, da sie die Motten und der Rost fressen, und da die Diebe nach graben und stehlen. |
| 20 | Sammelt euch aber Schätze im Himmel, da sie weder Motten noch Rost fressen, und da die Diebe nicht nach graben noch stehlen. |
| 21 | Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz. |
| 22 | Das Auge ist des Leibes Licht. Wenn dein Auge einfältig ist, so wird dein ganzer Leib licht sein. |
| 23 | Wenn aber dein Auge ein Schalk ist, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn aber das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie groß wird dann die Finsternis selber sein! |
| 24 | Niemand kann zweien Herren dienen. Entweder er wird einen hassen und den andern lieben, oder wird einem anhangen und den andern verachten. Ihr könnt nicht GOtt dienen und dem Mammon. |
| (Quelle: Lutherbibel 1545, www.gratis.bible/de/luth1545/matt) | |
Von der Sorge (Mt 6, 25-34)
Weiterhin fordert Jesus seine Anhänger dazu auf, Sorgen einfach loszulassen und darauf zu vertrauen, dass Gott für sie sorgen wird. Der Herr im Himmel hat Vögel und Blumen erschaffen und kann auch Kleidung, Essen und Trinken bereitstellen. Man soll zuerst nach dem Reich Gottes trachten.
| Vers | Text |
|---|---|
| 25 | Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr denn die Speise und der Leib mehr denn die Kleidung? |
| 26 | Sehet die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nähret sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie? |
| 27 | Wer ist unter euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen möge, ob er gleich darum sorget? |
| 28 | Und warum sorget ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen! Sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. |
| 29 | Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist als derselbigen eins. |
| 30 | So denn GOtt das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute stehet und morgen in den Ofen geworfen wird, sollt‘ er das nicht viel mehr euch tun, o ihr Kleingläubigen? |
| 31 | Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen, was werden wir trinken, womit werden wir uns kleiden? |
| 32 | Nach solchem allem trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr des alles bedürfet. |
| 33 | Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. |
| 34 | Darum sorget nicht für den andern Morgen; denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe. |
| (Quelle: Lutherbibel 1545, www.gratis.bible/de/luth1545/matt) | |
Kapitel 7
Im siebenten Kapitel des Matthäusevangeliums setzt Jesus seine Bergpredigt fort und trägt weitere prägnante Forderungen seiner Lehre vor.
Vom Richten (Mt 7, 1-6)
Jesus warnt seine Jünger davor, über Andere zu richten. Er verwendet dazu die Metapher vom Balken und Splitter, womit er andeutet – dass Selbstkritik immer vor Fremdkritik kommen sollte. Prägend ist seine Forderung: „Richte nicht, damit auch ihr nicht gerichtet werdet“.
| Vers | Text |
|---|---|
| 1 | Richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet! |
| 2 | Denn mit welcherlei Gerichte ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden, und mit welcherlei Maß ihr messet, wird euch gemessen werden. |
| 3 | Was siehest du aber den Splitter in deines Bruders Auge und wirst nicht gewahr des Balkens in deinem Auge? |
| 4 | Oder wie darfst du sagen zu deinem Bruder: Halt, ich will dir den Splitter aus deinem Auge ziehen! und siehe, ein Balken ist in deinem Auge? |
| 5 | Du Heuchler, zieh am ersten den Balken aus deinem Auge; danach besiehe, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest! |
| 6 | Ihr sollt das Heiligtum nicht den Hunden geben und eure Perlen sollt ihr nicht vor die Säue werfen, auf daß sie dieselbigen nicht zertreten mit ihren Füßen und sich wenden und euch zerreißen. |
| (Quelle: Lutherbibel 1545, www.gratis.bible/de/luth1545/matt) | |
Zuversicht beim Beten (Mt 7, 7-11)
Jesus beschreibt Gott als guten Vater, welcher gerne gibt. Er verspricht seinen Jüngern, dass sie nur bitten sollen und ihnen wird gegeben. Wer etwas sucht, wird auch etwas finden.
| Vers | Text |
|---|---|
| 7 | Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. |
| 8 | Denn wer da bittet, der empfängt, und wer da suchet, der findet, und wer da anklopft, dem wird aufgetan. |
| 9 | Welcher ist unter euch Menschen, so ihn sein Sohn bittet ums Brot, der ihm einen Stein biete? |
| 10 | Oder so er ihn bittet um einen Fisch, der ihm eine Schlange biete? |
| 11 | So denn ihr, die ihr doch arg seid, könnt dennoch euren Kindern gute Gaben geben, wieviel mehr wird euer Vater im Himmel Gutes geben denen, die ihn bitten! |
| (Quelle: Lutherbibel 1545, www.gratis.bible/de/luth1545/matt) | |
Goldene Regel und die zwei Wege (Mt 7, 12-14)
In den Versen 12 bis 14 fasst Jesus seine eigentliche Botschaft zusammen: „Alles, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, das tut auch ihnen.“ Außerdem skizziert Jesus zwei Wege. Der Weg zum Leben (zum Guten) ist schmal und der Weg ins Verderben ist breit. Er ruft seine Jünger dazu auf, bewusst zu entscheiden, welchen Weg sie einschlagen wollen.
| Vers | Text |
|---|---|
| 12 | Alles nun, was ihr wollet, daß euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen; das ist das Gesetz und die Propheten. |
| 13 | Gehet ein durch die enge Pforte! Denn die Pforte ist weit, und der Weg ist breit, der zur Verdammnis abführet; und ihrer sind viel, die darauf wandeln. |
| 14 | Und die Pforte ist enge, und der Weg ist schmal, der zum Leben führet; und wenig ist ihrer, die ihn finden. |
| (Quelle: Lutherbibel 1545, www.gratis.bible/de/luth1545/matt) | |
Warnung vor den falschen Propheten (Mt 7, 15-23)
Jesus warnt vor falschen Propheten und zeigt, wie man diese erkennen kann. Ob jemand wahrhaftig echt ist, zeigt sich in seinem Handeln und Verhalten und nicht in seinen Reden. Entscheidend ist niemals das Bekenntnis zu Gott, sondern das Tun nach Gottes Willen.
| Vers | Text |
|---|---|
| 15 | Sehet euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen! Inwendig aber sind sie reißende Wölfe. |
| 16 | An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln? |
| 17 | Also ein jeglicher guter Baum bringet gute Früchte; aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. |
| 18 | Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. |
| 19 | Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. |
| 20 | Darum an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. |
| 21 | Es werden nicht alle, die zu mir sagen: HErr, HErr! in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel |
| 22 | Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: HErr, HErr, haben wir nicht in deinem Namen geweissaget, haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben, haben wir nicht in deinem Namen viel Taten getan? |
| 23 | Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt; weichet alle von mir, ihr Übeltäter! |
| (Quelle: Lutherbibel 1545, www.gratis.bible/de/luth1545/matt) | |
Bauen auf Fels oder Sand (Mt 7, 24-29)
Jesus verkündet, wer seine Worte hört und sein Handeln nach diesen ausrichtet, baut auf Fels. Alle anderen bauen auf Sand.
| Vers | Text |
|---|---|
| 24 | Darum wer diese meine Rede höret und tut sie, den vergleiche ich einem klugen Mann, der sein Haus auf einen Felsen bauete. |
| 25 | Da nun ein Platzregen fiel, und ein Gewässer kam, und weheten die Winde und stießen an das Haus, fiel es doch nicht; denn es war auf einen Felsen gegründet. |
| 26 | Und wer diese meine Rede höret und tut sie nicht, der ist einem törichten Mann gleich, der sein Haus auf den Sand bauete. |
| 27 | Da nun ein Platzregen fiel, und kam ein Gewässer, und weheten die Winde und stießen an das Haus, da fiel es und tat einen großen Fall. |
| 28 | Und es begab sich, da Jesus diese Rede vollendet hatte, entsetzte sich das Volk über seine Lehre. |
| 29 | Denn er predigte gewaltig und nicht wie die Schriftgelehrten. |
| (Quelle: Lutherbibel 1545, www.gratis.bible/de/luth1545/matt) | |
Kapitel 8
Das achte Kapitel des Matthäusevangeliums erzählt von Wundertaten des Jesu. Berichtet wird von diversen Heilungswunder, aber auch davon – wie Jesus einen Sturm bezwing. Matthäus 8 macht mit diesen Wundern ganz klar die Allmacht Jesu und die Ankündigung des Reich Gottes deutlich, welches heilend, erneuernd und befreiend sein soll.
Die Heilung eines Aussätzigen (Mt 8, 1-4)
Jesus heilt einen Mann von seinem Aussatz (Lepra-Krankheit). Dazu berührt er ihn und sagt: „Sei rein“. Daraufhin ist der Mann geheilt.
| Vers | Text |
|---|---|
| 1 | Da er aber vom Berge herabging, folgete ihm viel Volks nach. |
| 2 | Und siehe, ein Aussätziger kam und betete ihn an und sprach: HErr, so du willst, kannst du mich wohl reinigen. |
| 3 | Und JEsus streckte seine Hand aus, rührete ihn an und sprach: Ich will‘s tun; sei gereiniget! Und alsbald ward er von seinem Aussatz rein. |
| 4 | Und JEsus sprach zu ihm: Siehe zu, sag‘s niemand, sondern gehe hin und zeige dich dem Priester und opfere die Gabe, die Mose befohlen hat, zu einem Zeugnis über sie. |
| Quelle: Lutherbibel 1545, www.gratis.bible/de/luth1545/matt | |
Der Hauptmann von Kapernaum (Mt 8, 5-13)
(siehe auch Hauptartikel: Fragen und Antworten zu Kapernaum)
Ein römischer Hauptmann bittet Jesus um die Heilung seines gelähmten Dieners. Daraufhin heilt Jesus den Knecht aus der Ferne. Matthäus 8 macht hier die Macht des Glaubens deutlich, personifiziert im heidnischen Hauptmann.
| Vers | Text |
|---|---|
| 5 | Da aber JEsus einging zu Kapernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn |
| 6 | und sprach: HErr, mein Knecht liegt zu Hause und ist gichtbrüchig und hat große Qual. |
| 7 | JEsus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen. |
| 8 | Der Hauptmann antwortete und sprach: HErr, ich bin nicht wert, daß du unter mein Dach gehest, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund. |
| 9 | Denn ich bin ein Mensch, dazu der Obrigkeit untertan, und habe unter mir Kriegsknechte; noch wenn ich sage zu einem: Gehe hin! so gehet er, und zum andern: Komm her! so kommt er, und zu meinem Knecht: Tue das! so tut er‘s. |
| 10 | Da das JEsus hörete, verwunderte er sich und sprach zu denen, die ihm nachfolgeten: Wahrlich, ich sage euch, solchen Glauben habe ich in Israel nicht funden. |
| 11 | Aber ich sage euch: Viele werden kommen vom Morgen und vom Abend und mit Abraham und Isaak und Jakob im Himmelreich sitzen. |
| 12 | Aber die Kinder des Reichs werden ausgestoßen in die äußerste Finsternis hinaus, da wird sein Heulen und Zähneklappen. |
| 13 | Und JEsus sprach zu dem Hauptmann: Gehe hin; dir geschehe, wie du geglaubt hast! Und sein Knecht ward gesund zu derselbigen Stunde. |
| Quelle: Lutherbibel 1545, www.gratis.bible/de/luth1545/matt | |
Die Heilung der Schwiegermutter (Mt 8, 14-17)
Zunächst heilt Jesus die Schwiegermutter von Petrus und danach viele weitere Kranke. Spätestens hier wird deutlich, dass Jesus die Macht über Krankheiten hat und diese ihre Autorität verlieren.
| Vers | Text |
|---|---|
| 14 | Und JEsus kam in des Petrus Haus und sah, daß seine Schwieger lag und hatte das Fieber. |
| 15 | Da griff er ihre Hand an, und das Fieber verließ sie. Und sie stund auf und dienete ihnen. |
| 16 | Am Abend aber brachten sie viel Besessene zu ihm; und er trieb die Geister aus mit Worten und machte allerlei Kranke gesund, |
| 17 | auf daß erfüllet würde, was gesagt ist durch den Propheten Jesaja, der da spricht: Er hat unsere Schwachheit auf sich, genommen und unsere Seuche hat er getragen. |
| Quelle: Lutherbibel 1545, www.gratis.bible/de/luth1545/matt | |
Nachfolge und Konsequenzen (Mt 8, 18-22)
Jesus spricht über die Nachfolge, wie radikal diese sei und wieviel Hingabe diese erfordere.
| Vers | Text |
|---|---|
| 18 | Und da JEsus viel Volks um sich sah, hieß er hinüber jenseit des Meeres fahren. |
| 19 | Und es trat zu ihm ein Schriftgelehrter, der sprach zu ihm: Meister, ich will dir folgen, wo du hingehest. |
| 20 | JEsus sagte zu ihm: Die Füchse haben Gruben, und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber des Menschen Sohn hat nicht, da er sein Haupt hinlege. |
| 21 | Und ein anderer unter seinen Jüngern sprach zu ihm: HErr, erlaube mir, daß ich hingehe und zuvor meinen Vater begrabe. |
| 22 | Aber JEsus sprach zu ihm: Folge du mir und laß die Toten ihre Toten begraben! |
| Quelle: Lutherbibel 1545, www.gratis.bible/de/luth1545/matt | |
Die Stillung des Sturms (Mt 8, 23-27)
Als auf dem See Genezareth (Galiläischen Meer) ein heftiger Sturm tobt, beruhigt Jesus die Urgewalt. Hier wird deutlich, dass Jesus auch die Autorität über Naturkräfte besitzt.
| Vers | Text |
|---|---|
| 23 | Und er trat in das Schiff, und seine Jünger folgeten ihm. |
| 24 | Und siehe, da erhub sich ein groß Ungestüm im Meer, also daß auch das Schifflein mit Wellen bedeckt ward; und er schlief. |
| 25 | Und die Jünger traten zu ihm und weckten ihn auf und sprachen: HERR, hilf uns, wir verderben! |
| 26 | Da sagte er zu ihnen: Ihr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchtsam? Und stund auf und bedräuete den Wind und das Meer; da ward es ganz stille. |
| 27 | Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: Was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist? |
| Quelle: Lutherbibel 1545, www.gratis.bible/de/luth1545/matt | |
Die Heilung der besessenen Gadarenern (Mt 8, 28-34)
In Gadara (Gergesa) heilt Jesus zwei Besessene von ihren Dämonen. Die Handlanger des Teufels weichen aus den Männern und fahren in eine Schweinherde, welche daraufhin ins Wasser stürzt. Der Autor macht deutlich, dass Jesus die Autorität über Dämonen, dunkle Kräfte und Schicksalsmächte besitzt.
| Vers | Text |
|---|---|
| 28 | Und er kam jenseit des Meeres in die Gegend der Gergesener. Da liefen ihm entgegen zwei Besessene, die kamen aus den Totengräbern und waren sehr grimmig, also daß niemand dieselbige Straße wandeln konnte. |
| 29 | Und siehe, sie schrieen und sprachen: Ach JEsu, du Sohn Gottes, was haben wir mit dir zu tun? Bist du herkommen, uns zu quälen, ehe denn es Zeit ist? |
| 30 | Es war aber ferne von ihnen eine große Herde Säue an der Weide. |
| 31 | Da baten ihn die Teufel und sprachen: Willst du uns austreiben, so erlaube uns, in die Herde Säue zu fahren. |
| 32 | Und er sprach: Fahret hin! Da fuhren sie aus und fuhren in die Herde Säue. Und siehe, die ganze Herde Säue stürzete sich mit einem Sturm ins Meer und ersoffen im Wasser. |
| 33 | Und die Hirten flohen und gingen hin in die Stadt und sagten das alles, und wie es mit den Besessenen ergangen war. |
| 34 | Und siehe, da ging die ganze Stadt heraus JEsu entgegen. Und da sie ihn sahen, baten sie ihn, daß er von ihrer Grenze weichen wollte. |
| Quelle: Lutherbibel 1545, www.gratis.bible/de/luth1545/matt | |

Bibelszene: Jesus spricht mit dem besessenen Gerasener








